US-Gesundheitsbehörde geht unter die Hacker


FDA nutzt illegale Methoden, um ihre eigenen Mitarbeiter zu überwachen und um einen Skandal zu verhindern, in dessen Mittelpunkt sie selbst stehen würde.

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Veröffentlichung am 20.02.2012 / Aktualisierung am 10.07.2013  Drucken Sie diese Seite Artikel als PDF herunterladen

Gesundheitsbehörde hackt Wissenschaftler

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(Zentrum der Gesundheit) - Die US-Gesundheitsbehörde FDA hackte sich mit Spionagetechnologien in die privaten Mailkonten ihrer eigenen Wissenschaftler. Die betroffenen Forscher wollten mit skandalösen Insider-Informationen über die FDA an die Öffentlichkeit gehen, um Patienten vor möglicherweise gefährlichen medizinischen Geräten zu schützen, die von der FDA bereits zugelassen worden waren.

Spionagesoftware Die US-Gesundheitsbehörde durchsuchte die privaten Mailkonten ihrer Wissenschaftler

Gefährdet die US-Gesundheitsbehörde die Gesundheit der eigenen Bevölkerung?

Die ganz offensichtlich schon länger bestehende kriminelle Neigung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA kam jetzt ans Tageslicht. Die Behörde soll eine Spionagesoftware genutzt haben, um sich mit deren Hilfe illegalerweise in die privaten Gmail-Konten von mindestens einem halben Dutzend ihrer eigenen Top-Wissenschaftler zu hacken.

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den betroffenen Mitarbeitern um dieselben Personen, die als so genannte Whistleblower (Insider, die mit skandalösen Informationen an die Öffentlichkeit gehen) in Erscheinung traten und den Kongress davon in Kenntnis setzen wollten, dass die FDA medizinische Geräte zulasse, welche das Leben unschuldiger Patienten bedrohen könnten.

FDA-Manager betätigen sich als Hacker

Die FDA entliess die Whistleblower, die eigentlich nur das taten, was eigentlich die Aufgabe der FDA sein sollte: die Gesundheit der Menschen zu schützen. Jetzt haben die sechs Wissenschaftler und Ärzte am U.S. District Court Klage gegen ihren alten Arbeitgeber eingereicht, weil sie sich illegaler interner Einschüchterung ausgesetzt sahen und ausserdem der Meinung sind, unberechtigterweise entlassen worden zu sein.

In der Klageschrift wird ferner beschrieben, wie sich FDA-Manager über zwei Jahre lang in die privaten  Mailkonten der Kläger gehackt haben sollen. Dabei habe die FDA auch jene Mails abgefangen, die eigentlich ausschliesslich an den Kongress gerichtet waren und diesen von fragwürdigen FDA-Entscheidungen unterrichten sollten. Die Washington Post hat bereits einige der gehackten Mails veröffentlicht1.

FDA-Rechtsanwälte lassen Beweise verschwinden

Interessanterweise waren die betreffenden Manager, die an der Spitze der Überwachungsaktion standen, dieselben, die zuvor in jene Korruptionsfälle verwickelt waren, von denen die Whistleblower dem Kongress Kenntnis geben wollten. Auch die FDA-Rechtsanwälte sollen sich schuldig gemacht haben, da sie unerlaubterweise Beweise gegen die FDA verschwinden liessen und auf diese Weise die Justizbehörden behinderten.

Die sechs Ex-Wissenschaftler der FDA, die bis vor kurzem - als Teil des Systems - selbst noch unberührbar waren, wurden nun, da sie es wagten, sich zum Wohle der Bevölkerung einzusetzen, zu den Opfern dieses Systems. Die Macht, die sie einst genossen haben, wird jetzt gegen sie selbst eingesetzt. Regierungsbehörden scheinen Menschen routinemässig zu überwachen, zu entlassen oder zu bedrohen, wenn sie es wagen, die Wahrheit auszusprechen.

Verurteilung der FDA-Manager fraglich

Ganz besonders interessant ist dieser Vorgang aber, wenn man ihn im Vergleich mit den Geschehnissen rund um die Hackerattacke auf Sarah Palins privates Emailkonto im Jahr 2008 betrachtet. Damals hatte ein Student der University of Tennessee , David Kernell, sich in das Mailkonto der republikanischen Politikerin gehackt und einige sehr peinliche Mails ans Tageslicht befördert.

Der Student wurde schliesslich wegen eines Kapitalverbrechens verurteilt (Justizbehinderung), da er Mails auf seinem Computer gelöscht hatte – und das, obwohl er nicht wusste, dass bereits gegen ihn ermittelt wurde.2

Reuters hat kürzlich berichtet:

„Während am Montag das Gesetz vom betreffenden Gericht noch als „sehr vage formuliert“ bezeichnet wurde, schloss es dennoch mit der Feststellung, dass es im Fall Kernell zur Anwendung gebracht werden könne.”

Man darf nun gespannt bleiben, ob dieses Gesetz auch im Fall der FDA-Manager zur Anwendung kommen wird. Die Chancen stehen jedoch mehr als schlecht, da die Gesetze erfahrungsgemäss zwar für die „kleinen Leute“ gelten, aber nicht unbedingt für die kriminellen Subjekte so mancher korrupter Behörden.

Sind die Bundesbehörden ausser Kontrolle geraten?

Wie der Anwalt Jonathan Emord in seinem Buch „The Rise of Tyranny” beschreibt, ist die FDA ähnlich der TSA  (US-Bundesbehörde für Innere Sicherheit) eine bürokratische Behörde, die offenbar vollkommen ausser Kontrolle geraten sei. Ihre Direktoren würden ernannt und nicht gewählt, weswegen es keinerlei öffentlichen Rechtfertigungszwang der Beamten gebe und weshalb Direktoren der FDA, die sich etwas zu Schulden haben kommen lassen, nicht zur Rechenschaft gezogen würden. Neue Bestimmungen, die von den Behörden wie FDA, DEA (US-Drogenbekämpfungsbehörde), TSA, ATF (Bundespolizeibehörde für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe) oder USDA (US-Landwirtschaftsministerium) aufgestellt werden, müssten nicht durch den Kongress abgesegnet werden und seien zudem keinem öffentlichen Beratungsgremium unterworfen. Diese Behörden schrieben ganz problemlos ihre eigenen „Gesetze“ und oktroyierten diese der Bevölkerung - oft auch mit Waffengewalt.

Bundesbehörden oder kriminelle Banden?

Nachfolgend einige Beispiele:

  • Die ATF wurde vor kurzem dabei ertappt, wie sie Waffen nach Mexiko verschiffen und dann Milliarden Dollar an Drogengeldern waschen wollte. Als man die Behörde dabei erwischte, kam es zu keinen Anklagen.3
  • Die FDA wurde mehrere Male beim bewussten Lügen über bekannte Gefahren tödlicher verschreibungspflichtiger Medikamente erwischt, sowie bei Vertuschungsaktionen im Dienste der pharmazeutischen Industrie und dem Einschüchtern von Wissenschaftlern. Wie oben beschrieben hat sie sich zudem der Internetkriminalität schuldig gemacht. (All dies gilt seit der Einführung des US Patriot Act als „terroristischer Akt“.)
  • Die TSA begeht routinemässig Sexualverbrechen an unschuldigen Reisenden, indem sie in deren Hosen fasst und die Genitalien abtastet. Dabei handelt es sich um ein Verbrechen gegen den Betroffenen und um eine Verletzung des Vierten Verfassungszusatzes der Vereinigten Staaten. Dennoch handelt die TSA jeden Tag auf die gleiche Weise - und beruft sich auf Immunität vor dem Gesetz.
  • Die USDA konspiriert ganz offen mit Monsanto und anderen Gentechnikunternehmen, um die regionale Landwirtschaft zu zerstören - indem einerseits das Erbgut der herkömmlichen landwirtschaftlichen Erzeugnisse kontaminiert wird, andererseits die Unternehmen darin unterstützt werden, Patente für deren gentechnisch verändertes Saatgut anmelden zu können. Und diese Praxis nimmt kein Ende, auch wenn bereits bekannt ist, dass dieses neue Saatgut für Ernteausfälle verantwortlich zu machen ist und zum Bankrott (und deshalb oft auch zu Selbstmord) der einheimischen Bauern beiträgt.
  • Das FBI gibt freimütig zu, dass es Terroristen nicht nur bei der Planung terroristischer Akte in den USA geholfen habe, sondern diese auch mit Waffen, Plänen, Gewehren, Munition, Ausrüstung und Sprengstoffen unterstützt habe.4, 5, 6
  • Die DEA hat sich mit der Coca Cola Company zusammengetan, um den Import von jährlich Hunderttausenden von Tonnen an Kokablättern zu ermöglichen. Zwar wird in Coca Cola längst kein Kokain mehr gemischt. Das jedoch hindert die Coca Cola Company nicht daran, als einziges Unternehmen der USA mit einer Sondergenehmigung Kokablätter zu importieren und sie an eine Firma weiterzuleiten, die daraus jedes Jahr weit mehr als 300 Kilogramm reines schneeweisses Kokain herstellt – selbstverständlich nur für rein medizinische Zwecke. All dies geschieht mit Wissen und Billigung der DEA – also derselben Behörde, die sich dem „Krieg gegen das Rauschgift“ verschworen hat und Sie sofort hinter Gitter bringen würde, wenn man Sie mit nur einem einzigen Gramm Kokain aufgreifen würde.7

Quellen:


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