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Welches Magnesium hilft besonders bei restless legs?

Welches Magnesium hilft besonders bei restless legs. Habe Mag.citrat probiert, das aber höhere Dosierungen braucht und dann zu einem sehr niedrigen Blutdruck führt. Ich danke im Voraus für Ihren Ratschlag! Barbara Magn citrat half in den ersten Malen sehr gut, ich nahm es vor dem Schlafen, wurde sehr müde, aber diese Wirkung hatte es in den Wochen danach nicht mehr . Eine Erhöhung : = 4 kleine Meßlöffel beim Pulver führten dann immer mehr Schwindel, latenter Magnesium plus 3x Pramipexol (m 0,18)

11. Juli 2025
1 Antwort
Carina Rehberg
Carina Rehberg
ZDG-Redaktion
12. Juli 2025

Hallo Barbara,

Magnesiumcitrat ist sehr gut bioverfügbar. Blutdrucksenkend ist es bei normalen Dosen von 150 - 300 mg pro Tag nicht merklich (nur wenige mmHg) - Ausnahmen: bei besonderer Empfindlichkeit oder höherer Einmaldosis. Selbst beim RLS aber nimmt man Magnesium nicht in hohen Einmaldosen, sondern maximal 400 - 500 mg auf zwei bis drei Einzeldosen aufgeteilt.

Sehr gut verträglich, sehr gut bioverfügbar und auch beim RLS sinnvoll sind Magnesiumglycinat (Bisglycinat; Glyzin wirkt zusätzlich beruhigend auf das zentrale Nervensystem, besonders hilfreich beim RLS, wenn Schlafstörungen mitbeteiligt sind) sowie Magnesiumtaurat.

Taurin wirkt neuroprotektiv und membranstabilisierend, kann bei nervösem RLS-Typ vorteilhaft sein und ist beim RLS besonders geeignet, wenn das Herz-Kreislauf-System oder Stress eine Rolle spielen.

Beginnen Sie in jedem Fall mit einer niedrigen Dosis am Abend (z. B. 100–150 mg) und beobachten Sie, ob sich die Symptome verbessern, ohne dass Nebenwirkungen auftreten.

In Ihrer Nachricht taucht auch „Pramipexol“ auf. Falls Sie dieses Medikament einnehmen, wäre es sinnvoll, etwaige Wechselwirkungen mit Magnesium (z. B. in Bezug auf Blutdruck und Schwindel) vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abzuklären.

Viele Grüße, Ihr ZDG-Team

Carina Rehberg
Carina Rehberg
15. Juli 2025
Liebe Barbara, haben Sie herzlichen Dank für Ihre Nachricht! Es freut uns sehr, dass unsere Antwort hilfreich für Sie war – und wir wissen Ihre Bereitschaft zur Weiterempfehlung sehr zu schätzen. Danke sehr! Ihre Zusatzfragen sprechen wichtige und leider oft unterschätzte Themen an – insbesondere im Zusammenhang mit dem Älterwerden und der zunehmenden Häufung chronisch-neurologischer und rheumatischer Beschwerden wie Polyneuropathie (PNP), Restless Legs Syndrom (RLS) und Weichteilrheuma (Fibromyalgie). Kennen Sie schon unsere entsprechenden Artikel dazu? Fibromyalgie: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/rheuma-knochen-gelenke/fibromyalgie-uebersicht/fibromyalgie RLS: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/weitere-erkrankungen/neurologische-erkrankungen/restless-legs-syndrom PNP: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/weitere-erkrankungen/neurologische-erkrankungen/polyneuropathie Bei der Lektüre werden Sie merken, dass es hier viele Überschneidungen gibt - was typisch für die ganzheitliche Vorgehensweise ist. Denn es geht immer nur um ein einziges Ziel: Dem Körper all das zu geben, was er braucht, um eigenständig wieder in sein Gleichgewicht zu finden und all das wegzunehmen, was ihn daran hindert. Zu den entsprechenden Maßnahmen zählen sinnvolle Nährstoffkombinationen, wie das von Ihnen bereits erfragte Magnesium (besonders Glycinat oder Taurat). Es wirkt beruhigend, nervenstabilisierend, schlaffördernd, lindert schmerzhafte Muskelverkrampfungen und Unruhe - passt daher bei allen drei Beschwerdebildern. Dazu ein Vitamin B-Komplex für die Nervenregeneration, besonders bei Polyneuropathie Vitamin B1 (Benfotiamin), da es die Nervenleitung verbessert und antioxidativ wirkt sowie Vitamin B6 und B12 (idealerweise als Methylcobalamin): essenziell für die Myelinisierung der Nerven! Alpha-Liponsäure, ist ein Antioxidans, das bei Polyneuropathie (insbesondere diabetischer) zur Verbesserung der Nervengesundheit beitragen kann. Auch hilfreich bei oxidativem Stress, der bei chronischen Erkrankungen oft erhöht ist. Das Mittel entgiftet ferner, leitet also Schwermetalle aus, muss aber separat von anderen Ergänzungen eingenommen werden, also mit Abstand von ca. 3 Stunden. Coenzym Q10 kann ebenfalls hilfreich sein, etwa bei bei chronischer Müdigkeit, Muskelschwäche und altersbedingten Erschöpfungszuständen. Dazu L-Carnitin, das bei Fibromyalgie und Muskelschwäche eingesetzt werden kann. Es verbessert die Energieverwertung und kann die körperliche Belastbarkeit etwas erhöhen. Omega-3-Fettsäuren sind in jedem Fall wichtig. Sie wirken entzündungshemmend, nervenschützend, stimmungsstabilisierend - und sind bei rheumatischen Beschwerden sowie bei PNP und allgemeinem neurovaskulärem Stress hilfreich. Ihr Hinweis auf die Chinesische Medizin ist sehr berechtigt. Diese nutzt oft Kombinationen natürlicher Substanzen, die in der westlichen Medizin entweder als zu komplex oder „wissenschaftlich nicht eindeutig“ gelten – aber in der Praxis erstaunlich wirksam sein können. Auch bei uns in der westlichen Naturheilkunde haben inzwischen adaptogene Kräuter aus den östlichen Heilverfahren Einzug gehalten, wie Ashwagandha, Reishi, Cordyceps oder Rhodiola – sie regulieren das Nervensystem, helfen gegen Stress und fördern Schlaf sowie Regeneration. Wenn Sie zu den einzelnen Mitteln weitere Informationen benötigen, geben Sie das entsprechende Wort in unser Suchfeld. Sie gelangen dann zu einem passenden Artikel. Chinesische Kräuterformeln mit schmerzlindernden, beruhigenden und durchblutungsfördernden Wirkungen würden wir von einem in TCM bewanderten Arzt zusammenstellen lassen - z. B. auch in Kombination mit Akupunktur, die in der TCM sehr erfolgreich bei RLS, PNP und Fibromyalgie eingesetzt wird. Letztendlich wäre es ideal, westliches Mikronährstoffwissen mit östlicher Kräuter- und Energieheilkunde zu verbinden. Die moderne Mitochondrienmedizin und funktionelle Medizin gehen diesen Weg zunehmend. Das bedeutet: Stärkung auf Zellebene, Beruhigung des Nervensystems und Wiederherstellung der inneren Ordnung. Ihre Frage „ob uns ein paar Mittel gegen das Alter einfallen“ berührt ein wichtiges Thema. Unsere Antwort wäre: Nicht gegen das Alter – aber für mehr Lebensqualität im Alter oder sagen wir für ein gutes und glückliches Leben ganz unabhängig vom Alter. Denn gerade chronische Krankheiten treten immer früher auf. Die ganzheitliche und vor allem individuelle Vorgehensweise hat genau das zum Ziel: Eine gesunde, vitalstoffreiche Ernährung in Kombination mit viel Bewegung in Form von gezieltem Training (Kraft und Ausdauer - ist in jedem Alter möglich) stehen im Mittelpunkt. Dazu kommen Nährstoffe - je nach Bedarf, eine individualisierte Nahrungsergänzung, ausreichend Schlaf, lieber meditieren als fernsehen und viel Freude an Selbstfürsorge und Achtsamkeit. Allerdings ist "Langlebigkeit" das Wunschthema vieler LeserInnen, so dass wir es in unserem kommenden Newsletter am Sonntag besprechen werden. Mit lieben Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit Ihr ZDG-Team
Barbara
Barbara
12. Juli 2025
Meinen großen Dank , liebes ZDG Team , für Ihre ausführliche und differenzierte Antwort! Mit solch einem Engagement hatte ich nicht gerechnet und werde Sie - wenn Ihnen das recht ist- natürlich weiterempfehlen. Aber nun nutze ich diese Gelegenheit , um doch noch einmal in Bezug auf Magnesium mit Zusatzfragen nachzuhaken: Wie wohl viele meines Alters: Jahrgang 45, habe ich zusätzlich zum RSL eine neu diagnostizierte Polyneuropathie und ein schon während meiner Studienzeit diagnostiziertes Weichteilrheuma. Diese allmählich immer beschwerlichere Dreieinigkeit gehört ja mit Wirbelsäulenoperationen zu den Segnungen einer "immer älter werdenden Gesellschaft" , wie ich es früher ebenso analytisch distanziert formulieren konnte. Gerade Sie aber werden wahrscheinlich prozentual immer mehr mit dieser Realität durch solche Anfragen wie die von mir konfroniert werden. Da PNP sich wohl allmählich zu einer Art noch völlig unterschätzten Volkskrankheit auswächst und oft von rheumatischen Beschwerden nicht zu unterscheiden ist, bin ich so unverschämt ihnen die naive Frage zu stellen: Würden Sie nach Ihrer Erfahrung mit diesem sicher immer stärker werdenden Beschwerdenkomplex, der sich auch dem Alter verdankt, eine zuminmdest unterstützende , wenn nicht sogar mildernde Kombination von "natürlichen" Mitteln wie Mineralstoffen , Vitaminen etc empfehlen können? Mir kommt da die chinesische Medizin in den Sinn , die ich von einem in dieser Schule ausgebildeten Schulmediziner in Regensburg eine Weile - mit viel Zeitaufwand und vielen Tees - kennengelernt habe. Nun bitte ich Sie um Vergebung, mit solchen umfänglichen Themen im Grunde die Frage zu stellen, ob Ihnen - allein von Ihrem Namen her - ein paar Mittel gegen das Alter einfallen - Aber manchmal denke ich , dass hinter diesem unendlichen Ausmaß an Kräutern bis hin zu tierischen Beigaben sicherlich für den Körper wesentliche Grundstoffe gegeben werden , die man in der westlichen Medizin vielleicht schon im einzelnen vor Augen hat , ihre Verbindung aber sich schon aus "wissenschaftlichen "Gründen nicht vorstellen kann. Aber nun werde ich versuchen, Ihre klugen Vorschläge vorsichtig umzusetzen und auszuprobieren. Haben Sie noch einmal meinen herzlichen Dank für Ihre Mühe , die Sie auch noch mit Freundlichkeit verbinden! Das ist gerade heute vorblildlich! Mit guten Wünschen für Ihre Arbeit grüßt Sie Barbara Osterkamp