Vanillin
Vanillin ist ein künstlicher Aromastoff und hat mit der natürlichen Vanille nichts gemeinsam. Weltweit werden jährlich 12.000 Tonnen des synthetischen Stoffes verbraucht.
Veröffentlichung am 04.08.2009 um 09:42 Uhr / Aktualisierung am 06.02.2012 um 12:05 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Die echte Vanille mit dem botanischen Namen Vanilla planifolia gehört zur großen Familie der Orchideengewächse und ist die einzige Orchideenart, die zur menschlichen Ernährung beiträgt.
Das spezielle Aroma der Vanille entwickelt sich während eines Fermentationsprozesses, dem die unreif geernteten Früchte unterzogen werden. Dabei entsteht aus Coniferin zunächst ein geruchloses Glykosid, dessen enzymatische Spaltung zu Glucose und Vanillin führt. Letzteres ist als Hauptaromakomponente bis zu ca. 3-4% in der Vanille enthalten.
Die echte Vanille enthält neben dem Vanillin noch weitere Inhaltsstoffe, wie 25% Zucker, 15% Fett, 15 bis 30% Cellulose und 6% Mineralstoffe. Der Wassergehalt ist mit 35% ungewöhnlich hoch.
Echte Vanille ist - nach Safran - das zweitteuerste Gewürz der Welt und aufgrund seines feinen Aromas sehr begehrt. Ausschließlich hochwertige Schokoladen und Backwaren enthalten echtes Vanillemark als Aromastoff. Die weltweite Ernte von jährlich nur 1000 Tonnen echter Vanille kann den steigenden Bedarf schon lange nicht mehr decken. Daher wird das Vanillearoma hauptsächlich synthetisch hergestellt.
Vanillin ist mittlerweile der weltweit am meisten verwendete Aromastoff - ca. 12000 Tonnen werden jährlich verbraucht! Der wichtigste Grund hierfür ist das äußerst günstige synthetische Herstellungsverfahren, durch das der hohe Bedarf an Vanillearoma gedeckt werden kann.
Aber es gibt noch weitere Gründe, die - leider nur auf den ersten Blick - für das Vanillin sprechen:
Beim Vanillin wird zwischen natürlichem Vanillin und naturidentischem Vanillin unterschieden:
In der Biotechnologie ist es heute möglich, durch Einsatz von Schimmelpilzen und Bakterien aus Ferulasäure Vanillin in riesigen Tanks, so genannten Fermentern, zu erzeugen. Die Ferulasäure wiederum kann aus Eugenol hergestellt werden, einem Stoff der aus Nelkenöl gewonnen wird. Für Allergiker kann dieser Stoff problematisch sein.
Die biotechnologische Herstellung von Vanillin konnte die synthetische Produktion leider nicht verdrängen. Sie ist zwar weitaus günstiger, als die Herstellung echter Vanille, kostet aber immer noch ungefähr das 60-fache einer synthetischen Herstellung.
Vanillin lässt sich sehr einfach und äußerst günstig in großen Mengen durch verschiedene technische Methoden synthetisch herstellen. Ein Großteil wird bei der Papierherstellung aus Sulfitabfällen gewonnen und zwar bei hoher Temperatur und hohem Druck, in mehreren Arbeitsschritten durch Oxidation, Alkalienbehandlung, Extraktion, Destillation und Kristallisation.
Aus Kostengründen wird heute auch das 2 bis 4x intensiver schmeckende Ethylvanillin verwendet. Als natürlicher Stoff kommt Ethylvanillin im Holz von Eichenholzfässern vor und trägt so zur Aromatisierung von darin gereiftem Wein bei. (Barrique -> holzartig). Rotwein erhält dadurch ein kirschartiges, Weißwein dagegen ein Vanille-Pfirsich-Aroma.
Künstlich hergestelltes Vanillin gilt laut des "Beratergremiums für umweltrelevante Altstoffe" (BUA) der Gesellschaft Deutscher Chemiker mit der höchsten Gefährdungsstufe +3 als
Die kanzerogene Wirkung des Vanillins kann durch den Stoff selbst verursacht werden, oder auch durch die Nebenprodukte, die bei der chemischen Synthese entstehen.
Weitere Auswirkungen von Vanillin auf den Organismus sind:
Normalerweise kann der Körper chemische Stoffe bis zu einem bestimmten Grad kompensieren. Erst die Menge macht letztlich das Gift. Wenn man sich jedoch vergegenwärtigt, dass künstliches Vanillin in nahezu jeder Süßigkeit vorkommt - von der Schokolade angefangen, über Kuchen, Gebäck, Eis etc -, so wird deutlich, welche Mengen dieser Substanz sich im Laufe der Jahre tatsächlich im Körper ansammeln. Je schwächer das Immunsystem eines Menschen ist, umso gravierender werden die Auswirkungen dieser Belastung sein.
Beachten Sie vor jedem Kauf die Angaben auf der Zutatenliste! Achten Sie auch beim Verzehr von Genussmitteln unbedingt auf qualitativ hochwertige Ware und genießen Sie sie in geringen Mengen. Je weniger Sie davon zu sich nehmen, umso größer ist der Genuss. Auf diese Weise können Sie die Belastung durch künstliche Zusatzstoffe deutlich reduzieren. Ihr Körper wird es Ihnen danken!
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künstliches vanillin wird schon seit über 100 jahren als lebensmittel aroma benutzt. vanillin ist mengenmäßig der wichtigste aromastoff weltweit. es erscheint mir als unwahrscheinlich das es erst jetzt im jahre 2011 als krebserregend eingestuft wird.
Hallo Luca,
vielen Dank für Ihre Mail.
Sie haben Recht. Vanillin wird nicht erst seit 2011 als krebserregend eingestuft. Der betreffende Artikel bezieht sich u. a. auf eine Studie aus dem Jahre 1984. Darüber hinaus beweist die Einsatzdauer eines Stoffes in der Lebensmittelindustrie sicher nicht dessen Unbedenlichkeit. Azofarbstoffe werden beispielsweise ebenfalls seit mehr als 100 Jahren zum Färben von u. a. Süssigkeiten verwendet und erst im letzte Jahr wurde gesetzlich festgelegt, dass Produkte, die bedenkliche Azofarbstoffe enthalten, mit einem Warnhinweis versehen werden müssen, weil sich im Jahre 2007 - weit mehr als 100 Jahre nach Entdeckung der Azofarbstoffe - herausgestellt hatte, dass diese Farbstoffe bei Kindern Hyperaktivität auslösen oder begünstigen können.
Viele Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit