Teff: Glutenfrei, nährstoffreich und lecker


In Äthiopien ist Teff – eine Zwerghirse – seit Jahrtausenden ein Evergreen auf dem Speiseplan. Langsam aber sicher erobert das glutenfreie Mini-Getreide auch unsere Küchen.


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Teff – Das glutenfreie Power-Korn

letzte Aktualisierung am 25.01.2016  Drucken Sie diese Seite Artikel als PDF herunterladen

(Zentrum der Gesundheit) – Teff – das kleinste Getreide der Welt – stammt aus Äthiopien und wird auch Zwerghirse genannt. Teff ist frei von Gluten, das Teffmehl besitzt aber dennoch sehr gute Backeigenschaften. Und da es keinen geschälten Teff gibt, ist Teff grundsätzlich vollwertig und daher entsprechend vitalstoffreich. Besonders Calcium, Magnesium und Eisen liefert das Mini-Korn in interessanten Mengen. Teff gehört überdies zu den eiweissreichsten Getreidearten. Gleichzeitig schmeckt Teff sehr lecker und kann zu allerlei Köstlichkeiten verwandelt werden, wie dem traditionellen Fladenbrot Äthiopiens oder süssen Pancakes.

Fladenbrot aus Teffmehl © ChWeiss - shutterstock.com - Fladenbrot aus Teffmehl

Teff – Das kleinste Getreide der Welt

Teff (Eragrostis tef) gilt als das kleinste Getreide der Welt und wird deshalb auch als Zwerghirse bezeichnet. Der Name leitet sich vermutlich vom amharischen Wort "teffa" ab, was "verloren" bedeutet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Korn so klein ist, dass es leicht verloren gehen kann.

Eine Teff-Pflanze produziert etwa 10.000 Körner, die so winzig wie Mohnsamen sind. 150 Teff-Körner sind nötig, um ein einziges Weizenkorn aufzuwiegen. Es gibt weissen, roten, hellbraunen und fast schwarzen Teff, wobei die weisse Variante am begehrtesten ist, selbst wenn die roten Körner eisenhaltiger und die braunen insgesamt am nährstoffreichsten sind.

In Äthiopien, der Wiege der Menschheit, wird die Zwerghirse nun schon seit rund 6.000 Jahren angebaut und zählt somit zu den ältesten kultivierten Getreidesorten. Hier ist Teff bis heute ein Grundnahrungsmittel, das z. B. für die Zubereitung des Fladenbrots Injera verwendet wird – worauf wir später noch zurückkommen werden. Des Weiteren dient Teff zur Herstellung von Brei, Bier (Tella) sowie Schnaps (Katikala). Das Stroh der Pflanze liefert ein eiweissreiches Futter für die Tiere, und eine Mischung aus Teff und Dung wird verwendet, um Häuser zu verputzen.

In unseren Breiten war das Mini-Getreide bis vor einigen Jahren völlig unbekannt, doch mittlerweile wird es sogar in europäischen Gefilden angebaut und mausert sich hier mehr und mehr zum Superfood. Kein Wunder steigt die Nachfrage rasant. Denn Teff zählt zwar wie Weizen oder Roggen zu den Süssgräsern, ist aber frei von Gluten und hat somit für Menschen, die an Zöliakie oder an einer Glutensensitivität leiden, einen entscheidenden Vorteil. Da Teff aber auch ein besonders protein- und mineralstoffreiches Getreide ist, bietet es auf jedem Speiseplan eine willkommene und gesundheitlich wertvolle Abwechslung.

Warum ist Teff so gesund?

So klein die Teff-Körner auch sein mögen. In ihnen steckt eine geballte Ladung Gesundheit. Dies liegt mitunter daran, dass die Zwerghirse grundsätzlich das Prädikat "Vollkorn" trägt, da immer das ganze Korn verarbeitet wird. Eine Weissmehlvariante gibt es vom Teff also nicht. In 100 g Teff sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • 73 g Kohlenhydrate: Teff liefert komplexe Kohlenhydrate, die im Vergleich zu isolierten Kohlenhydraten (Zucker, Weissmehl etc.) nur langsam resorbiert werden und lang anhaltende Energie liefern.
  • 8 g Ballaststoffe: Teff enthält viele wertvolle und überwiegend lösliche Ballaststoffe, wodurch das Hungergefühl verringert wird und Teff wunderbar die Gewichtsabnahme unterstützen kann.
  • 13 g Eiweiss: Teff zählt zu den eiweissreichsten Getreidesorten der Welt und enthält alle essentiellen Aminosäuren (Eiweissbausteine). Darunter finden sich auch solche, die in anderen Getreidesorten nur unzulänglich vorkommen (z. B. Lysin). Zudem weist das Eiweiss eine hohe biologische Wertigkeit auf, wovon auch Sportler und Veganer profitieren können.
  • 430 mg Kalium: Um gesund zu bleiben, benötigen Erwachsene mindestens 2000 mg Kalium täglich, um aber z. B. Bluthochdruck, Nierensteinen, dem Verlust an Knochenmasse oder Schlaganfällen vorzubeugen, empfiehlt das Food and Nutrition Board (FNB) eine Einnahme von bis zu 4700 mg Kalium pro Tag.
  • 185 mg Magnesium: Die empfohlene tägliche Zufuhr von Magnesium liegt etwa bei 300 bis 400 mg, sodass 100 g Teff die Hälfte des Bedarfs decken können.
  • Eisen: Der Eisengehalt ist umstritten, so wird z. B. für rotes Teff ein Gehalt von mehr als 19 mg und für weisses Teff von rund 11 mg angegeben. Es wird angenommen, dass die in Äthiopien angebaute Zwerghirse durch das Dreschen auf nacktem Boden mehr Eisen enthält als der in Europa gewachsene Teff, da in Afrika noch mit Eisen beschlagene Dreschflegel zum Einsatz kommen. In den meisten Fällen kann durch 100 g Zwerghirse der Tagesbedarf gedeckt werden – Schwangeren werden z. B. 15 mg Eisen
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Zöliakie: Teff reduziert Symptome

Gluten, das Eiweiss in vielen Getreidesorten wie Weizen oder Dinkel, kann bei Menschen mit Zöliakie (einer entzündlichen Erkrankung der Darmschleimhaut) zu starken Symptomen führen. Laut einem italienischen Forscherteam von der Università Politecnica delle Marche hat sich das Auftreten der Zöliakie in den letzten 25 Jahren verfünffacht. Dafür sind sowohl Ernährungsgewohnheiten (mehr Getreideprodukte) als auch Umweltkomponenten (besonders glutenreiche Weizensorten werden gezüchtet) verantwortlich. Zurzeit ist bei dieser Erkrankung eine lebenslange glutenfreie Diät die einzige Lösung, wobei Teff unter den glutenfreien Getreidesorten hier eine Sonderstellung einnimmt.

Niederländische Wissenschaftler vom Leiden University Medical Center haben nämlich herausgefunden, dass Teff Zöliakie-Patienten besonders gut tut. Dabei haben rund 3.000 Mitglieder von der Dutch Celiac Disease Society einen Fragebogen ausgefüllt, wodurch ermittelt werden konnte, dass schon mehr als die Hälfte der Befragten Teff in ihren Speiseplan einbezogen hat.

Mithilfe eines zweiten Fragebogens konnte festgestellt werden, dass von rund 1.830 Studienteilnehmern, die Teff konsumierten, nur 17 Prozent an klinischen Symptomen litten. Im Gegensatz dazu zeigten sich bei mehr als 60 Prozent jener Patienten, die nie auf Teff zurückgriffen, sich aber dennoch glutenfrei ernährten, sehr wohl Beschwerden. Teff scheint daher eine heilende Wirkung auf die gequälte Darmschleimhaut zu haben.

Teff: Eine gute Alternative bei Glutensensitivität

Darüber hinaus kann Gluten zu einer sogenannten Glutensensitivität führen. Dieses Phänomen wurde von den meisten Schulmedizinern lange abgestritten und als Modeerscheinung abgetan. Inzwischen ist sich aber die Mehrzahl der Fachwelt darüber einig, dass es diese Überempfindlichkeit gegen Gluten sehr wohl gibt. Wissenschaftler der Charité Berlin gehen nun sogar davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Reizdarmpatienten davon betroffen sein könnten.

Während früher beim Backen mit Sauerteig das Gluten in einem mehrstufigen Reifeprozess durch Hefebakterien oder Laktobazillen reduziert wurde, kommen heute Schnellbackverfahren zum Einsatz, die den vollen Glutengehalt im Brot belassen. Dazu kommt, dass dem Mehl in Brotfabriken auch noch zusätzlich bis zu 30 Prozent Gluten beigemischt werden, um bei Teigwaren für mehr Volumen zu sorgen. So ist es keine Seltenheit, dass in den fertigen Backwaren mehr Gluten steckt als im Getreide selbst.

Deshalb entscheiden sich immer mehr Leute für eine glutenfreie Ernährung, verzichten auf Weizenmehl & Co. und wenden sich anderen Getreidearten zu, obwohl sich deren Verarbeitung zuweilen schwieriger gestaltet. Von Kennern wird die Zwerghirse deshalb sehr geschätzt, da sie trotz ihrer Glutenfreiheit gute Backeigenschaften aufweist und überdies sehr gut bei Übergewicht und Diabetes zum gesundheitlichen Wohlergehen beitragen kann.

Teff für Übergewichtige und Diabetiker

Der glykämische Index (GI) von Teff ist gering und liegt bei 27 – im Vergleich dazu beträgt der GI bei Weissbrot 70. Der Blutzuckerspiegel steigt also nach Teffverzehr nicht so schnell, um kurz darauf wieder abzufallen wie z. B. nach dem Verzehr von hellen Weizenprodukten. Die gefürchteten Heisshungerattacken bleiben nach Teffgenuss somit aus, was nun wiederum der schlanken Linie sehr zugute kommt.

Der tiefe glykämische Index von Teff ist auch für Diabetiker ideal, die ja ebenfalls auf einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel sowie ein gesundes Normalgewicht achten müssen. Darüber hinaus haben Dr. Dagfinn Aune und sein Forscherteam von der Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet in Trondheim in einer norwegischen Studie aufgezeigt, dass der hohe Fasergehalt im Teff sogar vor Diabetes Typ 2 schützen kann. Darauf weist auch die Tatsache hin, dass bei äthiopischen Einwanderern in Israel das Auftreten von Diabetes 2,5 bis 4 Jahre nach ihrer Ankunft stark angestiegen ist – weil in Israel kein Teff verzehrt wird und sich dann der Verzehr der üblichen Weissmehl- und Zuckerprodukte bemerkbar machte.

Weiteren Studien kann entnommen werden, dass die Zwerghirse präventiv gegen Blutarmut, Malaria und Speiseröhrenkrebs wirkt.

Teff beugt Krebs vor

Der Speiseröhrenkrebs kommt im westlichen Raum zwar nur selten vor, verläuft aber meist tödlich. Dass davon mehrheitlich Menschen im fernen Osten betroffen sind, wird z. B. darauf zurückgeführt, dass dort oft sehr heisser Tee getrunken wird, wodurch die Speiseröhre kontinuierlich gereizt wird. Abgesehen vom Lebensstil (Nikotin und Alkohol) spielt aber auch die Ernährung eine ausschlaggebende Rolle. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum können Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, das Risiko günstig beeinflussen.

Ausserdem hat eine äthiopische Studie ergeben, dass Teff-Esser seltener an Speiseröhrenkrebs erkranken als Weizen-Esser. An der Untersuchung nahmen rund 900 Patienten zwischen 16 und 81 Jahren teil, wovon sich rund 660 vordergründig von Teff ernährten, 140 von Weizen und 100 von Qocho, der sog. Faserbanane. Dr. Mengesha und seine Kollegen von der Mexico Higher Clinic in Addis Ababa stellen fest, dass die Qocho-Esser am häufigsten unter bösartigen Tumoren litten. Bei den Weizen-Essern lag die Krebsrate bei 6,5 Prozent und von den Teff-Essern waren hingegen "nur" 0,7 Prozent betroffen.

Teff in der äthiopischen Küche

Die äthiopische Küche unterscheidet sich sehr von jener in den anderen afrikanischen Ländern. Teff schmeckt mild, nussig und leicht süsslich und darf in Äthiopien bei keiner Mahlzeit fehlen. Die ganzen Körner werden traditionell zu Brei gekocht, die Zubereitung erfolgt auf ähnliche Weise wie bei Polenta.

Vordergründig wird die Zwerghirse jedoch zu Teffmehl gemahlen, woraus Injera hergestellt wird. Hierbei handelt es sich um ein pfannkuchenartiges, dünnes Sauerteig-Fladenbrot, das auch als essbarer Teller genutzt wird. Das Injera wird auf einer runden Platte in der Mitte des Tisches oder auf einem grossen Korb namens Mesob serviert und dient als Unterlage für viele verschiedene Speisen. Dazu zählen z. B. würzige, scharfe Sossen sowie Eintöpfe, die allesamt als Wot bezeichnet werden – es gibt davon die unterschiedlichsten vegetarischen und fleischhaltigen Varianten. Um sie zu essen, wird mit der rechten Hand einfach ein Stück Injera abgebrochen, das somit gleichzeitig als Besteck verwendet wird.

Das äthiopische Nationalgericht heisst Doro Wot (Huhneintopf) das natürlich auch auf dem Fladenbrot aus Teffmehl serviert wird. Doro Wot kommt an Festtagen selbst in den ärmsten Familien auf den Tisch, auch wenn sie dafür Schulden machen müssen. Dabei muss bedacht werden, dass im ländlichen Raum sehr selten Fleisch gegessen wird, da es sich die verarmte Bevölkerung einfach nicht leisten kann. Ein Huhn kostet circa 5 Euro, was dem ganzen Wochenlohn eines Arbeiters entspricht. Zum Würzen wird die typisch äthiopische Gewürzmischung Berbere verwendet, die unter anderem aus Chilipulver, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Gewürznelken, Piment und Stangenpfeffer besteht.

Das folgende Rezept mit Hefe bietet Ihnen die Möglichkeit die Teigherstellung zu verkürzen und einfacher zu gestalten, da der in Äthiopien hergestellte, traditionelle Sauerteig etwa 3 Tage gehen muss und viel Erfahrung voraussetzt.

Injera – Das Rezept

Das Teffmehl zeichnet sich beim glutenfreien Backen durch eine phantastische Konsistenz aus und bindet die Backwaren fast so gut wie Gluten.

Zutaten (4 Personen):

  • 500 g Teffmehl
  • 1 Würfel Hefe
  • etwa 2 L Wasser

Zubereitung:

  • Lösen Sie am Abend vor der Zubereitung des Teiges die Hefe in einer Tasse mit ein wenig Wasser auf, geben Sie etwas Mehl hinzu und lassen Sie den Vorteig an einem warmen Ort gehen.
  • Geben Sie das Teffmehl in eine grosse Schüssel und fügen Sie die den Vorteig sowie nach und nach rund 2 L lauwarmes Wasser hinzu.
  • Rühren Sie die Masse so lange, bis der Teig schön glatt ist – die Konsistenz darf nicht zu fest sein.
  • Decken Sie die Schüssel zu und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort gehen.
  • In Äthiopien wird Injera auf einer runden Tonplatte (Met`ad) herhestellt – Sie können den Teig mit einer Schöpfkelle auf die Platte Ihres Crepes-Gerätes oder auch in eine heisse Pfanne geben, die allerdings beschichtet sein sollte, da Injera ganz ohne Fett zubereitet wird.
  • Drehen Sie die Pfanne, sodass sich der Teig gleichmässig verteilt, der Boden sollte ca. 0,5 bis 1 cm dick bedeckt sein.
  • Backen Sie das Fladenbrot kurz, bis sich an der Oberfläche kleine Löcher bilden, und decken Sie es dann mit einem Deckel zu.
  • Das Injera ist fertig, wenn es sich vom Rand löst. Es sollte keinesfalls zu dunkel gebacken werden und relativ luftig sein.
  • Nehmen Sie das Fladenbrot aus der Pfanne und lassen Sie es abkühlen.
  • Wischen Sie die Pfanne nach jedem Durchgang mit einem Küchentuch aus und stapeln Sie die Fladen übereinander.
  • Welche Eintöpfe (z. B. mit Linsen oder Kichererbsen) und Sossen Sie zu dem Fladenbrot servieren möchten, bleibt ganz Ihrer Phantasie überlassen.

Wenn Sie eine Vorstellung davon bekommen möchten, wie Injera traditionell in Äthiopien zubereitet wird, können Sie sich das folgende kurze Video anschauen. Doch Teff eignet sich keineswegs nur, um äthiopisch zu kochen, sondern kann auch prima in die europäische Küche integriert werden.

Teff: Zubereitungstipps und Lagerung

Die Einsatzmöglichkeiten von Teff sind ausgesprochen vielseitig.

1. Teffmehl

Das Teffmehl überzeugt, da es in Kombination mit Flüssigkeit für eine bessere Bindung sorgt, als es bei anderen glutenfreien Getreidesorten der Fall ist. Obgleich Teffmehl kein Gluten enthält, können daraus sehr stabile, flexible, elastische und nicht klebende Teige gezaubert werden. Es ist gleichermassen für pikante, herzhafte wie süsse Gerichte geeignet, z. B. für

  • Brot
  • Nudeln
  • Pizza
  • Kuchen
  • Kekse
  • Waffeln
  • Brei
  • Aufläufe
  • Bratlinge
  • Pfannkuchen
  • Paniermehl
  • Sossen (zum Binden)

Natürlich können Sie Teffmehl auch in andere Mehlsorten mischen, wenn Sie kein reines Teffgebäck herstellen möchten (z. B. Mischungsverhältnis: 70 Prozent Weizen, 30 Prozent Teff). Nachfolgend ein leckeres Rezept für Pancakes (Pfannkuchen) aus Teffmehl:

Pfannkuchen aus Teffmehl (ergibt 6 bis 8 Pfannkuchen)

  • 400 g Teff Mehl
  • 3 TL Weinstein-Backpulver
  • 1/3 TL Johannisbrotkernmehl
  • 550 ml Wasser
  • Öl zum Braten

Zubereitung:

  • Vermischen Sie das Teffmehl mit Backpulver und Johannisbrotkernmehl.
  • Mengen Sie unter ständigem Rühren langsam das Wasser bei.
  • Geben Sie ca. 1 EL Öl in eine nicht zu heisse Pfanne und geben Sie etwas Teig in die Pfanne.
  • Achten Sie darauf, dass die Pfannkuchen nicht zu gross ausfallen (etwa 15-20 cm Durchmesser).
  • Backen Sie die Pfannkuchen auf beiden Seiten.
  • Geben Sie bei den nächsten Pfannkuchen – je nach Bedarf – wieder Öl in die Pfanne und rühren Sie den Teig immer kurz um, bevor Sie ihn in die Pfanne geben.
  • Servieren Sie die Pfannkuchen mit Rohkostmarmelade, mit etwas Kokosblütenzucker und Zimt oder verwenden Sie die Pfannkuchen als Beilage für herzhafte Gemüsegerichte. In diesem Fall können Sie in den Pfannkuchenteig noch etwas Salz geben.

2. Teff als Korn

Teff kann aber ebenso perfekt als ganzes Korn zum Einsatz kommen, egal ob zusammen mit Beeren, Jogurt oder Müsli oder als besondere Zutat in Salaten, Muffins, Aufläufen, Suppen oder Eintöpfen. Werden die Körnchen gekocht, sind sie etwa in 15 Minuten gar und können dann z. B. anstelle von Reis als Beilage kredenzt werden. Wenn Sie Teff (z. B. als Salat) roh zubereiten möchten, sollten Sie die Körnchen vorher einige Stunden in frischem Wasser einweichen, so quellen sie auf und sind dann leichter verdaulich.

Wenn Sie Teff selbst zu Mehl mahlen möchten, dann können Sie dies im Hochleistungsmixer oder in leistungsfähigen Getreidemühlen tun. Da die Körnchen jedoch sehr hart und zeitgleich so winzig sind, rutschen immer einige Körnchen ganz oder nur unzureichend gemahlen durch, so dass Sie das Mehl anschliessend durch ein feines Sieb sieben sollten. Denken Sie dabei jedoch daran, dass Teffmehl besonders dann seine gute Backeigenschaften aufweist, wenn es sehr sehr fein gemahlen ist. Ein solch feines Mahlergebnis erzielt man in der eigenen Küche jedoch kaum. Für Müslis, Kekse, Energiekugeln etc. aber kann man sehr gut Teff selbst mahlen.

3. Teff-Flocken

Im Handel werden inzwischen auch Teff-Flocken angeboten. Hierbei handelt es sich um gequetschte Körner, die z. B. übers Müsli gestreut werden können und Gerichten wie Salaten, Suppen oder Gemüse eine besondere Note verleihen.

Das Teff-Monopol

In den westlichen Industrienationen wächst das Interesse an Teff und anderen glutenfreien Getreidearten immer mehr. Kein Wunder, dass es Teff jetzt in zahlreichen Reformhäusern, Bio-Läden oder im Internet zu kaufen gibt. Über die Hintergründe des Teffhandels erfährt dabei kaum ein Verbraucher.

Teff konnte sich in Äthiopien bis heute als wichtigstes Getreide behaupten, da er anspruchslos ist, sowohl Dürreperioden als auch Staunässe verträgt, kaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen wird und gut gelagert werden kann. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die äthiopischen Bauern seit Generationen die Teffsamen auf mühsame Weise händisch selektionieren.

Als dann aber das internationale Interesse an Teff stetig zunahm, witterte die niederländische Firma Soil and Crop Company ein lukratives Geschäft. Unter der neuen Firmenbezeichnung Health and Performance Food International (HPFI) begann man ab 2002, Teff auf den westlichen Markt zu bringen. HPFI bemühte sich zunächst um eine Zusammenarbeit mit Äthiopien. 2004 wurde dann unter Mithilfe des Niederländischen Agrarministeriums mit der äthiopischen Regierung ein Vertrag unterzeichnet.

Der Teff-Vertrag berechtigte HPFI dazu, mit Teff gentechnische Forschung zu betreiben und daraus neue Produkte herzustellen. Äthiopien sollte dafür an den Gewinnen beteiligt werden und Zugang zu den Forschungsergebnissen bekommen. Doch die grosse Hoffnung der Äthiopier blieb unerfüllt, da die Abmachungen im Sande verliefen.

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Teffpreise dank Monopolisierung so hoch

HPFI reichte beim Europäischen Patentamt ein Patent auf die Verarbeitung von Teffmehl ein und hatte in Folge das Monopol auf Teff in der Tasche. Dieses Monopol zeichnet auch dafür verantwortlich, dass Teffmehl derart teuer ist und zwischen 7 und 10 Euro pro Kilo verkauft wird. Dazu kommt, dass HPFI im Jahr 2009 Konkurs anmelden musste. Doch wurden unmittelbar davor noch kurzerhand die Anteile auf neue Unternehmen übertragen, sodass Teffmehl und andere Teffprodukte weiterhin vermarktet werden konnten.

Das Fatale war, dass diese neuen Firmen absolut frei von Verpflichtungen gegenüber Äthiopien sind. Zusätzlich hat das afrikanische Land die Kontrolle über die genetischen Teff-Ressourcen verloren. Obgleich Soil & Crop (das Mutterunternehmen von HPFI) von der kanadische ETC-Group – einer Organisation, die sich für die kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt und für Menschenrechte einsetzt – schon im Jahr 2004 den "Captain Hook Award" für die "unverschämteste Biopiraterie des Jahres" verliehen bekommen hat, wurde Äthiopien bislang in keinster Weise eine Entschädigung zuteil. Zu den eklatantesten Vorwürfen der ETC-Group zählt, dass die von den äthiopischen Bauern in harter Arbeit gezüchteten Teffsorten monopolisiert wurden und dass Äthiopien der Export von Teff in Form von Mehl oder anderen verarbeiteten Produkten schlichtweg untersagt ist.

Gleichzeitig WILL Äthiopien derzeit auch gar kein Teff exportieren. Denn Teff ist bekanntlich eine wichtige Nahrungsgrundlage für die äthiopische Bevölkerung. Würde jetzt Teff der Gewinne wegen im grossen Stil exportiert werden, gäbe es vor Ort noch weniger Lebensmittel und noch grössere Hungersnöte als ohnehin schon. Daher benötigen Exporteure zunächst eine Lizenz der äthiopischen Regierung, um Teff exportieren zu dürfen.

Mit Teff um die Welt und siegen!

Aus all diesen Gründen ist es augenblicklich nicht möglich, äthiopischen Teff – z. B. aus fairem Handel – zu beziehen, um auf diese Weise die Niederländer und ihre Patente zu umgehen. Der Kauf von Teff hierzulande stellt daher aktuell eine Gratwanderung dar – zwischen dem Wunsch, sich gesund, vitalstoffreich und glutenfrei zu ernähren und dem Ziel, dies auch fair und politisch korrekt zu tun. Gerne halten wir Sie in dieser Sache auf dem Laufenden!

Das letzte Wort gebührt nun dem äthiopischen Langstreckenläufer Haile Gebrselassie, der 25 Weltrekorde aufgestellt hat. Seine Aussage soll verdeutlichen, dass Teff in Äthiopien viel mehr ist als ein Haufen Münzen und Scheine: "Für mich bedeutet Teff alles. Teff, Injera, dann Höhentraining – und wir gehen um die Welt und siegen!"

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