Talkum
Talkum findet in verschiedenen Konsumgütern Verwendung. Diese toxische Substanz wird in Kosmetikpudern, in medizinischen Pudern und perfider weise sogar in Babypudern verwendet. Seine Beschaffenheit ist mit Asbest vergleichbar und hat daher ebenfalls eine karzinogene Wirkung.
Veröffentlichung am 16.01.2009 um 15:23 Uhr / Aktualisierung am 01.12.2011 um 14:27 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Talk ist ein Mineral, das beim Abbau von Talkgestein gewonnen wird. Der Talk wird anschließend zerkleinert, getrocknet und zermahlen. Durch diese Verarbeitung wird ein Teil der Spurenelemente entfernt, erhalten bleiben winzige Fasern, die denen von Asbest sehr ähnlich sind.
BabypuderTalkum findet in vielen verschiedenen Konsumgütern Verwendung. Am häufigsten wird Talkum als Körperpuder benutzt. Talk ist der Hauptbestandteil von Babypuder, medizinischem Puder und parfümiertem Puder. Da Talk feuchtigkeitsbeständig ist, wird er auch von der pharmazeutischen Industrie genutzt und ist z.B. Bestandteil einiger Antacida (Mittel zur Neutralisierung der Magensäure). Auch der Puder auf einigen Kaugummis enthält Talk.
Talk ist der Hauptbestandteil von Pestiziden, die in Haus und Garten Verwendung finden, wie von Floh- und Zeckenpuder. In kleineren Mengen wird Talk in Deodorants, Kreide, Buntstiften, Textilien, Seife, Isoliermaterial, Farben, Füllmaterial für Asphalt, Papier und in der Nahrungsmittelverarbeitung verwendet.
In den letzten 30 Jahren haben Wissenschaftler diese Talkpartikel sehr genau untersucht und gefährliche Gemeinsamkeiten mit Asbest gefunden , das als karzinogen gilt. Es wurde nachgewiesen, dass Talkpartikel Tumore in den Eierstöcken und in der Lunge verursachen können.
Zwar hat die amerikanische Zulassungsbehörde FDA bereits im Jahr 1973 den Beschluss gefasst, die Menge von asbest-ähnlichen Fasern in Kosmetikpudern zu begrenzen, allerdings wurde dieser nie wirklich umgesetzt, so dass Kosmetikpuder bis heute keiner entsprechenden gesetzlichen Regulierung unterliegt. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Kosmetikpuder, auch wenn er keine asbest-ähnlichen Fasern enthält, zu Tumoren führt.
Eine Studie, die in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention veröffentlicht wurde, hat herausgefunden, dass Frauen, die häufig (zwischen 1x pro Woche bis täglich) Talkumpuder im Genitalbereich anwenden, ein um 40% höheres Risiko haben, an Eierstockkrebs zu erkranken. Die Wissenschaftler konnten Talkpartikel in den Eierstocktumoren nachweisen.
Talkpartikel sind in der Lage, sich durch das Fortpflanzungssystem zu bewegen und sich in der Schleimhaut der Eierstöcke einzulagern. Mediziner der Harvard Medical School haben Talkpartikel im Becken einer Frau gefunden, bei der Eierstockkrebs festgestellt wurde. Sie hatte seit 30 Jahren täglich Talkumpuder verwendet.
1982 wurde in der Zeitschrift Cancer eine Studie veröffentlicht, die zu dem Schluss kam, dass der lebenslange Gebrauch von Talkumpuder das Risiko für Eierstockkrebs um das mehr als 3fache erhöht. Viele Krebsorganisationen warnen vor dem Gebrauch von Talkumpuder.
Talkum birgt auch ein gesundheitliches Risiko, wenn es eingeatmet wird. Bergarbeiter, die Talk abbauen, weisen eine höhere Lungenkrebsrate auf.
Gerade bei Babys wird viel Talkumpuder verwendet, da es in der Lage ist, die Haut schön trocken zu halten. Allerdings sind die Babys und Kleinkinder durch das Einatmen des Puderstaubs gefährdet. Seit den frühen 1980er Jahren gibt es Aufzeichnungen, die belegen, dass mehrere Tausend Kleinkinder jedes Jahr sterben bzw. ernsthaft erkranken, nachdem sie versehentlich diesen Puderstaub eingeatmet hatten.
Deshalb empfiehlt es sich, generell auf Produkte, die Talk enthalten, zu verzichten. Besonders Frauen sollten auf den Gebrauch von Talkumpuder in der Unterwäsche verzichten.
Quellen:
National Toxicology Program. "Toxicology and carcinogenesis studies of talc (GAS No 14807-96-6) in F344/N rats and B6C3F, mice (Inhalation studies)." Technical Report Series No. 421. September 1993
Harlow BL, Cramer DW, Bell DA, Welch WR. "Perineal exposure to talc and ovarian cancer risk." Obstetrics & Gynecology, 80: 19-26, 1992
Hollinger MA. "Pulmonary toxicity of inhaled and intravenous talc." Toxicology Letters, 52:121-127, 1990
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Ich lese regelmäßig Ihren Newsletter und habe auch den Beitrag über die giftigen Stoffe in konventioneller Kosmetik (auch dekorativer) gelesen. Es wird unter anderem gesagt, dass Talkum und Alkohol schädlich sind. Somit bin ich in einen Laden gegangen, in dem nur naturkosmetik angeboten wird, auf biologischer Basis. Allerdings musste ich feststellen, dass im Großteil der Cremes, Lotionen und Waschlotionen Alkohol vorhanden ist - allerdings auf biologischer Basis!?
Ist da ein Unterschied zu konventionellem Alkohol? Die Verkäuferin hat gesagt, dass biologisches Alkohol rein pflanzlich sei und daher nicht austrocknend wirkd bzw. nur sehr gering und dass Alkohol zur Konservierung nötig wäre. Zudem ist mir aufgefallen, dass in einem Ihrer Produkte im Shop auch Alkohol enthalten ist (Himalaya Bodylotion). Weiterhin war ich auf der Suche nach Gesichtspudern ohne Talk/Talkum. Auch hier war ich nur bedingt erfolgreich: Ich habe einiger lose Puder gefunden, die kein Talkum beinhalten, aber hätte schon sehr gern ein festes Puder gehabt. Auch da hätte ich gern gewusst, ob es sich nur um chemisches Talkum handelt oder ob jede Art von Talk gesundheitsschädlich ist.
Liebe Manu,
vielen Dank für Ihre Mail.
Einen festen Puder ohne Talkum zu finden, ist tatsächlich nicht einfach. Zwar gibt es solchen, doch ist darin natürlich ein anderer Grundstoff in ähnlich feiner Konsistenz enthalten (z. B. Mica, ein Schichtsilikat) - sonst wäre es ja kein Puder ;-) Eingeatmet werden, sollte kein Puder, da er in den Atemwegen Probleme bereiten könnte. Aus diesem Grunde sind auch entsprechende Warnhinweise auf Babypuderprodukten zu finden.
Bei Alkohol kommt es ganz besonders auf die Dosis an. Wenn Alkohol, wie in der von Ihnen genannten Bodylotion nur in sehr kleinen Mengen verwendet wird, um in den Genuss seiner Lösungseigenschaften zu gelangen, dann gilt Alkohol nicht als austrocknende Zutat, sondern als sehr positive Zutat, die chemische Emulgatoren zu vermeiden hilft. Nur so können die wässrige Bestandteile in den öligen überhaupt erst gemischt werden und die pflegenden Öle können von der Haut besser aufgenommen werden. Wird Alkohol in großen Mengen - wie das bei manchen Gesichtswässern der Fall ist - eingesetzt, dann ist seine Wirkung natürlich alles andere als vorteilhaft.
Liebe Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit