Schönheit
Silikon-Skandal weitet sich aus

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 03.08.2016
  • 1 Kommentar
Silikon-Skandal weitet sich aus

Nachdem bereits die Silikon-Implantate der Hersteller PIP und Rofil in die Schlagzeilen gerieten, empfehlen die deutschen Behörden jetzt auch die Herausnahme von Brustimplantaten der Marke TiBREEZE - und zwar auch jenen Implantat-Trägerinnen, die (noch) keine Symptome verspüren.

Mangelhafte Silikon-Implantate

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte mit, dass auch die frühere Firma GfE Medizintechnik GmbH Implantate (unter dem Markenname TiBREEZE) vertrieben habe, bei deren Herstellung mangelhaftes Silikongel der französischen Firma PIP (Poly Implant Prothèse) verwendet wurde. Implantate mit PIP-Silikon wurden bis zum Jahre 2010 weltweit etwa 500.000 Frauen eingesetzt.

Erste Mängel schon seit dem Jahr 2000 bekannt

Erste Mängel in Form von geplatzten Implantaten sollen bei PIP schon im Jahre 2000 bekannt geworden sein. Die Behörden wurden jedoch erst zehn Jahre später, nämlich im Frühjahr 2010 aktiv und untersagten den weiteren Handel mit den minderwertigen Implantaten. Dennoch wurde lange Zeit das Gesundheitsrisiko entweder nicht wahrgenommen oder heruntergespielt, so dass den betroffenen Frauen erst in den letzten Wochen auch von offizieller Seite aus definitiv nahegelegt wurde, die Implantate entfernen bzw. austauschen zu lassen.

TÜV versagte

Die minderwertige Qualität der Silikon-Implantate (es wurde billiges Industriesilikon anstatt Medizinsilikon verwendet) war auch vom zuständigen TÜV nicht erkannt worden, was dazu führte, dass sich dieser Anfang Februar vor Gericht wird rechtfertigen müssen.

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Billig-Silikon kann zu schmerzhaften Entzündungen führen

Billig-Silikon in Brustimplantaten kann dazu führen, dass Silikongel austritt und schmerzhafte Entzündungen zur Folge haben kann. Da ferner inzwischen einige Frauen mit Implantaten an Brustkrebs erkrankt sind, laufen derzeit Untersuchungen, ob hier ein kausaler Zusammenhang zu den PIP-Implantaten bestehen könnte.

Deutsche Firma verkaufte PIP-Implantate

Bislang war vor Implantaten der Marke PIP und Rofil gewarnt worden. Jetzt stellte sich heraus, dass auch die einstige Firma GfE Medizintechnik GmbH über ein Jahr hinweg (September 2003 bis August 2004) Implantate aus dem Hause PIP vertrieben hatte. Die Silikonimplantate wurden von der GfE Medizintechnik GmbH mit einer Titanlegierung beschichtet und danach durch die Firma PIP in Frankreich mit deren Silikongel gefüllt. Insgesamt seien 728 TiBREEZE-Implantate produziert worden. Die meisten Exemplare wurden in Deutschland verkauft, wo etwa 280 Frauen betroffen sind. TiBREEZE-Implantate wurden jedoch auch nach Belgien, Italien, Finnland, Südafrika, England, Österreich, Liechtenstein und in die Schweiz vertrieben. Es wird geschätzt, dass weltweit insgesamt 400 Menschen betroffen sein dürften.

Implantat-Tausch auch ohne Symptome empfehlenswert

Aus diesem Grund hat das BfArM heute seine Empfehlung vom 6. Januar 2012, PIP und Rofil-Implantate herausnehmen zu lassen, auch auf TiBREEZE-Implantate ausgeweitet. Dies sollte als Vorsichtsmassnahme gewertet werden und auch von jenen Implantat-Trägerinnen durchgeführt werden, die (noch) keine Symptome aufweisen. Der Implantat-Tausch wird von den Krankenkassen übernommen werden, wenn die Implantate infolge einer Brustkrebserkrankung eingesetzt wurden. Bei Brustvergrösserungen jedoch, die lediglich aus Schönheitsgründen vorgenommen wurden, ist für den jetzt anstehenden Tausch mit keiner Kostenübernahme durch die Kassen zu rechnen.

Allerdings geht es jetzt nicht mehr nur um die Kostenübernahme für die Entfernung der Implantate, sondern auch darum, dass möglicherweise bereits Folgeerkrankungen eingetreten sein könnten, die schliesslich ebenfalls behandelt und bezahlt werden wollen.

Keine Studien für Silikon-Unbedenklichkeit

Laut Dr. Dirk Richter, dem Vorsitzenden des Komitees für Patientensicherheit der ISAPS* (International Society of Aesthetic Plastic Surgery= Die Internationale Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie), unterstütze auch seine Gesellschaft die Empfehlungen der deutschen und französischen Behörden, dass alle Frauen mit TiBREEZE-, PIP- oder Rofil-Brustimplantaten, die nach 2001 produziert wurden, einen spezialisierten Schönheitschirurgen aufsuchen und mit diesem die Entfernung der Implantate besprechen sollten. Schliesslich seien “noch keine Studien durchgeführt worden, die die Unbedenklichkeit des Silikons für den menschlichen Körper belegen”.

PIP-Unternehmensgründer Jean-Claude Mas indessen hat bereits 2010 Konkurs angemeldet, rechtzeitig seine Gelder in Sicherheit gebracht und weilt jetzt in einer Villa in Südfrankreich, während seine entrüstete Versicherung dazu verpflichtet wurde, die bisher angemeldeten Schadenersatzansprüche der geschädigten Frauen zu übernehmen.

*Die vor 41 Jahren gegründete International Society of Aesthetic Plastic Surgery gilt als die weltweit grösste Vereinigung zugelassener plastischer Chirurgen und hat 2140 Mitglieder in 93 Ländern. Die Chirurgen müssen einem strengen Aufnahmeverfahren unterzogen werden, bevor sie zu Mitgliedern der ISAPS werden können. Zu den Zielen der Organisation zählen vor allem, die fortdauernde Ausbildung ihrer Mitglieder in den neusten Technologien und Verfahren der ästhetischen Chirurgie und der Allgemeinmedizin, sowie eine Verbesserung der allgemeinen Patientensicherheit. Eine Liste aller Mitglieder der ISAPS kann auf der Webseite www.isaps.org eingesehen werden.

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Sina S. schrieb am 31.03.2014

Liebes Zentrum der Gesundheit, Ich benutze einen Silikon-Behälter, Lady Cup oder Menstruations-Tasse genannt, als Alternative zu Tampons. Eigentlich war ich davon immer begeistert, weil man vor allem die Umwelt und das Portemonaie schont. Sollte ich mir nun Gedanken machen oder sind diesbezügliche Bedenken übertrieben..? Viele Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Grünling
Im Text geht es um die Gefahren von auslaufendem Silikongel aus Silikonimplantaten. Beim Lady-Cup besteht diese Gefahr ja nicht.
Viele Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Quellen