Vitamin D - Magnesium - Zink
Hallo zusammen, ich nehme seit über einem halben Jahr täglich 10.000-15.000 VitaminD3, Magnesium, Zink etc.(Auffüllen höhere Dosis gewesen) Trotzdem habe ich immer wieder Krankheitszustände. Mal geschwollene Mandeln, Gelenkschmerzen, Durchfall, erhöhte Temperatur, HeuschnupfenAllergie. An was liegt es. Soll ich auf Gluten verzichten und Stress vermeiden oder habe ich einfach eine VitaminD3 Resistenz. Ah und Herpes bekomme ich ab und zu. Da versuche ich jetzt Lysin täglich einzunehmen, was ja auch angeblich bei chronischen Darmentzündungen helfen soll. Lg
Hallo Christina,
es ist fast nicht möglich, Ihre Fragen zu beantworten. Denn jeder Organismus ist ein komplexes Wunderwerk aus vielen verschiedenen Rädchen, die miteinander interagieren. Daher dauert eine Anamnese bei einem ganzheitlichen Arzt meist sehr lange - bis alles in Erfahrung gebracht wurde, was für die weiteren Empfehlungen wichtig ist und dafür die Basis bildet.
Die Tatsache, dass Vitamin D, Magnesium, Zink nicht den erwünschten Erfolg brachten, zeigt in jedem Fall, dass die Problematik woanders liegt und sich nicht mit einer pauschalen Nahrungsergänzung dieser drei Vitalstoffe beheben lässt.
Wir kennen jedoch weder Ihre Ernährungs- und Lebensweise noch Ihre Mikronährstoffwerte noch den Verlauf Ihrer Gesundheit/Beschwerden, was auch hier per Kommentar nicht möglich ist zu klären. Daher empfehlen wir in jedem Fall, einen Arzt für funktionelle Medizin aufzusuchen, damit er mit Ihnen die Ursachen finden und ein ganzheitliches Therapiekonzept erstellen kann.
Nachfolgend daher nur ein paar Tipps, die Sie verfolgen können, die aber - aus den genannten Gründen - nur der Orientierung dienen.
Bei einer Vitamin-D-Resistenz unterscheidet man zwei Varianten:
Variante 1: Der Spiegel steigt trotz Einnahme nicht an - Das wäre eine echte „Resistenz“ im Sinne von Aufnahme- oder Umwandlungsproblemen – etwa durch Darmstörungen, Fettverdauungsprobleme, genetische Prädisposition oder Magnesiummangel.
Variante 2: Der Spiegel ist hoch, aber die Wirkung bleibt aus - Hier spricht man eher von einer „funktionellen Resistenz“ – oft, weil Co-Faktoren wie Vitamin K2, Magnesium, Vitamin A oder auch Zink fehlen oder Entzündungen den Vitamin-D-Rezeptor blockieren.
Falls bei Ihnen überhaupt eine Resistenz vorliegt, müssten Sie zunächst Ihren aktuellen Vitamin-D-Spiegel kennen (beim Arzt oder HP testen lassen). Anschließend kann man bei der jeweiligen Variante nach Ursachen schauen, die bei Ihnen vorliegen könnten - und letztendlich werden die Ursachen behoben.
Da jedoch auch ein gesunder Vitamin-D-Spiegel ohne Resistenz keine Garantie für allumfassende Gesundheit ist, kommen natürlich noch viele weitere Ursachen für Ihren Zustand in Frage.
Da Sie Magnesium regelmäßig einnehmen, könnten Ihre Durchfälle auch mit der gewählten Magnesiumform zusammenhängen. Magnesiumcitrat, -oxid oder -sulfat wirken in höherer Dosierung oft abführend. Besser verträgliche Alternativen wären Magnesiumglycinat (nervenschonend, gut für den Schlaf) oder Magnesiumtaurat (hilfreich bei Stress und Herz-Kreislauf-Belastung).
Ein Wechsel der Magnesiumform (ggf. auch auf geteilte Tagesdosen) könnte helfen, die Verträglichkeit zu verbessern.
Die Idee, probeweise auf Gluten zu verzichten, ist sehr nachvollziehbar – nicht unbedingt, weil Gluten per se schädlich ist, sondern weil es bei gereiztem Immunsystem, Allergieneigung oder Darmdysbiose als entzündungsfördernd wirken kann.
Ebenso denkbar wären auch eine Sensitivität gegenüber Milchprodukten (Kasein, Laktose), histaminreichen Lebensmitteln (z. B. Sauerkraut, Tomaten, Wein, Hartkäse), Zuckeralkoholen (Sorbit, Xylit) oder Emulgatoren und Zusatzstoffen in Fertigprodukten. Hier kann ein einfaches Ernährungstagebuch helfen, Muster zu erkennen.
Sie sprechen selbst an, ob Stress mitverantwortlich sein könnte. Ja! Chronischer Stress belastet nachweislich das Immunsystem, die Darmbarriere, den Hormonhaushalt und sogar die Wirkung von Vitaminen.
Zur Stresspufferung und Nervenregulation haben sich in der Naturheilkunde gut z. B. Adaptogene wie Rhodiola, Ashwagandha oder Reishi (je nach Verträglichkeit) sowie L-Tryptophan, Glycin, B-Vitamine (zur Beruhigung der Nebennierenachse) bewährt. Viel wichtiger aber sind Entspannungspraktiken wie Atemarbeit, Meditation, progressive Muskelentspannung oder was immer Ihnen zusagt.
Besonders bei wiederkehrendem Herpes und Heuschnupfen ist Stress oft ein verdeckter Verstärker oder sogar Trigger.
Sie schreiben, dass Sie nun Lysin gegen Herpes einsetzen – ein sehr sinnvoller Gedanke, denn Lysin hemmt die Aktivität von Arginin, das Herpesviren „füttert“. Es gibt darüber hinaus auch Hinweise, dass Lysin die Darmschleimhaut stärken kann, was Sie ja ebenfalls erwähnt haben.
Begleitend könnten Vitamin C und Quercetin hilfreich sein. Beide wirken entzündungsregulierend und antiviral. Zusätzlich sollten Arginin-reiche Lebensmittel, wie Nüsse, Saaten (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Hanfsamen), Erdnüsse und Kakao in Herpes-Phasen gemieden werden.
Wir wünschen Ihnen, dass Ihr Körper wieder mehr Ruhe und Stabilität findet. Sie sind mit Ihrer Selbstfürsorge jedenfalls auf einem sehr guten Weg. Viele Grüße, Ihr ZDG-Team