Geopathologie – Was ist das?
Die Geopathologie ist eine komplementärmedizinische Lehre, die sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen natürlichen Umweltfaktoren und dem menschlichen Wohlbefinden beschäftigt.
Vertreter der Geopathologie gehen davon aus, dass bestimmte geologische Gegebenheiten – etwa unterirdische Wasserläufe, Verwerfungen oder sogenannte Gittersysteme – das energetische Umfeld eines Ortes beeinflussen können und sich dies bei langfristiger Exposition auf den Menschen auswirken könnte.
Aus naturwissenschaftlicher und schulmedizinischer Sicht sind diese Annahmen bislang nicht durch reproduzierbare Studien belegt. Dennoch werden sie im Rahmen ganzheitlicher Gesundheitskonzepte von einigen Therapeuten und Beratern berücksichtigt.
Natürliche Felder der Erde und geopathologische Modelle
Die Erde besitzt ein globales Magnetfeld sowie elektrische Felder in der Atmosphäre, die durch physikalische Prozesse im Erdkern, in der Ionosphäre und durch Sonnenaktivität entstehen. Diese Felder sind messbar und Gegenstand geophysikalischer Forschung.
Die Geopathologie erweitert diese Betrachtung um die Annahme eines komplexen energetischen Umfeldes der Erde. In diesem Zusammenhang werden sogenannte Erdstrahlen sowie Globalgitternetze wie das Hartmann-, Curry- oder Benker-Gitter beschrieben.
Diese Modelle entstammen der radiästhetischen Tradition und stellen keine anerkannten physikalischen Feldstrukturen dar, werden jedoch innerhalb der Geopathologie zur Beschreibung ortsbezogener Energiezonen herangezogen.
Was Radiästhesie?
Radiästhesie ist eine Lehre, die sich mit der Wahrnehmung von bestimmten Strahlen und Schwingungen beschäftigt, die von Lebewesen und der Erde ausgehen sollen - z. B. mit Wünschelruten oder Pendeln.
Sie wird in ganz unterschiedlichen Bereichen angewendet - z. B. zum Aufspüren von Wasseradern und geopathischen Störzonen (z. B. Curry-Netze), aber auch um Bodenschätze zu finden oder um die Verträglichkeit von Substanzen zu überprüfen.
Die entsprechenden Strahlen/Schwingungen sind physikalisch nicht nachweisbar, weshalb die genannten Methoden wissenschaftlich umstritten sind.
Was sind Strahlenflüchter und was sind Strahlensucher?
In der geopathologischen Literatur wird häufig darauf verwiesen, dass Tiere und Pflanzen sensibel auf bestimmte Standorte reagieren könnten. Man spricht von Strahlenflüchtern und Strahlensuchern.
Erstere meiden Orte, an denen negative Strahlen/Schwingungen vorherrschen sollen, z. B. Hunde, Störche, Rinder und Meerschweinchen.
Strahlensucher hingegen würden sich gerne an diesen Plätzen aufhalten, z. B. Katzen, Eulen, Schlangen und manche Insekten, wie Bienen, Wespen, Hornissen und Ameisen.
Aus wissenschaftlicher Sicht gilt auch das nicht als belegt und man versucht, solche Verhaltensweisen anders zu erklären, etwa mit bestimmten für das jeweilige Tier positiven Eigenschaften, die der entsprechende Ort aufweist.
Elektromagnetische Felder und Gesundheit
Neben natürlichen Feldern werden auch künstlich erzeugte elektromagnetische Felder thematisiert, wie sie durch elektrische Anlagen, z. B. Umspann-Stationen oder Mobilfunk-Sendeanlagen entstehen, aber auch durch schnurlose Telefone (DECT) oder WLAN. Diese Felder sind physikalisch messbar und unterliegen gesetzlichen Grenzwerten.
Während die Forschung bei Einhaltung dieser Grenzwerte keine gesicherten gesundheitlichen Risiken sieht, gehen Geopathologen und Baubiologen davon aus, dass es individuelle Empfindlichkeiten gegenüber elektromagnetischen Feldern gibt, die sich dann auch in Beschwerden äußern können.
Zu diesen Beschwerdebildern können die folgenden gehören:
Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Angstzustände, Hautkrankheiten, Nervenleiden, Gereiztheit, Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen, Nierenleiden uvm.
Geopathologische Standortuntersuchungen
Zur Beurteilung von Wohn- oder Schlafplätzen werden in der Geopathologie sogenannte Standortuntersuchungen durchgeführt. Diese beruhen überwiegend auf radiästhetischen Methoden (Pendel, Wünschelruten).
Damit soll es möglich sein, insbesondere Schlaf- und Ruheplätze so zu gestalten, dass man Bett und Sofa nicht gerade auf Störzonen platziert.
Allerdings handelt es sich hierbei nicht um standardisierte physikalische Messverfahren. Die Ergebnisse sind daher oft subjektiv und häufig auch nicht reproduzierbar. Eine Zweitmeinung ist sinnvoll, bevor man dann letztendlich die Wohnung umgestaltet.
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