Chlor in Schwimmbädern


Das Chlor in Schwimmbädern bildet mit dem Schweiß, Speichel- und Urinpartikeln sämtlicher Badegäste chemische Verbindungen. Diese greifen die Lungen der Kleinkinder an und können allergische Reaktionen auslösen.

Gefahr für die Gesundheit: Chlor in Schwimmbädern

Veröffentlichung am 06.08.2010 um 09:34 Uhr / Aktualisierung am 22.09.2011 um 09:34 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Chlor in Schwimmbädern kann bei regelmäßigem Planschen die Gesundheit von kleinen Kindern gefährden.

Chlor in Schwimmbädern Das häufige planschen in Schwimmbädern kann bei Kindern Allergien und Atemwegserkrankungen hervorrufen.

Allergien und Atemwegsinfektionen bei Kindern

Kleinkinder die öfter in gechlorten Schwimmbädern planschen, sind offenbar – im Vergleich zu anderen eher wasserscheuen Kindern – einem höheren Risiko ausgesetzt, an Lungeninfektionen zu erkranken sowie lebenslanges Asthma und allergische Erkrankungen der Atemwege zu entwickeln. Dies ergab eine Studie, die von Forschern der Katholischen Universität Louvain in Brüssel, Belgien, durchgeführt wurde und im Fachblatt European Respiratory Journal veröffentlicht wurde.

„Es deutet alles darauf hin, dass die Benutzung von gechlorten Schwimmbädern eine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Es besteht das Risiko für Asthma und Allergien der Atemwege erhöhen kann, weil die Atemwege dadurch so sensibilisiert werden, dass sie nicht nur auf Allergene, sondern auch auf krankheitsauslösende Keime viel empfindlicher als gewöhnlich reagieren“, erklärte der Forscher Alfred Bernard.

Studie zeigt: Kränkere Bronchien durch gechlorte Schwimmbäder

Die Forscher führten Tests über die Gesundheit an 430 belgischen Kindergartenkindern durch und ließen deren Eltern Fragebögen über die Krankengeschichte und das Schwimmverhalten ihrer Kinder ausfüllen. Das Ergebnis war, dass 36 Prozent der Kinder, die sich vor dem Erreichen des dritten Lebensjahres in gechlorten Pools aufhielten, bereits an Lungeninfektionen wie beispielsweise an akuter Bronchiolitis erkrankt waren. Von denjenigen Kindern, die keinen Kontakt mit gechlorten Schwimmbädern hatten, lag der Prozentsatz solcher Erkrankungen bei lediglich 24 Prozent.

Die akute Bronchiolitis ist eine Virusinfektion in den Bronchiolen (das sind die kleinen Äste der Bronchien), die besonders bei Babys in den ersten zwei Lebensjahren auftreten kann, wobei nachweislich solche Kinder stärker gefährdet sind, die in Raucherfamilien leben und außerdem solche, die nicht gestillt werden. Offenbar kommt jetzt das Planschen in gechlorten Pools als weiterer Risikofaktor für Bronchiolitis dazu.

Neue Chemikalien schwächen die Kinder-Lungen

Die Wissenschaftler sind der Meinung, das Chlor im Badewasser bilde mit den Schweiß-, Speichel- und Urinpartikeln sämtlicher Badegäste eine chemische Verbindungen, welche die Lungen angreifen und schwächen können.

In den sowieso schon schwächeren und sich noch in der Entwicklung befindlichen Lungen von Kleinkindern könne dieser Sachverhalt das Risiko für Infektionen natürlich noch deutlich steigern.

Hallenbad oder Freibad?

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen andere Forscher, die Untersuchungen zum unterschiedlichen Einfluss von Hallenbädern im Vergleich zu Schwimmbädern im Freien durchführten. Dabei stellte sich heraus, dass das Infektionsrisiko für Kinder in Hallenbädern deutlich höher ist als in Freibädern. Kinder, die vor ihrem zweiten Lebensjahr mehr als 20 Stunden in gechlorten Außenbecken verbracht hatten, wiesen ein doppelt so hohes Bronchiolitis-Risiko auf als Kinder, die sich von gechlorten Pools ferngehalten hatten. Kinder aber, die regelmäßig Gast in Hallenbädern waren, waren im Vergleich zu nichtplanschenden Kindern einem 3,5 mal so hohen Infektionsrisiko ausgesetzt.

Chlorfreie Schwimmbäder braucht das Land

Schwimmen ist für Kinder zwar im Grunde eine unglaublich gesunde und fröhliche Art des Zeitvertreibs, kann aber – wenn dieser Zeitvertreib in gechlorten Schwimmbädern stattfindet – tatsächlich die Gesundheit der Kinder schädigen. Natürlich sollte jetzt niemand seinen Kindern Schwimmen und Planschen verbieten. Vielleicht gibt es einen See in Ihrer Nähe, den man den gechlorten Bädern vorziehen könnte?

Möglicherweise legen Sie auch gemeinsam mit Nachbarn einen privaten Schwimmteich an? Oder Sie wählen für Ihr Kind ein Schwimmbad, das ohne Chlor gepflegt wird. Inzwischen gibt es einige chlorfreie Pool-Pflegesysteme, die zum Beispiel auf Basis von Sauerstoff oder Ozon oder anderen harmlosen Methoden arbeiten. Falls mehrere Eltern derselben Meinung sind und ihre Kinder nur noch in chlorfreien Pools schwimmen lassen möchten, könnten Sie eventuell – der Gesundheit aller Badegäste zuliebe – sogar eine Initiative starten und die Umrüstung Ihres örtlichen Hallen- oder Freibades anregen.

Chlorfreie Freibäder gibt es z. B.

Chlorfreie Hallenbäder scheinen dagegen kaum existent zu sein. Allenfalls gibt es in den Wellnessbereichen mancher Hotels chlorfreie Bäder. Öffentliche Bäder jedoch, die ganz ohne Chlor gepflegt werden, sind uns nicht bekannt. Wir freuen uns über Mitteilungen, falls jemand ein solches ausfindig machen sollte.

Quelle


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(4)

J. Sommermann
geschrieben am: Dienstag, 25. Oktober 2011, 15:50
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Das Mineralbad Berg in Cannstatt ist ein öffentliches Bad (auch mit Hallenbecken), welches so weit ich weiß ganz ohne Chlor gepflegt wird. Auch im Mineralbad Leuze in Cannstatt gibt es zumindest ein Becken, das ungechlort ist.


Anonym
geschrieben am: Dienstag, 30. August 2011, 10:52
eMail-Adresse hinterlegt

Sehr geehrtes ZDG-Team,
ich würde gerne wissen, ob sich das Wort "chloriert" ableitet von dem Wort "Chlorid", das in den Mineralwässern aufgelistet ist. Oder steht Chlorid für einen anderen Begriff ?

Herzlichen Dank für Ihre Mühe im voraus !




Zentrum der Gesundheit:

Hallo,
vielen Dank für Ihre Mail.

Bei Chlor, das man beispielsweise zum Chlorieren vom Schwimmbadwasser verwendet, handelt es sich um ein giftiges, ätzendes und sehr reaktionsfreudiges Gas. Chloride hingegen sind die reaktionsträgen Salze des Chlors, die in Form von Verbindungen mit anderen Elementen vorkommen, z. B. mit Natrium in Form von Natriumchlorid (= Kochsalz). Im Mineralwasser liegt das Kochsalz dann gelöst vor, das bedeutet in Gestalt von Natrium- und in Chloridionen.

Viele Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Evets
geschrieben am: Freitag, 19. August 2011, 13:05
eMail-Adresse hinterlegt

Hey vielen Dank für die Info. Wissen Sie von einer Alternative? Ich meine, gibt es Hallenbäder mit Ozon oder ähnlichem? Ein Link wäre bei ihrem Artikel sehr hilfreich. Danke für Ihre Mühe im voraus. mfg




Zentrum der Gesundheit:

Hallo Evets,
vielen Dank für Ihre Mail und Ihre Anregung, unseren Artikel mit entsprechenden Schwimmbad-Links zu versehen, was wir gerne aufgreifen :-)
Wenn Sie jedoch "Naturbad" in die Suchmaschine eingeben, finden Sie einige chlorfreie Bäder.
Hier schon einmal zwei Beispiele:
In München.
In Bielefeld.
Liebe Grüße
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Louise
geschrieben am: Dienstag, 15. Februar 2011, 13:53
eMail-Adresse hinterlegt
Ich gehe mindestens zwei Mal die Woche schwimmen weil es eine Sportart ist die ich mir unheimlich viel Spaß bereitet. Allerdings hatte ich nach diesem Bericht dabei ein etwas schlechtes Gefühl. Mein Kompromiss ist dass ich eine Stunde Schwimmen gehe, dann nur kurz Duschen und schnell nach Hause um ein Basenbad mit Kaiser Natron zu machen. Zusätzlich reibe ich die Haut mit einer Naturseife ab die stark im basischen Bereich ist.

Reicht das ihrer Meinung nach um die Nachteile des Chlor aufzuheben?

Beste Grüße
Louise

Zentrum der Gesundheit:

Liebe Louise,
vielen Dank für Ihre Mail.

Wenn Sie sich lediglich zweimal pro Woche für je eine Stunde im Schwimmbad aufhalten, dann dürften sich kaum negative Auswirkungen bemerkbar machen. Chlor reizt besonders die empfindlichen Atemwege von Kindern. Die Aufnahme über die Haut ist also nicht so gravierend wie jene über die Lunge. Erwachsene sind zwar nicht immun gegen eingeatmete Chlorverbindungen, jedoch nicht annähernd so anfällig wie kleine Kinder.

Liebe Grüße
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.