Gemüse
Der Spargel: Genie in der Küche mit entgiftender Wirkung

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 27.04.2018
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Der Spargel: Genie in der Küche mit entgiftender Wirkung
© istockphoto.com/barmalini

Viele Geniesser erfreuen sich Jahr für Jahr an der Spargelzeit. Ob Spargelsüppchen oder Spargelrisotto: Das edle Gemüse macht jedes Gericht zu einer Delikatesse. Doch der Spargel ist auch eine uralte Heilpflanze und gilt als Lebensmittel der Wahl, wenn man Magen-Darm-Beschwerden, Gallen- und Leberleiden, Diabetes und natürlich Problemen mit der Blase zu Leibe rücken will. Wussten Sie aber auch, dass Spargel unbedingt dann auf den Teller muss, wenn Sie Ihren Partner in Stimmung bringen möchten? Da kommt die Spargel-Saison gerade recht!

Spargel – Wild oder kultiviert

Es gibt in Deutschland kein anderes Gemüse, um das sich so viele Anekdoten und Mythen ranken wie um den Spargel. So wird in der Spargelzeit – alle Jahre wieder – über kein anderes Thema hitziger diskutiert und die wöchentlichen Spargelpreise erregen die Gemüter sogar mehr als die Benzinpreise.

Der Begriff Spargel bedeutet nichts anderes als junger Trieb. Würde man den Spargel daher nicht ernten, würden sich aus ihm verzweigte Stängel mit fiedrigen Blättchen, kleinen gelben Blüten und in Folge scharlachrote, leicht giftige Beeren entwickeln. Die Gattung Spargel umfasst über 200 Arten, essbar sind davon aber nur wenige. Dazu zählen der im Mittelmeerraum wildwachsende Spitzblättrige Spargel oder der bei uns bekannte Gemüsespargel, der von den alten Römern mit grosser Hingabe kultiviert wurde.

Gelehrte und Feinschmecker haben bereits in der vorchristlichen Zeit Abhandlungen über den Anbau und die Zubereitung des Gemüsespargels verfasst. Der für seine grandiosen Gastmähler bekannte Gourmet Lukullus liess verlauten: „Es kann nur der kochen, dem es gelingt, Spargel ohne Zutat in wonnigster Vollendung aufzutischen.“ Dieser Rat sollte auch in der heutigen Zeit Beachtung finden, denn viel zu oft wird das gesunde Gemüse in Sauce hollandaise oder anderen fettreichen Saucen geradezu ertränkt.

Weiss, grün und violett: Spargelstangen beweisen Vielfalt

Lange ass man ausschliesslich grünen Spargel, denn der Bleich- oder Weissspargel wurde erst im 19. Jahrhundert "entdeckt". Dies geschah zufällig, da man über die Spargel-Sprosse Tonhauben gestülpt hatte, um sie vor Tieren zu schützen. Aufgrund des Lichtmangels wurde im Spargel sodann kein Chlorophyll gebildet, wodurch das Gemüse weiss blieb.

Da der weisse Spargel – auch Weissspargel genannt – geschmacklich sehr zart und mild ist, fand er schnell viele Anhänger. Seitdem wird weitgehend auf die grünen Stangen verzichtet – und Spargel wird fast nur noch unter der Erde angebaut. Weissspargel wird aufgrund des hohen Preises auch als weisses Gold bezeichnet.

Darüber hinaus gibt es noch violetten Spargel. Die auffallende Färbung entsteht, da die Stangen nicht gleich gestochen werden und ungefähr einen Tag mehr Sonneneinstrahlung erhalten. Es werden Anthocyane gebildet, über deren gesundheitliche Vorteile wir bereits hier für Sie berichtet haben: Anthocyane schützen vor Krebs. Violetter Spargel schmeckt durch diese natürlichen Farbstoffe würziger und sind insbesondere in Frankreich sehr beliebt.

Von der bitteren Heilpflanze zum leckeren Gemüse

Lange bevor der Spargel als Lebensmittel Anklang fand, wurde er als Heilpflanze geschätzt. In China, Griechenland und Ägypten wurden verschiedenste wildwachsende Spargelarten bereits vor Tausenden von Jahren z. B. bei Husten, Blasenproblemen und Geschwüren angewandt. Dabei wurden alle Pflanzenteile verwendet, vor allem die Wurzeln, aber auch die Sprosse, Blätter, Blüten und Beeren.

Unser Gemüsespargel wurde bis ins 19. Jahrhundert ärztlich verschrieben, woran heute nur noch sein lateinischer Name „Asparagus officinalis“ (arzneilicher Spargel) erinnert. Der in Indien heimische Asparagus racemosus wird auch als „Heiler von hundert Krankheiten“ bezeichnet und kommt in der ayurvedischen Medizin noch immer u. a. bei Magengeschwüren und Nervenleiden zum Einsatz.

Laut Forschern von der HNB Garhwal University wirkt Spargel antioxidativ, immunstimulierend, antientzündlich sowie antibakteriell, kann die Fruchtbarkeit steigern und Leberschäden verhindern oder beseitigen.

Zur Schmeichelei für den Gaumen wurde der Spargel erst, nachdem die alten Römer den sehr bitteren Geschmack durch Zucht zu reduzieren vermochten. Dies war die Geburtsstunde des leckeren Gemüsespargels. Aufgrund seiner arbeitsintensiven Kultur konnten ihn sich lange nur reiche Leute leisten und auch heute gehört er nicht gerade zu den preisgünstigsten Gemüsearten. Sein Geschmack und seine zahlreichen gesundheitlichen Vorteile machen den Preis jedoch wieder mehr als wett.

Das Kurkuma-Kochbuch vom Zentrum der Gesundheit

Die Nährstoffe

Spargel besteht zu 94 Prozent aus Wasser und zählt mit seinen 16 Kilokalorien pro 100 Gramm zu den besonders kalorienarmen Gemüsearten. Ausserdem stecken im gegarten weissen Spargel:

  • 0,1 g Fett
  • 2 g Eiweiss
  • 2 g Kohlenhydrate (resorbierbar)
  • 1 g Ballaststoffe

Die glykämische Last des Spargels ist äusserst niedrig, was bedeutet, dass er den Blutzuckerspiegel kaum beeindruckt. Diabetiker, Entschlackungskurende oder Abnehmwillige können bei Spargel folglich grenzenlos zuschlagen.

Inulin schützt vor Krankheiten

Der Ballaststoffgehalt im Spargel ist zwar nicht sehr hoch, doch enthält er einen ganz besonderen Ballaststoff, das Inulin, ein Stoff, der als Präbiotikum gilt, was bedeutet, dass er als Futter für die nützlichen Darmbakterien dient und somit die Darmflora äusserst positiv beeinflusst.

Wenn die Darmbakterien Inulin verstoffwechseln, entstehen kurzkettige Fettsäuren. Diese wirken gegen Entzündungen und helfen bei der Regulierung des Fett- und Zuckerstoffwechsels. Gleichzeitig wird bei regelmässiger Inulineinnahme die Lust auf‘s Schlemmen gehemmt und das Sättigungsgefühl verstärkt, was bei der Gewichtsabnahme helfen kann.

Studien haben somit auch gezeigt, dass Inulin bzw. die kurzkettigen Fettsäuren das Risiko für zahlreiche Leiden wie z. B. Übergewicht, Verstopfung, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Dickdarmdarmkrebs und Knochenkrankheiten senken.

Die Vitamine

Der gesundheitliche Wert des Spargels wird ausserdem von den zahlreich vorhandenen Mikronährstoffen bestimmt. Dazu zählen insgesamt mehr als 10 verschiedene Vitamine. In nur 100 Gramm Spargel (weiss, gegart) stecken u. a.:

  • 518 µg Beta-Carotin (30 Prozent der RDA=empfohlene Tagesdosis): Wird auch als Provitamin A definiert, da es im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden kann, das wiederum für den Sehvorgang und den Stoffwechsel essenziell ist.
  • 48 µg Vitamin B9/Folsäure (12 Prozent der RDA): Ist beteiligt an der Produktion von Glückshormonen wie Dopamin und sehr wichtig für das ungeborene Kind (Prävention Spina bifida/offener Rücken).
  • 45 µg Vitamin K (65 Prozent der RDA): Ist wichtig für die Blutgerinnung, den Knochenstoffwechsel und ein gesundes Herzkreislauf-System.
  • 10 mg Vitamin C (10 Prozent der RDA): Wirkt gegen freie Radikale, schützt vor krebserregenden Stoffen und verbessert die Eisenaufnahme.
  • 2,2 mg Vitamin E (19 Prozent der RDA): Das kraftvolle Antioxidans bremst den Alterungsprozess, schützt Herz sowie Arterien und steigert die Fruchtbarkeit.

Bedenken Sie bei diesen Werten, dass eine Portion Spargel durchaus aus 500 Gramm Spargel bestehen kann. In diesem Fall würde der Vitamingehalt pro Essen um das Fünffache höher ausfallen!

Spargel aktiviert das Liebesleben

Schon die Form des Spargels könnte so manchen einschlägigen Phantasien Nahrung liefern. Daher vermutete man lange Zeit, man habe dem Spargel allein aufgrund seiner phallusähnlichen Optik aphrodisierende Eigenschaften angedichtet. Doch die ayurvedische Medizin ist der Meinung, Spargel könne neben einer allgemeinen Steigerung der Vitalität besonders in Liebesdingen aufmunternd wirken, da das stangenförmige Gemüse die Durchblutung des Urogenitaltraktes erhöhe.

Vermutlich ist es zusätzlich der Vitalstoffgehalt im Spargel, der dessen anfeuernde Wirkung erklärt. Vitamin E aktiviert beispielsweise direkt die Produktion und Ausschüttung von Sexualhormonen. Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom profitieren wahrscheinlich genau aus diesem Grund davon, wenn der Spargel öfter in den Speiseplan mit eingebunden wird.

Die Mineralstoffe

In Bezug auf den Mineralstoffgehalt weiss der Spargel ebenfalls zu überzeugen. In 100 Gramm gegartem weissem Spargel verbergen sich u. a.:

  • 165 µg Kupfer (13,2 Prozent der RDA): Wirkt entzündungshemmend und sorgt in Bezug auf die Bänder, Knorpel, Gefässe und das Bindegewebe für eine ausreichende Elastizität.
  • 0,5 mg Eisen (4,5 Prozent der RDA): Transportiert in den roten Blutkörperchen den Sauerstoff und spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung.
  • 336 µg Zink (4 Prozent der RDA): Unterstützt die Immunabwehr, ist essenziell für die Fruchtbarkeit und das Wachstum sowie für gesunde Knochenv.
  • 47 mg Schwefel (keine RDA): Ist wichtig für den Eiweissstoffwechsel und wirkt entgiftend.

Der entwässernde Effekt

Der Spargel ist für seinen entwässernden Effekt bekannt, wofür u. a. die L-Asparaginsäure verantwortlich sein soll. Diese Aminosäure fördert die Nierentätigkeit und kurbelt die Wasserausscheidung an. In der traditionellen Heilkunde wird der Spargel deshalb gern bei Blasenentzündungen in Form einer Durchspülungstherapie und als präventive Massnahme genutzt, um die Bildung von Nierengriess zu verhindern.

Dabei ist es entscheidend, während der Behandlung auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Die harntreibenden Eigenschaften des Spargels kommen besonders gut zur Geltung, wenn er in Form von Saft bzw. wenn seine Kochbrühe getrunken wird.

Menschen mit hohen Harnsäurewerten, Nierenleiden oder eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion sollten auf grössere Spargelmengen jedoch besser verzichten bzw. ihren Arzt oder Heilpraktiker dazu befragen.

Spargel entgiftet

Spargel ist – genau wie die Avocado – ein glutathionreiches Gemüse. In 100 Gramm Spargel stecken davon rund 28 Milligramm, in derselben Menge Avocado 30 Milligramm. Glutathion zählt zu den stärksten Antioxidantien und hilft daher bei der Entgiftung von Schadstoffen und Reduzierung des oxidativen Stresspegels.

Eine Studie an der Jeju National University in Südkorea hat gezeigt, wie der Spargel Katersymptome mildert, da er die Leberzellen gegen die Gifteinwirkung des Alkohols schützt.

Weitere Studien legen überdies nahe, dass Glutathion das Krebsrisiko senkt, bestehende Krebszellen eliminiert und sogar bei Alzheimer für positive Effekte sorgen kann.

Saponine gegen Krebs und Pilzerkrankungen

Ausserdem stecken im Spargel diverse sekundäre Pflanzenstoffe. Die Saponine sind mitverantwortlich für den typischen Spargelgeschmack und zählen zu den wichtigsten bioaktiven Substanzen des Gemüses. Sie haben zahlreiche medizinische Eigenschaften und wirken z. B. stärkend, schleimtreibend und schleimlösend, entzündungshemmend, harntreibend und hormonstimulierend.

Eine Studie an der Rutgers University in New Jersey hat gezeigt, dass die im Spargel vorhandenen Saponine eindeutig Anti-Tumor-Aktivitäten aufweisen und das Wachstum menschlicher Leukämiezellen irreversibel eindämmen könnten. Und nicht nur das: Auch gegen Pilzerkrankungen wie z. B. bei einer Candida-Infektion wirken die Saponine des Spargels.

Der Saponingehalt schwankt jedoch abhängig von der Sorte und den Anbaubedingungen stark, in 100 Gramm Spargel stecken davon zwischen 46 bis 128 Milligramm. Manche Saponine schmecken stark bitter. Lange Zeit wurde Spargel deshalb mit Zucker gekocht, um die Bitterstoffe zu neutralisieren.

Dies wird aber kaum noch praktiziert, da zu bitter geratener Spargel vom Verkauf meist vorzeitig ausgeschlossen wird. Schmeckt das Gemüse dennoch bitter, ist dies u. a. darauf zurückzuführen, dass die Stangen unsachgemäss, also zu nah am sehr saponinreichen Wurzelstock gestochen wurden.

Warum „spargelt“ der Urin?

Haben auch Sie nach Spargelmahlzeiten beim Toilettengang einen beissenden Uringeruch bemerkt? Dann gehören Sie zu jenen 40 Prozent der Menschen, denen ein bestimmtes Enzym fehlt. Dieses Enzym würde andernfalls die Schwefelverbindung namens Asparagusinsäure abbauen und so den typischen Geruch verhindern.

Eine andere Variante ist, dass der Geruch zwar vorhanden ist, aber nicht wahrgenommen wird. Beide Phänomene sind laut Studien genetisch bedingt.

Sorgen müssen Sie sich jedenfalls keine machen, da dieser Geruch harmlos ist und kein Anzeichen für eine Krankheit oder eine Vergiftung darstellt. Wenn Sie beim Spargelessen viel Flüssigkeit zu sich nehmen, kann der strenge Geruch abgemildert werden. Darüber hinaus sind die Schwefelverbindungen im Spargel wertvoll für die Gesundheit, da sie z. B. den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker regulieren helfen sowie Herzkreislauferkrankungen vorbeugen.

Setzen Sie auf Regionalität!

In Deutschland, dem grössten Spargel-Erzeuger Europas, ist Spargel das am häufigsten angebaute Freilandgemüse. Rund 80 Prozent des Spargels stammen aus heimischen Anbaugebieten wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die alte Bauernregel „Kirschen rot, Spargel tot“ läutet am 24. Juni das Ende der Spargelzeit ein, damit sich die Pflanzen bis zur nächsten Saison (die frühestens Mitte März beginnt) erholen können.

Damit das Gemüse auch ausserhalb der Spargelzeit angeboten werden kann, werden 20 Prozent z. B. aus Griechenland und Spanien importiert oder sogar aus Peru eingeflogen. Peruanischer Spargel wird überaus günstig angeboten – doch zu welchem tatsächlichen Preis? Laut Experten entsteht durch den Transport mit dem Flugzeug 28-mal mehr CO2 als bei regional angebautem Spargel.

Darüber hinaus wird durch den Anbau in den trockenen Regionen Perus sehr viel Wasser verbraucht, das die Einheimischen dringend benötigen würden. Laut der Autoridad Nacional del Agua (nationale Wasserbehörde) werden im Laufe der kommenden zehn Jahre mehr als drei Viertel aller landwirtschaftlichen Nutzflächen von einer extremen Wassernot betroffen sein. Es ist also auch eine Frage der Ethik, auf regionalen Spargel zu setzen.

Bio-Spargel ist gesünder

Obgleich beim Spargel nur selten die zugelassenen Höchstmengen an Pestiziden überschritten werden, sollten Sie dennoch besser auf Biogemüse setzen. In den Jahren 2010 bis 2013 hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart 116 Spargelproben auf Rückstände von über 650 Pflanzenschutzmitteln analysiert.

Bei diesen Tests wurden zwar keine Höchstmengenüberschreitungen festgestellt, doch 56 Proben waren mit Rückständen verschiedener Wirkstoffe belastet, wovon 11 Proben Mehrfachrückstände aufwiesen. Hinzu sei gesagt, dass bei 39,5 Prozent der deutschen und bei 75 Prozent der peruanischen Spargel Pestizide nachgewiesen wurden.

Eine koreanische Studie hat überdies im Jahr 2018 gezeigt, dass Bio-Spargel mehr bioaktive Substanzen enthält als das konventionell angebaute Gemüse.

Neben dem Einsatz von Pestiziden sind die Mulchfolien ein weiteres Problem beim Spargelanbau, wovon leider auch Bio-Spargel nicht ausgenommen ist.

95 Prozent der Spargelbauern nutzen Kunststofffolien

Laut einem im April 2018 erschienen Bericht der Stiftung Warentest nutzen in Deutschland inzwischen ganze 95 Prozent der Spargelbauern Mulchfolien, um die Erträge zu steigern. Dabei werden pro Hektar durchschnittlich sieben laufende Kilometer Folie benötigt.

Klarsichtfolien bzw. Antitau- und Thermofolien sorgen für eine schnellere Erwärmung des Bodens, wodurch der Erntebeginn früher stattfinden kann. Die schwarzen Folien sollen hingegen verhindern, dass die Spargelspitzen Sonnenlicht abbekommen und sich grün oder violett verfärben, da dies –warum auch immer – als Qualitätsmangel angesehen wird. 

Umweltschützer mahnen schon seit Jahren, auf Mulchfolien zu verzichten, da diese oft aus gefährlichen Materialien wie Polyvinylchlorid (PVC) bestehen, die Weichmacher und Chlor enthalten. Bei der Produktion, Verwendung und Entsorgung von PVC werden Gifte freigesetzt und bei der Verbrennung werden krebserregende Dioxine gebildet.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer beteuert, dass die Mulchfolien bis zu zwölf Jahre verwendet und recycelt werden könnten. Ob das Recycling auch stattfindet, ist fraglich, da der Grossteil unserer Plastikabfälle einfach in andere Länder wie China verschifft wird, wo Recycling ohnehin ein Fremdwort ist.

Mulchfolien: Eine Gefahr für Insekten und Vögel

Der Naturschutzbund Brandenburg (NABU) und die Grüne Liga Brandenburg fordern eine sofortige Untersagung der Folien beim Spargelanbau. Christiane Schröder, Landesgeschäftsführerin des NABU, gab an, dass sich der Spargelanbau unter Folien verheerend auf die Insekten- und Vogelwelt auswirke. 

Im Vogelschutzgebiet Mittlere Havelniederung rund um den Beetzsee in Brandenburg seien mittlerweile 23 Vogelarten lokal ausgestorben. Dazu zählen auch streng geschützte Arten wie der Rotmilan und die Sperbergrasmücke. Dies könne darauf zurückgeführt werden, dass seit zehn Jahren Spargelfelder auf einer Fläche von 500 Hektar umfassend mit Folie bedeckt werden.

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) hat zwar schon im Juli 2016 erkannt, dass etwa ein Viertel der Spargel-Anbauflächen Brandenburgs in Europäischen Vogelschutzgebieten liegt, was bereits zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes des Gebietes geführt hat. Nichtsdestotrotz wird von staatlicher Seite aus bislang rein gar nichts unternommen, um den Einsatz von Mulchfolien zu unterbinden. 

Plastikfreier Spargel: Es gibt ihn noch!

Es gibt inzwischen zwar biologisch abbaubare Mulchfolien, die untergepflügt oder im Kompost entsorgt werden können, doch diese werden aufgrund des hohen Preises selten verwendet. Dazu kommt, dass auch sie ihren Zweck erfüllen, nämlich das Wachstum von Wildpflanzen zu unterdrücken, wodurch Insekten und in Folge auch Vögel zu Schaden kommen.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich in Ihrer Region umzuhören, welche Spargelbauern sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst sind und auf den Plastikdschungel verzichten. Geben Sie einfach in Ihre Suchmaschine "Spargel ohne Folie" ein.

Sollte sich Ihnen nicht die Gelegenheit bieten, Ihren Spargel bei plastikfreien Spargel-Erzeugern zu kaufen, ist Bio-Spargel in jedem Fall die bessere Alternative. Hierbei kommen nämlich vergleichsweise oft biologisch abbaubare Folien zum Einsatz. Auf PVC-Folien wird in der Regel nicht zurückgegriffen, so sind diese etwa bei Demeter-Spargelbauern grundsätzlich verboten.

Frischetest und Lagerung

Kaufen Sie Spargel am besten direkt beim Erzeuger, da das Gemüse nie später als ein bis drei Tage nach der Ernte zubereitet werden sollte. Nur dann kann es seine Wirkung voll entfalten. Achten Sie beim Kauf von weissem und violettem Spargel darauf, dass die Köpfchen fest geschlossen sind, bei grünem Spargel sind diese durch die Lichteinwirkung schon leicht geöffnet.

Zudem sollten die Stangen prall sowie glänzend und die Schnittenden saftig sein. Frischer Spargel quietscht, wenn Sie die Stangen aneinander reiben und verströmt einen aromatischen Geruch, wenn Sie die Stange an der Schnittstelle zusammendrücken.

Sie können frischen Spargel für maximal drei Tage im Gemüsefach Ihres Kühlschranks aufbewahren, am besten eingeschlagen in einem feuchten Tuch. Überdies ist es möglich, das Gemüse roh und geschält einzufrieren und dann bei Bedarf in noch gefrorenem Zustand zu verarbeiten.

Ausserhalb der Spargelsaison wird gern auf Konserven zurückgegriffen. Diese sind zwar besser als ihr Ruf, da das Gemüse nach der Ernte gleich verarbeitet wird, dennoch sind in Bezug auf hitzeempfindliche und wasserlösliche Nährstoffe wie z. B. Vitamin C Verluste zu verzeichnen.

Dazu kommt, dass den Konserven oft Zucker zugesetzt wird und sie Zusatzstoffe wie Zinn(II)-chlorid enthalten können, das bei häufigem Verzehr zu Magenreizungen führen kann. Achten Sie bei Konserven also unbedingt auf eine gute Bio-Qualität oder setzen Sie – am besten – auf frischen Spargel!

Die Vor- und Zubereitung

Weisse und violette Spargelstangen werden mit einem Spar- oder Spargelschäler von 1 bis 2 Zentimetern unterhalb des Köpfchens bis zum Schnittende hin geschält. Bei grünem Spargel reicht es aus, das untere Drittel von der Schale zu befreien. Schneiden Sie eventuell holzige Enden mit einem Küchenmesser grosszügig ab.

Bei der Zubereitung sollten Sie unbedingt beherzigen, dass Spargel weder zu lange noch in zu viel Wasser gekocht werden sollten. Weisser und violetter Spargel wird – je nach Dicke – 10 bis 15 Minuten und grüner Spargel nur etwa 5 bis 8 Minuten gedünstet, im Dampfgarer zubereitet oder nur kurz in der Pfanne angeröstet. Wenn Sie mit einem Küchenmesser oder einer Gabel in ein Spargelende einstechen, sollte es zwar weich sein, aber noch ein wenig Widerstand bieten.

Der Spargel ist ein Genie in der Küche

Spargel kann roh oder schonend gegart, warm oder kalt, püriert oder in Stangenform in einer unendlichen Vielfalt serviert werden. Ob in einem bunten Salat, einem cremigen Süppchen oder in Kombination mit Pellkartoffeln und Bärlauchpesto: Spargel macht immer eine gute Figur.

Das leckere Gemüse passt aber auch wunderbar in Eintöpfe, Gemüsepfannen sowie Currys und macht Risotto, Pizza und Pasta zu schmackhaften Delikatessen. Ein besonderer Hingucker ist, wenn Sie weissen, grünen und violetten Spargel miteinander kombinieren.

Beim Würzen sollten Sie darauf achten, nicht zu intensiv schmeckende Kräuter und Gewürze zu verwenden, damit das Eigenaroma des Spargels nicht untergeht. Schnittlauch, Petersilie, Curcuma und Kerbel eignen sich beispielsweise wunderbar.

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anonym schrieb am 12.05.2018

Grüß Gott alle Miteinsand in die Schweyz
Schön, Schön!
Nur, weshalb, wurde unter dem Absatz:
“Warum Spargelt der Urin“
Das Enzym dass da Angeblich Fehlen würde um die Schwefelberbindungen zu Löschen, dieses Enzym nicht näher erläutert?

Und dann noch mal hier eine andere Frage:
Ich habe gehört, dass Bleivergiftung der Auslöser der Polyneuropathie sein soll.
Können Sie das Bestätigen?

Mfg.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Wir haben in unserem Polyneuropathie-Artikel eine Schwermetallbelastung als mögliche Ursache thematisiert. Zur ganzheitlichen Therapie gehört daher immer das Abklären einer solchen Belastung und ggf. eine Ausleitung.

Zum Spargelenzym - einer Dehydrogenase - ist lediglich die engl. Bezeichnung im Umlauf: asparagusate dehydrogenase oder auch asparagusic dehydrogenase.

Ihr ZDG-Team

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