Natürliche Verhütung
Viele Paare suchen nach Möglichkeiten einer natürlichen Verhütung, da sie eine Schwangerschaft verhindern wollen, ohne die Nebenwirkungen des hormonellen Eingriffs in Kauf nehmen zu müssen. Hier finden Sie eine Auflistung verschiedener, natürlicher Verhütungsmethoden.
Veröffentlichung am 28.08.2008 um 14:06 Uhr / Aktualisierung am 02.12.2011 um 14:09 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Paare können künftig auf chemische Verhütungsmittel, wie Pille, Spirale & Co verzichten. Nachstehend führen wir Ihnen verschiedene natürliche Verhütungsmethoden auf:
Der monatliche Zyklus der Frau ist im Prinzip regelmäßig. Weitgehend pünktlich wächst die Eizelle im weiblichen Körper heran. Ebenso zuverlässig erfolgen die Bildung der Gebärmutterschleimhaut und deren Abstoßung als Folge regelmäßiger hormoneller Veränderungen.
Schwankungen im Zyklus sind nicht wirklich ungewöhnlich, da der Mensch als Lebewesen grundsätzlich auf äußere Reize anspricht. Sowohl Stress, als auch körperliche oder seelische Belastungen können zu kleinen Unregelmäßigkeiten im Zyklus führen. Dennoch lässt sich die durchschnittliche Dauer des Monatszyklus recht sicher mit 28 Tagen angeben.
Für die rechnerische Ermittlung der fruchtbaren Tage gilt der erste Tag der Regelblutung zugleich als erster Tag des Zyklus. Die eigentliche Zeit der Blutung beträgt in der Regel vier bis fünf Tage. Danach beginnt der erneute Aufbau-Prozess, in dessen Verlauf eine Eizelle ausgestoßen wird. Die Befruchtungsfähigkeit ist während des Eisprungs für einen einzigen Tag gegeben. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, beginnt erneut der Abbau-Prozess, welcher auch als Sekretions-Phase bezeichnet wird.
Die Zeit der möglichen Empfängnis beträgt jedoch deutlich mehr als einen Tag. Da die männlichen Samenzellen drei bis vier Tagen im Körper der Frau lebensfähig bleiben, verlängert sich der Zeitraum einer möglichen Schwangerschaft entsprechend. Zudem ist die Zeit des Eisprungs nicht wirklich sicher anzusetzen.
Aus diesem Grund sind neun bis zehn Tage für eine Empfängnis denkbar. Die Kalendermethode, bei welcher das Paar während der fruchtbaren Tage der Frau auf Sex verzichtet, ist somit eine natürliche Form der Verhütung, die auf Grund individueller Schwankungen allerdings sehr unsicher ist.

Das Kondom gehört zu den mechanischen Verhütungsmitteln, die für Spermien eine Barriere bilden und somit vermeiden, dass diese zu einer befruchtungsfähigen Eizelle gelangen können. Weitere bekannte Namen für das Kondom sind Präserativ, Präser oder auch Gummi.
Die Bezeichnung als Gummi passt gut zum Material, aus welchem dieses Verhütungsmittel hergestellt ist. Es handelt sich hierbei um dünnes Gummi bzw. Latex.
Die wichtigsten Eigenschaften eines Kondoms bestehen darin, dass es reißfest und undurchlässig ist. Diese Qualitätsmerkmale werden durch die Hersteller der Kondome regelmäßig überprüft.
Die Anwendung eines Kondoms ist recht einfach, erfordert jedoch ein wenig Fingerspitzen-gefühl. Bereits beim Öffnen der Verpackung ist Vorsicht geboten, damit der Präser nicht durch einen Fingernagel oder einen Ring beschädigt wird. Vor dem Aufsetzen des Kondoms auf das steife Glied muss die Vorhaut zurückgezogen werden, sofern der Mann nicht ohnehin beschnitten ist.
Unbedingt zu beachten ist, dass vorne ein kleiner Zipfel übersteht, welcher zur Aufnahme der Samenflüssigkeit dient. Dieser wird einmal zusammengedrückt, damit vorhandene Luft aus dem Kondom entweichen kann.
Danach muss der Präser abgerollt werden, wozu am besten die ganze Hand verwendet wird. Wenn das Kondom so weit abgerollt wird, dass der Gummiring nahezu in den Schamhaaren verschwindet und es stramm sitzt, kann keine Samenflüssigkeit aus ihm heraustreten, sodass es seine Verhütungsfunktion erfüllt.
Vorsicht ist jedoch nach dem Samenerguss geboten. Da das Glied nach dem Orgasmus erschlafft und damit der sichere Sitz des Kondoms nicht mehr gewährleistet bleibt, muss es recht schnell aus der Scheide gezogen werden. Hierbei muss der Ring des Präserativs festgehalten werden, damit es nicht in die Scheide abgestreift wird und sich keine Samenflüssigkeit in diese entleert.
Während der fruchtbaren Tage ändert sich auch die Körpertemperatur, daher ist es möglich, mit der Messung der so genannten Basaltemperatur, eine Empfängnis zu verhüten.
Die Basaltemperatur ist die niedrigste Körpertemperatur, die im Ruhezustand erreicht werden kann. Sie wird gleich morgens nach dem Aufwachen, und noch vor dem Aufstehen, gemessen. Es empfiehlt sich, ein spezielles Thermometer zu verwenden, das auf ein zehntel Grad genau misst.
Die morgendliche Temperatur wird in einem Diagramm eingetragen. Dadurch ist es möglich, die Zeit des Eisprungs zu ermitteln. Mittlerweile gibt es auch kleine Computer, die die Daten der morgendlichen Temperaturmessung speichern und auf die fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage hinweisen.
Während des ersten Teils des weiblichen Menstruationszyklus ist die Basaltemperatur niedriger. Dieser wird als follikuläre Phase bezeichnet. Kurz vor dem Eisprung fällt die Temperatur leicht ab. Um den Eisprung herum ist ein Anstieg der Temperatur zu verzeichnen. Diese zweite Phase wird als luteale Phase bezeichnet. Die Temperatur steigt, durch die Produktion des Gelbkörperhormons, im Allgemeinen um etwa 0,2 bis 1,0 Grad an. Nach dem Eisprung bleibt die Temperatur noch für ca. 12 Tage, also bis zum Beginn der Menstruation, erhöht. Danach fällt sie wieder auf die Normaltemperatur ab.
Hat der Eisprung stattgefunden, kann man davon ausgehen, daß für den Rest des Zyklus keine Schwangerschaft auftreten kann. Allerdings sollte bei jeder Empfängnisverhütung berücksichtigt werden, daß die Eizelle zwar nur bis zu 24 Stunden befruchtungsfähig ist, die Spermien aber bis zu 5 Tage im Körper der Frau lebensfähig sind.
Will man den genauen Zeitpunkt des Eisprungs ermitteln, empfiehlt es sich, die Temperaturmessungen für einige Monate aufzuzeichnen.
Bei der Messung der Basaltemperatur sollte auf folgendes geachtet werden:
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Andreas Kallmeyer