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Parkinson und 5-htp

Mein Mann ist seit (diagnostiziert) 5 Jahren an Parkinson erkrankt und bekommt die übliche medikamentöse Bahnadlung. Nun haben wir erfahren, das 5 HTP einen positiven Einfluss auf die Nebenwirkungen /bzw. auf die Wirksamkeit der Medikamente haben soll. Gibt es da erfahrungen und ist es ungefährlich eine "Selbstversuch" zu starten? Vielen Dank im Voraus

1 Antwort
Carina Rehberg
Carina Rehberg
ZDG-Redaktion
16. Juli 2025

Hallo Barbara,

angenommen Ihr Mann nimmt L-Dopa zusammen mit einem Decarboxylase-Hemmer (z. B. Carbidopa oder Benserazid), dann soll dies den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen. Das wirkt meist gut auf die Beweglichkeit. Gleichzeitig kann durch die Dopaminbetonung im Gehirn ein relativer Serotoninmangel entstehen, da Dopamin und Serotonin miteinander in Wechselwirkung stehen – was sich u. a. äußern kann in:

Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, innerer Unruhe oder Ängstlichkeit.

Eine langjährige L-Dopa-Therapie kann überdies zu Dyskinesien (Überbewegungen) führen.

Genau hier setzt der Gedanke an, 5-HTP ergänzend einzusetzen – um die Serotoninbalance zu stabilisieren, ohne die Wirkung von L-Dopa zu beeinträchtigen und um gleichzeitig die Überbewegungen zu reduzieren.

Eine vielversprechende Tierstudie aus dem Jahr 2023 konnte zeigen, dass 5-HTP L-Dopa-induzierte Dyskinesien (Überbewegungen) deutlich reduzieren kann – und das ohne die gewünschte Wirkung von L-Dopa zu verringern.

Außerdem wurden positive Effekte auf bestimmte zentrale Signalwege im Gehirn beobachtet, die mit der Entstehung von Nebenwirkungen zusammenhängen. Zwar stammen diese Daten aus einem Mausmodell, aber sie sprechen gegen die frühere Befürchtung, dass 5-HTP die Wirkung von L-Dopa „wegnehmen“ könnte.

Trotzdem gilt: 5-HTP ist kein harmloser Stoff, sondern eine isolierte Substanz mit merklicher Wirkung. Auch wenn die Ergebnisse ermutigend sind, sollte 5-HTP nicht leichtfertig im Selbstversuch eingesetzt werden, denn Studien am Menschen fehlen.

Auch ist die exakte Dosierung entscheidend und der Zeitpunkt der Einnahme sollte nicht mit L-Dopa kollidieren. Auch sind individuelle Reaktionen möglich, da das Gehirn sehr sensibel reagieren kann.

Wenn Sie es probieren möchten, dann nur in Absprache mit Ihrem Arzt und nur wenn keine MAO-Hemmer oder Antidepressiva eingenommen werden!

Man könnte z. B. mit 25 mg 5-HTP abends beginnen, idealerweise 2–4 Stunden nach der letzten L-Dopa-Dosis. Wichtig wäre auch eine gute Vitamin-B6- und Magnesium-Versorgung, da beide Mikronährstoffe für die Umwandlung von 5-HTP zu Serotonin nötig sind (z. B. 5–10 mg Vitamin B6 in aktiver Form P-5-P) und z. B. 100–200 mg Magnesium als Magnesiumglycinat).

Beobachten Sie über 5–7 Tage, wie sich das Befinden verändert/verbessert oder ob unerwünschte Symptome auftreten (Unruhe, Benommenheit o. ä.) und geben Sie Ihrem Arzt Rückmeldung.

Wenn alles gut verträglich ist, kann man - wenn der Arzt zustimmt - langsam bis max. 100 mg pro Tag steigern.

Alles Gute und viele Grüße, Ihr ZDG-Team

barbarapier
barbarapier
16. Juli 2025
VIELEN DANK!!!!!