Blutdruck-Medikamente fördern Brustkrebs
Blutdruck-Medikamente stehen in Verdacht, bei Frauen die Bildung von Brustkrebs zu fördern bzw. das Risiko eines Brustkrebs-Rückfalls zu erhöhen.
Veröffentlichung am 18.05.2011 um 09:56 Uhr / Aktualisierung am 16.04.2012 um 12:32 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - US-amerikanische Forscher entdeckten bei einer Studie, dass Frauen, die in der Vergangenheit mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert waren und dann später aufgrund von Bluthochdruck oder Herzproblemen ACE-Hemmer und/oder Beta-Blocker einnehmen mussten, ihr Risiko, einen Brustkrebs-Rückfall zu erleiden, durch diese Medikamente möglicherweise erhöhten - was wieder einmal beweist, dass die mannigfaltigen Auswirkungen von Medikamenten auf den menschlichen Organismus nicht annähernd bekannt sind.
Blutdruck-Medikamente fördern die Bildung von BrustkrebsDer menschliche Körper besteht nicht aus Einzelteilen, die unabhängig von einander funktionieren. Alle Zellen stehen miteinander in Verbindung, kommunizieren und tauschen sich über Neuigkeiten aus. Trifft eine Kopfschmerztablette ein, dann erfährt davon sicher nicht nur der Kopf - so wie wir das vielleicht gerne hätten - sondern der gesamte Organismus. Auf der Kopfschmerztablette steht also keine - für den Körper leserliche - Adresse (wie z. B. "rechte Schläfe"), so dass auch kein Mensch, pardon, keine Zelle und kein Organ weiß, was mit dem eintreffenden Fremdstoff überhaupt geschehen soll.
Der Wirkstoff, der Kopfschmerz bekämpfen soll, wirkt folglich nicht nur im Kopf, sondern im ganzen Körper. Zwar betäubt er nebenbei tatsächlich die Schmerzen - und deshalb glaubt der betreffende Mensch auch, die Tablette wirke ganz konkret da, wo es zuvor schmerzte. Doch tut sie das eben nur nebenbei. Gleichzeitig löst sie noch viele andere Prozesse und Reaktionen im Körper aus - mit dem Unterschied, dass deren Auswirkung oft nicht unmittelbar (wie die schmerzlindernde Wirkung) verspürt wird, sondern unter Umständen (und vor allem bei einer regelmäßigen Einnahme des betreffenden Medikaments) erst in einigen Wochen, Monaten oder Jahren.
Ein Medikament mag also von seinem Erfinder nur für ein spezielles Organ oder Problem bestimmt sein, wirken aber tut es auch auf viele andere Körperfunktionen, auf andere Organe, Zellen, Kreisläufe und insbesondere auf das Immunsystem. Folglich wirken auch Medikamente gegen Bluthochdruck nicht nur gezielt gegen Bluthochdruck. Sie senken zwar den Blutdruck, beeinflussen nebenher jedoch noch viele andere Körperfunktionen.
Auf Dauer kann das früher oder später zu Problemen führen. Da diese aber nicht unmittelbar nach der Einnahme der Medikamente auftreten, fällt es nicht leicht, hier Zusammenhänge herzustellen. Immer wieder jedoch widmen sich Forscher dieser Problematik und entdecken bei offiziell als harmlos oder nebenwirkungsarm betitelten Medikamenten plötzlich langfristige Nebenwirkungen, die alles andere als harmlos sind.
Forscher am Jonsson Comprehensive Cancer Center der UCLA (University of California, Los Angeles) beispielsweise untersuchten kürzlich, inwiefern Medikamente gegen Bluthochdruck (Beta-Blocker und ACE-Hemmer) die Bildung von Brustkrebs beeinflussen könnten. Die Ergebnisse ihrer Studie wurde in der Zeitschrift Breast Cancer Research and Treatment veröffentlicht.
Der Blutdruck kann durch körpereigene Stoffe (Adrenalin), die an die sog. Beta-Rezeptoren am Herzen (und an der Niere) andocken, erhöht werden. Um zu verhindern, dass diese Blutdruck erhöhenden Stoffe sich an die Beta-Rezeptoren heften, werden Beta-Blocker eingesetzt. Sie besetzen die Beta-Rezeptoren. Der Herzschlag wird langsamer und der Blutdruck sinkt. Leider gibt es nicht nur am Herzen Beta-Rezeptoren, sondern auch an anderen Organen. Daher leiden manche Beta-Blocker-Patienten an Schwindel, Müdigkeit, kalten Händen und Füßen und gelegentlich auch an depressiven Verstimmungen. Weitere bekannte Nebenwirkungen von Beta-Blockern sind zu langsamer Puls, Herzinsuffizienz (obwohl Herzinsuffizienz eine der Indikationen für Beta-Blocker ist), Asthmaanfälle, Gedächtnisstörungen, Erektionsstörungen und Durchblutungsstörungen.
Sie blockieren die Wirkung eines körpereigenen Proteins namens ACE (Angiotensin-konvertierendes Enzym). ACE wiederum ist für die Bildung des Hormons Angiotensin-II (AT-II) zuständig. AT-II verengt Blutgefäße und erhöht auf diese Weise den Blutdruck. Wird nun ACE blockiert, kann es weniger AT-II bilden. Eine geringere AT-II-Konzentration führt folglich dazu, dass die Blutgefäße erweitert bleiben und der Blutdruck sinkt. ACE-Hemmer gelten als allgemein gut verträglich. Als Nebenwirkung könne Hustenreiz auftreten, was aber vollkommen harmlos sei.
Dr. Patricia Ganz, Direktorin für Krebsvorsorge und -kontrolle am Jonsson Cancer Center und Hauptautorin der Studie, benutzte als Basis für ihre Forschungen Daten der Studie Life After Cancer Epidemiology (LACE), an der Patientinnen teilgenommen hatten, die eine Brustkrebserkrankung hinter sich hatten bzw. sich im Frühstadium der Krankheit befanden. Zwar fordert Dr. Ganz weitere Studien, um ihre Erkenntnisse zu bestätigen, doch ist bereits die von ihr entdeckte negative Wirkung der ACE-Hemmer in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines Brustkrebs-Rückfalls ein wichtiger Grund, der - besonders bei Personen mit ernsthaften Erkrankungen - zur äußersten Sorgfalt bei der Verordnung und Einnahme von Medikamenten führen sollte.
Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Verordnung von Medikamenten gegen chronische Gesundheitsprobleme bei Patientinnen mit Brustkrebs nur sehr bewusst und mit Bedacht vorgenommen werden darf,
sagte Dr. Ganz in einer Presseerklärung. Die internationale Expertin in den Bereichen "Krebs besiegen" und "Lebensqualität nach einer Krebserkrankung" betont:
Gewisse Medikamente, die wir als sehr hilfreich in der Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen und Bluthochdruck schätzen, können sich äußerst nachteilig auf die Gesundheit von (einstigen) Brustkrebs-Patientinnen auswirken.
Eigentlich wollte Dr. Ganz in ihrer Studie nachweisen, dass Bluthochdruck-Medikamente das Risiko für das Wiederauftreten von Brustkrebs verringern könnten. Dann entdeckte sie, dass das Gegenteil der Fall war. An der Studie nahmen 1.779 Frauen teil, die irgendwann einmal in ihrem Leben an Brustkrebs erkrankt waren. Bei 292 von ihnen trat erneut Brustkrebs auf.
Dr. Ganz fand heraus, dass 23 Prozent aller Frauen, die an der Studie teilgenommen hatten, entweder einen Beta-Blocker oder einen ACE-Hemmer eingenommen hatten. Diese Frauen waren im Allgemeinen älter, befanden sich jenseits der Wechseljahre und hatten gesundheitliche Probleme wie zum Beispiel Übergewicht, Diabetes oder eben Bluthochdruck.
Von den 23 Prozent zeigten jene Frauen, die ACE-Hemmer einnahmen, ein signifikant erhöhtes Risiko, erneut an Brustkrebs zu erkranken. Frauen jedoch, die Beta-Blocker einnahmen, hatten ein geringeres Risiko für einen Rückfall. Die Frauen, die sowohl Beta-Blocker als auch ACE-Hemmer einnahmen, hatten ein mittleres Risiko für einen Rückfall. Folglich kann nicht nur der Lebensstil an sich, sondern auch eine Belastung durch Medikamente - die völlig unabhängig von der Krebserkrankung eingenommen werden - den Ausgang von Brustkrebs beeinflussen.
ACE-Hemmer und Beta-Blocker haben offenbar in der Mikroumgebung von Brustkrebs eine noch unbekannte Wirkungsweise. Bekannt ist, dass chronischer Stress wie "Dünger" für das Fortschreiten von Brustkrebs wirkt. Stress fördert Entzündungsprozesse. Entzündungsprozesse wiederum erhöhen signifikant - zumindest bei Versuchstieren - die Ausbreitung von Krebs. Nun kann aber nicht nur Stress Entzündungen fördern. Auch verschiedene Medikamente, wie z. B. ACE-Hemmer und Beta-Blocker - können den Körper und seine unterschiedlichen Entzündungswege beeinflussen.
Vor einer Medikamenteneinnahme sollte grundsätzlich über andere Methoden der Beschwerdenlinderung nachgedacht werden. So ist beispielsweise bei Bluthochdruck bekannt, dass in vielen Fällen bereits eine gesunde Lebensweise mit einer naturbelassenen basischen Ernährung zu hervorragenden Ergebnissen führen kann.
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Knoblauch ist ein richtiges Kraftpaket. Es ist in der Lage, unerwünschte "Besucher" aus dem Körper zu vertreiben und somit Krankheiten vorzubeugen. Knoblauch findet seit Jahrhunderten sowohl für kulinarische, als auch für medizinische Zwecke Verwendung.
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