Schilddrüse

Die Schilddrüsenüberfunktion

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 06.11.2018
  • 0 Kommentare
Die Schilddrüsenüberfunktion
© gettyimages.de/choja

Die Schilddrüsenüberfunktion tritt meist in Verbindung mit dem Morbus Basedow auf, einer Autoimmunerkrankung. Aber auch Schilddrüsenknoten können zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Man leidet an Nervosität, Schlafstörungen, plötzlicher Gewichtsabnahme, Schwitzen und Herzklopfen. Die Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion sind zahlreich. Stress, Infektionen oder manche Medikamente zählen dazu. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Schilddrüsenüberfunktion und stellen natürliche Massnahmen vor, die zu einer Linderung beitragen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse – die schmetterlingsförmige Drüse am Hals – zu grosse Mengen Schilddrüsenhormone (Thyroxin T4 und Trijodthyronin T3). Sie ist überaktiv. Da die Schilddrüse den Stoffwechsel des Körpers steuert, wird dieser bei einer Schilddrüsenüberfunktion massiv beschleunigt. Ein auf Hochtouren laufender Stoffwechsel aber sorgt für die typischen Symptome der Schilddrüsenüberfunktion: Siehe nächster Abschnitt.

Welche Symptome hat eine Schilddrüsenüberfunktion?

Die nachfolgenden Symptome treten natürlich nicht alle gleichzeitig auf. Der eine Patient leidet an mehr Symptomen, der andere an weniger Symptomen – auch abhängig von der Ausprägung der Schilddrüsenüberfunktion.

  • Heisse, feuchte Hände, manchmal zitternde Hände
  • Generell öfter Hitzegefühl, man würde sich am liebsten die Kleider vom Leib reissen, schwitzt bei der kleinsten Anstrengung stark.
  • Die Gesichtshaut ist gerötet.
  • Hoher Herzschlag (über 70 Schläge pro Minute ohne Anstrengung) bis hin zu Herzrhythmusstörungen.
  • Der Blutdruck ist höher als früher, der diastolische Wert liegt über 100 mmHg.
  • Häufiges Durstgefühl und Lust auf kalte Getränke
  • Man kann nicht still sitzen, will immer aktiv sein, etwas leisten, fühlt sich jedoch auch entsprechend ausgelaugt.
  • Man ist ungeduldig und nervös.
  • Ängste und Panikattacken können auftreten.
  • Man kann sich nicht mehr gut konzentrieren.
  • Man schläft schlecht ein/durch.
  • Man hat häufig Durchfall oder auch Haarausfall.
  • Man isst viel, nimmt aber nicht zu, im Gegenteil, bei Übergewicht nimmt man sogar ab.
  • Die Schilddrüse kann vergrössert sein, es kann also ein Kropf vorliegen.
Sango Koralle

Wie diagnostiziert man eine Schilddrüsenüberfunktion und welcher Arzt macht das?

Normalerweise kann der Hausarzt bereits erste Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion feststellen. Einerseits aufgrund der Symptomatik und Befragung des Patienten, andererseits über die typischen Schilddrüsenblutwerte (der TSH-Wert ist sehr niedrig, während die Hormone T3 und T4 über dem Normalwert liegen). Zur genaueren Abklärung wird er zum Endokrinologen überweisen.

Dieser kann die Blutwerte überprüfen und die Schilddrüse per Ultraschall (Sonografie) und Szintigrafie begutachten, wobei auch gleich so manche Ursache der Schilddrüsenüberfunktion gefunden werden kann (Knoten).

Welche Werte misst man bei der Schilddrüsenüberfunktion?

Bei der Schilddrüsenüberfunktion ist die Schilddrüse überaktiv, bildet also zu viele Schilddrüsenhormone. Also werden im Blutbild die Spiegel dieser Hormone überprüft: T3 (das aktive Schilddrüsenhormon Trijodthyronin) und T4 (das Speicherhormon).

Auch der TSH-Wert wird gemessen. TSH ist das Thyreoidea-stimulierende Hormon, auch Thyreotropin genannt. Es wird in der Hypophyse im Gehirn immer dann ausgeschüttet, wenn der Körper Schilddrüsenhormone braucht. Der Wert sinkt also, je mehr Schilddrüsenhormone im Blut zirkulieren. Ein sehr niedriger TSH-Wert deutet sodann auf eine Überfunktion der Schilddrüse hin. Allerdings ist man sich nicht darüber einig, welcher TSH-Wert noch normal ist.

Offziell heisst es, der Normbereich schwanke zwischen 0,27 bis 4,2 mlU/l, manche Experten raten zu einem Normbereich zwischen 0,4 bis 3 mlU/l und wieder andere finden, der Normbereich sollte erst bei 1,8 mlU/l beginnen. Wenn Ihr TSH-Wert jedoch unter 0,5 liegt, ist eine Überfunktion wahrscheinlich und es werden weitere Untersuchungen zur Abklärung in die Wege geleitet.

Zusätzlich überprüft man, ob sog. Auto-Antikörper vorliegen, die auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Morbus Basedow) hinweisen. Diese Antikörper heissen TRAK (für TSH-Rezeptor-Antikörper) oder auch Tg-AK (für Thyreoglobulin-Antikörper). Letzterer kann auch bei der Hashimoto Thyreoiditis erhöht sein, einer autoimmunen Schilddrüsenentzündung, die mit Unterfunktions- und Überfunktionsphasen einhergehen kann.

Welche Ursachen kann eine Schilddrüsenüberfunktion haben?

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird – wie so oft – als multifaktorielles Geschehen bezeichnet, was bedeutet, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit sie entsteht. Eine genetische Prädisposition ist einer dieser Faktoren. Wenn dann noch chronischer Stress, vielleicht eine Jodüberdosis und eine Infektionskrankheit dazu kommen, dann kann sich eine Schilddrüsenüberfunktion entwickeln.

Zu den Faktoren, die eine Schilddrüsenüberfunktion begünstigen oder auch auslösen können, zählen die folgenden:

  • EBV (Epstein-Barr-Virus, auch Pfeiffer‘sches Drüsenfieber genannt): Dieses Virus wird mit zahlreichen Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht und so auch mit dem Morbus Basedow. Da es gegen das Virus jedoch keine Medikamente gibt, man lediglich versucht, so gesund wie möglich zu leben, damit das Immunsystem stark genug ist, um das Virus eigenständig zu bekämpfen, gelten auch bei EBV die üblichen Massnahmen, um die Selbstheilkräfte zu stärken.
  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kann eine leichte Überfunktion auftreten, die sich anschliessend im Allgemeinen wieder reguliert.
  • Stress: Stress kann generell zur Entstehung von chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen beitragen - ob Morbus Basedow oder Hashimoto Thyreoiditis oder andere Autoimmunerkrankungen.
  • Medikamente, z. B. jodhaltige Röntgenkontrastmittel, zu hohe Dosierung der Schilddrüsenhormone bei Schilddrüsenunterfunktion, Amiodaron (ein Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, das aufgrund seines hohen Jodgehalts sowohl zu Unter- als auch zu Überfunktionen führen kann)
  • Jodüberschuss, aber auch ein Jodmangel
  • Autoimmunerkrankung (Morbus Basedow): Bei dieser Autoimmunerkrankung bildet der Körper Antikörper, die auf die Schilddrüse eine ähnliche Wirkung haben wie das TSH, sie also zur verstärkten Hormonproduktion anregen.
  • Autoimmune Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis, die meist zu Unterfunktionssymptomen führt, phasenweise aber auch zu Überfunktionssymptomen führen kann.
  • Heisse Knoten (autonome Adenome): Als heisse Knoten bezeichnet man besonders aktive Areale in der Schilddrüse, in denen also besonders reichlich Schilddrüsenhormone gebildet werden. Oft bildet die Schilddrüse im übrigen Gewebe keine Hormone mehr, weil der oder die heisse Knoten bereits so überaktiv sind. Problematisch hierbei ist, dass der heisse Knoten ausser Kontrolle geraten ist. Er wartet also nicht auf die TSH-Ausschüttung der Hypophyse, bevor er Hormone bildet, sondern tut dies völlig unabhängig vom aktuellen TSH-Spiegel. Man spricht daher auch von einem autonomen (selbständigen/unabhängigen) Adenom. Folglich kann eine Überfunktion entstehen.

Welche Medikamente/Therapien bekommt man bei einer Schilddrüsenüberfunktion?

Die schulmedizinische Therapie bei Schilddrüsenüberfunktion hängt natürlich bis zu einem gewissen Grad von der aus schulmedizinischer Sicht vorliegenden Ursache ab, aber auch vom Alter des Patienten, vom Geschlecht etc.

So können sog. Thyreostatika zum Einsatz kommen, also Medikamente, die die Aktivität der Schilddrüse bremsen. Diese werden bis zu zwei Jahre lang eingenommen, aufgrund ihrer starken Nebenwirkungen aber nicht länger. Nach dem Einnahmezeitraum erhofft man, dass die Schilddrüse zur Ruhe gekommen ist. Ist das nicht der Fall oder liegen andere Probleme vor (z. B. Knoten), dann wird zur Entfernung der Schilddrüse geraten oder auch zur sog. Radio-Jod-Therapie.

Bei letzterer nimmt man radioaktives Jod – meist in Kapselform – zu sich. Da nur die Schilddrüse das Jod nutzt, speichert sie so viel des radioaktiven Jods wie möglich. Die Strahlung der Jodpartikel zerstört nun die hyperaktiven Bereiche der Schilddrüse. Die Therapie muss stationär durchgeführt werden, da der Patient tage- bis zu wochenlang „strahlt“ und daher nicht mit anderen Menschen in Kontakt kommen darf. Die Heilungschancen würden bei 90 Prozent liegen, heisst es, gleichzeitig seien die Nebenwirkungen gering.

Ist eine Schilddrüsenüberfunktion heilbar?

Laut Schulmedizin ist die Schilddrüsenüberfunktion ohne schulmedizinische Therapie nicht heilbar. Mit Medikamenten aber könne sie binnen ein bis zwei Jahren zum Stillstand kommen. Wird operiert, also die Schilddrüse entfernt, dann nimmt der Patient anschliessend lebenslang Schilddrüsenhormone und gilt ebenfalls als geheilt.

Je nach Ursache und Ausprägung der Überfunktion aber kann sie auch mit ganzheitlichen Massnahmen – je nachdem, wie konsequent diese umgesetzt werden und wie gut der jeweilige Mensch darauf reagiert – wieder zur Ruhe kommen. Oft aber ist das Beschwerdebild schon so intensiv, dass man ohne schulmedizinische Therapie die Symptome nicht mehr aushält (Schlaflosigkeit, Ängste, Panikattacken etc.). Doch auch in diesem Fall können ganzheitliche Massnahmen selbstverständlich begleitend eingesetzt werden.

Wie sollte man sich bei einer Schilddrüsenüberfunktion ernähren?

Selbst im Ayurveda, wo normalerweise viel gekocht, feurig gewürzt und kaum Rohkost gegessen wird, rät man im Falle der Schilddrüsenüberfunktion zum verstärkten Verzehr von frischem Obst und Gemüse in Form von Rohkost. Gerade wärmende Gewürze wie Chili sollten überdies gemieden werden. Der bei einer Schilddrüsenüberfunktion oft überhitzte Körper erfährt so eine willkommene Abkühlung und wird nicht auch noch von heisser bzw. wärmender Nahrung weiter erhitzt.

Allerdings zählt auch der Ingwer zu den wärmenden Gewürzen. Nichtsdestotrotz zeigt er entzündungshemmende Wirkung, erhöht den Spiegel körpereigener Antioxidantien und wirkt sich vorteilhaft auf die Darmgesundheit aus. Alle diese drei Eigenschaften wirken sich auf die Allgemeingesundheit sehr positiv aus und helfen dem Körper, wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu finden. Beobachten Sie sich daher am besten selbst nach dem Verzehr von Ingwer oder anderen wärmenden Gewürzen (Zimt, Kardamom, Piment, Pfeffer etc.), ob diese Ihnen gut tun oder eher eine Verstärkung der Symptome verursachen.

Ideal ist bei der Schilddrüsenüberfunktion – wie bei jeder Erkrankung – eine vitalstoffreiche und basenüberschüssige gesunde Ernährung aus möglichst frischen Zutaten und wenigen Fertigprodukten. Anregende Lebensmittel/Getränke wie Kaffee, Schwarztee, koffeinhaltige Softdrinks und Alkohol sollten unbedingt gemieden werden.

Manchen Lebensmitteln wird überdies eine goitrogene Wirkung nachgesagt, was bedeutet, dass sie die Schilddrüsenaktivität hemmen. Dies tun sie jedoch insbesondere dann, wenn man sehr grosse Mengen dieser Lebensmittel isst (was bei gesunden Menschen in einer Unterfunktion enden könnte), aber nicht, wenn man normale Verzehrmengen zu sich nimmt. Ob eine entsprechende Ernährung jedoch zu einer Linderung der Beschwerden führen kann, wenn man bereits an einer Überfunktion leidet, ist unbekannt.

Zu den goitrogenen Lebensmitteln zählen z. B. Sojaprodukte, Kreuzblütengewächse (Kohlgemüse, Senf, Rettich, Radieschen, Meerrettich, Kresse, Rucola etc.), Mandeln, Hirse, Leinsamen, Zwiebeln, Knoblauch und nitratreiche Gemüse (Spinat, Rote Beeten, Rucola).

Oft wird behauptet, Sojaprodukte schaden generell der Schilddrüse, was nicht dem aktuellen Wissensstand entspricht. Wir sind hier schon auf diese Thematik eingegangen.

Da gerade Autoimmunerkrankungen mit einem kranken Darm in Verbindung stehen können, sollte auch bei der Schilddrüsenüberfunktion der Darm im Fokus stehen. Testen Sie aus, ob eine glutenfreie Ernährung oder gar eine lektinfreie Ernährung bei Ihnen helfen kann. Gluten ist das Eiweiss in vielen -Getreideprodukten (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Kamut). Glutenfrei sind hingegen Mais, Hirse, glutenfreier Hafer, Quinoa, Amaranth, Buchweizen etc.

Zur lektinfreien Ernährung finden Sie hier erste Informationen.

Muss man bei einer Schilddrüsenüberfunktion Jod meiden?

Ein Jodmangel sollte immer vermieden werden. Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion sollte man daher auf eine normale, also bedarfsgerechte Jodversorgung achten, aber eben keine übermässig jodreichen Lebensmittel konsumieren, wie z. B. Meeresalgen, Meeresfrüchte und Seefisch. Auch Jodsalz kann erhebliche Jodmengen liefern (pro 5 g um die 100 µg Jod, was bei einem Bedarf (eines Erwachsenen) von 200 µg pro Tag natürlich viel ist).

Ernährt man sich mit einer pflanzenbasierten Ernährung, dann ist die Gefahr gering, zu viel Jod zu sich zu nehmen, da pflanzliche Lebensmittel eher jodarm sind.

Auch Algenprodukte wie Chlorella und Spirulina – falls man diese als Nahrungsergänzung einnehmen möchte – sind meist jodarm, was man jedoch beim Hersteller nachfragen kann. Die Sango Meeres Koralle liefert pro Tagesdosis etwa 17 µg Jod, was ebenfalls im Rahmen ist.

Welche Heilpflanzen helfen bei Schilddrüsenüberfunktion?

In der Naturheilkunde können auch Heilpflanzen bei der Schilddrüsenüberfunktion zum Einsatz kommen. Einerseits generell beruhigende Kräuter, wie Baldrian, Kamille, Hopfen, Haferstrohtee und Melisse. Andererseits gilt das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus) als spezielles Heilkraut, das den Spiegel der Schilddrüsenhormone senken soll, aber auch den Haushalt der Geschlechtshormone beeinflussen kann (senkt den Prolaktinspiegel) und eine Einnahme daher mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprochen werden sollte.

In einer deutschen Studie aus 2008 gab man Patienten mit einem TSH-Wert von weniger als 1 mU/l und den typischen Schilddrüsenüberfunktionssymptomen 3 Monate lang ein Präparat aus Wolfstrappkraut. Daraufhin stieg die Ausscheidung von T4 im Urin signifikant an und die Überfunktionssymptome liessen nach. Das Präparat wurde gut vertragen.

Der Wolfstrapp soll nicht nur die Ausscheidung von T4 erhöhen, sondern auch die Umwandlung von T4 in das aktive Schilddrüsenhormon T3 über die Hemmung des entsprechenden Enzyms verhindern.

Da der Wolfstrapp möglicherweise die Ergebnisse einer Schilddrüsendiagnostik verfälschen kann, sollte er besser nicht vor nuklearmedizinischen Untersuchungen eingenommen werden. Auch sollte man ihn – wenn er erst einmal einige Zeit eingenommen wurde – nicht abrupt absetzen, sondern ausschleichen.

In der Apotheke sind Fertigpräparate mit dem Wolfstrapp erhältlich. Auch gibt es die Pflanze in homöopathischer Form, wovon man in der D6 dreimal täglich je 5 Globuli nehmen soll – laut Dr. med. Berndt Rieger (Buch „Die Schilddrüse – Balance für Körper und Seele“).

Welche Vitamine/Mineralstoffe braucht man bei einer Schilddrüsenüberfunktion?

Der Vitalstoffhaushalt ist bei chronischen Krankheiten meist gestört, so auch bei Schilddrüsenerkrankungen. Schon in einer Studie von 1984 zeigte sich, dass bei Schilddrüsenfunktionsstörungen häufig Unregelmässigkeiten im Kupfer-, Mangan-, Zink- und Selen-Haushalt vorliegen. Daher sollte im Idealfall die Gesamtvitalstoffversorgung überprüft werden.

Nachfolgend eine Auswahl an wichtigen Vitalstoffen, die bei der Schilddrüsenüberfunktion berücksichtigt werden sollten:

  • Vitamin D: In Studien stellte man fest, dass Menschen mit Schilddrüsenstörungen häufiger an einem Vitamin-D-Mangel leiden als gesunde Menschen. Man sollte daher in jedem Fall den persönlichen Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen und das Vitamin in den erforderlichen Dosen einnehmen.
  • Calcium: Da bei einer Schilddrüsenüberfunktion auch der Knochenstoffwechsel beschleunigt ist, steigt der Calciumbedarf, so dass hier eine Nahrungsergänzung erforderlich werden könnte, besonders bei calciumarmer Ernährung. Die Sango Meeres Koralle könnte hier zum Einsatz kommen, da sie gleichzeitig auch Magnesium liefert, das ebenfalls gerade bei chronischen Krankheiten sehr wichtig ist.
  • Selen: Bei Überfunktionspatienten, die bereits Thyreostatika erhalten, zeigte eine zusätzliche Gabe von Selen (200 µg pro Tag über 9 Monate hinweg) in einer Studie von 2015 eine schnellere Erholung als ohne Selen. Allgemein wird derzeit zu einer Selensupplementierung nur geraten, wenn zuvor ein Selenmangel festgestellt wurde.

Helfen Omega-3-Fettsäuren bei der Schilddrüsenüberfunktion?

In einem Fallbericht, der 2011 in Thyroid Research veröffentlicht wurde, beschreibt eine Professorin der Physiologie (Oklahama State University) von ihren eigenen Erfahrungen mit einer Schilddrüsenüberfunktion, die sich nach der Geburt ihres Kindes entwickelt hatte, wobei sich bereits erste Zeichen eines Morbus Basedow zeigten.

Da Omega-3-Fettsäuren in anderen Studien (vermutlich aufgrund ihrer entzündungshemmenden und das Immunsystem regulierenden Eigenschaften) so gute Ergebnisse bei Autoimmunerkrankungen ergaben, wie etwa der rheumatoiden Arthritis, Morbus Crohn, Lupus erythematodes oder auch der Multiplen Sklerose, testete sie die Einnahme von zweimal täglich je 5 Gramm Leinöl.

Zwar nahm die Patientin gleichzeitig auch ein Thyreostatikum, doch zeigte sich immer dann eine auffällige Normalisierung ihrer TSH-Werte, wenn sie zusätzlich auch das Leinöl nahm, während die Werte wieder sanken, wenn sie das Öl absetzte.

Nach einer nächsten Schwangerschaft sank der TSH-Wert wieder und ihr Arzt empfahl die Einnahme eines Thyreostatikums, das sie ablehnte. Stattdessen nahm sie jeden Morgen zu ihrem Müsli 3 EL Leinsamen und ihr TSH-Wert normalisierte sich innerhalb von 6 Monaten, ohne dass es auch in den vier Jahren danach zu einem Rückfall gekommen wäre.

Nun könnte man sagen, dass sich der Wert sicher auch von allein normalisiert hätte. Die Erfahrungen in der ersten Schwangerschaft aber zeigen, dass dies zumindest in dieser nicht der Fall war, nicht einmal mit Hilfe des Thyreostatikums. Erst nach Hinzunahme des Leinöls verbesserte sich die Situation. Da weder Leinöl noch Leinsamen in den genannten Dosierungen Nebenwirkungen haben, wäre es bei Betroffenen ein Versuch wert.

Sollte man bei einer Schilddrüsenüberfunktion entgiften?

In einer Studie von 2013 stellte man einen Zusammenhang zwischen einer Quecksilber- bzw. Cadmiumbelastung und Schilddrüsenfunktionsstörungen fest, so dass auch dieser Punkt überprüft werden könnte. Bei Bedarf kann sodann eine gezielte Entgiftung stattfinden. Informationen zur ganzheitlichen Entgiftung finden Sie hier.

Wie kann man eine Schilddrüsenüberfunktion natürlich behandeln?

Auch allgemeine Änderungen der Lebensweise helfen der Schilddrüse enorm, wieder in ihr Gleichgewicht zu finden. Neben den oben genannten Nahrungsergänzungen und Ernährungstipps können die nachfolgenden Tipps helfen, die Symptome der Schilddrüsenüberfunktion zu lindern.

Vermeiden Sie Stress und melden Sie sich noch heute in einem Kurs zum Erlernen einer Entspannungsmethode an, sei es die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training, Yoga oder was auch immer Ihnen sympathisch ist. Entspannend wirken auch gelegentliche Bäder mit beruhigenden Aromaölen, z. B. Melisse, Baldrian oder Lavendel.

Bei Hitzegefühlen können Sie sog. wärmeentziehende Wickel anwenden, wie etwa kalte Halswickel nach Kneipp oder Lehmwickel (Zeolith/Bentonit mit kaltem Wasser zu einem dicken Brei verrühren, fingerdick auf ein Tuch auftragen und um den Hals legen, nach 15 Minuten entfernen oder wechseln).

Auch eine begleitende homöopathische Therapie ist denkbar. Diese sollte jedoch von einem kompetenten Homöopathen in die Wege geleitet werden.

Anzeige:

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Mehr zu diesem Artikel

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Liebe Leserinnen und liebe Leser

Wir haben uns immer sehr über Ihre Kommentare gefreut. Da uns die Ressourcen fehlen, um auf alle Ihre Fragen und Anmerkungen gebührend einzugehen, haben wir uns entschieden, die Kommentarfunktion zu deaktivieren.

Lieben Dank für Ihr Verständnis,
Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Quellen

  • Aimin Chen, Stephani S. Kim, Ethan Chung und Kim N. Dietrich, Thyroid Hormones in Relation to Lead, Mercury, and Cadmium Exposure in the National Health and Nutrition Examination Survey, 2007–2008, Environ Health Perspect. 2013 Feb; 121(2): 181–186, (Quelle als PDF)
  • Beer AM, Wiebelitz KR, Schmidt-Gayk H, Lycopus europaeus (Gypsywort): effects on the thyroidal parameters and symptoms associated with thyroid function, Phytomedicine. 2008 Jan;15(1-2):16-22, (Quelle als PDF)
  • Aihara K, Nishi Y, Hatano S, Kihara M, Yoshimitsu K, Takeichi N, Ito T, Ezaki H, Usui T, Zinc, copper, manganese, and selenium metabolism in thyroid disease, Am J Clin Nutr. 1984 Jul;40(1):26-35, (Quelle als PDF)
  • Dohee Kim, The Role of Vitamin D in Thyroid Diseases, Int J Mol Sci. 2017 Sep; 18(9): 1949, (Quelle als PDF)
  • Jan Calissendorff, Emil Mikulski, Erik H. Larsen und Marika Möller, A Prospective Investigation of Graves' Disease and Selenium: Thyroid Hormones, Auto-Antibodies and Self-Rated Symptoms, Eur Thyroid J. 2015 Jun; 4(2): 93–98, (Quelle als PDF)
  • Sarah J Breese McCoy, Coincidence of remission of postpartum Graves' disease and use of omega-3 fatty acid supplements, Thyroid Res. 2011; 4: 16, (Quelle als PDF)
  • Mizokami T et al., Stress and thyroid autoimmunity, Thyroid, 2004 Dec;14(12):1047-55, (Quelle als PDF)