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Grippe durch Trinkwasser?

Dieser Text wurde veröffentlicht am 05.11.2009 um 15:01 Uhr Drucken Sie diese Seite

Infektionen mit dem Norovirus werden meist durch Fäkalien ausgelöst. Diese sind häufig sogar in Lebensmitteln und noch häufiger im Trinkwasser enthalten. Bisher wurden verschiedene Norovirus-Spezies beim Menschen sowie bei Rindern und Schweinen entdeckt. So ist es normal, dass in allen Gewässern Viren vorkommen. Die vielfach veraltete Technik der Wasserwerke sind jedoch häufig nicht in der Lage, Viren ausreichend zu filtern.

Schweinegrippe durch Trinkwasser Kommt die Grippe über das Trinkwasser?

Erhöhte Infektionsgefahr im Winter

Zudem bleiben Noroviren in kälterem Wasser länger ansteckend als in wärmerem Wasser. Dabei folgen die Noroviren dem Verlauf der Kälte, die sich in den Wasserleitungen ausbreitet. Lebensmittel zum Beispiel haben das ganze Jahr über dieselbe Temperatur, doch nicht so Wasserleitungen. Das Trinkwasser erreicht sein Temperaturminimum im Februar. Demzufolge wird die Norovirus-Infektion durch das Trinken von Leitungswasser ausgelöst, bevor sie sich in Gemeinschaftseinrichtungen ausbreiten kann.

Auch die H5N1 Viren der Vogelgrippe können mit dem Trinkwasser übertragen werden. Einer epidemiologischen Analyse zufolge wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die saisonal bedingte Influenza durch das Trinkwasser übertragen und ausgelöst.

Sehen Sie auch diesen Film dazu:

Fäkalien im Trinkwasser

Sind Wasserwerke noch mit der üblichen veralteten Technik ausgestattet, so können sie Krankheitserreger nicht ausreichend filtern oder abtöten. Aus diesem Grund enthält das Trinkwasser in Deutschland sehr häufig Fäkalien mit Bakterien, Parasiten und Viren.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnt: "Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25%, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen."

Das wird sich andernorts in Deutschland kaum anders verhalten. Das Umweltbundesamt UBA veröffentlichte bereits im März 2007 die Tatsache, dass seit dem Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien berichtet werden.

Bakteriennachweis wurde mehrfach erbracht

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung berichtete 2007 über eine stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig Professor Dr. med. Martin Exner vom Hygiene-Institut der Universität Bonn und Vorsitzender der Trinkwasserkommission von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, hatte im aufbereiteten Trinkwasser aus verschiedenen Talsperren mehrfach Enterobacter cloacae nachgewiesen.

Bei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen konnte das UBA nachweisen, dass dort eine im Mittelwert um 10.000fach geringere Virusinfiltration vorliegt als die eltgesundheitsorganisation WHO für Oberflächenwasser seit dem Jahr 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Region Aachen humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% nachgewiesen.

Stärkere Filtration des Trinkwassers ist unverzichtbar

Nur durch Ultrafiltration können Viren zuverlässig aus dem Trinkwasser gefiltert werden. Die dafür zusätzlichen Kosten betragen zirka 50 Cent pro Person und Monat. Eine vorausschauende Gesundheitspolitik sollte in der Lage sein, Infektionsketten zu durchbrechen.

Durch eine flächendeckende Ultrafiltration könnten die Kosten im Gesundheitswesen, die Lohnnebenkosten und die Ausfallzeiten an Arbeitsplätzen erheblich reduziert werden. Die höheren Kosten für die Filtration des Trinkwassers würden sich also sehr bald amortisieren, da viele Infektionen durch ungenügend gereinigtes Trinkwasser übertragen werden.

Quelle

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