Eisenüberschuss
Eisen übernimmt eine wichtige Schlüsselfunktion in unserem Körper. Doch sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Eisen kann negative gesundheitliche Folgen haben.
Veröffentlichung am 30.11.2011 um 12:57 Uhr / Aktualisierung am 03.12.2011 um 10:32 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das viele wichtige Funktionen in unserem Körper übernimmt, weshalb der Mangel an Eisen mit verschiedenen Beschwerden verbunden ist. Doch auch ein Eisenüberschuss kann unserer Gesundheit sehr schaden. Wussten Sie das? Eisenüberschuss lässt unsere Zellen schneller altern und kann sogar zu einem Herzinfarkt führen. Nicht nur genetisch bedingte Eisenspeicherkrankheiten, sondern auch der Konsum von künstlichen Eisenpräparaten kann zu einem Eisenüberschuss und dessen Folgen führen. Regulieren Sie Ihren Eisenstoffwechsel daher auf natürliche Weise.
Künstliche Eisenpräparate können zu einem Eisenüberschuss im Körper führenIn den vergangenen Jahrzehnten wurden Eisenpräparate von vielen Menschen fast schon routinemässig eingenommen, um einen Eisenmangel vorzubeugen - ganz nach dem Motto: Besser zu viel als zu wenig. Eisenmangel ist zwar ein ernstzunehmendes Problem, doch die Annahme, dass man riesige Mengen an Eisenpräparaten zu sich nehmen sollte, ist völliger Unsinn.
Eisenmangel ist heutzutage eine häufige und bekannte Mangelerscheinung, die mit typischen Symptomen wie körperlicher und geistiger Erschöpfung verbunden ist. Diese Symptome hängen mit der Funktion von Eisen in unserem Körper zusammen.
Eisen ist im menschlichen Körper hauptsächlich in den roten Blutkörperchen oder in Enzymen des Energiestoffwechsels zu finden. Da die roten Blutkörperchen ohne Eisen den Organismus nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgen können und da bestimmte Enzyme ohne Eisen keine Energie erzeugen können, ist ein genereller Leistungsabfall eine Folge von Eisenmangel.
Die sicherste Lösung, einen Eisenmangel vorzubeugen, ist eine abwechslungsreiche Ernährung, die auf viel frischem Obst, Gemüse und vor allem grünem Blattgemüse basiert. Eisenpräparate können zwar in manchen Fällen auch gegen Eisenmangel helfen, doch vor allem bei Menschen mit einem normalen Eisengehalt führen diese eher zu einem Eisenüberschuss und damit eventuell zu schweren gesundheitlichen Folgen.(1)
Die Einnahme von Eisenpräparaten und die damit verbundenen zu hohen Eisenwerte werden beispielsweise mit der Schwächung des Immunsystem in Verbindung gebracht.
Eine Studie belegte, dass Eisenpräparate das gesunde Gleichgewicht der Darmflora bei Kindern negativ beeinflussen können.(2) Die Eisenpräparate führten bei den Kindern dazu, dass sich die Darmflora dahingehend veränderte, dass sich schädliche Fäulnisbakterien auf Kosten nützlicher Darmbakterien vermehrten. Ein Rückgang nützlicher Darmbakterien kann schnell zu weiteren Darmerkrankungen wie einer Dysbakterie führen. Da eine gesunde Darmflora die Grundlage für ein funktionierendes Immunsystem ist, schwächt ein Eisenüberschuss folglich auch die Abwehrkräfte.
Einige weitere Studien kamen zu der Erkenntnis, dass ein Eisenüberschuss zur Produktion freier Radikale führt, was wiederum den Alterungsprozess unserer Zellen beschleunigt.(3) (4) (5) (6) (7) Wie oben bereits erwähnt, ist Eisen normalerweise an verschiedene Enzyme, Proteine oder Transportmoleküle gebunden und liegt - wahrscheinlich zum Schutz unserer Zellen - nicht frei im Körper vor. Bei einem Eisenüberschuss sind jedoch alle Plätze an Enzymen, Proteinen oder Transportmolekülen bereits besetzt, was dazu führt, dass der Gehalt an freiem Eisen im Blut ansteigt.
Freies Eisen besitzt eine enorme Redox-Aktivität. Das bedeutet, wenn freies Eisen auf ein anderes Molekül im Körper trifft, kann es diesem Molekül ein Elektron klauen. So entsteht aus dem Molekül ein freies Radikal, das sich durch eine unausgeglichene Elektronenzusammensetzung, eine erhöhte Reaktivität und eine gewisse Aggressivität auszeichnet. Freie Radikale sind gewissermassen bestohlen worden und versuchen mit aller Kraft sich ein Elektron zurückholen. Trifft ein freies Radikal nun auf ein anderes Molekül, ein Protein, ein Enzym oder die Erbsubstanz, klaut es sich dort ein Elektron zurück. Dadurch entsteht an einer anderen Stelle ein freies Radikal, welches sich ebenfalls ein Elektron zurückklauen möchte.
Wenn sich diese Radikalbildung in Grenzen hält, kann der Körper sie durch Antioxidantien abfangen. Antioxidantien geben den bestohlenen Molekülen ihre Elektronen zurück und verhindern dadurch unkontrollierte Zellschäden. Werden nun aber zu viele freie Radikale gebildet, können logischerweise grosse Schäden entstehen.
Ein Überschuss an Eisen kann ausserdem ein erhöhtes Herzinfarktrisiko mit sich bringen. So fanden Wissenschaftler im Rahmen einer finnischen Studie mit mehr als 2000 Teilnehmern heraus, dass Männer, die regelmässig zur Blutspende gehen und damit ihren Eisenspiegel im Blut regelmässig senken, seltener einen Herzinfarkt erleiden, als diejenigen, die kein Blut spenden.(8) Die Forscher nehmen an, dass überschüssiges Eisen im Körper ein wesentlicher Grund für Herzinfarkte sei. Ein Eisenüberschuss zusammen mit zu hohem Blutdruck oder einem zu hohen Cholesterinspiegel scheint das Risiko für einen Herzinfarkt stark zu erhöhen.
Zudem wird angenommen, dass Frauen, die regelmässig ihre Menstruation bekommen, weniger gefährdet sind, einen Herzinfarkt zu erleiden als Männer, denn durch die monatliche Blutung fällt der Eisenspiegel der Frau regelmässig ab.(9)
Von der anderen Seite her betrachtet, ist es natürlich so, dass Frauen häufiger an Eisenmangel leiden als Männer. Dieser Zusammenhang bedeutet jedoch nicht, dass Frauen künstliche Eisenpräparate einnehmen sollten, sondern dass sie besonders auf eisenhaltige Lebensmittel zurückgreifen sollten.
Die oben genannten Beispiele zeigen deutlich, dass ein Eisenüberschuss schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Es gibt verschiedene Faktoren, die mit der Zeit zu einer Eisenüberladung führen können. Hierzu zählen Erkrankungen wie die Sichelzellanämie, die Thalassämie, das Myelodysplastische Syndrom oder die Hämochromatose.
Bei der Sichelzellanämie sowie der Thalassämie findet eine Fehlbildung der roten Blutkörperchen statt. Beim Myelodysplastischen Syndrom ist die Blutbildung im Knochenmark gestört. Die Hämochromatose bezeichnet eine Störung der Eisenaufnahme und eine damit verbundene erhöhte Eisenspeicherung. Während für die ersten drei Erkrankungen genetische Defekte als Ursachen gelten, können für die Hämochromatose verschiedene Faktoren grundlegend sein. So können für die Eisenspeicherkrankheit sowohl Gendefekte als auch andere Erkrankungen oder der Missbrauch von Alkohol verantwortlich sein.(10)
Doch auch Menschen mit einem generell normalen Eisenstoffwechsel können einen Eisenüberschuss entwickeln, indem sie vermehrt künstliche Eisenpräparate schlucken. Wie oben bereits erwähnt, warnen auch wissenschaftliche Studien vor den Folgen der Einnahme künstlicher Eisenpräparate.(1)
Menschen mit einem normalen Eisenstoffwechsel können ihren Eisenbedarf ganz leicht über eine ausgewogene und gesunde Ernährung decken. Ein gesunder Körper kann natürliches Eisen aus der Nahrung optimal nutzen, was weder zu einem Mangel noch zu einem Überschuss führt.
Oftmals wird ausschliesslich von Fleischprodukten gesprochen, wenn es um Lebensmittel mit einem hohen Eisengehalt geht. Wahrscheinlich liegt das daran, weil Fleischprodukte eine andere Eisenform als pflanzliche Produkte enthalten. Fleisch enthält nämlich so genanntes Häm-Eisen, also Eisen in Verbindung mit Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff. Dieses Häm-Eisen wird leichter und schneller als das pflanzliche, nicht-hämische Eisen von unserem Körper aufgenommen. Ob diese Tatsache nun gut oder schlecht ist, sei einmal dahingestellt, doch es gibt auch zahlreiche pflanzliche Eisenquellen, welche völlig ausreichen, um den täglichen Eisenbedarf zu decken. Eine ausgewogene vegetarische Ernährung führt also keineswegs zu Mangelerscheinungen wie Eisenmangel - auch bei Frauen.
Wie oben bereits erwähnt, neigen Frauen wegen ihrer Menstruationsblutung häufiger zu Eisenmangel. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn sie zu wenig eisenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Doch auch einen erhöhten Eisenbedarf kann man mit Hilfe der Ernährung abdecken. Daher ist es für Frauen, aber auch für Kinder im Wachstum besonders wichtig, dass sie viele eisenhaltige Lebensmittel in ihre Ernährung integrieren.
Die Menstruation kann zwar zu einem Eisenmangel beitragen, doch kann sie die Frauen auch auf natürliche Weise vor einem Eisenüberschuss schützen. Diesen natürlichen Schutz haben Männer nicht, weshalb Männer offenbar auch häufiger einen Herzinfarkt erleiden. Regelmässiges Blutspenden kann hierbei offenbar sehr positiv wirken. Doch neben der weiblichen Monatsblutung oder dem Blutspenden gibt es auch bestimmte Lebensmittel, die den Eisenhaushalt regulieren.
Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano oder Gewürznelken sind beispielsweise dafür bekannt, dass sie überschüssiges Eisen im Blut binden können und zudem eine grosse antioxidative Wirkung besitzen.(11) Diese Kräuter enthalten bestimmte Stoffe - so genannte Chelatbildner, die ähnlich wie der rote Blutfarbstoff dazu in der Lage sind, Eisen fest an sich zu binden. Durch diese Bindung wird überschüssiges freies Eisen daran gehindert unserer Gesundheit zu schaden.
Ernährt man sich nun von genügend eisenhaltigen Lebensmitteln - wie grünem Blattgemüse - in Kombination mit verschiedenen Gewürzen, bietet man dem Körper die beste Möglichkeit, den Eisenhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Dafür braucht man keine künstlichen Eisenpräparate und muss auch nicht unbedingt zur Blutspende gehen. In diesem Sinne, achten Sie auf Ihre Ernährung und bleiben Sie gesund!
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Sorry, es muss heissen:\" Bakterien, die ihre Energie durch Oxidation von Eissen gewinnen.\"
Fakt ist, dass es sogenannte Eisenbakterien gibt, Bakterien, die ihre Energie durch Oxidation gewinnen. Der Organismus steuert dagegen, indem er versucht, den Eisenspiegel zu senken. Kontraproduktiv ist es in diesem, gar nicht so seltenen Fall, den \"Eisenmangel\" durch Eisenpräparate zu beheben. Eher sollte man nach einer Infektion mit diesen Bakterien suchen. Insbesondere am Ende der Schwangerschaft senkt der Organismus den Eisenspiegel dramatisch, um sich vor einer Infektion zu schützen, da der Uterus nach der Geburt eine ideale Angriffsfläche für Bakterien bietet. Mir ist ein Fall bekannt, wo einer Schwangeren erst Eisenpräparate verabreicht wurden, und als das den Eisenspiegel nicht erhöhte, ein Eisenpräparat intravenös verabreicht wurde. Sie fiel ins Koma.