Arnika – Eine universale Heilpflanze
Arnika (Arnica montana; auch Bergwohlverleih) mag auf den ersten Blick an Gänseblümchen erinnern. Vielmehr handelt es sich bei dem Gewächs mit dem klangvollen Namen und der hübschen gelben Blüte aber um eine der wohl nützlichsten Heilpflanzen aus den Bergregionen Europas, Sibiriens und Nordamerikas.
Schon im frühen 16. Jahrhundert war die heilsame Wirkung von Arnika bekannt. Auch heute noch baut die alternative Medizin auf ihre Heilkräfte und setzt sie vor allem als homöopathisches Schmerzmittel ein.
Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Präparaten, die oftmals nur ein bestimmtes Leiden beheben können, reicht das Anwendungsspektrum dieser Heilpflanze von Muskel-, Rücken- und Gelenkschmerzen, über Blutergüsse, Schwellungen und Hämorrhoiden bis zur nervlichen Beruhigung in emotionalen Stresssituationen, was Arnika zur idealen Besetzung im Ersten-Hilfe-Kasten macht.
Homöopathisches Erste-Hilfe-Mittel
Für naturheilkundliche Zwecke werden die frischen oder getrockneten Blütenköpfe der Pflanze verwendet.
Die homöopathischen Mittel gibt es für die äußerliche und für die innerliche Anwendung.
Äußerlich wendet man Salben, Cremes, Gel, Öl oder Tinktur an. Diese werden auf die Haut aufgetragen (d.h. topisch) und können sowohl Muskelkater und Gelenkschmerzen lindern als auch Entzündungen, Blutergüsse und Schwellungen abklingen lassen und entsprechend zur Wundheilung beitragen.
Selbst bei Verstauchungen, Knochenbrüchen und Quetschungen erweist sich die Pflanze als schmerzlindernde erste Hilfe. Bei allgemeinen, stärkeren Schmerzen haben Arnika-Kügelchen, die man unter der Zunge zergehen lässt, eine effektivere Wirkung.
In dieser niedrigen Dosierung ist die Pflanze sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt für Kinder, Erwachsene, Schwangere und ältere Menschen unbedenklich.
Blutergüsse effektiv behandeln
Jeder kennt es: Eine Möbelkante stellt sich einem schmerzhaft in den Weg, die schwere Einkaufstasche fällt ausgerechnet auf den kleinen Zeh und in einem zu niedrigen Eingang stoßen wir uns den Kopf.
Spätestens am nächsten Tag hat sich aus dem Versehen eine fiese blaue und empfindliche Stelle entwickelt. Diese Blutergüsse sind das Resultat von zerstörten Blutgefäßen, die infolge der Verletzung aufbrechen und in das umgebende Gewebe eindringen.
Zwar ist der Körper darum bemüht, die verletzte Stelle schnellstmöglich zu heilen, was meist innerhalb von zwei bis drei Wochen passiert. Manchmal gestaltet sich die Heilung jedoch komplizierter, nämlich wenn der Körper die betroffene Region gegenüber neuen Zellen abgrenzt.
In diesem Fall kommt es durch die Blutkonzentration im verletzten Gewebe zu Schwellungen. Liegen zudem Calcium-Ablagerungen vor, kann sich das Gewebe verhärten (Myositis ossificans).
Die natürlichen Wirkstoffe der Arnika beschleunigen die Heilung bei Prellungen oder lassen Blutergüsse erst gar nicht entstehen (3), denn homöopathisch angewendet soll die Pflanze den Blutstrom umgehen. Während die enthaltenen Flavonoide ße Durchlässigkeit der Blutgefässe stoppen, unterstützen die Polysaccharide die Helferzellen bei ihren "Aufräumarbeiten" im Gewebe.
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Arthritis-Beschwerden lindern
Viele Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthritis interessieren sich für alternative Therapien, um sich nicht von synthetischen Schmerzmitteln abhängig zu machen, die langfristig die Organe belasten.
Studien zufolge ist Arnika-Gel, das direkt auf die betroffenen Körperregionen aufgetragen wird, ein vielversprechendes entzündungshemmendes Naturheilmittel gegen Gelenkschmerzen und Steifheit (4).
Veröffentlichungen des Fachmagazins Arthritis Today der amerikanischen Arthritis-Stiftung zufolge soll die Pflanze bzw. Produkte daraus Entzündungen reduzieren, (6) Schmerzen lindern und das Immunsystem stärken.
Auch Forschungen an der University of Maryland kamen zu dem Ergebnis, dass die homöopathisch dosierte Pflanze entzündungsbedingte, rheumatische Schmerzen behandeln kann, wie sie für diverse Formen von Arthritis typisch sind.
Für die entzündungshemmenden Eigenschaften wird hauptsächlich der Bestandteil Thymol verantwortlich gemacht, ein Wirkstoff aus der Gruppe der ätherischen Öle.
Studien mit Probanden, die unter arthritischen Beschwerden in den Händen und in den Knien litten, bestätigten die positive Wirkung eines entsprechenden Extraktes. Im Laufe der drei- bis sechswöchigen Therapien mit Arnika-Gel ließen nicht nur die Schmerzen erheblich nach (1) auch die Beweglichkeit der Gelenke verbesserte sich.
Die Effektivität wurde sogar mit Ibuprofen-Gel gleichgesetzt, einem synthetischen Schmerzmittel, welches Arthritis-Patienten üblicherweise verschrieben wird.
Zwar sind keine Wechselwirkungen zwischen den pflanzlichen Produkten und konventionellen Arthritis-Medikamenten bekannt, dennoch raten Wissenschafter hinsichtlich einer langfristigen Anwendung des pflanzlichen Gels zur Vorsicht (2).
Arnika – Nur zur kurzfristigen Behandlung
Obgleich die Fachleute des medizinischen Zentrums der University of Maryland die Vorteile der Pflanze gegenüber chemischen Schmerzmitteln hervorheben, warnen sie zugleich vor einer dauerhaften Verwendung des daraus hergestellten Gels.
Langfristig könne auch dieses natürliche Therapeutikum Nebenwirkungen wie Hautirritationen, Ekzeme, Blasenbildung oder allergische Reaktionen hervorrufen. Um Infektionen zu vermeiden, sollten Arnika-Präparate außerdem keinesfalls auf offene Wunden aufgetragen werden (5).
Auch vor dem Verzehr der Pflanze wird dringend abgeraten, da die Wirkstoffe in ihrer natürlich vorliegenden Form viel zu konzentriert wären und zu ernsthaften Komplikationen führen können (z.B. Herzklopfen, Lähmung, Fehlgeburt).
Verwenden Sie deshalb ausschließlich die homöopathischen Produkte und lassen Sie sich hinsichtlich der richtigen Dosierung von Kompressen, Packungen und Bädern bestenfalls von einem fachkundigen Homöopathen beraten.