Was tun bei langen Nebenwirkungen von Cortison?
Hallo, ich habe drei Wochen lang Cortison genommen. Von 40 mg an und dann langsam auageschlichen. Ich habe die Einnahme vor 1,5 Wochen beendet. Während der Einnahme ging es mir schon schlecht mit Verspannungen, Herzrasen, Kopfschmerzen, Muskelzittern und Weinerlichkeit. Jetzt ist es so, dass ich kaum belastbar bin. Meine Muskeln zittern ständig und ich habe Sehstörungen durch einen stark verspannten Nacken. Ich kann wieder nicht arbeiten gehen. Mein Arzt meint ich habe "plötzlich"einen Burnout und Depression, nachdem er mich zwei Minuten gesprochen hat. Beides kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe eher das Gefühl das Cortison hat irgendwie die Hirnchemie verändert!? Was kann ich tun, damit es mir wieder besser geht?
Hallo Claudia,
Cortisonpräparate können nicht nur während der Einnahme, sondern auch nach dem Absetzen anhaltende Nebenwirkungen verursachen. Besonders bei höheren Dosierungen (wie 40 mg täglich) und mehreren Wochen Einnahmedauer reagiert der Körper empfindlich.
Mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden können die folgenden sein:
Cortison beeinflusst die körpereigene Cortisolproduktion. Nach dem Absetzen kann es eine Zeit dauern, bis die Nebennieren wieder „selbstständig“ arbeiten. In dieser Phase sind Erschöpfung, Zittern, Kreislaufprobleme und psychische Symptome möglich.
Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Ängste oder depressive Verstimmungen sind bekannte Effekte von Cortison. Das bedeutet nicht automatisch eine „Depression“ im psychiatrischen Sinn und auch kein Burnout, sondern kann eine medikamentenbedingte Reaktion sein.
Cortison schwächt Muskel- und Bindegewebe. Muskelschwäche oder Zittern können noch einige Zeit nachwirken.
Enttäuschend ist natürlich, dass Ihr Arzt sich keine Zeit nehmen konnte. Vielleicht können Sie einen weiteren Arzt sprechen, um eine Zweitmeinung einzuholen, z. B. einen Facharzt (je nachdem, warum Cortison verordnet wurde) oder auch einen ganzheitlich tätigen Allgemeinmediziner.
Wurden Ihre Blutwerte (z. B. Cortisol, ACTH) überprüft? Diese können Hinweise geben, ob Ihr Körper nach der Cortisonkur noch Zeit braucht, um die Eigenproduktion hochzufahren.
Schonen Sie sich, aber sorgen Sie für regelmäßige leichte Bewegung (Spaziergänge, Tanzen, Dehnen). Wärme, Atemübungen, Entspannungstechniken oder Physiotherapie können gegen die Muskelverspannungen und Nervosität helfen. Lassen Sie evtl. auch Ihren Vitamin- und Mineralstoffstatus überprüfen. Dann können Sie mögliche Mängel schnell beheben. Denn auch diese tragen dazu bei, dass man sich nach Cortison nicht mehr so schnell erholt.
In unserem Artikel Cortison - Die Nebenwirkungen reduzieren stellen wir etliche Maßnahmen vor, die Ihnen vielleicht helfen könnten.
Geduld ist jedoch nötig, denn die Erholung nach Cortison kann manchmal mehrere Wochen dauern. Gute Besserung und viele Grüße, Ihr ZDG-Team