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Grapefruitkern-Extrakt beugt Metabolischem Syndrom vor

In Grapefruits steckt ein natürlicher Stoff namens Naringenin, der den Menschen vor dem sogenannten Metabolischen Syndrom schützen könnte. Das Metabolische Syndrom umfasst die Hauptrisikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes, nämlich Übergewicht, Bluthochdruck, Probleme mit dem Blutzuckerspiegel und zu hohe Cholesterinwerte.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 12 Mai 2026
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Eine Grapefruit pro Tag – auch gegen Metabolisches Syndrom?

Kann Grapefruitkernextrakt bei metabolischem Syndrom helfen? Einige frühere Studien hatten bereits darauf hingewiesen, dass bestimmte Bestandteile der Grapefruit-Frucht einen positiven Einfluss auf die Blutfett- und Blutzuckerwerte haben könnten – also auf genau jene Werte, die beim metabolischen Syndrom häufig verändert sind.

So hatte eine Untersuchung israelischer Forscher gezeigt (Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2006, Vol. 54, pp 1887-1892), dass Menschen, die täglich eine rosa Grapefruit essen, ihren Cholesterinspiegel um 15 Prozent senken könnten und den Triglycerid-Anteil gar um 17 Prozent.

Keine Probleme mit Blutzucker und Cholesterin

Im Laufe einer weiteren Studie entdeckten Forscher der University of Western Ontario, dass das im Grapefruitkernextrakt vorkommende Flavonoid Naringenin (ein sekundärer Pflanzenstoff) eine ähnliche Wirkung auf den Blutzuckerspiegel haben könnte wie das Hormon Insulin.

Naringenin ist also möglicherweise dazu in der Lage, die Auswirkungen einer Insulin-Resistenz zu kompensieren und auf diese Weise Diabetes vorzubeugen (2).

Der entsprechende Laborversuch ergab ausserdem, dass der Stoff aus dem Grapefruitkernextrakt die Leber daran hindert, Lipoproteine niedriger Dichte abzusondern (das sind jene, die das sog. schlechte LDL-Cholesterin durch den Körper schleusen) und folglich den Cholesterinspiegel senken kann.

Studie: Metabolisches Syndrom und Naringenin

In einer im Fachblatt Diabetes (Journal der American Diabetes Association) veröffentlichten Studie führte dasselbe Forscherteam eine Folgestudie mit speziellen Labormäusen durch.

Die Tiere waren gentechnisch so manipuliert worden, dass sie mit einem Defizit an Rezeptoren für Lipoproteine niedriger Dichte (LDL) in ihrer Leber geboren wurden.

Das schädliche LDL-Cholesterin wird in einem gesunden Körper normalerweise zur Leber transportiert, dort von den LDL-Rezeptoren erkannt, in die Leberzellen aufgenommen, abgebaut und somit unschädlich gemacht.

Da den armen Labormäusen mittels gentechnologischer Praktiken diese Möglichkeit zum Abbau des schädlichen LDL-Cholesterins genommen war, stiegen alsbald ihre Cholesterinwerte deutlich an.

Als die Mäuse ein Alter von acht Wochen erreicht hatten, teilte man sie in vier Gruppen auf: Die erste Gruppe diente der Kontrolle und erhielt ganz normale Nahrung. Die zweite Gruppe bekam besonders fettreiche Nahrung, die dritte Gruppe erhielt zu derselben fettreichen Nahrung zusätzlich 1 Prozent Naringenin und die letzte Mäusegruppe ass fettreiche Nahrung plus 3 Prozent Naringenin.

Stoff aus Grapefruitkernextrakt gegen Metabolisches Syndrom

Nach vier Wochen schleppten sich die Mäuse der zweiten Gruppe extrem übergewichtig durchs Leben, sie hatten ferner enorme Probleme mit ihrem Blutzuckerspiegel und litten ausserdem unter einem hohen Blutdruck – kurzum, sie hatten das Metabolische Syndrom.

Die Mäuse jedoch, deren Nahrung zusätzlich Naringenin enthielt, behielten – trotz derselben fettreichen Nahrung – überraschenderweise ihr Normalgewicht, zeigten keinerlei erhöhte Cholesterin- oder Triglyceridwerte und erfreuten sich einer gesunden Insulin-Sensitivität (1).

"Die Fettleibigkeit, die sich bei den Mäusen mit der verabreichten fettreichen Ernährung eigentlich hätte entwickeln müssen, wurde durch das Naringenin komplett verhindert",

berichtete Forschungsleiter Murray Huff von der University of Western Ontario begeistert.

Schlank und gesund trotz fettreicher Ernährung

Die Forscher wiederholten das Experiment mit normalen, also genetisch unveränderten Mäusen. Nach 30 Wochen entwickelten auch diese Mäuse – aufgrund der ihnen servierten fettreichen Mahlzeiten – deutliches Übergewicht sowie die weiteren typischen Symptome des Metabolischen Syndroms.

Allerdings blieben auch bei dieser Versuchsreihe jene Mäuse schlank und gesund, die zusätzlich 3 Prozent Naringenin erhalten hatten.

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Mit Naringenin gegen Metabolisches Syndrom?

Nun könnte man annehmen, dass Naringenin vielleicht den Appetit der Mäuse gezügelt hatte. Doch dem war nicht so. Alle Mäuse assen dieselben Portionen. Naringenin jedoch führte dazu, dass einerseits die Leber überschüssiges Fett verbrannte, anstatt es einzulagern.

Naringenin verringerte ausserdem die Fähigkeit der Leberzellen, Cholesterin zu produzieren und es regulierte den Blutzuckerspiegel, indem es die Insulinwerte senkte. Naringenin kann also – zumindest bei Mäusen – jene Stoffwechselstörungen positiv beeinflussen, die über kurz oder lang zu Diabetes führen würden und stellt daher einen vielversprechenden Ansatz in der Therapie des Metabolischen Syndroms dar.

Grapefruitkernextrakt statt Grapefruits

Allerdings sei die den Mäusen verordnete Naringenin-Dosis sehr viel höher gewesen, als diese allein mit dem Verzehr von Grapefruits hätten aufnehmen können, so die beteiligten Forscher. Auch wüssten sie noch nicht, ob die beeindruckenden Effekte des Naringenins in derselben Weise bei Menschen eintreten würden, die ein metabolisches Syndrom haben.

Murray Huff erklärte daher, man wolle nun herausfinden, ob Naringenin bei Labortieren auch Herzerkrankungen verhindern könne und plane ausserdem klinische Studien, um die Wirksamkeit des Naringenins auch beim Menschen überprüfen zu können.

Die wirksamen Bioflavonoide wie Naringenin, aber auch Hesperidin, Poncirin u. a. finden sich bevorzugt in den am bittersten schmeckenden Fruchtteilen, nämlich in den Kernen, der Schale und der weissen Haut von Grapefruits, also in gerade jenen Fruchtteilen, die wir nicht so gerne essen und möglichst vor dem Verzehr der Frucht entfernen.

Fazit: Grapefruitkernextrakt gegen metabolisches Syndrom?

Grapefruitkernextrakt stellt aus diesem Grunde eine hervorragende Quelle für Naringenin dar und bietet eine einfache Möglichkeit, in den Genuss der wertvollen sekundären Pflanzenstoffe der Grapefruit zu gelangen.

Der Pflanzenstoff könnte mehrere Faktoren beeinflussen, die beim metabolischen Syndrom eine Rolle spielen – darunter Blutzucker, Blutfette und die Fetteinlagerung in der Leber.

Der tatsächliche Naringenin-Gehalt im Grapefruitkernextrakt hängt stark vom jeweiligen Produkt und Herstellungsverfahren ab. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Grapefruitkernextrakt – Das natürliche Antibiotikum.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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