Brokkoli


In Brokkoli steckt ein Stoff, der die Ausbreitung von Krebszellen stoppen kann.

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Sulforaphan aus Brokkoli unterstützt Krebstherapie

Veröffentlichung am 09.08.2011 / Aktualisierung am 24.04.2014  Drucken Sie diese Seite Artikel als PDF herunterladen

(Zentrum der Gesundheit) - Immer wieder werden neue Substanzen in Kohlgewächsen entdeckt, die vor dieser und jener Krankheit, insbesondere aber vor Krebs schützen können. Jetzt fanden Wissenschaftler heraus, dass Brokkoli und Rosenkohl im Körper die Bildung eines Stoffes anregen können, der nicht nur prophylaktisch vor Krebs schützen soll, sondern auch in der Lage sein soll, vorhandenen Krebs zu vernichten.

Brokkoli Brokkoli

Brokkoli veranlasst den Körper zur Bildung von krebsbekämpfenden Substanzen

Wissenschaftler der Ohio State University haben entdeckt, dass Brokkoli und Rosenkohl die haben Ausbreitung von Krebszellen stoppen können.

Diese beiden Gemüsearten regen den Organismus zur Bildung einer bestimmten krebsbekämpfenden Substanz an. Sie heißt I3C (Indol-3-Carbinol). I3C stellt sich Krebszellen in den Weg, so dass sich diese nicht mehr unbeschwert im Körper ausbreiten können.

In der entsprechenden Studie – sie wurde kürzlich im Fachmagazin Cancer Prevention Research veröffentlicht – fanden die Forscher Hinweise dafür, dass I3C neben vielen anderen gesundheitlichen Vorteilen auch die Fähigkeit hat, Krebs zu bekämpfen.

Die Untersuchung konzentrierte sich auf Brustkrebszellen, aber es ist sehr wahrscheinlich – so die Forscher – dass die Substanz auch andere Krebsarten und eventuell sogar auch andere Krankheiten wie z. B. die Alzheimer-Krankheit abwenden kann.

Zellteilung und Vermehrung von Krebszellen wird gehemmt

Bei der Hälfte aller Brustkrebspatienten – insbesondere bei jenen, deren Krebs sich im fortgeschrittenen Stadium befindet und welcher daher als lebensbedrohlich gilt – können ungewöhnlich hohe Cdc25A-Werte gemessen werden. Bei Cdc25A handelt es sich um ein Molekül, das im Körper für jedwede Zellteilung und Zellvermehrung gebraucht wird.

Leider ist dieser Stoff auch an der Zellteilung und Vermehrung von Krebszellen beteiligt.

Er wurde bereits mit Brustkrebs, aber auch mit anderen Krebsarten in Verbindung gebracht.

„Wenn abnormale große Mengen Cdc25A nachweisbar sind, dann muss man in der Regel mit einer schlechten Verlaufsprognose der Erkrankung rechnen“,

erklärte Forschungsleiter Xianghong Zou, assistierender Professor für Pathologie am medizinischen Institut der Ohio State University. Wenn nun aber ausreichend I3C im Körper vorhanden sei, dann mache es mit den überschüssigen Cdc25A-Molekülen kurzen Prozess und raube dem Krebs damit eine Grundvoraussetzung für dessen Wachstum und Ausbreitung.

Rückbildung von Gebärmutterhalskrebs

Neben Tier- und Laborversuchen zeigten sich inzwischen auch bei konkreten Studien am Menschen äußerst vielversprechende Ergebnisse mit den krebsschützenden Eigenschaften von I3C.

In einer placebo-kontrollierten Studie mit Frauen, die an einem durch Biopsie nachgewiesenen Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium litten, zeigte sich, dass 50 Prozent der Frauen, die täglich I3C einnahmen, eine Rückbildung der Erkrankung erlebten, während in der Kontrollgruppe kein einziger Fall mit einer solchen Rückbildung zu beobachten war.

Dieses Ergebnis könnte eventuell auch zu einer deutlich sinnvolleren Gebärmutterhalskrebsprophylaxe führen als die derzeit zu diesem Zweck verabreichte und umstrittene HPV-Impfung.

Krebsschutz möglicherweise auch für ungeborene Kinder und Säuglinge

Tierversuche ergaben zusätzlich, dass die Einnahme von I3C nicht nur bei jenen Tieren krebsvorbeugend wirkte, welche die Substanz bekamen, sondern auch bei deren Nachkommen vorbeugende Wirkung gegen Krebs hatte. Man spricht hier von einem Schutz vor transplazentarer Karzinogenese, also einem Schutz vor krebserregenden Faktoren, die über die Plazenta von der Mutter auf das Kind übertragen werden könnten.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass Mütter, die I3C während der Schwangerschaft und während des Stillens einnehmen, auf diese Weise ihre ungeborenen Kinder bzw. Säuglinge vor solchen Krebserkrankungen bewahren können, die bevorzugt bei Kindern und Jugendlichen in Erscheinung treten.

Möglicher Schutz auch vor Alzheimer

I3C kann in Form von Brokkoli in die Ernährung integriert werden. Professor Zou ist jedoch der Meinung, dass I3C auch in Form eines Nahrungsergänzungsmittels bei der Behandlung vieler Krebserkrankungen eingesetzt werden könne.

Professor Zou ist der Meinung, dass I3C auch in Form eines Nahrungsergänzungsmittels bei der Behandlung vieler Krebserkrankungen eingesetzt werden könne. Professor Zou nannte in diesem Zusammenhang Brustkrebs, Prostatakrebs, Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterkrebs sowie Krebs der Lymphknoten (nicht Morbus Hodgkin (= Lymphogranulomatose)).

Da auch einige andere Krankheiten wie zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit ein abnormal hohes Aufkommen von Cdc25A-Molekülen zeigen, könne I3C laut Professor Zou auch hier zur Behandlung eingesetzt werden.

Brokkoli & Co schützen insbesondere Brust, Prostata und Darm

Bei Mäusen mit Brustkrebs schließlich zeigte sich, dass bereits die orale Verabreichung von I3C zu einer Verkleinerung der Brusttumore um bis zu 65 Prozent führte. Zwar benutzten die Wissenschaftler ein Nahrungsergänzungsmittel, das aktive Bestandteile von Brokkoli und Rosenkohl enthielt, doch halten sie es für sehr wahrscheinlich, dass derselbe Effekt auch durch das Essen der Gemüse selbst erzielt werden könne.

Diese neue Studie fügt sich in die stetig wachsende Sammlung von Beweisen, dass Brokkoli, Rosenkohl und auch andere Kreuzblütengewächse der Gesundheit äußerst dienlich sind und Krebs bekämpfen können.

So fanden zum Beispiel Forscher des Linus Pauling Instituts der Oregon State University in einer Studie (veröffentlicht in der Zeitschrift Society of Experimental Biology and Medicine) heraus, dass der Wirkstoff Sulforaphan, der sich ebenfalls in Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli, Chinakohl und Rosenkohl befinde, starke antikarzinogene (krebshemmende) Eigenschaften besitze – vor allem wenn es sich um Krebserkrankungen der Prostata und des Darms handle.

Männer, die Brokkoli lieben, sind klar im Vorteil

Die von Victoria Kush, Ph.D für Krebsheilung in Toronto, durchgeführte und erst kürzlich im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Studie bestätigte die krebsschützende Wirkung von Kreuzblütengewächsen (in diesem Fall von Brokkoli und Blumenkohl) und von grünem Blattgemüse. Sie fand heraus, dass Männer, die häufig Brokkoli, Blumenkohl und grünes Blattgemüse aßen, ein deutlich geringeres Risiko hatten, jemals an aggressivem Prostata-Krebs zu erkranken.

In einer weiteren Untersuchung fanden Forscher der University of Michigan heraus, dass eine Substanz, die in Brokkoli und in Brokkoli-Sprossen vorkommen, Krebsstammzellen bei Mäusen und bei menschlichen Zellkulturen im Labor abtöten und einer erneuten Entstehung von Tumoren vorbeugen könne.

Brokkoli-Sprossen 50mal wirkungsvoller als Brokkoli-Gemüse

Ganz besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Gemüse möglichst frisch (ohne lange Lagerzeiten) und möglichst roh oder lediglich sehr schonend zubereitet gegessen werden. Mit Abstand die allerbesten vor Krebs schützenden bzw. krebsvernichtenden Resultate stellten die Forscher bei Brokkoli-Sprossen fest. Diese enthielten mehr als 50mal so viel Sulforaphan als ausgewachsener Brokkoli.

Ausschlaggebend ist die richtige Zubereitung der Gemüse

Brokkoli-Sprossen werden genau wie andere Sprossen hergestellt. Besorgen Sie sich im Bio-Laden oder bei einem Bio-Saatgut-Versender einen ordentlichen Vorrat an Brokkoli-Saatgut. Geben Sie zwei Esslöffel davon in ein Keimglas (Bio-Laden), ein Schüsselchen oder ein Einmachglas ohne Deckel, gießen Sie Wasser dazu und lassen Sie die Samen über Nacht im Wasser quellen.

Am nächsten Morgen gießen Sie das Wasser ab. Wenn Sie kein spezielles Keimglas haben, kippen Sie die Samen in ein feines Sieb, spülen sie mit klarem Wasser ab und geben die feuchten Samen (ohne zusätzliches Wasser) wieder zurück in das entsprechende Schüsselchen. Damit die Samen nicht austrocknen, werden sie jetzt mehrmals täglich (je nach Umgebungstemperatur), mindestens aber zweimal pro Tag unter fließendem Wasser im Sieb gespült.

Nach wenigen Tagen sind die Brokkolisprossen zum Verzehr bereit. Erhitzen Sie diese kleinen Powerpakete nicht, sondern streuen Sie sie über Ihre Salate, mischen Sie sie in eine leckere Avokado-Kräuter-Creme oder in eine Nuss- oder Samenpastete.

Täglich Brokkoli & Co.

Leider äußerten sich die Forscher zur wirksamen Menge der zu verzehrenden Sprossen oder Gemüse nicht. Wenn Sie aber täglich oder zumindest alle zwei Tage Sprossen aus etwa 1 Esslöffel Samen verzehren und zusätzlich Brokkoli oder andere Kohlgewächse sowie grüne Blattgemüse als Hauptmahlzeit auf Ihrem Speiseplan stehen, dann dürften Sie auf der sicheren Seite sein.

Erhitzen Sie die Gemüse nur ganz leicht. Testen Sie, ob Sie sie nicht sogar gerne – mit einem leckeren selber gemachten Dressing – roh oder fast roh essen mögen. Gleichzeitig sollten natürlich die abwehrkraftschwächenden und krebsfördernden Faktoren (Fertiggerichte, Auszugsmehle, Zucker, Alkohol, mangelnde Bewegung, Stress etc.) deutlich reduziert werden.

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Quellen:

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