Müde durch chronischen Stress
Unter dem chronischen Erschöpfungssyndrom versteht man eine andauernde Müdigkeit mit zahlreichen Symptomen. Diese führen dazu, dass der Betroffene nicht mehr über ausreichend Energie verfügt , um über den Tag zu kommen, ohne sich erschöpft bzw. überfordert zu fühlen. Die Betroffenen fühlen sich schlicht ausserstande, ihr Leben zu meistern.
Durch das chronische Erschöpfungssyndrom hat der Körper nicht mehr genug Energie, um seine Körperfunktionen, wie z.B. Verdauung, Aufbau von Gewebe, oder die Hormonsynthese aufrecht zu erhalten. Auch zusammenhängendes Denken oder normale tägliche Arbeiten sind dann nicht mehr möglich. Man kann das chronische Erschöpfungssyndrom kurz als einen ständigen Abfluss von Energie bezeichnen.
Zahlreiche Ursachen möglich
Eines der Ursachen sind andauernde, ungelöste emotionale bzw. mentale Belastungen, die zu einem massiven Energieverlust von Körper und Geist führen. Da ca. 95% unserer psychischen Aktivitäten unbewusst ablaufen kann es durchaus sein, dass wir uns dieser Belastungen nicht einmal bewusst werden.
Einige dieser Belastungen, die zu dem massiven Energieverlust führen, können z.B. sein:
Wut, Angst, Sorge, Depression, Schuldgefühle, Überarbeitung, Schlafmangel, chronische Schmerzen, Belastung mit Giftstoffen, Hypoglykämie, Nährstoffmangel, Beziehungsprobleme, Traumata und Lebensveränderungen.
Optimale Nährstoffversorgung notwendig
Beim chronischen Erschöpfungssyndrom ist es zum Einen sehr wichtig, auf eine optimale Nährstoffversorgung des Körpers zu achten, damit dieser mit den Belastungen besser umgehen kann.
Zum Anderen muss man sich mit den zugrunde liegenden emotionalen bzw. mentalen Ursachen auseinandersetzen, die zu diesem dauernden Energieverlust führen.
Erhöhter Blutzuckerspiegel führt zur Überlastung
Bei der Ernährung ist es dringend notwendig, Lebensmittel zuzuführen, die den Blutzuckerspiegel nicht zu schnell ansteigen lassen. Treten ständig Blutzuckerspitzen auf, so werden auch die Nebennieren überlastet.
Um eine optimale Funktion der Nebennieren zu gewährleisten, muss der Blutzuckerspiegel über den Tag möglichst konstant gehalten werden. Dabei ist es auch wichtig darauf zu achten, dass nicht erst dann gegessen wird, wenn der Hunger bereits eingetreten ist, da sonst wieder eine Unterzuckerung auftritt, die die Nebennieren zusätzlich belastet.
Bei den Lebensmitteln sollte möglichst auf Bio-Qualität geachtet werden, damit die ohnehin schon überlasteten Nebennieren nicht noch zusätzlich mit Hormonen oder Antibiotika fertig werden müssen.
Blutzuckerspitzen meiden
Um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten ist es wichtig, dass auch ein Gleichgewicht zwischen den Hormonen Insulin und Glukagon eingehalten wird.
Bei einer kohlenhydratreichen Ernährung wird zuviel Insulin im Verhältnis zum Glukagon ausgeschüttet. Befindet sich viel Insulin im Blut und ist nicht genügend Glukagon vorhanden, so wird von den Nebennieren vermehrt Cortisol gebildet, das dabei hilft, den Blutzuckerspiegel wieder anzuheben. Allerdings werden bei diesem Vorgang die Nebennieren wieder zusätzlich belastet.
Hochwertige Eiweisse und gute Fette zuführen
Eine eiweisshaltige Ernährung führt dazu, dass nur wenig Insulin und dafür mehr Glukagon ausgeschüttet wird. Bei dem chronischen Erschöpfungssyndrom sollten dem Körper deshalb hochwertige Proteine zugeführt werden, die er leicht verwerten kann.
Ausserdem ist es wichtig, dass dem Körper hochwertige Fette durch die Ernährung zugeführt werden. Fett führt - in Verbindung mit Kohlenhydraten - dazu, dass der plötzliche Insulinanstieg im Blut gemildert wird.
Probiotika nehmen
Über die Darm-Hirn-Achse beeinflusst der Darm das Gehirn und kann die Anfälligkeit für Stressreaktionen reduzieren. In verschiedenen Studien zeigte sich, dass Probiotika - Präparate mit lebenden Bakterien - nicht nur dem Darm guttun (z. B. bei Reizdarm-Beschwerden), sondern auch die Stimmung verbessern und stressresistenter machen.
* Hier erhalten Sie ein passendes Probiotikum BactoGena Stress (Gutschein 20501).
Adaptogene nutzen
Adaptogene sind spezielle Pflanzen, die ebenalls stressresistenter machen können. Lesen Sie mehr über die Wirkung und Anwendung der Adaptogene in unseren Artikeln über Rhodiola rosea, Ashwagandha, Ginseng oder auch Eleutherococcus - die 4 bekanntesten Adaptogene.
Kaffee und Co vermeiden
Viele Betroffenen versuchen, sich durch Trinken von viel Kaffee, schwarzem Tee oder Energiedrinks, die oft Guarana enthalten, einen Energieschub zu verschaffen.
Bereits eine Tasse Kaffee kann bis zu 18 Stunden für einen hohen Cortisolspiegel sorgen. Kaffee erhöht generell die Anspannung des Nervensystems, da durch Kaffee das Kampf-/Fluchtprogramm im sympathischen Nervensystem aktiviert wird. Eine ständige Überlastung des sympathischen Nervensystems ist die Hauptursache für das chronische Erschöpfungssyndrom.
Lesen Sie gerne weiter im Artikel Wie kann ich mir den Kaffee abgewöhnen?
Den Vagusnerv aktivieren - und zur Ruhe kommen
Wichtig sind Maßnahmen, die das sympathische System dämpfen und gleichzeitig das parasympathische Nervensystem durch Ruhe- und Entspannungszeiten aktivieren.
Eine wirksame Abhilfe bei chronischer Müdigkeit können schon 5-10 Minuten Auszeit pro Tag sein. Der Körper verlangt nach Ruhe und Erholung, um wieder mehr Energie zu tanken.
Zur Aktivierung des parasympathischen Nervensystems können zudem Meditation oder Yoga sehr hilfreich sein. Befinden sich Körper und Geist in diesen entspannten Zustand, kann der Körper seiner Selbstheilungskräfte aktivieren und sich so wieder ins Gleichgewicht bringen.
Viele weitere Tipps, wie Sie Ihren Parasympathikus und hier den bekanntesten und größten Nerv - den Nervus vagus - stärken, lesen Sie in unserem Artikel Vagusnerv aktivieren - Der Schlüssel zur Entspannung.
* Hier finden Sie einen Stressprofil-Speicheltest.