Fettleibigkeit durch Chemikalien
Eine spanische Studie fand heraus, dass ungeborene Kinder welche bereits in der Gebärmutter in Kontakt mit Chemikalien kommen, später ein doppeltes Risiko besitzen an Fettleibigkeit zu leiden.
Veröffentlichung am 25.11.2008 um 15:14 Uhr / Aktualisierung am 02.12.2011 um 15:09 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Eine neue spanische Studie hat herausgefunden, dass Kinder, die bereits in der Gebärmuter mit Chemikalien in Kontakt kommen, später ein doppelt so hohes Risiko haben, an Fettleibigkeit zu leiden. Das ist die erste Studie, die eine chemische Kontamination im Mutterleib mit einer Fettleibigkeit in Verbindung bringt.
Früher sind übergewichtige Menschen meist für ihren Zustand selbst verantwortlich gemacht worden. Mittlerweile gibt es immer mehr Beweise dafür, dass eine schlechte Ernährung und Bewegungsmangel nicht die einzigen Gründe für die epidemisch ansteigende Anzahl der Fettleibigen sein müssen.
Die Studie wurde vom Municipal Institute of Medical Research in Barcelona durchgeführt. Es wurden 403 Kinder untersucht, die auf Menorca geboren wurden. Die Forscher haben das Nabelschnurblut auf das Pestizid Hexachlorbenzol (HCB) getestet.
Es wurde festgestellt, dass die Kinder mit den höchsten Werten an HCB eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit aufwiesen, im Alter von 6,5 Jahren adipös zu sein. Das Pestizid HCB ist weltweit verboten. Allerdings befindet sich diese Chemikalie immer noch in der Umwelt und gelangt weiterhin in die Nahrungsmittel.
Zudem gibt es weitaus mehr Chemikalien, mit denen das ungeborene Kind in Kontakt kommen kann. Die Verfasser der Studie empfehlen daher dringend, die Belastung mit Chemikalien generell deutlich zu minimieren.
Es sind zahlreiche Tierexperimente bekannt, die Fettleibigkeit mit einer Chemikalienbelastung in Verbindung bringen. So wurde z.B. nachgewiesen, dass Chemikalien wie Organische-Zinn-Verbindungen (verwendet u. a als Desinfektionsmittel für Textilien, Leder, Holz und Papier und als Schiffsanstrich) Bisphenol A (verwendet u.a. für Plastikschüsseln, Babyfläschchen, Beschichtungen von Getränkedosen), und Phthalate (Weichmacher), die in Kosmetikartikeln vorkommen. 90% aller Babys sind im Mutterleib Phthalaten ausgesetzt.
Die Wissenschaftler empfehlen deshalb gerade Schwangeren sich für biologisch angebaute Nahrungsmittel zu entscheiden und in Haushalt und Garten auf den Gebrauch von giftigen Chemikalien zu verzichten. Weiter empfehlen sie nur natürliche Reinigungs- und Kosmetikprodukte zu verwenden sowie das Wasser, sowohl zum Trinken als auch zum Duschen, zu filtern.
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