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Kaffee - Schlecht fürs Herz

Viele Menschen brauchen nach eigenem Ermessen jeden Morgen mindestens eine Tasse Kaffee, um aktiv in den Tag starten zu können – auch viele Wissenschaftler. Verständlich, dass es immer mehr Pro-Kaffee-Studien gibt. Alle möglichen gesundheitlichen Vorteile soll der Kaffee haben. Dabei vergisst man ganz, dass er diese Vorteile nicht immer und nicht bei jedem hat und dass diese Vorteile auch ihren Preis haben. Denn Kaffee kann gleichzeitig durchaus äusserst schädlich sein. Forscher aus Italien, wo der morgendliche Espresso schon längst obligatorisch ist, haben nun aufgezeigt, dass Kaffee den Blutdruck erhöht und dem Herzen schaden kann.

Stand: 05 Mai 2026
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Ist Kaffee nun gesund oder ungesund?

Seit in Europa im 17. Jahrhundert die Pforten der ersten Kaffeehäuser geöffnet wurden, hat sich die Anhängerschaft der gerösteten Bohne stetig vergrössert. Lange konnten es sich nur die Reichen und Mächtigen leisten, ihn zu trinken.

Heute gilt er vielerorts als das beliebteste Getränk und so trinken ihn in Europa Tag für Tag nahezu 75 Prozent der Bevölkerung.

Nichtsdestotrotz gibt es wohl kaum ein anderes Getränk, das so kontrovers betrachtet wird. Über den Geschmack lässt sich natürlich nicht streiten: Während die einen das braune Heissgetränk nahezu vergöttern, finden die anderen den Geschmack einfach nur abscheulich.

Wie steht es aber um den gesundheitlichen Wert? Auch hier scheiden sich die Geister. Es gibt viele Studien, die dem Getränk einen positiven Effekt zuschreiben, aber genauso viele, die seine Schädlichkeit belegen.

Da Koffein zu Herzrasen oder sogar zu Herzrhythmusstörungen führen kann, nahmen Mediziner lange an, dass sich häufiges Kaffeetrinken unweigerlich negativ auf die Herzgesundheit auswirkt. Infolge neuester Forschungsergebnisse kamen Wissenschaftler dann aber zum Schluss, dass das Getränk dem Herzen nicht in jedem Fall schadet.

Eine italienische Studie, die auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) 2015 vorgestellt wurde, zeigte jetzt, dass das Getränk für das Herz sehr wohl ziemlich ungünstig ist.

Erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten

Ein Team von Herzspezialisten um Dr. Lucio Mos vom Krankenhaus San Daniele in Udine untersuchte im Detail, ob sich das Kaffeetrinken auf das kardiovaskuläre Risiko auswirkt oder nicht.

Sie werteten die Daten von rund 1.200 Erwachsenen im Alter von 18 und 45 Jahren aus, die alle unter einem leichten Bluthochdruck (Stufe 1) litten und nicht medikamentös behandelt wurden. Rund 26 Prozent der Probanden tranken keinen Kaffee und fast 64 Prozent nahmen pro Tag 1 bis 3 Tassen zu sich. Rund 10 Prozent waren starke Kaffeetrinker, sie konsumierten mehr als 3 Tassen täglich.

Die Forscher stellten einen Zusammenhang zwischen dem Konsum und einer Verschlechterung des Bluthochdrucks fest: Bei moderatem Genuss war das diesbezügliche Risiko um das Dreifache und bei starkem Kaffeegenuss um das Vierfache erhöht (1).

Wer also bereits an Bluthochdruck leidet – auch wenn es nur ein leicht erhöhter Blutdruck ist – und das Getränk regelmässig trinkt, riskiert laut dieser Studie in zunehmendem Ausmass, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Dr. Mos rät Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck deshalb dringend davon ab, täglich davon zu trinken.

Der hohe Preis vermeintlicher Kaffee-Vorteile

Allerdings sollten auch die übrigen Nachteile des Getränks betrachtet werden. Denn auch wenn es in manchen Studien heisst, er würde sich bei Diabetes, bei Alzheimer und anderen Beschwerden positiv auswirken – zu welchem Preis tut er das (2)?

Bei den meisten Menschen führt er zu einer Art Sucht, so dass es Ihnen nicht mehr möglich ist, ohne in den Tag zu starten.

Vielen Menschen ist offenbar die Fähigkeit abhanden gekommen, ohne ihre tägliche Droge wach und aktiv zu werden, ja, es ist für sie sogar unvorstellbar geworden, dass dies anderen Menschen noch durchaus möglich ist. Also wird er täglich getrunken, meist in Mengen von mehr als 3 Tassen täglich – und das ist eindeutig zu viel.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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