Welche Symptome hat eine Verstopfung?

Unter einer Verstopfung versteht man offiziell die unregelmässige Stuhlentleerung durch harten und zu trockenen Stuhl, die auch mit Anstrengung und Schmerzen bei der Entleerung verbunden sein kann. Auch kann ein Gefühl bestehen bleiben, dass der Darm nicht vollständig entleert wurde. Zudem kann die Verstopfung mit weiteren Symptomen wie Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Krämpfen einhergehen.

Wer ab und zu verstopft ist, z. B. im Urlaub, muss sich noch keine Sorgen machen. Anders aber sieht es bei der chronischen Verstopfung aus. Eine solche liegt vor, wenn über einen Zeitraum von insgesamt 12 Wochen innerhalb eines Jahres mindestens zwei der folgenden Merkmale auftreten:

  • harter Stuhl
  • das Gefühl einer unvollständigen Entleerung
  • das Gefühl einer Darmverengung
  • Anstrengung bei der Stuhlentleerung
  • weniger als dreimal Stuhlgang pro Woche

Welche Folgen kann eine chronische Verstopfung haben?

Aus Sicht der Naturheilkunde sollte man täglich mindestens einmal Stuhlgang haben. Alles andere gilt bereits als Verstopfung, was viele jedoch nicht wahrhaben wollen und ihre schleppende Verdauung jahrelang ignorieren. Eine chronische Verstopfung kann langfristig jedoch auch unangenehme Folgen haben:

Hämorrhoiden und/oder Analfissuren (Schleimhauteinrisse am After)

Hämorrhoiden können durch starkes Pressen beim Stuhlgang verursacht werden. Analfissuren entstehen, wenn harter Stuhl den Schliessmuskel überdehnt. Dadurch kann es auch zu Blut im Stuhl kommen. Beides sind lästige und teilweise äusserst schmerzhafte Beschwerden, denen man besser mit entsprechenden Massnahmen vorbeugt.

Rektalprolaps (Darmvorfall)

Durch das starke Pressen beim Stuhlgang kann ein Teil des Mastdarms durch den After nach aussen gedrückt werden. Oft gleitet er von selbst wieder zurück oder kann mit dem Finger zurückgedrückt werden. In schwereren Fällen kann eine Operation notwendig werden.

Divertikulitis

Eine relativ häufige Folge einer chronischen Verstopfung ist die so genannte Divertikulitis. In der Schleimhaut des Enddarms bilden sich bei vielen Menschen Ausstülpungen (Divertikel). Wenn nun infolge einer Verstopfung Stuhl in diese Schleimhautsäckchen gedrückt wird, dann kann dieser dort zu Entzündungen führen – eine Divertikulitis entsteht. Die Divertikulitis geht mit Übelkeit, Schmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit einher.

  • Weitere Informationen zu Divertikeln und was man aus naturheilkundlicher Sicht dagegen tun kann, lesen Sie hier: Divertikel: Was tun?

Wie entsteht eine Verstopfung?

Eine Verstopfung entsteht dann, wenn der Stuhl sich zu langsam durch den Darm bewegt und zu viel Wasser absorbiert wird. Dadurch wird der Stuhl hart und trocken, was zu einer erschwerten Ausscheidung führt.

Wie viele Menschen leiden an Verstopfung?

In den westlichen Industrieländern zählt die chronische Verstopfung mittlerweile zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten. In Deutschland leiden ca. 15 Millionen Erwachsene an chronischer Verstopfung, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Gelegentlich verstopft sind ein Drittel aller Deutschen.

Allerdings liegt die Dunkelziffer bei der chronischen Verstopfung sehr viel höher, da viele Betroffene wegen ihrer Verstopfung keinen Arzt aufsuchen. Auch bei Kindern treten Verstopfungen immer häufiger auf. Am häufigsten sind Menschen über 65 Jahren betroffen. 75 Prozent der älteren Menschen, die sich im Krankenhaus oder in einem Seniorenheim befinden, nehmen regelmässig Abführmittel.

Was sind die Ursachen einer Verstopfung?

Eine Verstopfung kann entweder akut oder chronisch sein. Die Symptome einer akuten Verstopfung beginnen im Allgemeinen plötzlich und sind von kurzer Dauer. Die häufigsten Ursachen einer akuten Verstopfung sind die folgenden:

  • Bewegungsmangel
  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Manche Krankheiten können mit Verstopfung einhergehen, z. B. Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Darmkrebs oder das Reizdarmsyndrom
  • Wassermangel
  • Stress
  • Häufige Unterdrückung des Stuhldrangs (z. B. weil man gerade unterwegs ist oder aus anderen Gründen keine Zeit hat oder sich keine nehmen will)
  • Reisen
  • Bettlägerigkeit bei Krankheit oder nach einer Operation
  • Medikamente (mit Nebenwirkung Verstopfung)
  • Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren oder Schwangerschaft

Was kann man gegen Verstopfung tun?

Aus den oben aufgeführten möglichen Ursachen einer Verstopfung ergeben sich sodann auch die erforderlichen Massnahmen, die man umsetzen kann, um das Problem im wahrsten Sinne des Wortes zu lösen. Bei einer Verstopfung können Sie daher folgendes tun:

Bewegen Sie sich! Treiben Sie Sport!

Regelmässige Bewegung fördert die Verdauung, aktiviert ausserdem die Darmbewegung und verkürzt so die Aufenthaltsdauer des Speisebreis im Verdauungstrakt. Je aktiver Sie sind, umso weniger wahrscheinlich ist eine Verstopfung.

Essen Sie ballaststoffreich!

Die häufigste Ursache für eine Verstopfung sind Bewegungsmangel gemeinsam mit einer ballaststoffarmen Ernährung. Verarbeitete Nahrungsmittel (Backwaren aus Weissmehlen, Süssigkeiten, Wurst, Milchprodukte) sind nicht nur ballaststoffarm. Sie haben ausserdem einen hohen Gehalt an Fett, Salz und Zucker, die den Verdauungsprozess verlangsamen können. Dadurch wird zu viel Flüssigkeit aus dem Stuhl absorbiert und eine Verstopfung entsteht.

Ballaststoffe (aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten) binden Wasser im Verdauungstrakt und sorgen so für eine Erhöhung des Stuhlvolumens. Auf die Darmwände wird dadurch Druck ausgeübt und der Stuhlgang wird angeregt.

Spezielle Ballaststoffe können auch in Form von Nahrungsergänzungen eingenommen werden, z. B. Flohsamenschalen, Gerstengraspulver, Baobabpulver, Kokosmehl, Haferkleie, Inulinpulver etc.

Wie Sie sich gesund und ballaststoffreich ernähren können, zeigen Ihnen beispielsweise diese beiden Ernährungspläne: Ernährungsplan 1 und Ernährungsplan 2. Wie Sie am zweiten Ernährungsplan sehen, würde sich dadurch nicht nur Ihre Verstopfung, sondern auch eine mögliche Arthrose bessern.

Überprüfen Sie, ob Sie Medikamente nehmen, die eine Verstopfung verursachen können

Falls Sie regelmässig Medikamente nehmen oder in letzter Zeit bekommen haben (z. B. Narkose), überprüfen Sie bei Verstopfung immer auch, ob eine Verlangsamung der Darmtätigkeit nicht gar zu den Nebenwirkungen dieser Medikamente gehören könnte. Wenn ja, könnten Sie mit Ihrem Arzt über alternative Medikamente sprechen, die Sie u. U. besser vertragen. Zu den verstopfenden Medikamenten zählen u. a.:

  • Schmerzmittel (Opiate)
  • Narkosemittel
  • Blutdrucksenker
  • Antazida (Säureblocker)
  • Beruhigungsmittel
  • Antihistaminika (z.B. gegen Allergien)
  • Hustenmittel
  • Antidepressiva
  • Eisenpräparate
  • Diuretika ("Wassertabletten")
  • krampflösende Mittel
  • Chemotherapeutika
  • häufiger Gebrauch von Abführmitteln

Trinken Sie mehr Wasser!

Wenn nicht ausreichend stilles Wasser getrunken wird, versucht der Körper, die erforderliche Flüssigkeitsmenge im Blut aufrecht zu erhalten, indem er das benötigte Wasser aus dem Stuhl entfernt. Dadurch wird der Stuhl hart und trocken – mit der Folge einer Verstopfung.

Wasser hingegen ist in der Lage, das Stuhlvolumen zu erhöhen, so dass der Stuhl leichter durch das Verdauungssystem transportiert und problemlos ausgeschieden werden kann. Koffeinhaltige Getränke sowie Alkohol eignen sich nicht als Wasserersatz. Sie können dehydrierend auf den Körper wirken und auf diese Weise eine Verstopfung begünstigen.

Unterdrücken Sie nie den Stuhldrang!

Oftmals wird der Stuhldrang unterdrückt, da man beispielsweise öffentliche Toiletten nicht benutzen möchte oder weil der Zeitpunkt gerade ungünstig erscheint. Unterdrückt man wiederholt den Stuhlgang, kann das zu einer Unempfindlichkeit des Darmes führen. Mit der Zeit merkt man den Stuhldrang nicht mehr und eine chronische Verstopfung ist die Folge.

Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und geben Sie dem Stuhldrang rechtzeitig nach. Nehmen Sie sich ausserdem Zeit für einen ungestörten Toilettengang. Stressen Sie Ihren Körper nicht.

Vermeiden Sie Stress!

Manche Menschen reagieren auf psychische Belastungen wie Umgebungswechsel oder unbefriedigender Arbeits- oder Familienverhältnisse mit Durchfall, andere mit Verstopfung. Achten Sie trotz stressiger Lebenssituation auf ein gutes Stressmanagement, damit der Stress keine Macht über Sie bekommt – und womöglich eine Verstopfung auslöst.

Halten Sie feste Essenszeiten ein!

Regelmässig eingenommene Mahlzeiten fördern die normale Verdauungstätigkeit und können dabei helfen, eine Verstopfung zu verhindern.

Hausmittel bei Verstopfung

Wenn all das nicht hilft und Sie nachhelfen müssen, dann können Sie entweder zu bewährten verdauungsfördernden Hausmitteln greifen, die eine Verstopfung meist nach etwa 24 bis 48 Stunden beheben können oder auch zu einem natürlichen Abführmittel, wobei hier die Grenze oft fliessend ist, da manch ein Hausmittel gleichzeitig auch abführend wirkt und viele natürlichen Abführmittel in Ihrer Hausapotheke stehen werden, da es sich um bekannte Hausmittel bzw. teilweise auch Lebensmittel handelt. Die besten Hausmittel, die eine Verstopfung beheben können, finden Sie hier: Hausmittel bei Verstopfung

Natürliche Abführmittel, die bei einer Verstopfung helfen können

Natürliche Abführmittel stellen wir hier vor: Natürliche Abführmittel. Dort erfahren Sie nicht nur, welche natürlichen Abführmitteln es gibt – vom Einlauf über Rizinusöl, Glaubersalz udn Magnesiumcitrat bis hin zu Sennesblättern, Faulbaumrinde und Xylit – sondern auch wie diese eingesetzt werden können. Ausserdem besprechen wir im Abführmittel-Artikel, für wen welches Abführmittel geeignet ist, welche Nebenwirkungen Abführmittel haben können, welches Abführmittel beim Fasten ideal ist und vieles mehr.

Ein Einlauf beendet die Verstopfung binnen 15 Minuten

Der Einlauf gehört sowohl zu den Hausmitteln gegen Verstopfung als auch zu den natürlichen Abführmitteln, denn er wirkt sehr schnell, meist schon innerhalb von 15 Minuten oder schneller.

Während viele andere Massnahmen gegen die Verstopfung eher langfristig bzw. frühestens innerhalb von 24 Stunden wirken (z. B. Pflaumen, Leinsamen), hilft ein Einlauf sofort. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Abführmittel, das bekanntlich ebenfalls sehr schnell wirkt, hat ein Einlauf – korrekt durchgeführt – keinerlei schädliche Nebenwirkungen. Im Gegenteil.

Der Einlauf fördert nicht nur binnen weniger Minuten den langersehnten Stuhlgang zutage, sondern aktiviert auch die Darmperistaltik, die ja bei einer Verstopfung an Aktivität deutlich eingebüsst hat. Gleichzeitig werden durch einen Einlauf die Darmwände gereinigt. Auch werden schädliche Bakterien und deren Bakteriengifte ausgeschieden, so dass letztere nicht mehr über die Darmschleimhaut in die Blutbahn gelangen können und infolgedessen auch nicht mehr zu Gesundheitsbeschwerden beitragen können.

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Hinweis zu Gesundheitsthemen

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.