Pfizer – To Big to Fail


Pfizer bewarb ein Medikament als Schmerzmittel, obwohl es nicht zugelassen war. Die Staatsanwaltschaft meinte, das Pfizer to Big to Fail sei.

Pharma Pfizer – zu groß für eine Strafe

Veröffentlichung am 30.11.2010 um 16:53 Uhr / Aktualisierung am 07.03.2012 um 11:13 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Je größer und einflussreicher ein Unternehmen ist, umso besser ist es gegen strafrechtliche Verfolgung geschützt – und kann sich in aller Ruhe illegalen Gepflogenheiten widmen...

Pharma Die Pharmaindustrie wird von der Regierung für ihre Machenschaften gestützt!

Hilfe mit Staatsgewalt

Als der Staatsanwaltschaft zu Ohren kam, dass das größte Pharma-Unternehmen auf diesem Globus in eine große illegale Marketing-Kampagne verwickelt war, beschloss sie, dass die Firma zu groß sei, um bestraft zu werden. Also ließ man Pfizer eine Briefkastenfirma einrichten und diese durfte dann die Schuld auf sich nehmen. Somit waren alle aus dem Schneider. Die Staatsanwaltschaft – und Pfizer sowieso.

Pfizer im Alleingang – FDA-Vorgaben werden ignoriert

Im Jahr 2001 erteilte die FDA dem Medikament Bextra® die Zulassung für den Einsatz bei Arthritis und Menstruationskrämpfen. Für seine Anwendung bei stärkeren Operationsschmerzen erhielt das Medikament hingegen keine Zulassung. Davon ließ sich Pfizer jedoch nicht einschüchtern und pries Bextra® ganz energisch bei Anästhesisten und Chirurgen als ideales Mittel gegen OP-Schmerzen.

Einem internen Dokument des Unternehmens zufolge sollte es „jeder, der mit einem Skalpell seinen Lebensunterhalt verdient“ benutzen. Etliche Pfizer-Vertreter behaupteten Ärzten gegenüber sogar, dass die FDA Bextra® in Dosen bis zu 40 Milligramm als sicher eingestuft hätte, obwohl die Agentur dies tatsächlich nur für Dosen bis zu 20 Milligramm getan hatte.

Klage unterlassen aus Sorge um Mitarbeiter des Konzerns

Als die Regierung darüber nachdachte, dass sie dem Konzern nun eigentlich mit einer strafrechtlichen Verfolgung wegen Betrugs aufgrund der Vermarktung von Medikamenten außerhalb des zulässigen Anwendungsgebietes drohen müsste, wurde ihr klar, dass eine Anklage zu einem Ausschluss Pfizers aus Medicare und Medicaid (Gesundheitsprogramme in den USA) führen würde.

Das aber wollte man verhindern, denn:

„Wenn wir Pfizer strafrechtlich verfolgen, würde das Unternehmen vom Markt gedrängt werden“, sagte Staatsanwalt Mike Loucks. „Eine Menge Menschen, die für das Unternehmen arbeiten und nicht in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind, würden ebenfalls davon betroffen sein.“

Klage unterlassen aus Sorge um medizinische Versorgung der Bevölkerung

Die Kläger sorgten sich außerdem darum, dass die Verdrängung des Unternehmens vom Markt zur Folge haben könnte, dass wichtige Medikamente nicht mehr erhältlich sein würden.

„Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir durch den Ausschluss des Unternehmens vom Markt unseren Patienten nicht mehr Schaden zufügen“, sagte Lewis Morris vom Department of Health and Human Services (Bundesgesundheitsministerium der USA).

Pfizer und die Regierung entwerfen Schlachtplan – Ergebnis: Klage umgeleitet

So entschied Pfizer gemeinsam mit der Regierung, dass es eine prima Idee wäre, einfach einer Tochterfirma des Unternehmens die Schuld in die Schuhe zu schieben. Zu diesem Zweck entstand im Jahre 2007 wie aus dem Nichts die Firma Pharmacia & Upjohn Co. Inc., die zwar noch nie auch nur die kleinste Pille verkauft hat, aber einen Briefkasten ihr Eigen nannte.

Dorthin konnte die Staatsanwaltschaft ihre Klageschrift senden, die Gefahr einer Verdrängung vom Markt war plötzlich nicht mehr existent und mit einer Strafgeldforderung (inkl. Prozesskosten) in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar (was Pfizers Gewinn von lächerlichen drei Monaten entsprach) war der Fall gegessen.

Urgroßenkel-Firma

Wer sich für die näheren „Familienverhältnisse“ zwischen Pfizer und Pharmacia & Upjohn Co. Inc. interessiert, sei vorgewarnt. Es wird kompliziert: Pharmacia & Upjohn Co. Inc. ist alles andere als eine Verwandte ersten Grades. Gemäß den Unterlagen des Gerichts verhalte es sich so, dass Pfizer Inc. eine Firma namens Pharmacia Corp. besitze, der wiederum ein Unternehmen namens Pharmacia & Upjohn LLC gehöre, die ihrerseits die Firma Pharmacia & Upjohn Co. LLC besitze und dieser gehört nun letztendlich Pharmacia & Upjohn Co. Inc. Es handelt sich also beileibe nicht um eine Tochterfirma Pfizers, eher um eine Urgroßenkel-Firma.

Quellen

Quelle 1
Quelle 2




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(2)

claudia
geschrieben am: Donnerstag, 16. Dezember 2010, 21:30
eMail-Adresse hinterlegt
Ist Pfitzer ein Kunden von euch?

Zentrum der Gesundheit:

Nein
Ronald Bley
geschrieben am: Mittwoch, 15. Dezember 2010, 19:13
eMail-Adresse hinterlegt
Lobby sei dank, daß der Bürger nun nicht nur weniger Nährstoffe mit den Lebensmitteln aufnehmen kann, jetzt kann er den Verlust an Nährstoffen nicht mal mehr durch wirkungsvolle Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen. Zum Glück kaufe ich meine NEM in den USA von NSP und habe somit keine Probleme.

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