Chronisch-entzündliche Darmerkrankung


Sowohl Fleisch- als auch Fischkonsum ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass Menschen an CED (chronisch-entzündliche Darmerkrankung) erkranken

Chronisch kranker Darm durch tierisches Eiweiß

Eine proteinreiche Ernährung erhöht das Risiko, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zu entwickeln. Eine im American Journal of Gastroenterology veröffentlichte Studie des Hospitalier Universitaire de Bicetre in Paris ergab, dass von 67.000 Studienteilnehmerinnen diejenigen Frauen, deren Ernährung den höchsten Anteil tierischer Proteine enthielt, ein dreimal so hohes Risiko aufwiesen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zu entwickeln als Frauen, die nur wenig tierisches Protein zu sich nahmen.

Tierisches Eiweiss Zu viel tierisches Eiweiss führt zu Darmerkrankungen.

Je mehr tierisches Eiweiß, desto kränker der Darm

CED äußern sich in schweren Entzündungen des Verdauungstraktes. Leiden wie Morbus Crohn(1) oder Colitis ulcerosa(2) gehören zu den bekanntesten CED. Die Forscher verfolgten zehn Jahre lang die Krankengeschichte von mehr als 67.000 Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums erkrankten 77 Teilnehmerinnen an CED. Daraufhin analysierten die Wissenschaftler die Ernährungsweise aller Teilnehmerinnen und stießen so auf den genannten Zusammenhang zwischen CED und einer Ernährung, die reich an tierischen Proteinen ist.

Fleisch und Fisch gleichermaßen schädlich

Die Wissenschaftler untersuchten ferner, welche Art tierischen Eiweißes zu einem erhöhten CED-Risiko führen könne und stellten fest, dass nicht nur Fleischkonsum, sondern genauso Fischverzehr dafür verantwortlich war.

Sie vermuten nun, dass die bei der Verdauung von tierischem Eiweiß entstehenden giftigen Stoffwechselprodukte wie z. B. Ammoniak und Schwefelwasserstoff den Verdauungstrakt beschädigen könnten. Außerdem beeinträchtige eine proteinreiche Ernährung möglicherweise die natürliche Balance nutzbringender Bakterien im Darm.

Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen den Einfluss der Ernährung auf das CED-Risiko,” schrieben die Forscher. „Wenn dieser sich in weiteren Studien bestätigen sollten, können wir daraus Strategien zur Prävention und Therapie sowie zur effektiven Vermeidung von Rückfällen ausarbeiten.“

Frühere Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen einem hohen CED-Risiko und dem Verzehr großer Mengen Zucker sowie bestimmter Fette (Omega-6-Fettsäuren, z. B. aus tierischen Fetten, Sonnenblumenöl, Distelöl, etc.). Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Hanföl, etc.) ist, wurde hingegen mit einem geringeren Erkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht.

Die erforderlichen Maßnahmen für eine gesunde Ernährung, mit der man CED vorbeugen kann, sind also: Zucker und Fleisch meiden sowie für ein gesundes Omega-6-Omega-3-Verhältnis (etwa 5 : 1) sorgen.

Quelle

Quelle

Fussnoten

(1)Morbus Crohn: Morbus Crohn ist eine chronische, schubweise verlaufende Entzündung des Magen-Darm-Traktes. Typische Krankheitszeichen sind Bauchschmerzen mit Durchfällen ohne Blut. Die Krankheit betrifft bei etwa 30 Prozent der Patienten ausschließlich den letzten Teil des Dünndarms, bei etwa 25 Prozent den Dickdarm und bei 45 Prozent sind sowohl Dünndarm als auch Dickdarmabschnitte betroffen. Die Krankheit kann auch die Speiseröhre oder den Mund befallen, was jedoch seltener der Fall ist. Im Gegensatz zum Krankheitsverlauf bei Colitis ulcerosa können beim Morbus Crohn gleichzeitig mehrere Darmabschnitte erkrankt sein, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind.

(2)Colitis ulcerosa: Bei Colitis ulcerosa kommt es zu Entzündungen des Mast- und Dickdarms. Die Entzündung breitet sich kontinuierlich vom Mastdarm beginnend aus (von anal nach oral) und ist auf die Darmschleimhaut beschränkt. Zu den häufigsten Symptomen gehören immer wiederkehrende Durchfälle (teilweise mit Stuhlinkontinenz), Darmblutungen und Koliken.



Abgelegt unter: Darm | Darmerkrankungen | Eiweiss | Proteine |

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Alles neu macht der Mai!

Wir werden den Mai nutzen, um unsere Kommentarfunktion weiter zu verbessern.

(2)

H.L.
geschrieben am: Freitag, 03. Dezember 2010, 13:41
eMail-Adresse hinterlegt
Dass ich nur Bioware esse, versteht sich von selbst. Dass ich das Eigelb nur gekocht esse, liegt an der Gefahr von Salmonellen bei rohen Eiern (Salmonellen befinden sich normalerweise nur auf der Eierschale, können bei verletzter Kutikula jedoch auch ins Innere gelangen).
H.L.
geschrieben am: Freitag, 03. Dezember 2010, 08:47
eMail-Adresse hinterlegt
Ich bin seit über 30 Jahren Vegetarier, seit einigen Jahren auch Veganer. Da ich Krafttraining mache, esse ich seit ein paar Monaten täglich 1 gekochtes Eigelb, weil dieses Protein am besten verwertbar ist. Das gekochte Eiklar esse ich nicht, weil danach ein fauliger Geruch in mir
entsteht und die sonst normale Verdauung sich ändert. Nicht umsonst sagt man ja bei irgendwelchen Gestänken, es rieche \"nach faulen Eiern\". Das
betrifft aber nach meiner ERFAHRUNG nicht das Gelbe vom Ei. Diese
Proteinquelle ist außerdem sehr billig!

Zentrum der Gesundheit:

Hallo Helmut,
lieben Dank für Ihren interessanten Erfahrungsbericht. Die Art, wie Eier verstoffwechselt werden, hängen ganz besonders von drei Dingen ab: 1. dem Zustand der Darmflora des Verzehrers, 2. der Ei-Qualität und 3. der Zubereitungsweise. Wird seit langer Zeit eine vegane Ernährungsweise auf Basis frischer Lebensmittel praktiziert, dann ist die Darmflora normalerweise in bester Verfassung und kann auch gelegentlich Eier verdauen (inkl. Eiklar), ohne dass es zu seltsamen Gerüchen kommt.

Die weiteren Voraussetzung dafür sind jedoch einmal, dass es sich um Eier aus bester Hühnerhaltung mit Freigang und ausgewogener Fütterung (inkl. Insekten und Grünzeug) handelt und zum anderen, dass die Eier kaum oder gar nicht erhitzt werden. Ihre Beobachtung mit den entstehenden Gerüchen nach dem Verzehr von Eiklar könnte also darin begründet liegen, dass Sie es erhitzt hatten. Auch können die positiven Inhaltsstoffe des Eigelbs sehr viel mehr nützen und die negativen sehr viel weniger schaden, wenn es roh gegessen wird.
Herzliche Grüße
Ihr ZDG-Team

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