Krebsstudien
Krebsstudien werden immer öfter mit Geldern aus der Industrie finanziert. Selten mit den Absichten ein positives Nutzen für den leidenden Patienten zu erreichen. Im Vordergrund stünde allein die Gewinnmaximierung.
Veröffentlichung am 21.10.2010 / Aktualisierung am 16.01.2013 
(Zentrum der Gesundheit) - Die Pharmaindustrie sponsert Krebsstudien und beeinflusst dadurch offenbar in vielen Fällen die Ergebnisse dieser Untersuchungen. Wissenschaftler belegten nun, dass interessierte Kreise pharmazeutische Studien zum Wohle des Medikaments beeinflussen.
Krebsforscher passen Studien an und kommen damit den Pharmakonzernen entgegenWissenschaftler des Comprehensive Cancer Center der Universität Michigan (U-M) veröffentlichten kürzlich in der Online-Version der Zeitschrift Cancer(1) eine neue Analyse, die belegt, dass eine große Anzahl klinischer Krebsstudien, die in bekannten medizinischen Fachzeitschriften erschienen waren, von Pharmafirmen finanziert wurden. Außerdem konnte die Studie beweisen, dass manche Forscher „angepasste“ Ergebnisse veröffentlichen, um den großen Pharmakonzernen ein wenig entgegenzukommen.
Forscher befinden sich dieser Untersuchung zufolge äußerst häufig in Interessenskonflikten, die zu den genannten angepassten Ergebnissen führen. „Wenn wir eine unabhängige Krebsforschung möchten, müssen wir ihre Verbindungen zur Industrie kappen“, sagte die Autorin der Studie, Reshma Jagsi, M.D., D. Phil., Assistenz-Professor für Strahlentherapie an der U-M Medical School, in einer Mitteilung an die Presse.
Immer mehr Forscher konkurrieren um immer weniger staatliche Forschungsgelder. Kein Wunder also, wenn Wissenschaftler die Gelegenheit nutzen und sich – praktisch gezwungenermaßen – von den großen Pharmafirmen finanziell unterstützen lassen.
Doch schaffen Verbindungen dieser Art erwiesenermaßen Herren und Sklaven. Letztere lassen sich durch immer geschicktere Köder in immer engere Ketten legen. Eine unabhängige Forschung zum Wohle der Menschen ist nicht mehr möglich.
Natürlich erhalten die Wissenschaftler in den seltensten Fällen einen dicken Scheck für dieses oder jenes Studienergebnis. Die Fäden werden auf so raffinierte Art und Weise gesponnen, dass sie auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. So gibt es beispielsweise gewisse Vergütungen für Beratungsdienste. Beraten wird dabei nicht nur medizinisches Fachpersonal, sondern auch staatliche Institutionen bis hin zu den Ministerien – und verständlicherweise stets im Sinne des Geldgebers.
Anerkennung erhält der Wissenschaftler nicht selten auch in Form von Aktien des betreffenden Konzerns, so dass sein Interesse an dessen steigenden Umsätzen nicht gerade gering ist und er direkt davon profitiert, wenn die von ihm getesteten Medikamente ein prima Studienergebnis erzielen. Beliebt sind außerdem fest bezahlte Stellen im Konzern selbst, so dass der Wissenschaftler auch das letzte bisschen Unabhängigkeit noch verliert.
Das ist auch der Grund dafür, weshalb sich heute die meisten medizinischen Fachzeitschriften von unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen, um potentiellen Interessenskonflikten in den Studienberichten möglichst vor Veröffentlichung derselben auf die Spur zu kommen. Allerdings genügt diese Kontrolle nicht immer und sie wird kaum der in dieser Branche üblichen gut getarnten Korruption vorbeugen können.
Um zu belegen, wie oft klinische Studien zum Vorteil der Pharmakonzerne ausfallen, überprüften Dr. Jagsi und seine Kollegen 1534 Krebsstudien, die im Jahre 2006 in den Zeitschriften New England Journal of Medicine, Journal of the American Medical Association (JAMA), Lancet, Journal of Clinical Oncology, Journal of the National Cancer Institute, Lancet Oncology, Clinical Cancer Research und Cancer veröffentlicht wurden.
Bei knapp einem Drittel der untersuchten Krebsstudien, nämlich 29 Prozent, wurden offensichtliche Verbindungen der betreffenden Wissenschaftler zur Pharmaindustrie entdeckt. So fand man in den Autorenlisten der veröffentlichten Studien Forscher, die auf der Gehaltsliste der großen Pharmakonzerne standen, außerdem Forscher, die Beratungshonorare bestimmter Pharmakonzerne kassierten sowie Forscher, die in den Konzernen gut bezahlte Jobs inne hatten. Ungefähr 17 Prozent wurden gar direkt und ohne Umwege von der Industrie finanziert.
Laut der aktuellen Cancer-Studie wurden die meisten Interessenskonflikte in Artikeln aufgedeckt, deren Hauptautoren dem medizinischen Fachbereich der Onkologie angehörten (45 Prozent), die ferner aus den USA stammten (33 Prozent) und die mit Hilfe männlicher Autoren von hohem Rang verfasst waren (37 Prozent).
Besonders erschreckend war in dieser Angelegenheit, dass man in den genannten Krebsstudien die Überlebensrate von Patienten einfach höher ansetzte, wenn davon bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente, diagnostische Untersuchungsmethoden oder sonstige neue Technologien profitierten.
Das aber kann für die künftigen Patienten sehr ernsthafte Folgen haben, da Studien über die Wirksamkeit von Therapien – wenn die Ergebnisse in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht werden – gewöhnlich als Basis für die Genehmigung dieser Therapien dienen.
Wenn also Onkologen ihre Krebspatienten beispielsweise mit Medikamenten behandeln, nur weil diese Medikamente in von der Pharmaindustrie finanzierten und beeinflussten Studien angeblich die Überlebenschancen erhöht haben (das aber in Wirklichkeit gar nicht stimmte), dann deutet das einerseits auf völlig unzureichende Kontrollmaßnahmen hin, andererseits aber auch auf Konzerne, die zur Umsatzsteigerung offenbar über Leichen gehen.
Die Untersuchung über die Glaubwürdigkeit von Krebsstudien enthüllte außerdem, dass sich Studien, die von der Pharmaindustrie finanziert wurden, gerne auf kostspielige Behandlungsmethoden konzentrierten, während sich Studien, die ohne finanzielle Unterstützung der Industrie durchgeführt wurden, eher um die Auswirkungen von vorbeugenden Maßnahmen und um den Einfluss von Risikofaktoren kümmerten. So hatten 62 Prozent der industriefinanzierten Studien Behandlungsmethoden zum Inhalt, während dies bei unabhängigen Untersuchungen nur in 32 Prozent der Studien der Fall war.
„Wenn wir den Einfluss der Pharmaindustrie auf unsere Wissenschaftler minimieren möchten, muss Forschung künftig mit öffentlichen Geldern finanziert werden. Wir dürfen keinesfalls erwarten, dass die Wirtschaft die nötigen Mittel bereitstellt“, sagte Dr. Jagsi in einer Erklärung an die Presse. Medizinische Forschung soll schließlich uns allen von Nutzen sein und darf sicher nicht für die Gewinnmaximierung großer Konzerne missbraucht werden.
(1) Cancer ist das offizielle Magazin der American Cancer Society. Es handelt sich um ein wissenschaftliches peer-reviewed Magazin. „Peer-reviewed“ bedeutet, dass die darin veröffentlichten Studien und Veröffentlichungen erfolgreich den Peer-Review durchlaufen haben. Peer Review ist ein Verfahren zur Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten, wobei unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet wie die Autoren herangezogen werden, um die Qualität der betreffenden Arbeiten zu beurteilen. Die Gutachter werden Peers genannt.
"Frequency, nature, effects, and correlates of conflicts of interest in published clinical cancer research." Reshma Jagsi, Nathan Sheets, Aleksandra Jankovic, Amy R. Motomura, Sudha Amarnath, and Peter A. Ubel. CANCER; Published Online: May 11, 2009 (DOI 10.1002/cncr.24306) Print Issue Date: June 15, 2009.
| Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal. |
|
© Neosmart Consulting AG - Alle Rechte vorbehalten.
Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums. Dieser Artikel darf ohne Genehmigung weder kopiert, veröffentlicht noch verteilt werden.
Eine Verlinkung direkt auf die jeweilige Text-Seite ist erlaubt und erwünscht.
(Zentrum der Gesundheit) – Jährlich werden Hunderte von wissenschaftlichen Veröffentlichungen ohne Begründung zurückgezogen. Während es sich bei vielen Studien aus der Biomedizin um Flüchtigkeitsfehler handelt, weisen andere ein hochgradiges wissenschaftliches Fehlverhalten auf. Was verleitet Wissenschaftler zu solchen Datenfälschungen? Welchen Studien kann man vertrauen?
(Dr. Richard Sauder) - Was unter Bewusstseinskontrolle stehenden Menschen besonders schwerfällt ist, zu erkennen dass ihr Bewusstsein kontrolliert wird. Der große Philosoph und Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe gelangte bekanntlich schon vor zweihundert Jahren zu der Erkenntnis: „Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein.“
(Zentrum der Gesundheit) - Die Manipulation durch Medien nimmt immer bedenklichere Formen an. Ganz gleich ob die Presseinformationen uns über die Printmedien oder über den Äther erreichen – sie werden häufig manipuliert um unsere Wahrnehmung präzise zu steuern und zu kontrollieren.
(Zentrum der Gesundhet) - Die häufigste Freizeitbeschäftigung der Menschen ist das Fernsehen. Es wird kaum mehr gelesen, spazieren gegangen oder mit seinen Kindern gespielt. Dennoch sind die meisten Menschen immer noch der Meinung, dass das Fernsehen keine Auswirkungen auf unser Denken und Handeln hat. Es wird in der Regel als informativ, unterhaltend und entspannend angesehen. Eine gefährliche falsche Einschätzung...
(Zentrum der Gesundheit) - Vitamine und Mineralien können das Brustkrebsrisiko senken, allerdings nur wenn sie natürlichen Ursprungs sind. Wissenschaftler der Ponce School of Medicine im karibischen Inselstaat Puerto Rico berichten von einer aktuellen Studie.
Nicht weniger als 37 Rechts-, Medizin- und Forschungsexperten haben in einem offenen Brief an die Fachzeitschrift Science gefordert, dass sich das Blatt offiziell von den ursprünglichen vier Studien distanziert, die HIV als den Aids-Erreger identifizierten. Den Verfassern des Schreibens zufolge lägen heute umfassende Beweise dafür vor, dass besagte Studien nicht nur mangelhaft durchgeführt worden seien, sondern ihre Ergebnisse auch auf Fälschungen beruhten.
(Zentrum der Gesundheit) - Gehören auch Sie zu den besonders leichtgläubigen Menschen? Zu jenen Menschen, die alles glauben, wenn es nur von einer Autorität verkündet wird. Lassen auch Sie sich von einem weißen Kittel beeindrucken? Vom Titel Ihres Gegenübers? Oder von seinem beruflichen Erfolg? Oder gehören Sie womöglich der seltenen Spezies jener Menschen an, die Informationen – ganz gleich, wer sie verbreitet – kritisch und mit Hilfe ihres gesunden Menschenverstandes beurteilen?
Verfolgt man die Veröffentlichungen über eine neue Studie zum Thema Parkinson und Vitamin D-Mangel, so stellt man fest, dass Mainstream-Medien die Ergebnisse dieser Studie verfälscht haben.
(Zentrum der Gesundheit) - Exakt zu jenem Zeitpunkt, da die Menschheit endlich begriffen hat, wie positiv sich natürliche Lebensmittel und die in ihnen vorkommenden Antioxidantien auf die Gesundheit auswirken, sind die Massenmedien mit ihrem altbekannten Verwirrspiel zur Stelle und verkünden, Antioxidantien seien ziemlich gefährlich. Mittlerweile entlockt dieses planmäßige "An-der-Nase-herumführen" informierten Menschen nur noch ein müdes Gähnen.
Eine Studie soll die Öffentlichkeit verunsichern. Freudig posaunten es die Medien in die Welt: Vitamine erhöhen das Sterblichkeitsrisiko! Grundlage dieser Meldung war eine Studie, die am 28. Februar 2007 im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA veröffentlicht worden war.
(Zentrum der Gesundheit) - Vielleicht glauben Sie, dass die heutigen Ärzte so gut ausgebildet sind, dass sie problematische Nebenwirkungen von Medikamenten abschätzen können. Möglicherweise glauben Sie außerdem, dass Chirurgen nur dann eine Operation vornehmen, wenn sie physisch und mental dazu in der Lage sind. Dass sie die Operation also nur durchführen, wenn sie sicher sind, den Patienten keinesfalls in Gefahr zu bringen. Leider zeigen zwei aktuelle Studien, dass man das besser nicht glauben sollte. Sie enthüllen wichtige Aspekte, warum die Schulmedizin eine Gefahr für Ihre Gesundheit, ja sogar für Ihr Leben bedeuten kann.
(Zentrum der Gesundheit) - Die regierungsunabhängige Organisation "Alliance for Natural Health" (ANH, Bündnis für natürlich Gesundheit) weist darauf hin, dass im bekannten und beliebten Online-Lexikon Wikipedia viele Artikel zum Thema alternative Heilmethoden sehr häufig stark zensiert sind oder gar falsche Informationen enthalten.

(0)Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.