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Hoher Blutdruck: Diese Medikamente könnten schuld sein

Wenn Sie an hohem Blutdruck leiden, überprüfen Sie Ihre sonstigen Medikamente. Denn viele Arzneimittel können den Blutdruck steigen lassen und zur Verordnung von Blutdruckmedikamenten führen, die gar nicht nötig wären, würde man die blutdrucksteigernden Mittel nicht nehmen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 09 März 2026
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Wenn Medikamente zu Bluthochdruck führen

Bluthochdruck ist nicht einfach nur ein hoher Blutdruck. Bluthochdruck ist der Vorreiter für Herzkrankheiten und Schlaganfälle – und damit einer der entscheidenden Risikofaktoren der häufigsten Todesursachen unserer Zeit.

Bluthochdruck entsteht zum Glück nicht einfach so. Oft ist er hausgemacht, also vom jeweiligen Betroffenen selbst verursacht.

Denn abgesehen von einer falschen Ernährungs- und Lebensweise nimmt mindestens einer von fünf Bluthochdruckpatienten irgendein Medikament (gegen eine andere Problematik), das aufgrund seiner Nebenwirkungen zu Bluthochdruck (1) mit all seinen Folgen führen kann – so eine Untersuchung, die bei der 70. Jahreskonferenz des American College of Cardiology im Mai 2021 vorgestellt wurde.

Diese Medikamente können den Blutdruck erhöhen

Der genannten Untersuchung zufolge gibt es insbesondere drei Arzneimittelklassen, die Bluthochdruck verursachen können:

Antidepressiva, nicht-steroidale Entzündungshemmer/Schmerzmittel (besonders Ibuprofen (3) und Steroide ( Cortison, z. B. zur Behandlung von Gicht, Lupus oder Rheuma ).

18 Prozent der befragten PatientInnen nahmen mindestens eines dieser Arzneimittel. Weitere den Blutdruck erhöhende Medikamente sind

Antipsychotika, Dekongestiva (Mittel zum Abschwellen der Nasenschleimhaut) und manche orale Empfängnisverhütungsmittel (4) (sie können den Blutdruck um 8 mmHg systolisch und 6 mmHg diastolisch steigen lassen.

Einnahme mehrerer Medikamente ist gang und gäbe

Die an der Studie beteiligten Forscher halten diese Ergebnisse für besorgniserregend, zumal fast die Hälfte aller BluthochdruckpatientInnen ihren Blutdruck nicht unter Kontrolle hätten. Dr. John Vitarello, Studienleiter und Internist am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston, erklärt, dass HochdruckpatientInnen einen Blutdruck von unter 130 mmHg zu 80 mmHg erreichen sollten – so die aktuellen Leitlinien.

Diese Werte werden aber oft nicht erreicht, zumal viele Menschen mit Bluthochdruck gar nichts von ihrem Bluthochdruck wissen oder aber zwar Medikamente gegen Bluthochdruck nehmen, ihre übrigen Medikamente den Blutdruck aber wieder erhöhen, so dass die Blutdrucksenker nicht umfassend wirken können.

Gerade bei der älteren Bevölkerung – wo Bluthochdruck am häufigsten ist – ist die Einnahme mehrerer Medikamente gleichzeitig gang und gäbe, so dass hier dringend auf mögliche Neben- und Wechselwirkungen geschaut werden muss, um das daraus entstehende Erkrankungsrisiko nicht zu erhöhen.

Blutdruckerhöhende Medikamente absetzen oder austauschen

Für die Studie wurden die Daten von 27.599 Teilnehmern analysiert. 49 Prozent der durchschnittlich 55-Jährigen hatte bereits Bluthochdruck (also höher als 130 zu 80 mmHg). Bei den Bluthochdruckpatientinnen nahmen 24 Prozent ein Arzneimittel, das den Blutdruck steigen lässt, bei den Männern waren es 14 Prozent.

Dr. Vitarello empfiehlt, dass es in manchen Fällen sinnvoller sei, die blutdruckerhöhenden anderen Medikamente abzusetzen oder verträglichere Alternativen zu verschreiben, anstatt zu versuchen, den arzneimittelbedingten Blutdruck medikamentös zu senken.

Wenn die Hälfte der an Bluthochdruck leidenden US-Erwachsenen, die derzeit blutdruckerhöhende Medikamente nehmen, diese Medikamente absetzen würden, so Vitarello, könnten 0,56 bis 2,2 Millionen Patienten einen gesunden Blutdruck ganz ohne Blutdrucksenker erreichen.

Bluthochdruck und andere Krankheiten natürlich behandeln

Falls Sie an einem Bluthochdruck leiden und eines der oben genannten blutdruckerhöhenden Medikamente nehmen, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an und bitten Sie um eine Alternative, die Ihren Blutdruck nicht beeinflusst.

Allerdings weist eine Studie von 2018 darauf hin, dass es bei Patienten, die Antidepressiva nehmen, meist andere Faktoren seien, die den Blutdruck erhöhten (2), da diese neben den Depressionen noch weitere Beschwerden hätten, etwa Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Gefässerkrankungen und Übergewicht.

Auch rauchten sie häufiger. Allein Antidepressiva sollten daher nicht für einen Bluthochdruck verantwortlich gemacht werden!

Denken Sie immer daran, dass Sie auch selbst sehr viel tun können, um Krankheiten zu lindern – ganz gleich, ob es sich um Depressionen, Gicht oder Rheuma handelt.

Und falls Sie tatsächlich an Bluthochdruck leiden sollten (also an einem Bluthochdruck, der NICHT von Medikamenten verursacht ist), dann finden Sie auf unserer Seite natürliche Massnahmen zur Blutdrucksenkung und eine interessante Studie, die zeigt, dass eine gesunde Ernährung samt Bewegung den Blutdruck ebenso gut in Schach halten kann wie die üblichen Tabletten. Wenn Sie Anregungen zur richtigen Ernährung bei Bluthochdruck benötigen, dann empfehlen wir Ihnen unseren Ernährungsplan bei Bluthochdruck.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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