Melden Sie sich an, um alle Funktionen des Dienstes zu nutzen

Herpes

Guten Tag und vielen Dank für die tolle Möglichkeit Fragen und Anregungen zu stellen. Mein Mann ist geplagt von Herpes Typ 2. je älter er wird umso öfter bricht er aus, teilweise vier mal pro Monat, also wöchentlich. Einhergehend mit vielen Schmerzen die das Bein hinunterziehen. Lysine und Zink sind die Mittel der Wahl. Er ist vor einer Woche auf L Methionine umgestiegen und versucht nun diesen Weg. Es gibt einen großen Leidenskreis aber wenig Aufklärung in der Öffentlichkeit. Auch Studien oder Neuerkenntnisse sind kaum nachzulesen und außer mit den üblichen Medikamente, die auf Dauer nicht gut sind, gibt es kaum Hilfe. Gibt es neue Erkenntnisse die in Ihrer Redaktion bekannt sind, Studien oder ansonsten Speziallisten die sich mit dieser Thematik wirklich gut auskennen? Tausend Dank für ihre Antwort Viele Grüße aus Hamburg

21. Juli 2025
1 Antwort
Carina Rehberg
Carina Rehberg
ZDG-Redaktion
23. Juli 2025

Hallo Surahtjen,

wir - das Zentrum der Gesundheit - sind ein ganzheitlich, naturheilkundliches Portal. Das bedeutet: Aus unserer Sicht geht es zunächst nicht darum, weitere Mittel gegen die Viren bzw. gegen deren Reaktivierung zu finden und auszuprobieren. Im Fokus steht hingegen die Frage, warum bricht die Krankheit bei Ihrem Mann in letzter Zeit immer häufiger aus?

Denn wiederkehrende Ausbrüche deuten nicht auf ein plötzlich aggressiveres Virus oder auf plötzlich zu starke/zu viele Viren hin, sondern auf ein Ungleichgewicht des Immunsystems Ihres Mannes und/oder auf Regulationsstörungen.

Ein ganzheitlich tätiger Arzt würde ihm daher als allererstes viele Fragen stellen (während herkömmliche Ärzte oft wenig sprechen, eine Diagnose stellen und dann Medikamente verordnen).

Wann brach die Krankheit zum ersten Mal aus, wie entwickelte sich die Häufigkeit der Ausbrüche, was veränderte sich im Leben und im Gesundheitszustand Ihres Mannes in dieser Zeit, bekam er weitere Erkrankungen, nimmt er sonstige Medikamente (Blutdruck, Cholesterin, Blutverdünner o. ä.), wie lebt er und wie ernährt er sich, hat er viel Stress, wie ist sein Alltag, wie und wo wohnen Sie (ländlich, städtisch), konnten Sie Trigger beobachten, also Ereignisse, die einen Ausbruch fördern (Stress, Infekte, bestimmte Lebensmittel, die in den Tagen zuvor gegessen wurden (Ernährungstagebuch führen!), Sport, Leistungsdruck), liegen chronische Entzündungen vor (Zahnfleisch? Darm?), wie ist die Verdauung/die Darmflora, wie ist die Infektanfälligkeit Ihres Mannes, welche Nahrungsergänzungsmittel nimmt er usw. usf.

Sie haben daher recht, dass der Besuch bei einem entsprechenden Arzt hilfreich wäre, damit diese Fragen geklärt und mögliche Zusammenhänge und persönliche Muster gefunden werden. Denn alle o. g. Faktoren können das Immunsystem insofern schwächen, dass Ausbrüche ausgelöst werden. Ein gut aufgestelltes Immunsystem hingegen hält das Virus in Schach.

Ein HSV-2-Spezialist muss es nicht zwangsläufig sein, ein ganzheitlich tätiger Arzt (im Idealfall gleichzeitig Ernährungsmediziner oder mit Ernährungsberatung in der Praxis) wäre hier bereits ein Schritt in die richtige Richtung.

Im Netz finden Sie bei Suche "ganzheitlicher Arzt" plus Ihre Stadt meist etliche Vorschläge. Klären Sie zuvor telefonisch ab, ob man sich für eine gründliche Anamnese entsprechend Zeit nimmt bzw. so vorgeht, wie oben beschrieben.

Gerne geben wir Ihnen dennoch einige Hinweise, die Sie umsetzen könnten. Ein Ernährungstagebuch wäre in jedem Fall wichtig, das Sie dann auch zum Arzt (zur Ernährungsberatung) mitnehmen könnten. Dazu wird mindestens 1 Woche lang tabellarisch alles aufgeschrieben, was gegessen und getrunken wurde - mit grober Mengenangabe und auch mit Hinweisen versehen, z. B. (heute Kopfschmerzen, wenig Zeit fürs Essen, schlecht geschlafen, viele Termine oder was auch immer). Auch Medikemante und Nahrungsergänzungsmittel sollten aufgeschrieben werden.

Lysin sollte keinesfalls abgesetzt werden, auch wenn Sie einen Versuch mit Methionin unternehmen möchten. Denn Lysin hemmt die Virusvermehrung indirekt durch Verdrängung von Arginin, das wiederum vom Virus für seine Replikation gebraucht wird.

Lysin wird am allerbesten im Akutfall 3-mal täglich je 1000 mg genommen und zwar immer nüchtern 30 Minuten vor den Hauptmahlzeiten, wobei mindestens 2 Stunden Abstand zur vorigen Mahlzeit/Zwischenmahlzeit vorliegen sollten, besser mehr.

Mit der morgendlichen Lysineinnahme werden 15 - 25 mg Zink eingenommen. Zink unterstützt die antivirale Immunantwort, die Regeneration der Haut/Schleimhaut und hemmt direkt die Virusreplikation von HSV.

Wenn der Schub vorbei ist, kann man die Dosierungen senken, fährt aber mit der Einnahme kontinuierlich fort (Lysin 2-mal täglich je 1000 mg, was dann - wenn der Zustand stabil ist - auf 1-mal täglich 1000 mg reduziert werden kann). Dabei aber bleiben, da präventiv! Zink wird dann auf 5 - 10 mg pro Tag reduziert, abhängig vom Status - siehe nächster Punkt.

Auch Vitamin C hat antivirale Wirkungen und unterstützt den Organismus noch über andere Wege im Kampf des Virus - täglich sind 500 - 1000 mg empfehlenswert, z. B. zweimal täglich je 500 mg.

Wir würden empfehlen, dass Ihr Mann seinen Vitamin-D- und Zinkstatus überprüfen lässt. Je nach Vitamin-D-Spiegel kann dann das Vitamin supplementiert werden. Es stärkt die antivirale Abwehr und wirkt entzündungshemmend.

Zusätzlich können Nahrungsergänzungen, wie OPC (100 - 200 mg), Curcumin und N-Acetyl-Cystein zum Einsatz kommen. Sie wirken antioxidativ, entzündungshemmend und teilweise immunmodulierend, helfen also beim Ausgleich des Immunsystems.

Sie könnten auch einen umfassenden Immunsystem-Check veranlassen. Denn bestimmte Laboruntersuchungen können zeigen, wo das Immunsystem Hilfe braucht:

- Differenzialblutbild mit Lymphozytensubpopulationen (T-Zellen, NK-Zellen, etc.)

- Immunglobuline (IgA, IgG, IgM)

- Zytokinstatus (z. B. IL-6, TNF-α bei chronischer Entzündung)

- Vitamin-D-Spiegel

- Optional: Zink, Selen, L-Lysin, B12, Folsäure

Gleichzeitig zur Lysineinnahme sollte die Ernährung argininarm gestaltet werden. Die stärksten Argininquellen sind Nüsse, Kürbiskerne/Sonnenblumenkerne, Schokolade, Kakao, Vollkorn, Erdnüsse, Cashews, manche Hülsenfrüchte und Mandeln. Ideal ist somit eine gemüsereiche Ernährung, die gezielt mit Lebensmitteln ergänzt wird, die ein gutes Lysin-Arginin-Verhältnis haben, also mehr Lysin als Arginin, z. B. Tofu oder wenn Ihr Mann tierische Produkte isst, auch Käse, Milchprodukte und Fisch.

Nicht zu vernachlässigen ist die psychische Komponente. Denn bei Menschen, die unter häufigen Reaktivierungen von HSV-2 leiden, spielt nicht nur das Immunsystem eine Rolle. Auch die Psyche kann erheblich zum Krankheitsverlauf beitragen. Viele Betroffene berichten von einem klaren Zusammenhang zwischen emotionalem Stress, innerer Anspannung oder Überforderung und dem Wiederauftreten der Symptome. Nicht selten entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Art „Angstspirale“: Die Furcht vor dem nächsten Ausbruch, insbesondere in belastenden Phasen oder sogar in Momenten der Vorfreude (z. B. vor Urlauben, Festen oder intimen Begegnungen), kann das Nervensystem zusätzlich unter Druck setzen – was das Risiko eines Schubes noch erhöht.

Gerade bei häufigen Reaktivierungen kann sich dieser psychische Stress chronifizieren und Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl, das Familienleben, intime Beziehungen und sogar das Berufsleben haben. Gefühle von Scham oder Unsicherheit gegenüber dem Partner, aber auch die Angst, „ansteckend“ oder „krank“ zu wirken, belasten zusätzlich. Aus medizinischer Sicht ist das besonders relevant, da anhaltender psychischer Stress über verschiedene hormonelle und neurologische Wege das Immunsystem unterdrückt – und somit die Reaktivierung des Virus wahrscheinlicher macht.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf antivirale Mittel und Immunstärkung zu setzen, sondern auch die psychische Gesundheit bewusst mit einzubeziehen. Unterstützend wirken hier regelmäßige Entspannungstechniken wie achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), Atemübungen, Yoga oder auch Gespräche mit einer psychologisch geschulten Fachperson. In manchen Fällen kann auch eine therapeutische Begleitung helfen, das eigene Verhältnis zur Erkrankung zu klären, Ängste abzubauen und die Resilienz zu stärken.

Alles Gute und viele Grüße, Ihr ZDG-Team


Mary Richet
Mary Richet
5. August 2025
Hallo Surahtjen, Ich stimme dem ZDG vollständig zu. Ergänzen möchte ich zu Lysin, dass man ggf. zuviel Arachidonsäure, m.W. dem Gegenspieler von Lysin, in manchen Nüssen nascht. Wegen Stress: schon eine Tasse Zitronenmelisse wirkt Wunder, auch beim Schlaf. Und, noch relativ unbekannt, Quelle s. a. Pharmazeutische Zeitung vom 24.8.24 zu kleiner Studie: CBG (Cannabigerol), ein Wirkstoff im Hanf wie CBD, keine Droge! Wofür es wirkt, steht in der o. g. Zeitung dabei. Gibt es in Tropfen, ganz kl. Flasche, im Inhalt zusammen mit dem bekannten CBD-Öl. Trotzdem unbedingt wegen evtl. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorher den Arzt fragen! Obwohl das m.E. kaum einer kennt, ggf. Auszug aus der o.g. Info-Quelle mitnehmen. Klein dosiert, empfohlen 4 Tropfen, einschleichen, steht dabei. Schon eine Minimenge 1-2 Tropfen haben bei mir völlig nebenwirkungsfrei Wunder gewirkt. Stress und Panikattacke - adé! Alles Gute!
surahtjen
surahtjen
27. September 2025
Liebe Mary, dass ist alles sehr hilfreich und hat ihm schon sehr geholfen. Was sich noch unbekannter ist, dass Melantonin immer mehr als richtig fähiges Antioxidant gilt und man dadurch seine Schlafqualität nicht nur beim Einschlafen (was ich immer dachte), sondern auch beim Durchschlafen verbessern kann und sich das zunehmend als stärkere Resistenz darstellt. Und nochmals vielen Dank!!!!