Gefahren durch Light-Getränke


Immer mehr Studien, die über Aspartam veröffentlicht werden, weisen die auf die wahrscheinlichen Gefahren durch das Trinken von Light-Getränken.


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letzte Aktualisierung am 26.04.2016  Drucken Sie diese Seite Artikel als PDF herunterladen

Light-Getränke können Risiko für Schlaganfall erhöhen

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(Zentrum der Gesundheit) - Bei der International Stroke Conference 2011 der American Stroke Association (Amerikanische Gesellschaft für Schlaganfälle) in Los Angeles wurden Forschungsarbeiten präsentiert, denen zufolge die Leidenschaft für Diät-Limonaden das Risiko für Gefässerkrankungen und hier vor allem für Schlaganfälle drastisch erhöhen könne.

Light-Getränke können Risiko für Schlaganfall erhöhen © urbanbuzz - Shutterstock.com

Light -Limo schlecht für die Gefässe

Vor allem in der grossen, multiethnischen Studie"Northern Manhattan Study" (NOMAS), an der 2.564 Menschen teilnahmen, fanden Wissenschaftler heraus, dass die Teilnehmer, die jeden Tag Light-Limonaden tranken, ein um 61 Prozent höheres Risiko für Gefässerkrankungen aufwiesen als jene Studienteilnehmer, die angaben, keine solchen künstlich gesüssten Limonaden zu trinken.

Studie zur Erforschung der Schlaganfall-Risikofaktoren

NOMAS, eine Zusammenarbeit von Forschungsteams der Columbia Universität in New York und der Miller School of Medicine in Miami, wurde im Jahr 1993 ins Leben gerufen, um die Risikofaktoren für Schlaganfälle in der städtischen, multiethnischen Bevölkerung zu erforschen. Die Studienteilnehmer sind im Alter zwischen 40 und 69 und werden - sofern sie noch leben - bis heute beobachtet.

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Sieben Limo-Gruppen

Zu Beginn der Light-Limo-Studie fragten die Forscher die NOMAS-Teilnehmer, wie viel und welche Art von Limonade sie tranken. Dann teilten die Wissenschaftler die Studienteilnehmer anhand dieser Daten in sieben verschiedene Gruppen ein:

  • Gruppe A trank gar keine Limonade,
  • Gruppe B trank eine bis sechs normal gesüsste Limonaden pro Woche
  • Gruppe C trank mindestens eine normal gesüsste Limonade pro Tag (meistens aber mehr)
  • Gruppe D trank eine bis sechs Light- Limonaden in der Woche
  • Gruppe E trank mindestens eine Light-Limonade pro Tag (meistens aber mehr)
  • Gruppe F trank eine bis sechs Limos pro Woche (mal normal gesüsste, mal Light- Limonade)
  • Gruppe G trank täglich mindestens eine Limonade (ebenfalls gemischt).

Schlaganfall-Risiko um 48 Prozent höher - dank Light-Getränke

Im Laufe der darauf folgenden 10 Jahren erkrankten 559 Studienteilnehmer an einer Gefässerkrankung. Davon erlitten 221 einen Schlaganfall und 149 einen Herzinfarkt. 338 starben an ihrer jeweiligen Gefässerkrankung. Die Forscher stellten fest, dass das Risiko für einen Schlaganfall bei den Teilnehmern der Gruppe E um 61 Prozent höher war als in Gruppe A.

Daraufhin bezog das Forscherteam ausserdem das Alter, das Geschlecht, die Rasse, die sportliche Betätigung, den Alkohol- und Tabakkonsum sowie die tägliche Kalorienaufnahme der Teilnehmer mit in die Auswertung mit ein. Auch wurden die beobachteten Personen auf Herzkrankheiten, periphere Gefässerkrankungen(1) und das metabolische Syndrom(2) hin untersucht.

Das Ergebnis war, dass das Risiko für einen Schlaganfall bei den Teilnehmern der Gruppe E auch nach Berücksichtigung dieser zusätzlichen Risikofaktoren noch immer um 48 Prozent höher war als das Risiko von Gruppe A.

Light-Getränke sind nichts für Leute, die keinen Schlaganfall möchten

„Wenn unsere Ergebnisse von weiteren Studien bestätigt werden, würde dies nahe legen, dass Light-Getränke kein besonders guter Ersatz für mit Zucker gesüsste Getränke ist, wenn man sich gegen Gefässerkrankungen schützen möchte",

sagte Hannah Gardener, Sc.D. in einer Presseerklärung. Gardener ist Epidemiologin an der Miller School of Medicine der Universität Miami in Florida und Hauptautorin der Studie.

Gesünder leben - Light-Getränke meiden

Nun könnten Sie, falls Sie bislang gerne Light-Getränke tranken, auf die vernünftige Idee kommen, künftig lieber etwas anderes zu trinken - einfach, weil Sie keinen Schlaganfall bekommen möchten. Sehr gut! Doch halt, zu früh gefreut! Kurz nach Veröffentlichung der Studie lief der Calorie Control Council Amok und attackierte die Studie bzw. deren Ergebnisse.

Light-Getränke-Industrie holt zum Gegenschlag aus

Für einen Verein mit Kalorien-Phobie ist das natürlich kein Wunder, da nach deren Meinung die einzige Alternative zu Light-Limos offenbar mit Zucker gesüsste Limonaden sind und das sind nun einmal die reinsten Kalorienbomben. Doch ist das nicht der einzige Grund für das Entsetzen des Kalorien-Kontroll-Rats.

Ein kleiner Klick auf den Link"About Us" auf dessen Internetseite klärt auf, dass die Gruppe eine internationale gemeinnützige Organisation sei, die sich für die Interessen der "Industrie für kalorienarme Getränke und Nahrungsmittel" stark mache. Laut der Internetseite vertrete die Organisation die Hersteller von Light-Getränken und kalorienarmen Nahrungsmitteln sowie die Süssstoff-Industrie.

Light-Getränke-Industrie lehnt Studie ab

Der Calorie Control Council gab nach Bekanntgabe der oben erwähnten Studienergebnisse eine Presseerklärung heraus, in der er die Forschungsarbeiten zum Thema"Light-Limonaden und Schlaganfälle" ablehnte. Als Grund dafür wird angegeben, dass die Ergebnisse nicht durch unabhängige Wissenschaftler begutachtet worden seien und die Studie nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht worden sei.

Die Forschungsarbeit wurde bei der Postersession der International Stroke Conference präsentiert. Bei Postersessions werden vorläufige Forschungen anhand einer kurzen Zusammenfassung (eines sog. Abstracts) und mehrerer Plakate präsentiert und diskutiert. Wenn eine Studie bei einer Postersession vorgestellt wird, bedeutet dies jedoch nicht gleichzeitig, dass es sich um eine weniger glaubwürdige Forschungsarbeit handelt als solche Arbeiten, die in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.

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Light-Getränke-Industrie hat Angst

In der Presseerklärung des Calorie Control Council wurde ausserdem darauf hingewiesen, dass Dr. Richard Besser, der leitende Redakteur für Gesundheit und Medizin bei ABC News gemeint habe, die Studie könne negative Auswirkungen auf die Bevölkerung haben.

Die Studie mache nämlich Angst und könne zu unerwünschtem Verhalten führen. Und so schloss er mit den Worten:

„Ich denke nicht, dass die Menschen ihr Verhalten auf Grund dieser Studie verändern sollten."

Dr. Besser denkt also offensichtlich, dass der Rat, Light-Limos zu meiden und stattdessen lieber Wasser, Kräutertee oder verdünnte selbst gepresste Säfte zu trinken, höchst angsteinflössend sei. Angst verbreitet die Studie möglicherweise tatsächlich, aber nicht unter den Verbrauchern, sondern in den Reihen der Light-Getränke-Industrie.

Da immer wieder Studien veröffentlicht werden, die auf die wahrscheinlichen Gefahren durch das Trinken von Light-Getränken hinweisen, wird sich der Calorie Control Council hier langfristig die Zähne ausbeissen. So fanden Forscher bereits einen Zusammenhang zwischen Light-Limonaden und Nierenerkrankungen und stellten fest, dass Frauen, die gerne Light-Limos trinken ein höheres Fehlgeburtenrisiko hatten.

Selbst die beste Limo ist ungesund

Falls Sie jetzt mit dem Gedanken spielen sollten, statt Ihrer Cola light doch lieber wieder zur normalen, also mit Zucker gesüssten Cola zu greifen, dann sollten Sie wissen: Männer nämlich, die eine oder mehrere"normale" zuckerhaltige Limonaden am Tag tranken, wiesen ein noch höheres Risiko für das Non-Hodgkin-Lymphom auf als die Diät-Limo-Männer. Die gesündeste Limonade ist also eindeutig gar keine Limonade.

Lesen Sie auch: Erfrischendes Vitaminwasser - selbst gemacht

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Quellen:

Fussnoten

(1)Von einer peripheren Gefässkrankheit spricht man, wenn es aufgrund von Verengungen und Verschlüssen der grossen Gefässe der Beine zu Durchblutungsstörungen kommt.

(2)Vom metabolischen Syndrom spricht man, wenn vier Krankheiten bzw. Risikofaktoren gleichzeitig auftreten: Bluthochdruck, Insulinresistenz, Übergewicht und hohe Blutfettwerte.Verengungen und Verschlüsse von grossen Gefässen der Beine führen zu Durchblutungsstörungen. Die Füsse und Zehen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.


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