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Cholesterin und Medikamente

Vor 1/2 Jahr wurde bei mir ein zu hoher Cholesterinspiegel festgestellt - ich 63 Jahre, vollkommen gesund, keine Medikamente, 1,57m und 49,5 kg - immer gesund ernährt. Damals war schon die Rede von Cholesterinsenkern-Statinen. ich war dagegen, der Arzt hat mir dann 1/2 Jahr gegeben etwas dagegen zu tun. Habe dann die Ernährung umgestellt auf Paleo und eben so 4 kg abgenommen - viel Bewegung sowieso. Gestern erneute Blutabnahme: Cholesterin leicht angestiegen: LDL 330, HDL 208. Soll jetzt Medikamente bekommen, habe mir Bedenkzeit erbeten. Bitte um Ihren guten Rat, möchte keine Medikamente nehmen, aber natürlich auch keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Ist mein Cholesterin nur medikamentös zu behandeln?

4 Antworten
Birgitte Tüpker
28. Juni 2025

Hallo Jan,

LDL 330 ist wirklich sehr hoch und Paleo mit vielen tierischen Fetten eine sehr ungünstige Ernährungsform bei erhöhtem Cholesterin. Pflanzliche Ernährung und gute Öle sind besser. Der Cholesterinspiegel ist aber leider nur zu einem relativ geringen Teil über die Ernährung zu beeinflussen. Sehr viele Menschen haben eine familiäre Hypercholesterinämie, also eine ererbte Fettstoffwechselstörung, die man mit Ernährung nur wenig beeinflussen kann. Ich bin auch schlank, ernähre mich sogar vegan, bin täglich fast 10 km mit den Hunden unterwegs und habe trotzdem LDL 146 mg/dL. Ich habe vor kurzem meine Halsschlagadern schallen lassen und dort konnte man sogar schon leichte Plaques, also Ablagerungen, sehen. Wenn diese Plaques aufbrechen, kann man einen Schlaganfall bekommen. Außerdem sind sie ein Hinweis darauf, dass auch an anderen Gefäßen Ablagerungen entstehen. Ich nehme jetzt seit zwei Wochen Statine, weil mir das Risiko einfach zu groß ist. Lass also bitte mal deine Halsschlagadern checken. Vielleicht hilft dir das bei der Entscheidung.

Timo Wessels
Timo Wessels
24. Oktober 2025
Dir fehlt Vitamin C und Kollagen und gutes Omega 3 und Vit E damit deine Aderwände sich wider natürlich heilen, statt das mit Cholesterin zu machen... Ist dir bewusst, das Statine Antibiotika sind und wirken in dem sie die Leber zerstören, die das gute wertvolle Cholesterin bildet und das du das zur Krebs und Virenabwehr brauchst und das dein Gehirn zu ca. 30 % aus Cholesterin besteht?
Carina Rehberg
Carina Rehberg
1. Juli 2026
Hallo Timo Wessels, ein paar Richtigstellungen: Statine sind keine Antibiotika. Sie hemmen beim Menschen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das in den Leberzellen für die Cholesterinsynthese benötigt wird. Sie haben keine antibakterielle Wirkung. Sie wirken auch nicht, "indem sie die Leber zerstören", sondern so, wie oben beschrieben (über die enzymhemmende Wirkung, die nicht zur "Leberzerstörung" führt. Nichtsdestotrotz können als Nebenwirkung erhöhte Leberwerte auftreten. Ein zu hoher Cholesterinspiegel ist nicht für die Krebs- und Virenabwehr nötig. Im Gegenteil. Krebszellen und auch Viren nutzen ja sogar Cholesterin für ihre Vermehrung. Ja, das Gehirn besteht zu Teilen aus Cholesterin und braucht auch viel Cholesterin. Es bildet sein Cholesterin aber selbst. Das Gehirncholesterin wird also im Gehirn gebildet. Es ist so gut wie nicht gehirngängig, kann also nicht vom übrigen Körper die Blut-Hirn-Schranke passieren. Selbst wenn im übrigen Körper ein "Cholesterinmangel" bestünde, wäre das für das Gehirn nicht entscheidend. Allerdings gelangen Statine ins Gehirn, glücklicherweise nur zu kleinen Anteilen. Das meiste bleibt in der Leber. Dennoch können Statine im Gehirn zu Nebenwirkungen führen, was man auch immer gut beobachten sollte. Vitamin C wird zur Bildung von Kollagen benötigt. Dieses wiederum ist wichtiger Baustein der Blutgefäßwände. Vitamin C ist also wichtig. Für die direkte Einnahme von Kollagen in Sachen Arteriosklerose gibt es diesbezüglich unseres Wissens nach noch keine Studien. Wie immer ist es natürlich das beste, keine Medikamente zu benötigen. Letztendlich gilt es aber stets, das persönliche Nutzen-Risiko-Verhältnis abzuwägen und dann zu entscheiden, was man machen möchte. Viele Grüße Ihr ZDG-Team
Land Lord
13. Juni 2025

Cholesterin läßt sich z.b. durch zunahme von Q10 senken, ich würde auf keinen Fall Chemische Cholesterinsenker nehmen da diese nicht unterscheiden wo das Cholesterin gesenkt oder abgebaut werden soll. Das Gehirn besteht zu 2/3 aus Cholesterin. Der Blutzuckerspiegel steigt was das Risiko an Diabetes zu erkranken erhöht. Cholesterin wird in der Leber prodziert und dient auch zum Schutz, das bedeutet wenn der Arzt einen hohen Cholesterinwert feststellt, sollte er zuerst herausfinden wieso die Leber mehr Cholesterin produziert und nicht gleich mit der chemischen keule ankommen. Ich würde auf dauer stattdessen Vitamin D3+K2, OPC (Traubenkernextrakt mit über 30000 Antioxidantien), Vitamin C, Q10 nehmen. Und um den Blutdruck zu regulieren würde ich Schwarzkümmelöl nehmen das gibt es auch als Kapseln. Folsäure ist auch wichtig, also auch noch Vitamin B12 nehmen. Das hört sich im ersten moment viel an ist aber immer noch besser als meinen Körper auf dauer irgendwelcher Chemie auszusetzen.

christa-d
christa-d
1. Juli 2026
Hallo Landlord, mir gehts wie Birgitte. Bei Prüfung meiner Halsschlagadern wurde festgestellt, daß eine schon durch Plaque verengt ist. Man hat mir Atorvastatin 10 mg verschrieben. Ich sollte mich nach 3 Monaten wieder vorstellen. Meine Werte LDL direkt: 189. Seit kurzer Zeit nehme ich D3+K2 (8.000), und es ging mir mit dieser Kombi besser, was den Schwindel mit Benommenheit seit 10 Jahren anbetrifft. Beides hat sich mit Atorvastatin sofort extrem verstärkt, ein Grund, wieder damit aufzuhören. Ich hab hier gelesen, daß es darauf ankommt, die Blutgefäße elastisch zu halten, weil die sich mit zunehmendem Alter quasi verhärten. Bin 73 Jahre alt, gehe täglich mit dem Hund und ernähre mich quasi vegan. Für den Blutdruck nehme ich seit 1 Jahr Candesartan 16mg/12,5mg. Das Cholesterin-Problem möchte ich lieber natürlich regeln. Du regst an: "OPC (Traubenkernextrakt mit über 30000 Antioxidantien), Vitamin C, Q10." Alle 3? Sorry, bin medizinisch nicht bewandert und brauche einen Rat. Hast du cholesterinmässig selbst Erfahrung mit den 3 Präparaten? Oder evtl. Andere hier im Forum? Danke schon mal
Nike
28. Mai 2025

Hallo zusammen,

etwas sehr spät, aber vielleicht noch hilfreich, als eine ergänzende Information…

Bei mir, 70, werden und wurde schon seit Jahrzehnten immer höhere oder leicht zu hohen Cholesterinspiegel festgestellt. Gesamt aber ziemlich oben noch im Grenzbereich beim LDL-gesamt und beim Gesamtcholesterin immer zwischen 220 - 230, manchmal etwas mehr bis 250.

Das Hdl-Cholesterin ist immer gut bis sehr gut. Insofern rege ich mich nicht auf.
Meine Recherchen und hartnäckiges insistieren vor den letzten Laboruntersuchungen führten dann zu Ermittlung des Quotienten und auch Einbeziehung der Tricglyzerid-Werte in die Gesamtbetrachtung. Die sind bei mir dank gesamt guter, überwiegend pflanzlicher Ernährung sehr niedrig. Und siehe da: dieser Risikomarker ist sehr niedrig ausgefallen, nur 1,6 - weit weg von irgendwelchen Maßnahmen.

Noch ein wichtiger Tipp: Wenn man öfter Kokosöl verwendet, schlägt sich das auch im Gesamtcholesterin etwas nieder - obwohl es bekanntlich sehr gesund ist. Dazu muss man wissen, dass das LDL-Gesamt etliche sogenannte Subfraktionen hat (so wie ein Chef Mitarbeiter 😅), die nicht alle gefährlich sind, hier heute weiter oberflächlich und verständlicher betrachtet könnte man sagen, das sind div. kleinere und größere Moleküle mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Aktivitäten. Die kleinen sind die Übeltäter (s-LDL oder v-LDL) die sich durch die Darm-Gefäßwände schmuggeln und im Blut in den Arterien zur Plaquebildung führen können. Nähere Infos auf den Sites einiger großen Labore. Achtung, sehr viele nehmen diese differenzierten Sub-Werte nicht ab! Die größeren Moleküle, z.B. vom Kokosfett, sind die auch für die Ernährung guten und in richtiger Menge Hilfsbereiten, die Sie am Ende des Darms wieder brav verlassen. Eigentlich, wenn man also hier beim nächsten Mal ein differenzierteres Blutlabor anfordert (ggf. Selbstzahler) weiß man, ob der eigene Wert gefährlich ist oder nicht. Interessanterweise sind nämlich ggf. übergewichtige u.a. diesbzgl. scheinbar „verdächtige“ Menschentypen an der Stelle topfit - und die schlanken, sportlichen diesbzgl. weniger, mit schlechten Werten.Ansonsten: die Ernährung hat einen relativ kleinen Anteil an der Cholesterinproduktion, das meiste Cholesterin produziert der Körper selbst. Nicht zuletzt triggert Stress den Cholesterinwert ! Leider kennen sich hierbei wenig Ärzte gut aus, es gibt jedoch YTs von Laborärzten zu Cholesterin. Viel Erfolg.

Birgitte Tüpker
Birgitte Tüpker
28. Juni 2025
Hallo Nike, wahrscheinlich hast du eine familiäre Hypercholesterinämie. Da kann man mit Ernährung wenig dran ändern. Ich habe das auch. Mir haben die Ärzte auch 20 Jahre lang gesagt, das HDL bzw. der Quotient aus HDL und LDL ist gut; da muss man nichts machen. Wie ich oben schon geschrieben habe, hat das Cholesterin bei mir schon für Ablagerungen in den Gefäßen gesorgt. Und das; obwohl ich mich zu 90% vegan ernähre; viel bewege, schlank bin. Die Leitlinie mit dem HDL ist mittlerweile veraltet, man guckt nur noch auf das LDL. Also zur Sicherheit mal mit einem Dopplerultraschall mal die Carotis angucken lassen. Manche Menschen (ich) neigen dazu, das Cholesterin abzulagern.
Karl Köhler
4. November 2024

Hallo Jan, als ich mich mit meinem Cholesterinwert beschäftigte, wurde mir schnell klar, dass die Gesundheit eines Menschen nicht anhand eines einzigen Wertes eingeschätzt werden kann. Ein erhöhter Cholesterinwert allein ist selten ein ernsthafter Risikofaktor. Problematisch wird es jedoch, wenn zusätzlich Faktoren wie Übergewicht, Blutzuckerprobleme oder Bluthochdruck ins Spiel kommen. Ich erkannte, dass auch mein Lebensstil eine Rolle spielt – eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel wären ebenfalls ungünstig.

Besonders interessant fand ich die Frage, ob mein Cholesterinspiegel plötzlich angestiegen war oder ob er schon immer erhöht war. Bei einem plötzlichen Anstieg wird geraten, nach den Ursachen zu suchen. Eine chronische Entzündung könnte beispielsweise der Grund sein.

Daraufhin sprach ich mit meinem Arzt und fragte ihn nach meinem Gesamtrisiko. Er half mir, nicht nur den Cholesterinwert zu betrachten, sondern auch andere Faktoren ins Auge zu fassen: Wie steht es um meinen Triglyceridspiegel? Den Lipoprotein-a-Wert? Habe ich eventuell Vitalstoffmängel, etwa an Folsäure und B-Vitaminen, die meinen Homocysteinspiegel beeinflussen könnten? Auch meine Vitamin-D-Versorgung, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Magnesium und Antioxidantien aus frischer Rohkost kamen zur Sprache.

Nachdem mein Arzt ein umfassendes Bild von meinem Gesundheitszustand gewonnen hatte, konnte er besser beurteilen, ob ich tatsächlich Cholesterinsenker brauche oder nicht.

Mehr Informationen dazu habe ich auch in diesem Artikel gefunden: Artikel zum Thema Cholesterin. Grüsse Karl