Der Blinddarm
In der Schulmedizin wird der Blinddarm als ein evolutionsbedingtes Überbleibsel beschrieben und als nutzlos angesehen. Doch neue Erkenntnisse beweisen das Gegenteil.
Veröffentlichung am 04.12.2009 um 15:22 Uhr / Aktualisierung am 22.09.2011 um 09:04 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Heute wird in der Schulmedizin gerne behauptet, dass der Blinddarm keine sinnvolle Funktion erfülle und damit als nutzlos einzustufen sei. Neueste Forschungsprojekte weisen jedoch darauf hin, dass vielmehr diese Idee überholt und nutzloser ist, als der Blinddarm an sich.
Eine Blinddarm-Operation sollte wohl überlegt sein!Beim Blinddarm handelt es sich um ein eher kleines, röhrenförmiges Organ. Er ist tief im rechten Bereich des Abdomens zu finden und mit dem ersten Teil des Darms verbunden.
Der Blinddarm kann sich schmerzhaft und gefährlich entzünden, und es kann eine so genannte Blinddarmentzündung auftreten. Wird dieser Zustand nicht behandelt, so kann der Blinddarm einen Durchbruch erleiden und sich eine lebensbedrohliche Infektion im Körper ausbreiten.
Ärzte die dieser Theorie folgen, sind deshalb gerne darauf bedacht, auch einen vollkommen gesunden Blinddarm zu entfernen. In der Naturheilkunde wird eine Blinddarmentzündung zuerst mit einem Darmeinlauf behandelt.
Gynäkologen und Geburtshelfer der University of Miami führten eine Studie durch, die im American Journal of Obstetrics and Gynecology 2003 veröffentlicht wurde. Diese Studie ergab, dass die Entfernung eines gesunden Blinddarms, die als Appendektomie bekannt ist, während "gutartiger gynäkologischer Eingriffe nicht die postoperative Komplikationsrate oder den Krankenhausaufenthalt erhöht“.
Die Tatsache, dass die Entfernung des gesunden Blinddarm den Krankenhausaufenthalt weder verlängert noch zu postoperativen Problemen führt, bewog die Ärzte zu der Empfehlung, die Blinddarmentfernung regelmäßig durchzuführen. So wurde zum Beispiel bei operativen Entfernungen der Gebärmutter der Blinddarm gleich mit entfernt, um der Frau weitere mögliche Komplikationen und Eingriffe zu ersparen.
Was wäre jedoch, wenn der Blinddarm aus gutem Grund seit vielen tausend Jahren im Körper verblieben wäre? Wenn er doch eine Funktion hätte? Wenn er den Menschen dabei hilft, gesund zu bleiben? Wäre es nicht besser, sämtliche "Originalteile" - inklusive der Organe - einfach zu behalten? Und damit eben auch den Blinddarm?
Die Hinweise häufen sich, dass der Blinddarm nicht nur ein nutzloses Stück Gewebe ist. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass er bei der Gesunderhaltung des Gastrointestinaltrakts eine wesentliche Aufgabe spielt, und sich ebenfalls positiv auf das Immunsystem auswirkt.
Erst vor kurzem entdeckten Wissenschaftler, dass der Blinddarm das Immunsystem unterstützen könnte, indem er die Darmflora und ihre symbiotischen Bakterien unterstützt. Diese Bakterien leben in Symbiose und führen eine enge ökologische Beziehung mit anderen Organismen des Verdauungsapparats. Symbiotische Bakterien arbeiten zum Beispiel zusammen, um Ballaststoffe zu zersetzen. Außerdem sind sie in der Produktion von Vitaminen tätig.
Im "Journal of Evolutionary Biology" wurde am 22. Oktober dieses Jahres eine Studie veröffentlicht, in der Forscher der Universitätsklinik Arizona und der State University of Arizona erklären, dass der Blinddarm nützlich und sinnvoll ist. Er sei ein hoch spezialisiertes Organ, das sich in der Evolution von Säugetieren seit über 80 Millionen Jahre gehalten und weiter entwickelt habe. Seine Aufgabe bestünde in der Beherbergung symbiotischer Bakterien, die für die Gesundheit unerlässlich sind.
So bezeichneten die Wissenschaftler den Blinddarm als eine Art Unterschlupf für symbiotische Darmmikroben. Er habe sich vermutlich entwickelt, um der Darmflora einen Schutz während gastrointestinaler Infektionen zu bieten.
„Diese Funktion ist evolutionsbiologisch entscheidend für die Existenz des Blinddarms und ihre Entdeckung gibt einen Anstoß zu einer Neubewertung des Blinddarms,“ so die Wissenschaftler.
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