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Dieser Text wurde veröffentlicht am 26.05.2008 um 10:43 Uhr
Aktuelles Beispiel hierfür ist die Vorstellung von Studiendaten zu den angeblichen Risiken von Vitaminen durch die "Cochrane Collaboration". In diesem Fall ging es wohl einzig und allein darum, die Menschen von der Anwendung von Vitaminen und anderen Nährstoffen abzuschrecken, deren hohe Sicherheit und großer Nutzen für unsere Gesundheit doch längst im Rahmen zahlreicher wissenschaftlicher Studien überzeugend bestätigt wurde.
Bei der im April 2008 veröffentlichten Auswertung von 67 Studien handelt es sich um eine sog. Meta-Analyse, d.h. eine zusammenfassende Auswertung von Daten aus mehreren Studien. Sie stellt zudem keine Neuigkeit dar, vielmehr wurde der zusammenfassende Bericht jetzt erneut vorgestellt, nachdem dieselbe Untersuchung schon im vorigen Jahr in der medizinischen Zeitschrift "JAMA" (Journal of the American Medical Association) (2007, 297, 842-857) präsentiert worden war.
Die - in beiden Publikationen übrigens identischen - Autoren kommen in ihrer aktuellen Auswertung zu dem Schluss, dass bestimmte Antioxidantien, d.h. Vitamin A, E und Betacarotin das Sterberisiko angeblich um bis zu 16 Prozent erhöhen. Diese Interpretation überrascht sehr, zog doch schon die erste Veröffentlichung im Vorjahr sehr große Kritik seitens anderer Forscher und Ernährungswissenschaftler auf sich - mit der Folge, dass dieselben Autoren später zugaben, dass ihre Studie Fehler enthielt. Korrekturen wurden anschließend in derselben Zeitschrift veröffentlicht (JAMA 2008, 299, 765-766). Dennoch ist die Studie jetzt wieder "aufgewärmt" und - unzutreffend - als "neu" verkauft worden.
Im Folgenden werden einige der wissenschaftlichen Aspekte und Einzelheiten dieser verfälschenden Studie behandelt, die dazu geführt haben, dass unbegründete Schlüsse gezogen wurden und in der Folge Angst schürende Schlagzeilen in den Medien auftauchten:
Nach vorsichtigen Schätzungen haben fast 160 Millionen Menschen in Nordamerika und Europa die Nahrungsergänzungen, die in dieser Studie bewertet wurden, über Jahrzehnte angewandt. Wenn Antioxidantien tatsächlich ein signifikantes Risiko für die Gesundheit der Menschen darstellen würden, wäre dies längst bekannt geworden. Dagegen gibt es für die positiven Gesundheitswirkungen von Vitaminen eine große Menge an Daten aus Versuchen an Mensch und Tier.
Selbst die Autoren der "Cochrane Collaboration" geben zu, dass ihre Ergebnisse im Widerspruch zu Studien stehen, die die positiven Wirkungen von Antioxidantien belegen (Nutr Cancer, 2003, 46, 1522; J Natl Cancer Inst 2003, 95, 717-722; Dis Colon Rectum 1999, 42, 212-217). Leider haben sie trotzdem die fehlerhafte Analyse noch einmal wiederholt: Die vorgelegten Daten sind offenkundig nur für diejenigen nützlich, die aus reinem Geschäftsinteresse die profitable Vermarktung von Pharmaprodukten absichern möchten, indem sie die breite Anwendung von Vitaminen und anderen Naturstoffen zu unterbinden versuchen.
Quelle: Dr. Rath Gesundheits-Brief Ausgabe 6/2008
www.dr-rath.com
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