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Fragwürdige Studien zu Calcium

Calcium kann Herzinfarkte begünstigen - so die Schlagzeilen im Mainstream. Studien hatten gezeigt, dass die Einnahme von Calcium mit einem höheren Risiko für Herzinfarkte und Gefäßablagerungen verbunden war. Dies stimmt zwar, aber nur dann, wenn Calcium nicht auf die richtige Weise eingenommen wird. Wir erklären, worauf Sie bei der Einnahme von Calciumpräparaten achten sollten, um den bestmöglichen Nutzen daraus zu ziehen.

Stand: 19 Oktober 2026

Calcium und das Risiko für Herzinfarkt

Eine im Fachmagazin British Journal of Medicine veröffentlichte Studie ergab, dass Menschen, die Calcium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen, mit einem um 27 Prozent höheren Herzinfarktrisiko rechnen müssten.

Die Welt berichtete darüber am 9.9.2010 (3). Und am 27.12.13 (2) berichtete die Welt über eine weitere Studie, die Anfang 2013 im selben Fachjournal publiziert wurde. Darin hatten schwedische Wissenschaftler verkündet, dass eine hohe Calciumaufnahme bei Frauen das Todesrisiko erhöhe – und zwar nicht nur infolge von Herzproblemen.

Auch das Sterberisiko aufgrund anderer Krankheiten stieg, nur nicht das Schlaganfallrisiko.

Dr. Steven Joyal, M.D., Präsident für wissenschaftliche und medizinische Fragen an der Life Extension Foundation überprüfte daraufhin die erstgenannte Studie und stellte fest, dass die Studie mangelhaft durchgeführt und ihre Ergebnisse irreführend waren. Auch waren vier der beteiligten Wissenschaftler nebenbei auch für pharmazeutische Unternehmen tätig.

Calcium kann Herzattacken vorbeugen

Dr. Joyal erklärte, Calcium sei ein lebenswichtiger Nährstoff, der Herzattacken vorbeugen könne und sie sicher nicht grundsätzlich begünstige. Jedoch müsse Calcium – um positiv auf die (Herz-)Gesundheit wirken zu können – immer gemeinsam mit ausreichend Magnesium, Vitamin D und Vitamin K im Organismus eintreffen.

Kombinationspräparate besser als reine Calciumpräparate

Laut Dr. Joyals Analyse werteten die Wissenschaftler nur solche Studien aus, in denen die Teilnehmer ausschließlich reine Calciumpräparate eingenommen hatten. Studien, in denen die Teilnehmer Calcium zusammen mit Vitamin D und Magnesium genommen hatten (wie das bei vielen Kombinationspräparaten der Fall ist), wurden von der Untersuchung ausgeschlossen – was aber bei der Veröffentlichung der Studienergebnisse nicht explizit erwähnt wurde.

Menschen, die hochwertige Kombipräparate einnehmen und nicht wissen, dass sich die Studienergebnisse nur auf solche Studienteilnehmer beziehen, die reine Calciumpräparate einnahmen, könnten leicht von einer weiteren Einnahme ihrer wichtigen Nahrungsergänzungsmittel abgeschreckt werden und erst dadurch Opfer einer Calciummangelkrankheit wie Osteoporose oder eben auch Herzinfarkt werden.

Hinweis: Wenn die Nahrung bereits ausreichend Calcium enthält, müssen keine Calciumpräparate eingenommen werden!

Steigt das Herzinfarktrisiko durch Vitamin-D-Mangel?

Die meisten Studienteilnehmer, die reines Calcium einnahmen, litten an einem Vitamin-D-Mangel. Ein solcher aber kann nun – laut Dr. Joyal – tatsächlich das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöhen. Möglicherweise war daher der Vitamin-D-Mangel am erhöhten Risiko ebenfalls beteiligt.

Auch wurde früher selten Vitamin K2 verordnet, wenn jemand Calcium einnahm. Heute weiß man, dass Vitamin K2 für den Calciumhaushalt, Knochenstoffwechsel und die Herz-Kreislauf-Gesundheit enorm wichtig ist. Das Vitamin ist an der Verteilung von Calcium im Organismus beteiligt sein. Fehlt es, dringt Calcium in die Blutgefäßwände ein und lagert sich dort ein.

Ist der Organismus jedoch ausreichend mit Vitamin K versorgt, kann Calcium in die Knochen transportiert werden und zeigt weniger Affinität zu den Blutgefäßwänden (4).

Positive Calcium-Studien wurden nicht berücksichtigt

Dr. Joyal betonte, dass die Autoren der Studie viele Untersuchungen, die einen direkten Zusammenhang zwischen Calciumeinnahme und dem deutlich geringeren Risiko für Herzkreislauferkrankungen aufzeigten, völlig ignoriert hätten (1).

So gäbe es viele Studien, die nachweisen konnten, dass Calcium sowohl den Blutdruck als auch den Cholesterinspiegel senke und ausserdem zur Reduzierung des Körpergewichts beitrage, wobei es sich in allen drei Fällen um die bekanntesten Risikofaktoren für Herzinfarkt und auch Schlaganfall handle und alle drei könnten durch die Einnahme von Calcium ihren Schrecken verlieren.

Selbst wenn nur Calcium eingenommen werde, so Dr. Joyal, erweise sich die Substanz – wenn über eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise der Magnesium-, Vitamin-D- und Vitamin-K-Bedarf gedeckt werde – als äusserst segensreich für die Gesundheit des Herzens.

Calcium immer gemeinsam mit Magnesium

Da reine Calciumpräparate den Mineralienhaushalt im Körper aus dem Gleichgewicht bringen können, ersetze man sie einfach mit Kombipräparaten aus hochwertigem, leicht aufnehmbarem Calcium und Magnesium (im Verhältnis 2:1).

Gerade Magnesium ist für die Herzgesundheit nämlich ausschlaggebend, so dass durchaus sein könnte, dass jene Menschen, die in besagten Studien aufgrund zu hoher Calciumaufnahmen ein erhöhtes Sterberisiko zeigten, einfach zu wenig Magnesium zu sich genommen hatten. In dem nachfolgenden Link haben wir beschrieben, wie Sie Calcium richtig einnehmen.

Bekanntlich sind ausgerechnet Milchprodukte, die ja viele Menschen gerne zur Calciumversorgung nehmen, sehr arm an Magnesium. Zusätzlich werden die besonders magnesiumreichen Lebensmittel ( grüne Salate, Ölsaaten, Nüsse, Mandeln, Trockenfrüchte) eher selten gegessen, so dass ein Magnesiummangel gang und gäbe ist.

Es ist also wichtig, nicht immer nur an Calcium zu denken, sondern daran, Calcium und Magnesium gemeinsam und zusätzlich im richtigen Verhältnis zu sich zu nehmen.

Calciumüberschuss vermeiden

Mit ganzheitlichen Calcium-Magnesium-Präparaten wie z. B. der Sango Meeres Koralle kann man ausserdem keinen Calciumüberschuss erleiden – wenn man sie in der vorgeschriebenen Dosierung einnimmt und sich überdies gleichzeitig gesund ernährt.

Ein Calciumüberschuss war jedoch das Problem der obigen zweitgenannten Studie. Die betroffenen Frauen hatten täglich 1400 mg Calcium zu sich genommen – und zwar mit der Nahrung und mit Nahrungsergänzungsmitteln zusammen.

1400 mg Calcium ist jedoch – vor allem, wenn gleichzeitig zu wenig der übrigen aufgeführten Mineralstoffe und Vitamine verspeist wird – zu viel des Guten. Wenn die 1400 mg Calcium dann auch noch in einer Dosis genommen werden, entstehen Calciumspitzen im Blut, also plötzlich sehr hohe Calciumspiegel.

Es dauert dann Stunden, bis das Calcium vom Körper wieder aus dem Blut entfernt ist. Genau diese Calciumpitzen sind es, die das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen. Denn dann lagert sich Calcium in den Blutgefäßwänden ein, weil es einfach nicht schnell genug zu den Knochen transportiert werden kann.

Jene Studienteilnehmer, die viele Jahre lang 600 bis 1000 mg Calcium pro Tag zu sich genommen hatten (wiederum über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel zusammen), waren vom erhöhten Sterberisiko nicht betroffen.

Das heisst, die mit einer gesunden Ernährung aufgenommenen Calciummengen sind für unsere Gesundheit gerade richtig!

Fazit: 3 Regeln für die Calciumeinnahme

Damit Calcium bei der Einnahme über Nahrungsergänzungen keine Probleme bereitet, halten Sie sich am besten an die folgenden 3 Regeln:

1. Nehmen Sie nie zu viel Calcium auf einmal ein (maximal 200-250 mg pro Einnahme, dies dann lieber mehrmals täglich).

2. Nehmen Sie schnelllösliche Calciumverbindungen (Calciumcitrat, -carbonat etc.) immer zu den Mahlzeiten ein (diese verlangsamen das Anfluten von Calcium im Blut).

3. Nehmen Sie immer auch Vitamin D3 und Vitamin K2 ein.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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