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Vitamin D - Magnesium - Zink

Hallo zusammen, ich nehme seit über einem halben Jahr täglich 10.000-15.000 VitaminD3, Magnesium, Zink etc.(Auffüllen höhere Dosis gewesen) Trotzdem habe ich immer wieder Krankheitszustände. Mal geschwollene Mandeln, Gelenkschmerzen, Durchfall, erhöhte Temperatur, HeuschnupfenAllergie. An was liegt es. Soll ich auf Gluten verzichten und Stress vermeiden oder habe ich einfach eine VitaminD3 Resistenz. Ah und Herpes bekomme ich ab und zu. Da versuche ich jetzt Lysin täglich einzunehmen, was ja auch angeblich bei chronischen Darmentzündungen helfen soll. Lg

15. Juli 2025
1 Antwort
Carina Rehberg
Carina Rehberg
ZDG-Redaktion
15. Juli 2025

Hallo Christina,

es ist fast nicht möglich, Ihre Fragen zu beantworten. Denn jeder Organismus ist ein komplexes Wunderwerk aus vielen verschiedenen Rädchen, die miteinander interagieren. Daher dauert eine Anamnese bei einem ganzheitlichen Arzt meist sehr lange - bis alles in Erfahrung gebracht wurde, was für die weiteren Empfehlungen wichtig ist und dafür die Basis bildet.

Die Tatsache, dass Vitamin D, Magnesium, Zink nicht den erwünschten Erfolg brachten, zeigt in jedem Fall, dass die Problematik woanders liegt und sich nicht mit einer pauschalen Nahrungsergänzung dieser drei Vitalstoffe beheben lässt.

Wir kennen jedoch weder Ihre Ernährungs- und Lebensweise noch Ihre Mikronährstoffwerte noch den Verlauf Ihrer Gesundheit/Beschwerden, was auch hier per Kommentar nicht möglich ist zu klären. Daher empfehlen wir in jedem Fall, einen Arzt für funktionelle Medizin aufzusuchen, damit er mit Ihnen die Ursachen finden und ein ganzheitliches Therapiekonzept erstellen kann.

Nachfolgend daher nur ein paar Tipps, die Sie verfolgen können, die aber - aus den genannten Gründen - nur der Orientierung dienen.

Bei einer Vitamin-D-Resistenz unterscheidet man zwei Varianten:

Variante 1: Der Spiegel steigt trotz Einnahme nicht an - Das wäre eine echte „Resistenz“ im Sinne von Aufnahme- oder Umwandlungsproblemen – etwa durch Darmstörungen, Fettverdauungsprobleme, genetische Prädisposition oder Magnesiummangel.

Variante 2: Der Spiegel ist hoch, aber die Wirkung bleibt aus - Hier spricht man eher von einer „funktionellen Resistenz“ – oft, weil Co-Faktoren wie Vitamin K2, Magnesium, Vitamin A oder auch Zink fehlen oder Entzündungen den Vitamin-D-Rezeptor blockieren.

Falls bei Ihnen überhaupt eine Resistenz vorliegt, müssten Sie zunächst Ihren aktuellen Vitamin-D-Spiegel kennen (beim Arzt oder HP testen lassen). Anschließend kann man bei der jeweiligen Variante nach Ursachen schauen, die bei Ihnen vorliegen könnten - und letztendlich werden die Ursachen behoben.

Da jedoch auch ein gesunder Vitamin-D-Spiegel ohne Resistenz keine Garantie für allumfassende Gesundheit ist, kommen natürlich noch viele weitere Ursachen für Ihren Zustand in Frage.

Da Sie Magnesium regelmäßig einnehmen, könnten Ihre Durchfälle auch mit der gewählten Magnesiumform zusammenhängen. Magnesiumcitrat, -oxid oder -sulfat wirken in höherer Dosierung oft abführend. Besser verträgliche Alternativen wären Magnesiumglycinat (nervenschonend, gut für den Schlaf) oder Magnesiumtaurat (hilfreich bei Stress und Herz-Kreislauf-Belastung).

Ein Wechsel der Magnesiumform (ggf. auch auf geteilte Tagesdosen) könnte helfen, die Verträglichkeit zu verbessern.

Die Idee, probeweise auf Gluten zu verzichten, ist sehr nachvollziehbar – nicht unbedingt, weil Gluten per se schädlich ist, sondern weil es bei gereiztem Immunsystem, Allergieneigung oder Darmdysbiose als entzündungsfördernd wirken kann.

Ebenso denkbar wären auch eine Sensitivität gegenüber Milchprodukten (Kasein, Laktose), histaminreichen Lebensmitteln (z. B. Sauerkraut, Tomaten, Wein, Hartkäse), Zuckeralkoholen (Sorbit, Xylit) oder Emulgatoren und Zusatzstoffen in Fertigprodukten. Hier kann ein einfaches Ernährungstagebuch helfen, Muster zu erkennen.

Sie sprechen selbst an, ob Stress mitverantwortlich sein könnte. Ja! Chronischer Stress belastet nachweislich das Immunsystem, die Darmbarriere, den Hormonhaushalt und sogar die Wirkung von Vitaminen.

Zur Stresspufferung und Nervenregulation haben sich in der Naturheilkunde gut z. B. Adaptogene wie Rhodiola, Ashwagandha oder Reishi (je nach Verträglichkeit) sowie L-Tryptophan, Glycin, B-Vitamine (zur Beruhigung der Nebennierenachse) bewährt. Viel wichtiger aber sind Entspannungspraktiken wie Atemarbeit, Meditation, progressive Muskelentspannung oder was immer Ihnen zusagt.

Besonders bei wiederkehrendem Herpes und Heuschnupfen ist Stress oft ein verdeckter Verstärker oder sogar Trigger.

Sie schreiben, dass Sie nun Lysin gegen Herpes einsetzen – ein sehr sinnvoller Gedanke, denn Lysin hemmt die Aktivität von Arginin, das Herpesviren „füttert“. Es gibt darüber hinaus auch Hinweise, dass Lysin die Darmschleimhaut stärken kann, was Sie ja ebenfalls erwähnt haben.

Begleitend könnten Vitamin C und Quercetin hilfreich sein. Beide wirken entzündungsregulierend und antiviral. Zusätzlich sollten Arginin-reiche Lebensmittel, wie Nüsse, Saaten (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Hanfsamen), Erdnüsse und Kakao in Herpes-Phasen gemieden werden.

Wir wünschen Ihnen, dass Ihr Körper wieder mehr Ruhe und Stabilität findet. Sie sind mit Ihrer Selbstfürsorge jedenfalls auf einem sehr guten Weg. Viele Grüße, Ihr ZDG-Team

christina.e
christina.e
15. Juli 2025
Erstmal vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort. Bei der letzten Messung war der VitaminD3 Spielgel bei knappen 90. VitaminD3 nehme ich in Öl wo K2, E, A enthalten sind.Magnesium nehme ich nur in Form von Magnesiumglycinat. Ihre Ratschläge nehme ich dankend an, vielen herzlichen Dank dass es solche Mediziner wie sie gibt. Mein Hausarzt hat mir geraten das Suplementieren einzustellen weil der Spiegel zu hoch ist.
Carina Rehberg
Carina Rehberg
16. Juli 2025
Hallo Christina, in diesem Fall würden wir in Sachen Vitamin D3 ebenfalls erst einmal pausieren und uns auf die Optimierung der anderen Lebens- und Ernährungsbereiche konzentrieren. Alles Gute und viele Grüße, Ihr ZDG-Team
wichi
wichi
9. Januar 2026
Hallo Frau Rehberg: Ist zwar 6 Monate zu spät, aber ich möchte trotzdem eine Anmerkung zu Ihrer Antwort auf christina.e 's Vitamin-D Spiegel von 90ng/ml und der Einnahme von 10000 bis 15000 I.E Pro Tag machen. Frau e. hat viele Entzündungen , durch die ihr Vitamin-D Bedarf deutlich größer als üblich sein kann. Das ist wahrscheinlich der Fall, weil sie seit einem halben Jahr diese Dosierung zu sich nimmt, und damit nicht über 120ng/ml kommt (Annahme normalgewichtig), Ein Pausieren könnte bei Ihr schnell zu einem Mangel führen wenn der 25(OH)D Wert ,wie es bei Covid-19 Patienten beobachtet wurde, täglich um 2,5ng/ml sinkt. Autoimmunerkrankte sollten einen 25(OH)D Wert oberhalb von 60ng/ml halten. Buffer also 90ng/ml - 60ng/ml = 30ng/ml 30ng/ml / 2,5ng/ml /Tag = 12 Tage Der 25(OH)D Wert von Frau e. könnte also schon nach 8 Tagen Pause unter 60ng/ml sinken. Das ist dann nicht mehr sehr hilfreich um Autoimmunerkrankungen in Griff zu behalten. Meine Meinung nach ist es deshalb besser, die Einnahme fortzusetzen oder sogar zu erhöhen, aber dann gelegentlich den Kalziumspiegel zu prüfen, um das entstehen einer Hyperkalzämie auszuschließen. Hier ein Link zu der Studie in der das Sinken des 25(OH)D Wertes um 2,5ng/ml pro T beobachtet wurde. Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration Signifikanter Rückgang bei Patienten mit COVID-19-Pneumonie während der ersten 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme https://www.mdpi.com/2072-6643/14/12/2362 Siehe Figure 3 der Studie Hier sank der 25(OH)D Wert Trotz Ergänzung durch UV Strahlung in 5 Tagen um 12ng/ml Louisiana State University Health Sciences Center New Orleans, New Orleans, Louisiana, USA 31.5.2022 "Pilot phase results of a prospective, randomized controlled trial of narrowband ultraviolet B phototherapy in hospitalized COVID-19 patients" https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/exd.14617 Aufgrund dieses Wissen habe ich 2024 meinen Vitamin-D Spiegel während einer 105 tägigen Chemotherapie mehrfach messen lassen, und dabei festgestellt, das dieser ohne Vitamin-D Ergänzung in 14 Tagen um 52ng/ml gesunken ist. Erst mit einer täglichen Dosierung von 40.000 I.E konnte ich diesen bei 70ng/ml halten und mit 50.000 I.E dann langsam wieder anheben. Daten und Grafik dazu hier www.kiwiw.de/public/VitaminDVerbrauchwaehrendChemotherapie.pdf Insgesamt habe ich in den 105 Tagen Chemotherapie etwa 4,2 Millionen I.E. Vitamin-D supplementiert und bin damit gut gefahren. Vitamin-D ist wie Vitamin-A und Zink ein "negative acute phase reactant" (Erhöhter Verbrauch während Infektion oder einer anderen Belastung des Immunsystems) aber obwohl darüber schon seit 2013 berichtet wird, wissen das viele nicht. Christian Wiechering Kiel
Carina Rehberg
Carina Rehberg
10. Januar 2026
Hallo Herr Wiechering, vielen Dank für Ihren ausführlichen Beitrag mit Ihren Überlegungen, Erfahrungen und interessanten Studien. Es ist unbestritten, dass Vitamin D in Entzündungs-, Infektions- und Hochbelastungssituationen einem erhöhten Verbrauch unterliegen kann und dass der 25(OH)D-Spiegel unter solchen Bedingungen teilweise rasch sinkt. Auch der Hinweis auf Vitamin D als „negative acute phase reactant“ ist fachlich korrekt und in der Praxis tatsächlich noch zu wenig bekannt. Doch lassen sich akute klinische Situationen (z. B. COVID-19-Pneumonie, Chemotherapie, schwere systemische Entzündungen) nicht direkt auf eine ambulante Alltagssituation übertragen. Die in den von Ihnen zitierten Studien beobachteten raschen Abfälle des 25(OH)D-Spiegels traten unter extremen Stress- und Krankheitsbedingungen auf und sind nicht ohne Weiteres auf jede Person mit unspezifischen Entzündungszeichen übertragbar. Auch lag bei der betroffenen Leserin bereits ein hoher 25(OH)D-Spiegel von ca. 90 ng/ml vor – bei gleichzeitig fortbestehenden Beschwerden. In einer solchen Konstellation ist ein zeitlich begrenztes Pausieren oder Reduzieren aus ganzheitlicher Sicht ein hilfreicher Schritt, um zu prüfen, ob andere Faktoren (z. B. Darm, Immunsystem, Stressachse, Mikronährstoff-Balance, Histamin, Nahrungsmittelunverträglichkeiten) die Beschwerden maßgeblich beeinflussen. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Vitamin D „grundsätzlich falsch“ oder „unnötig“ wäre. Wir stimmen Ihnen ausdrücklich zu, dass bei Autoimmunerkrankungen oder schweren chronischen Belastungen häufig höhere Zielbereiche (z. B. > 60 ng/ml) diskutiert werden. Allerdings setzt dies eine klare ärztliche Begleitung, regelmäßige Laborkontrollen (inkl. Calcium, ggf. PTH) und eine individuell begründete Indikation voraus. Eine pauschale Empfehlung zur weiteren Dosissteigerung – insbesondere bei bereits hohen Spiegeln – ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll. Ihre persönlichen Erfahrungen während der Chemotherapie zeigen sehr eindrücklich, wie extrem der Vitamin-D-Verbrauch unter Hochstressbedingungen sein kann. Diese Erfahrungen sind wertvoll, stellen jedoch Einzelfalldaten unter außergewöhnlichen Umständen dar und eignen sich nicht als allgemeine Handlungsempfehlung für andere Leserinnen und Leser. Unser Ansatz in der ursprünglichen Antwort war daher bewusst zurückhaltend und differenzierend: Einen Schritt zurücktreten, Vitamin D vorerst absetzen, beobachten, Ursachen breiter betrachten und – wenn nötig – Vitamin D später gezielt und kontrolliert wieder einsetzen. Viele Grüße, Ihr ZDG-Team