Candida Auris
Erst einmal vielen Dank für Ihren Artikel zu Candida Auris. Ich bin mir seit Jahren sicher, dass ich gegen irgendeinen Pilz kämpfe. Lebe schon lange komplett zuckerfrei und musste auch die Kolenhydrate reduzieren. 1. Frage, kann es sein, dass der Pilz bei krassem Zucker- und Kolenhydrate-Entzug auf Fette umsteigen kann? 2. Frage: Leider finde ich bisher niemanden, der eine entsprechende Diagnose stellt und mir dann hilft. Weder die Untersuchungen der Hausärztin noch Tests aus der Apotheke haben eindeutige Hinweise ergeben, was ja vielleicht auch daran liegt, dass ich die Diät so streng halte? Weiche ich nur kurz von der Diät ab, habe ich sofort viele der bei Pilzen beschriebenen Symptome. Können Sie mir Labore / Fachkräfte empfehlen, die mir weiterhelfen? (Lebe im Raum Freiburg)
Ich habe auch schon mehrmals Anti-Pilz-Diäten versucht. Oft geht es mir (obwohl ich auch immer entgifte) nach einiger Zeit so elend, dass ich abbrechen musste.
Hallo,
Candida auris ist ein noch relativ neuer, multiresistenter Hefepilz, der weltweit v. a. in Krankenhäusern und Intensivstationen vorkommt. Er ist selten im ambulanten Bereich und zeigt sich dort vor allem bei schwer immungeschwächten Menschen (z. B. nach OPs, Chemo, Langzeitkatheter).
Die allermeisten Pilzprobleme im Alltag – insbesondere solche, die mit wiederkehrenden Darm- oder Schleimhautbeschwerden einhergehen – werden durch andere Candida-Arten verursacht, vor allem Candida albicans, seltener glabrata, krusei oder parapsilosis.
Zur Frage, ob ein Pilz wie Candida „auf Fette umsteigen“ kann: Pilze wie Candida albicans (und auch C. auris, soweit bekannt) bevorzugen Zucker und einfache Kohlenhydrate als Energiequelle. Sie können sich in einem sehr kohlenhydratarmen Umfeld notdürftig anpassen (etwa auf Fettsäuren oder Aminosäuren ausweichen), doch das ist weniger effektiv und deutlich wachstumshemmend, so dass dann auch keine Symptome mehr vorhanden sein dürften.
Ihre jahrelange Diät kann also durchaus dazu geführt haben, dass der Pilz inaktiv bleibt – aber nicht vollständig verschwindet. In solchen Fällen ist es sinnvoll, nicht nur weiter „zu entziehen“, sondern auch gezielt das Darmmilieu zu stärken, um die Balance nachhaltig herzustellen.
Ihre Erfahrungen mit Diäten, Entgiftung und Rückfällen könnten auch auf andere Ursachen hinweisen, z. B. Überempfindlichkeiten oder Unverträglichkeiten, die Sie abklären lassen könnten (Histamin?).
Für eine fundierte Abklärung könnten Sie ein spezialisiertes Labor (z. B. IMD Berlin, Biovis, Ganzimmun o. ä.) kontaktieren. Diese können gezielt Candida- oder Schimmelbelastungen sowie weitere relevanten Werte erfassen und evtl. auch Therapeuten empfehlen, die mit den Laboren zusammenarbeiten.
Viele Grüße, Ihr ZDG-Team