PFC
Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) sind in den Industrienationen weit verbreitet. Eine Studie belegt, dass die toxische Wirkung der PFC´s bei Frauen zu Fruchtbarkeitsstörungen führen.
Veröffentlichung am 06.03.2009 um 15:15 Uhr / Aktualisierung am 01.12.2011 um 13:35 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Zum ersten Mal konnten Wissenschaftler den Nachweis erbringen, dass perfluorierte Kohlenwasserstoffe(PFC) zu Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen führen können. PFCs sind in den Industrienationen weit verbreitet und finden sich z.B. in Pestiziden, Nahrungsmittelverpackungen, beschichtetem Kochgeschirr, Polsterstoffen und vielen Körperpflegeprodukten. PFCs bleiben für Jahrzehnte sowohl der Umwelt, als auch dem menschlichen Körper erhalten.
Teflonbeschichtete PfannePerfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) sind organische Verbindungen, deren Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst vollständig durch Fluoratome ersetzt sind. Der bekannteste Stoff mit den vielseitigsten Verwendungsmöglichkeiten ist der Kunststoff Polytetrafluorethylen (PTFE), auch unter dem Handelsnamen Teflon® bekannt. Er wurde bereits 1938 entdeckt (DuPont) und wird durch Polymerisation von Tetrafluorethylen (TFE) hergestellt.
Eine Studie der University of California in Los Angeles (UCLA), die in der Fachzeitschrift Human Reproduction veröffentlicht wurde, hat festgestellt, dass es für Frauen um so schwieriger ist, schwanger zu werden, je höher die PFC-Werte in ihrem Blut sind. Es wurden insgesamt Daten von 1.240 Frauen untersucht.
Den schwangeren Frauen wurden zwischen der 4. und 14. Schwangerschaftswoche Blutproben entnommen und die Konzentration zweier PFCs (Perfluoroctansäure PFOA bzw. Perfluoroctansulfonat PFOS) gemessen. In der 12. Schwangerschaftswoche wurden die Frauen befragt, ob es sich um eine geplante oder ungewollte Schwangerschaft handelte und wie lange es gedauert hat, bis sie schwanger wurden.
Der niedrigste PFOS Wert im Blut der getesteten Frauen lag bei 6,4 ng/ml und der höchste bei 106,7 ng/ml. Bei PFOA lag der niedrigste Wert unter 1 ng/ml, der höchste bei 41,5 ng/ml. Die Frauen, die PFOS bzw. PFOA am meisten ausgesetzt waren und somit die höchsten Blutwerte aufwiesen, zeigten deutlich mehr Probleme, schwanger zu werden, als diejenigen mit niedrigen Blutwerten.
Bislang wurden PFOA bzw. PFOS als biologisch inaktiv betrachtet. Neueste Tierversuche haben allerdings gezeigt, dass diese Chemikalien die unterschiedlichsten toxischen Auswirkungen auf Leber, Immunsystem und Fortpflanzungsorgane haben. Zwei epidemiologische Studien haben PFOA und PFOS mit vermindertem Wuchs von Föten im Mutterleib in Verbindung gebracht.
Zwar ist der genaue biologische Mechanismus, der eine Belastung mit PFOS bzw. PFOA mit einer verminderten Fruchtbarkeit in Verbindung bringt, nicht bekannt, allerdings gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die PFCs die Fortpflanzungshormone beeinträchtigen.
Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass sich die Spermaqualität beim Mann durch eine Belastung mit PFCs ebenfalls verschlechtern kann.
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