Tinkturen selbst gemacht


Kräuterauszüge aus selbst gesammelten Kräutern, Blüten und Wurzeln sind schnell gemacht und bereichern die Hausapotheke mit höchst wirksamen Naturheilmitteln.

Kräuterauszüge selbst gemacht

Veröffentlichung am 28.06.2011 um 09:14 Uhr / Aktualisierung am 16.03.2012 um 10:37 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Sie möchten eine entspannende Baldriantinktur gegen Schlaflosigkeit? Oder eher eine leuchtendrote Johanniskrauttinktur für bessere Nerven und gegen Depressionen? Wie wäre es mit einer Ringelblumentinktur für schlecht heilende Wunden und gegen Verdauungsschwäche? Kräutertinkturen müssen zwar einige Tage bis einige Wochen ziehen und erfordern daher etwas Geduld. Der Ansatz jedoch ist in Windeseile bereitet. Kräuterauszüge lassen sich außerdem jahrelang aufbewahren und das Wichtigste ist: Sie wirken!

Kräutertinktur Tinkturen lassen sich jahrelang aufbewahren

Kräuterauszüge: Zeitsparende Herstellung

Ein Tee muss jeden Tag frisch zubereitet werden. Die Herstellung von Tinkturen jedoch nimmt nur an zwei Tagen ein wenig Zeit in Anspruch. Am ersten Tag wird der Ansatz bereitet, am letzten Tag wird die Tinktur gefiltert und abgefüllt. Dann jedoch ermöglicht eine Tinktur den täglichen Genuss der Heilkräuterkraft - und das über viele Monate hinweg.

Tinkturen: Preiswert und wirksam

Für die Herstellung von Tinkturen brauchen Sie weder spezielle Geräte noch außergewöhnliche Zutaten. Oft findet sich bereits alles im Haushalt: Gläser mit Schraubverschluss, Schnaps, getrocknete Kräuter (oder frische aus dem Garten) und Filtertüten. Das einzige, was es eventuell noch zu kaufen gilt, wären kleine Dunkelglasfläschchen mit Tropfeinsatz zum Aufbewahren der Tinktur. Doch sind diese schon für wenige Euro erhältlich. Jetzt benötigen Sie nur noch Kräuter, Blüten oder Wurzeln - und schon kann’s losgehen:

Welche Tinktur möchten Sie?

Für eine Baldriantinktur brauchen Sie die fein zerkleinerte Wurzel des Baldrians, der am besten im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr geerntet wird (oder im Fachhandel getrocknet gekauft werden kann). Für eine Johanniskrauttinktur benötigen Sie die gelben Blüten des Johanniskrauts, die ab Mai bis Juni blühen, sattorangefarbene Ringelblumenblüten ergeben im Sommer eine Ringelblumentinktur und junge Brennnesselblätter eine Brennnesseltinktur für die Gelenke. Die Niere kann mit einer Goldrutentinktur unterstützt werden, wofür Sie die Blüten und Blätter der Goldrute ernten. (Vergessen Sie hier jedoch nicht, täglich sehr viel Wasser zu trinken.). Bei Zahnfleischentzündungen tupft man die Tinktur aus den Wurzeln der Nelkenwurz auf das Zahnfleisch, Warzen bestreicht man mit einer Kardenwurzeltinktur (die Karde ist eine Distelart und soll auch bei Borreliose außerordentlich wirksam sein) und über eine Kastanienblütentinktur freuen sich Ihre Venen.

Sobald Sie sich entschieden haben, welche Tinkturen Sie herstellen möchten und die entsprechenden Pflanzen organisiert haben, gehen Sie nach dem folgenden Rezept vor. Viel Spaß!

Grundrezept für Kräuter-Tinkturen

Die Zutaten für eine Tinktur

Für die Herstellung von Tinkturen benötigen Sie gerade einmal fünf Zutaten:

  • Einmachgläser o. ä.: Um Ihre Kräuterauszüge bequem ansetzen zu können, benötigen Sie weithalsige Gläser, die sich zudem gut verschließen lassen (am besten mit Schraubverschluss).
  • Kräuter: Je nachdem, welche Tinktur Sie herstellen möchten, brauchen Sie natürlich die entsprechenden Kräuter dazu. Diese sammeln Sie am besten selbst. Wenn Sie die Kräuter kaufen möchten, achten Sie auf biologische Erzeugung oder Wildsammlung aus unbelasteten Regionen. Sie können für die Herstellung einer Tinktur frische oder getrocknete Pflanzen verwenden. Tinkturen aus frischen Pflanzenteilen werden oft aromatischer und kraftvoller. Die Kräuter werden im Verhältnis 1 : 10 mit Alkohol angesetzt.
  • Alkohol: Tinkturen sind bekanntlich Kräuterauszüge mit Alkohol. Also benötigen Sie einen geeigneten Hochprozentigen. Dazu eignet sich sehr gut ein gewöhnlicher Schnaps, also Doppelkorn oder auch Wodka aus dem Supermarkt. Wichtig ist ein Alkoholgehalt von mindestens 40 bis 45 Vol.%. Wer möchte kann auch in der Apotheke höherprozentigen (und teureren) Alkohol besorgen, was aber nicht nötig ist.
  • Filterpapier (z. B. Kaffeefilter): Wenn die Tinktur fertig ist, wird sie gefiltert (einfach in ein weiteres weithalsiges Gefäß durch den Filter tropfen lassen), um hernach in Dunkelglasfläschchen abgefüllt zu werden.
  • Dunkelglasfläschchen: Tinkturen sollten möglichst dunkel, kühl und verschlossen aufbewahrt werden. Dazu füllt man sie in Dunkelglasfläschchen ab (Pipetten- oder Tropffläschchen – gibt es leer in der Apotheke) und lagert diese an einem kühlen, dunklen Platz, wo sie mindestens ein Jahr, meistens aber sehr viel länger haltbar bleiben.

Die Herstellung einer Kräuter-Tinktur

  • Füllen Sie die großen, weithalsigen Gläser zu einem Drittel bis fast zur Hälfte mit zerkleinerten Wildkräutern, Heilpflanzen, Blüten oder Wurzelstückchen. Sorgen Sie dafür, dass die Kräuter dicht an dicht liegen.
  • Gießen Sie nun mindestens so viel Alkohol darüber, dass die Kräuter vollkommen bedeckt sind und höchstens so viel, dass man die Tinktur anschließend noch gut verschütteln kann. Verschließen Sie dann das Glas.
  • Stellen Sie das Glas (oder die Gläser) an einen ungestörten Platz. Ob dieser einfach nur hell, sonnig oder gar vollkommen dunkel sein soll – darüber diskutieren die Experten noch. Suchen Sie sich also einfach einen Ort aus, wo Sie Ihre Tinkturen einige Wochen lang stehen lassen können, ohne dass diese irgendwann einmal im Weg wären.
  • Schütteln Sie Ihre Tinktur mindestens einmal, besser mehrmals täglich gut durch.
  • Nach 5 Tagen bis 6 Wochen (manche Experten empfehlen drei Wochen, andere schwören auf 30 Tage) ist die Tinktur fertig.
  • Lassen Sie die Tinktur durch einen Filter laufen, verwerfen Sie die Kräuter und füllen Sie die Tinktur in kleine Dunkelglasfläschchen mit Tropfeinsatz oder Pipette.
  • Beschriften Sie die Fläschchen sorgfältig mit dem Namen der Tinktur und dem Herstellungsdatum. Nur so können Sie später die Haltbarkeit abschätzen.
  • Bei Bedarf nehmen Sie von Ihren Tinkturen dreimal täglich 20 bis 30 Tropfen bzw. eine bis zwei Pipetten voll. Sie können die Tinktur direkt in den Mund geben oder sie mit Wasser, Saft oder Tee einnehmen. Tinkturen eignen sich selbstverständlich auch zur Herstellung von Salben oder Cremes.

Wer Alkohol meiden möchte, gibt die einzunehmende Tinkturmenge in eine Tasse mit heißem Wasser und lässt diese abkühlen. Auf diese Weise verdunstet ein Großteil des Alkohols. Sollten Sie jedoch überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen dürfen, dann wäre es besser, Sie steigen auf alkoholfreie Kräuterzubereitungen um.

Quellen

Quelle 1
Quelle 2
Quelle 3




Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums. Dieser Artikel darf mit unserer Genehmigung kopiert und verbreitet, jedoch nicht verändert werden.

Möchten Sie weiterhin von uns informiert werden?

Wir informieren 1-2 mal monatlich über neu veröffentlichte Artikel.
Melden Sie sich zu unserem kostenlosen Newsletter an.

zum kostenlosen Newsletter anmelden

Weitere themenrelevante Artikel:

Entgiften mit Kräutern

Entgiften mit Kräutern

(Zentrum der Gesundheit) - Manche Kräuter, Pflanzen und Wildgemüse eignen sich vorzüglich zur Bereicherung des täglichen Speiseplans. Wenn wir bewusst solche wählen, die einerseits gut schmecken, einfach zuzubereiten sind und darüber hinaus eine entgiftende und entschlackende Wirkung haben, dann profitieren wir davon weit mehr, als von einer kurzfristig durchgeführten Entgiftungs- oder Fastenkur.

weiterlesen

 

Heilpflanzen sollen vom freien Markt verschwinden

Heilpflanzen sollen vom freien Markt verschwinden

(Zentrum der Gesundheit) - Es eilt: Mit Hilfe der Europäischen Richtlinie zur Verwendung Traditioneller und Pflanzlicher Medizinischer Produkte (THMPD) soll der Verkauf von Heilpflanzen in der EU stark eingeschränkt werden. Ab 1. April 2011 soll der Verkauf von Heilpflanzen und ihren Produkten in der EU nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein.

weiterlesen

 

Die Kraft der Heilpflanzen

Die Kraft der Heilpflanzen

Die meisten frei lebenden Tiere zehren seit jeher zum Ende der Winterzeit von ihren letzten Kräften. Ähnlich erging es bis ins vorletzte Jahrhundert hinein auch uns Menschen. Nach Monaten karger Nahrung suchten Mensch und Tier nach Pflanzen, die in der Lage waren, den entstandenen Energiemangel auszugleichen. Und genau diese Pflanzen lässt Mutter Natur im Frühling in einer Vielfalt erblühen.

weiterlesen

 

Wildkräuter für Hausapotheke und Küche

Wildkräuter für Hausapotheke und Küche

(Zentrum der Gesundheit) - Wildkräuter schenken uns seltene Vitalstoffe und wertvolle Heilsubstanzen. Wildkräuter wachsen außerdem kostenlos im Wald, in Parkanlagen, auf Wiesen, an Wegrändern, natürlich im eigenen Garten und sogar auf dem Friedhof. Viele Wildkräuter passen gut in Salate, Suppen, Pestos, Gewürzmischungen und Smoothies, andere sind ideale Heilpflanzen. Aus ihnen können ohne großen Aufwand heilkräftige Tees oder Tinkturen hergestellt werden. Wann unternehmen SIE Ihre nächste Kräuterwanderung?

weiterlesen

 

Chlorophyll schützt, nährt, vitalisiert und heilt

Chlorophyll schützt, nährt, vitalisiert und heilt

(Zentrum der Gesundheit) - Go Green! Essen Sie „grün“, trinken Sie „grün” und leben Sie „grün“! Go Green! Das ist das Motto einer neuen Generation von Menschen, die mit der grünen Partei nicht unbedingt etwas zu tun hat, stattdessen aber voller Freude und Begeisterung im Einklang mit der Natur lebt. Wer „grün“ lebt, hat erkannt, welche Power und Vitalität in grünen Lebensmitteln steckt. Grüne Lebensmittel sind jene sog. Superfoods, mit deren Lebenskraft und Energie es kein anderes Nahrungsmittel aufnehmen kann. Worauf warten Sie noch? Go Green!

weiterlesen

 

Chlorophyll: Zehnmal wirksamer gegen Krebs als Chemotherapie

Chlorophyll: Zehnmal wirksamer gegen Krebs als Chemotherapie

(Zentrum der Gesundheit) - Warum Chlorophyll und damit grüne Pflanzen Krebs heilen können. Neueste Forschungen des Linus-Pauling-Insituts der Oregon State University lassen vermuten, dass natürliche Substanzen wie etwa der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll oder Selen aus Knoblauch und der Paranuss im Kampf gegen Krebserkrankungen eine möglicherweise viel bedeutendere Rolle spielen könnten, als man bislang angenommen hatte.

weiterlesen

 

Brennnessel – ein köstliches Heilkraut

Brennnessel – ein köstliches Heilkraut

Traditionelle Anwendungsgebiete gibt es für die Brennnessel viele. Wissenschaftlich erwiesen ist jedoch, dass die Brennnessel Arthrose, Arthritis, Prostatabeschwerden und Blasenprobleme lindern sowie entzündliche Darmerkrankungen positiv beeinflussen kann. Die Samen der Brennnessel lassen sich als Vitalitätstonikum und gegen Haarausfall einsetzen, und in Form der sog. Brennnesseljauche ersetzt die Pflanze Kunstdünger und Pestizide. Die Brennnessel eignet sich ausserdem hervorragend als Lebensmittel – nicht nur aufgrund ihrer Fülle an Vitalstoffen, sondern auch wegen ihres fantastischen Geschmackes.

weiterlesen

 

Kamillen – für Entspannung und starke Nerven

Kamillen – für Entspannung und starke Nerven

Kamillentee kennt jeder. Von einem Kamillen-Smoothie jedoch hat noch kaum jemand etwas gehört. Er ist ein wunderbarer Begleiter für stressige Zeiten, entspannt und beruhigt die Nerven.

weiterlesen

 

Kuzu

Kuzu

Kuzu ist eine wilde Weinart aus dem asiatischen Raum. In der traditionellen japanischen Medizin wird Kuzu von je her als Heilpflanzen bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen eingesetzt.

weiterlesen

 

Phytotherapie - Pflanzenheilkunde

Phytotherapie - Pflanzenheilkunde

Unter Phytotherapie versteht man die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen (Pulver, Tee, Extrakt, Tinktur).

weiterlesen

 

Krebs - und grüner Tee!

Krebs - und grüner Tee!

( Von Dr. med. Matthias Rath) - Offenbar bedurfte es des Selbstversuches eines Heidelberger Universitäts-Professors, der sich selbst mit grünem Tee heilte, um die Bedeutung der darin enthaltenen hochwirksamen Naturstoffe im Kampf gegen Krebs und anderen Krankheiten zum Durchbruch zu verhelfen.

weiterlesen

 

Grüner Tee gegen Arteriosklerose

Grüner Tee gegen Arteriosklerose

(Zentrum der Gesundheit) - Eine neue Studie, die im European Journal of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation veröffentlicht wurde, hat weitere Beweise für die günstigen Auswirkungen von grünem Tee in Bezug auf die Risikofaktoren, die zu Herzinfarkt führen können, angeführt.

weiterlesen

 


Alles neu macht der Mai!

Wir werden den Mai nutzen, um unsere Kommentarfunktion weiter zu verbessern.

(1)

Abdullah
geschrieben am: Dienstag, 09. August 2011, 23:27
eMail-Adresse hinterlegt
Wie steige ich auf alkoholfreie Kräuterzubereitungen um? Was kann ich als Alternative benutzen?

Zentrum der Gesundheit:

Hallo Abdullah,
vielen Dank für Ihre Mail.

Alkoholfreie Kräuterzubereitungen sind zum Beispiel Tees, Kaltwasserauszüge, Abkochungen, Frischpflanzensäfte, pulverisierte Kräuter oder Auszüge in Glycerin (Apotheke/Reformhaus).

Liebe Grüße
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.