Hat Glycin und/oder Lycin Einfluss auf die Blutgerinnung?
Ich habe ca. 1 Monat Glycin als Lutschtablette eingenommen (1x täglich 100 mg abends) für besseren Schlaf.
Außerdem habe ich auf Empfehlung nach einem Bioscan auch Lycin supplementiert (1 Kapsel zu 500 mg).
2 - 3 x die Woche nehme ich Algenöl.
Nun war ich beim Vitamin D-Test in der Apotheke und der Apotheker fragte mich, ob ich Probleme mit der Blutgerinnung hätte..Blut wäre etwas dünnflüssig und es könnte am Glycin liegen..
Gleichzeitig habe ich morgens eher das Gefühl von Durchblutungsstörungen in den Fingern.
Nun würde mich Ihre Meinung dazu interessieren.
Hallo Ines,
zunächst einmal dürfte die Glycindosis für eine merkliche Wirkung auf den Schlaf zu gering sein - zumal schon ein Weizenbrötchen mehr Glycin enthält (150 mg). In Studien wurden dazu mehrere Gramm genommen (3 g vor dem Schlafengehen). Eine blutgerinnungshemmende Wirkung hat Glycin in der von Ihnen genannten Dosis nicht. Dasselbe gilt für Lysin.
Algenöl, also Omega-3-Fettsäuren können blutgerinnungshemmend wirken, aber nur wenn man täglich mehrere Gramm davon nähme.
Wenn bei der Blutabnahme das Blut dünnflüssig erscheint, dann lässt sich daraus nicht auf den Zustand der Blutgerinnung schließen.
Für einen Vitamin-D-Test beim Apotheker wird meist Kapillarblut aus einem Finger genommen. Gerade Finger bluten meist durch den relativ hohen Kapillardruck sehr leicht und nachhaltig. Wenn Sie außerdem darauf achten, immer ausreichend zu trinken, sind Sie gut hydriert, was ebenfalls das Blut "dünnflüssiger" wirken lassen kann.
Auf Probleme mit der Blutgerinnung können hingegen häufiges Nasenbluten, blaue Flecken ohne Anlass und sehr starke Monatsblutungen sein.
Durchblutungsstörungen haben mit der Blutgerinnung erst dann etwas zu tun, wenn sich tatsächlich ein Blutgerinnsel bildet und dadurch die Durchblutung gestört ist. Bei einem Gefühl von Durchblutungsstörungen in den Fingern aber ist es weniger die Blutgerinnung, sondern vielmehr die Gefäßfunktion, die zu den Beschwerden führt.
Manche Menschen reagieren auf Kälte oder Stress mit einem vorübergehenden Gefäßkrampf in den Fingern. Dabei ziehen sich kleine Blutgefäße kurzfristig zusammen und man hat kalte Finger.
Auch ein niedriger Blutdruck kann zu schlecht durchbluteten Fingern führen und sogar Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich. Denn dadurch können Nerven, die in die Arme und Hände ziehen, beeinflusst werden.
Einige Mikronährstoffe spielen ebenfalls eine Rolle - und zwar im Bereich der Nervenfunktion und Gefäßregulation, wie Vitamin B12, Magnesium und Eisen. Diese drei könnten Sie überprüfen lassen und ggf. einnehmen, wenn sich zu niedrige Werte zeigen würden.
Viele Grüße, Ihr ZDG-Team