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Arginin und Herpes

Wieso ist die Aminosäure Arginin überhaupt dran beteiligt, an dem Ausbruch des Herpes Viruses. Auf der einen Seite ist es für den Körper essentiell auf der anderen Seite ist es an den Ausbrüchen beteiligt. Wie Glutamin z. B. auf der einen Seite braucht das unser Immunsystem, Studien zeigen jedoch auch dass Krebszellen Glutamin brauchen.

17. Juli 2025
1 Antwort
Carina Rehberg
Carina Rehberg
ZDG-Redaktion
19. Juli 2025

Hallo Christina,

bei Arginin ist es so, dass die Aminosäure wichtig ist fürs Immunsystem, die Gefäßgesundheit und die Zellreparatur. Gleichzeitig brauchen Herpesviren Arginin, um sich in den Zellen zu vermehren. Eine argininreiche Ernährung kann daher bei manchen Menschen Herpesausbrüche begünstigen – vor allem dann, wenn gleichzeitig ein Mangel an Lysin besteht.

Lysin wirkt gewissermaßen als Gegenspieler. Es konkurriert mit Arginin um die Aufnahme in die Zellen. Deshalb kann eine zusätzliche Einnahme von Lysin – kombiniert mit einer gezielten Reduktion argininreicher Lebensmittel – Herpesausbrüche oft deutlich verringern.

Was nun Krebszellen und ihren Glutaminbedarf betrifft, ist es so, dass Krebszellen ja nicht von Nichts leben können. Sie brauchen nicht nur Glutamin, sondern auch viele andere Nähr- und Mikronährstoffe (Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe u. a.) - genau wie gesunde Zellen auch, nur leider meist mehr davon, weil sie sich so schnell teilen.

Auch Darmschleimhautzellen und Immunzellen teilen sich schnell. Deshalb haben auch sie einen hohen Glutaminbedarf.

Ob ein Stoff also von Krebszellen benötigt wird oder nicht, hilft nicht dabei, seine Qualität für die Gesundheit einzuschätzen.

Viele Grüße, Ihr ZDG-Team

christina.e
christina.e
19. Juli 2025
Also kann eine zusätzliche, hochdosierte Einnahme von Vitaminpräparaten evtl mehr Schaden anrichten als helfen?
Carina Rehberg
Carina Rehberg
25. Juli 2025
Hallo christina.e, ja, in bestimmten Situationen kann eine zu hohe Zufuhr einzelner Vitamine oder Nährstoffe mehr schaden als nutzen – aber das hängt stark vom Nährstoff, der Dosis, dem individuellen Bedarf und der Gesundheitssituation ab. Auch muss klar sein, was mit "hochdosiert" gemeint ist. Ideal ist eine bedarfsgerechte Versorgung - optimalweise auf Grundlage von regelmäßig erstellten Laborwerten. Eine leichte therapeutische Überdosierung kann aber auch in manchen Fällen sinvoll sein, z. B. bei Mängeln. Eine starke Langzeitüberdosierung ist jedoch meist riskant - auch ohne Krebs. Krebszellen nutzen viele Mikronährstoffe wie gesunde Zellen auch, nur in höherer Menge. Sie profitieren also nicht nur von Vitaminpräparaten, sondern auch von normaler Nahrung. Das bedeutet, man kann ihnen nicht „die Nahrung entziehen“, ohne auch den gesunden Zellen zu schaden - mit ein Grund, warum Krebs eine so problematische Erkrankung ist. Eine maßvolle, hochwertige Mikronährstoffversorgung ist für den Erhalt der Immunfunktion, Gewebeheilung und des Zellschutzes aber sehr wichtig. Ein künstlich herbeigeführter Mangel (nur um den Krebs nicht mehr zu versorgen) wäre daher kontraproduktiv. Viele Grüße, Ihr ZDG-Team