Antimikrobielle Peptide schützen uns


Bestimmte körpereigene Eiweiße wirken besser als Antibiotika - und zwar ohne gesunde Zellen zu schädigen.

Körpereigene Antibiotika - Wirksam und sicher

Veröffentlichung am 06.07.2011 um 14:56 Uhr / Aktualisierung am 10.01.2012 um 16:25 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Antimikrobielle Peptide sind körpereigene Eiweiße und aktive Mitglieder unseres Immunsystems. Sie finden sich natürlicherweise insbesondere in der Haut und in den Schleimhäuten. Wissenschaftler entdeckten, dass diese Peptide so stark wirksam sind, dass sie auch solche Erreger radikal abtöten können, die gegen Antibiotika längst resistent sind und die daher mittlerweile die Gesundheit vieler Menschen bedrohen. Diese Nachricht ist umso spannender, da antimikrobielle Peptide - im Gegensatz zu Antibiotika - keinerlei Nebenwirkungen haben.

Körpereigene Antibiotika Körpereigene antimikrobielle Peptide schützen auf natürliche Weise und vernichten selbst gegen Antibiotika resistente Keime

Dringend: Nachfolger für Antibiotika gesucht!

Antibiotika sind eine wunderbare Errungenschaft, da sie schon vielen Menschen das Leben retteten - und dies teilweise noch immer tun. Leider stellte sich im Laufe des nun jahrzehntelangen Antibiotika-Einsatzes heraus, dass das "Wundermittel" mindestens zwei ungünstige Eigenschaften inne hat:

1. Antibiotika schädigen gesunde Zellen

Antibiotika erledigen nicht nur die infektiösen Bakterien, sondern gleichzeitig auch gesunde Zellen, z. B. die nützlichen Bakterien der Darmflora. Da letztere die Basis eines funktionierenden Immunsystems verkörpern, führt eine Antibiotika-Therapie immer auch zu einer Schwächung der körpereigenen Abwehr, ist also zwar kurzfristig von Vorteil (weil man an der aktuellen Infektion nicht stirbt), führt aber langfristig - wenn man die lebenswichtige Sanierung der Darmflora versäumt - zu einer erhöhten Anfälligkeit für weitere Infekte.

2. Antibiotika machen Erreger resistent

Der zweite Nachteil der oft unüberlegten Antibiotika-Verordnungen ist, dass immer mehr potentiell schädliche Keime gegen Antibiotika resistent werden. Diese Tatsache kostet allein in Deutschland jedes Jahr bis zu 40.000 Menschen das Leben, meistens im Krankenhaus. Das heißt: Diese Menschen gingen ins Krankenhaus, um dort gesund zu werden. Stattdessen infizierten sie sich - vermutlich durch mangelnde Hygiene des Personals - mit einem sog. multiresistenten Keim, einem Erreger, der gegen die meisten Antibiotika resistent ist, so dass ihm nicht mehr beizukommen ist. Die Ärzte sind hier hilflos und müssen zusehen, wie der Patient stirbt.

Antibiotika hilflos bei 25 Prozent der Keime

Vor einigen Jahren waren beispielsweise nur 2 Prozent des Bakteriums Staphylococcus aureus multiresistent, heute sind es bereits 25 Prozent.(1) Der Keim führt dazu, dass beispielsweise Operationswunden nicht mehr heilen. Sie eitern und der Keim frisst sich immer weiter ins gesunde Gewebe. Staphylococcus aureus kann auch zu einer Entzündung der Herzinnenhaut, zu Blutvergiftung oder über eine Lungenentzündung zum Tode führen. Die Wissenschaftler suchen folglich fieberhaft nach einem neuen "Wundermittel", das möglichst bald herkömmliche Antibiotika ersetzen kann.

Unsere Schutzengel: Antimikrobielle Peptide

Staphylococcus aureus ist überall. Warum aber infiziert sich nicht jeder damit? Unsere Haut ist immer wieder verletzt. Hier ein Kratzer, dort ein kleiner Schnitt, mal ein Insektenstich oder ein aufgeschlagenes Knie - und dennoch sterben wir nicht alle am multiresistenten Staphylococcus. Wer schützt uns? Antimikrobielle Peptide(2), die von Natur aus in unserer Haut oder in unseren Schleimhäuten sitzen - aber nur, wenn wir über ein gesundes und leistungsfähiges Immunsystem verfügen.

Die gefährlichsten Viren sind machtlos

Verschiedene Studien haben nun gezeigt, dass diese körpereigenen Peptide eine antibiotische Wirkung auf Bakterien, Schimmelpilze und sog. behüllte Viren haben können. Behüllte Viren sind Viren, die im Gegensatz zu unbehüllten oder nackten Viren, eine Virushülle besitzen.

Der Unterschied zwischen beiden Virenarten ist der, dass die behüllten Viren sehr viel gefährlicher für den Menschen sind, als das bei den splitternackten Viren der Fall ist. Behüllte Viren - z. B. Grippeviren oder auch HIV - sind Meister darin, das Immunsystem ihres Opfers zu unterwandern.

Und genau gegen diese Viren zeigen die körpereigenen antimikrobiellen Peptide (AMP) eine schnelle Wirkung - und sorgen dafür, dass wir nicht ständig und dauernd unter fürchterlichen Infekten leiden.

Endlich: Gesunder Antibiotika-Ersatz in Sicht

Wissenschaftler versuchen nun, diese Peptide künstlich herzustellen, um sie - in absehbarer Zeit - anstelle von Antibiotika einsetzen zu können. Dr. Andreas Schubert vom Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig erklärte, dass die Peptide sogar gegen die Antibiotika resistenten Erreger wirken, also auch gegen den multirestenten Staphylococcus aureus (MRSA) oder gegen Klebsiellen, die gegen die Antibiotikaklasse der Carbapeneme resistent sind (CRKP) - und zwar in einer Konzentration, die nur einem Zehntel der üblicherweise verordneten Antibiotikadosis entspricht.

Körpereigene Schutzengel-Produktion

Der menschliche Organismus kann im Idealfall die antimikrobiellen Peptide selbst herstellen und sich daraufhin hervorragend selbst schützen. Das Problem ist hier jedoch, dass viele Menschen aufgrund einer ungeeigneten Ernährungs- und Lebensweise sowie infolge unüberlegter Antibiotika-Therapien oder der Einnahme anderer nebenwirkungsreicher Medikamente nicht mehr über das erforderliche leistungsfähige Immunsystem verfügen.

Ein geschwächtes Immunsystem jedoch kann nicht mehr die dringend nötigen antimikrobiellen Peptide in ausreichender Menge produzieren. Das Ergebnis ist ein Mensch, der plötzlich anfällig wird für Infekte aller Art. Für diejenigen, die nicht auf den Erfindungsreichtum und die Schnelligkeit der Wissenschaftler setzen mögen, stellt sich jetzt die Frage: Wie stärkt man sein Immunsystem und wie bringt man es wieder in die Lage, genügend Schutzengel, also antimikrobielle Peptide herstellen zu können?

Aktivieren Sie Ihr Immunsystem

  • Hochwertige Proteine: Versorgen Sie Ihren Organismus mit wirklich hochwertigen Proteinen, damit ihm ausreichend Rohstoffe vorliegen, um daraus die dringend notwendigen antimikrobiellen Peptide herzustellen. Meiden Sie verarbeitete Fleischprodukte sowie Milchprodukte, da diese - obwohl sie Proteine liefern - den Organismus gleichzeitig mit vielen Nachteilen belasten, so dass diese die möglichen Vorteile bei weitem übertreffen.
    Nüsse, Hanfsaat, Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen etc.), Trockenfrüchte, grüne Blattgemüse, das Mehl der Süßlupine und köstliche Shakes aus einem hochwertigen Reisprotein liefern dem Organismus dagegen alle Aminosäuren, die er für die Produktion von antimikrobiellen Peptiden benötigt. Gleichzeitig versorgt eine solche Ernährungsweise mit einer Vielzahl an antioxidativ wirksamen Vitalstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die das Immunsystem auf vielfältigste Weise unterstützen und in eine uneinnehmbare Festung verwandeln.
  • Pflegen Sie Ihre Darmgesundheit! Ohne eine Darmflora, die sich in einem harmonischen Gleichgewicht befindet, ist das Immunsystem nahezu machtlos. Gerät die Darmflora aus ihrem gesunden Gleichgewicht und nehmen die schädlichen Bakterien im Darm überhand, z. B. durch eine Antibiotika-Therapie, durch minderwertige, also industriell verarbeitete Nahrung, durch zuckerreiche Nahrung, durch Alkoholmissbrauch, durch Medikamente oder Drogen etc., dann ist eine solche Dysbakterie oft der Anfang eines ganzen Rattenschwanzes aus den unterschiedlichsten Beschwerden. Daher ist die Sanierung der Darmflora - in Kombination mit einer naturbelassenen basenüberschüssigen Ernährungsweise - eine der einfachsten und gleichzeitig erfolgreichsten Maßnahmen zur Steigerung der Selbstheilungskräfte. Eine Sanierung der Darmflora lässt sich völlig problemlos in jeden Alltag integrieren. Mehr zum Thema Dysbakterie und ihren Folgen finden Sie hier.
  • Weitere Tipps, wie Sie Ihr Immunsystem stärken, finden Sie hier:

    - Zehn Power-Tipps für ein unbesiegbares Immunsystem

    - Immunsystem stärken

Quellen

Quelle 1
Quelle 2
Quelle 3
Quelle 4

Fußnoten

(1) Peptid: Peptide sind Eiweißverbindungen, die aus bis zu 100 Aminosäuren bestehen können. Erst ab 100 Aminosäuren nennt man die Verbindung "Protein"
(2) Antimikrobielle Peptide



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