Zentrum der Gesundheit
  • Nebenwirkungen Antibiotika
15 min

Antibiotika und ihre wichtigsten Nebenwirkungen

Antibiotika sind in manchen Fällen wichtig. Sie können aber auch Nebenwirkungen haben. Von Durchfall und Magenbeschwerden über Depressionen, Angstzustände und kranke Sehnen bis hin zu einer allgemein geschwächten Abwehrkraft ist fast alles dabei. Wir stellen die wichtigsten Nebenwirkungen einer Antibiose vor.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 14 Februar 2024

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Welche Nebenwirkungen haben Antibiotika?

Antibiotika werden nach wie vor häufig eingesetzt. Die Behandlung eines Patienten mit Antibiotika wird dabei als Antibiose bezeichnet. Antibiotika können zahlreiche Nebenwirkungen haben. Zwar gibt es sehr viele unterschiedliche antibiotisch wirkende Medikamente, die natürlich auch unterschiedliche Nebenwirkungen haben können, doch werden im Beipackzettel (am Beispiel Amoxicillin, das zu den Penicillinen gehört) meist die folgenden aufgeführt:

  1. Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, weiche Stühle, Blähungen, Bauchschmerzen, Geschmacksstörungen
  2. Entzündungen der Mundschleimhaut
  3. Verfärbung der Zahnoberfläche, die vorübergehend ist und durch gute Mundhygiene vermieden werden kann
  4. Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Juckreiz, Hautausschlag (der auch schwerwiegend sein kann, wenn gleichzeitig ein Hautpilz entsteht oder dank einer Antibiose überhaupt erst entstanden ist), Nesselausschlag
  5. Anstieg der Leberwerte
  6. Infektionen mit anderen Bakterien oder mit Hefepilzen (z. B. Scheidenpilz, da Antibiotika das Immunsystem schwächen und die nützlichen Bakterien eliminieren (nicht nur die der Darmflora, sondern auch jene der Scheidenflora ), so dass sich Pilze und schädliche Bakterien durchsetzen können – Anm. ZDG-Redaktion)
  7. Allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock oder Überempfindlichkeitsreaktionen (Arzneimittelfieber)

Weitere Nebenwirkungen, die erst einige Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der Antibiose auftreten können, finden sich im Beipackzettel leider nicht. Wir stellen einige davon weiter unten vor.

Wann sollten Antibiotika nicht verordnet werden?

Trotz der langen Liste mit Nebenwirkungen werden Antibiotika nach wie vor zu oft und ausserdem häufig bei den falschen Indikationen verordnet. Sicher kennen Sie das: Man geht zum Arzt – wegen Halsschmerzen, Erkältung, Husten, einem unkomplizierten Harnwegsinfekt oder was auch immer – und kommt mit einem Rezept für Antibiotika wieder heraus.

Gerade bei den genannten Beschwerden aber ist eine Antibiose nicht immer sinnvoll, allenfalls bei 10 Prozent der Halsschmerz-Patienten, nämlich dann, wenn bestimmte Bakterien (Streptokokken) an der Infektion beteiligt sind. Dennoch werden allein bei Halsschmerzen in 60 Prozent aller Fälle ein Antibiotikum verschrieben – so eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2014 ( 3 ).

Auch in Deutschland werden immer noch viel zu oft Antibiotika bei Erkältungen verordnet. Laut Zahlen der Techniker Krankenkasse in Baden-Württemberg ist es jeder vierte (25 Prozent), der bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit ein Antibiotikum erhält – glücklicherweise mit abnehmender Tendenz. Vor einigen Jahren waren es noch knapp 40 Prozent der Erkälteten, die mit einem Rezept für ein Antibiotikum die Praxis ihres Hausarztes verliessen ( 2 ).

Wirken Antibiotika auch gegen Viren?

Antibiotika können bei bakteriell bedingten Krankheiten gut wirksam sein (z. B. bei Harnwegsinfekten oder Ohrentzündungen) und oft auch lebensrettend, z. B. bei bakteriell bedingten Lungenentzündungen oder bakteriell bedingten schweren Durchfällen.

Da eine Antibiose jedoch IMMER auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann, sollte sie wirklich nur dann erfolgen, wenn auch eine hilfreiche Wirkung erwartet werden kann, was bei Erkältungen mit Halsschmerzen, Schnupfen und Husten selten der Fall ist, da diese Beschwerden zu 90 Prozent von Viren verursacht werden – und gegen Viren helfen die meisten Antibiotika nun einmal nicht (Ausnahme ist z. B. das Makrolid Azithromycin mit breitem Wirkspektrum auf Bakterien UND Viren) ( 4 ).

Bei manchen Atemwegsinfekten können sich nach wenigen Tagen auch noch Bakterien hinzugesellen (Superinfektion), die dann zu einer Verschlimmerung der Beschwerden oder zu Komplikationen, wie einer Nasennebenhöhlenentzündung, Ohrentzündungen oder einer Lungenentzündung führen können. Hier kann ein Antibiotikum dann natürlich wieder wirken und zu einer Linderung führen.

Woher weiss ich, dass ich das richtige Antibiotikum nehme?

Oft wird überdies das falsche Antibiotikum verordnet. Es werden also nicht nur fälschlicherweise Antibiotika bei viralen Infekten gegeben, selbst bei bakteriellen Erkrankungen wird oft das falsche Mittel gewählt. Denn Antibiotikum ist nicht gleich Antibiotikum.

Ein sog. Antibiogramm vor der Gabe würde hier Abhilfe schaffen. Dazu wird eine Urinprobe (bei Harnwegsinfekten) oder ein Abstrich z. B. der Rachenschleimhaut genommen. Anschliessend wird im Labor untersucht, welches Antibiotikum bei vorliegendem Infekt am besten geeignet wäre, sprich am besten wirkt.

Nach einer Krankenkassenstudie aus dem Jahr 2016 zeigte sich, dass Ärzte ein Antibiotikum fast immer (in 95 Prozent der Fälle) auf Verdacht verordnen, also ohne zuvor die Wirksamkeit abklären zu lassen ( 18 ).

Die BKK-Landesverbände stellten bei dieser Untersuchung fest, dass selbst bei Harnwegsinfekten nur bei jedem vierten Fall ein entsprechender Test veranlasst wird. In der Inneren Medizin liessen die Ärzte bei 119.000 Infektionsfällen nur 30 Antibiogramme erstellen und bei den Allgemeinmedizinern – so das Ärzteblatt – fanden die BKK-Prüfer lediglich 15 Antibiogramme unter mehr als 350.000 mit Antibiotika behandelten Infektionen.

Die befragten Ärzte begründeten dieses Verhalten damit, dass die Patienten schnell ein Medikament erwarteten (die Ergebnisse aber erst nach 48 Stunden vorliegen), dass eine entsprechende Probe ausserdem viel Zeit koste und man auch nicht wisse, wer all das finanziere.

Multiresistente Keime entwickeln sich

Werden Antibiotika zu oft oder unnötigerweise verordnet oder werden für die jeweilige Infektion die falschen Antibiotika gegeben, fördert diese Praxis die bedrohliche Resistenzbildung bei Bakterien, so dass sich multiresistente Erreger entwickeln können, gegen die bei wirklich ernsthaften Gesundheitsproblemen sodann kein Antibiotikum mehr wirkt.

Die Nebenwirkungen einer Antibiose

Da Antibiotika nicht gezielt gegen die schädlichen, also krankheitsverursachenden Bakterien wirken, sondern auch nützliche Bakterien eliminieren, wie etwa die Bakterien der Mundflora, der Scheidenflora und der Darmflora, kommt es bei einer Antibiose häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen, wobei Verdauungsbeschwerden ganz oben auf der Liste stehen.

Durchfall während und nach Antibiose

Durchfall gehört aufgrund der antibiotikabedingten Darmflorastörung neben Blähungen und Bauchkrämpfen zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Antibiose. Bei vielen Patienten lässt der Durchfall nach dem Absetzen des Medikaments wieder nach und der Darm samt Darmflora erholt sich von alleine wieder – zumindest scheint es zunächst so, da sich aus der antibiotikabedingten Darmfloraschädigung auch erst langfristig chronische Darmprobleme oder auch ganz andere Gesundheitsschäden entwickeln können (siehe Punkt 3).

Bei manchen Patienten entwickelt sich der „normale“ antibiotikabedingte Durchfall jedoch schon unmittelbar während oder nach der Antibiose zu einem lebensgefährlichen Durchfall. Dieser wird zumeist von Clostridioides difficile (früher: Clostridium difficile) verursacht – einem Bakterium, das normalerweise auch in der Darmflora gesunder Menschen vorkommt – jedoch nur in geringer Zahl, weil es dort von den nützlichen Darmbakterien in Schach gehalten wird.

Wird die nützliche Darmflora jedoch von einem Antibiotikum stark zurückgedrängt, dann kann sich C. difficile mühelos ausbreiten. Seine giftigen Ausscheidungen lösen schwere, teilweise lebensbedrohliche Durchfälle aus. Man spricht von der sog. pseudomembranösen Colitis. C. difficile gehört mit zu den wichtigsten Krankenhauskeimen, da es bereits gegen zahlreiche Desinfektionsmittel und auch einige Antibiotika resistent ist.

Magenprobleme durch Antibiose

Auch Magenprobleme wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, aber auch Sodbrennen können durch Antibiotika auftreten oder verstärkt werden. Sie reizen die Schleimhäute im Mund, Rachen und Magen. Gleichzeitig können sie den Magenkeim Helicobacter pylori eliminieren, der beim Gesunden nach Meinung mancher Fachleute in vielen Fällen vor Beschwerden wie z. B. Reflux und Sodbrennen schützen kann – ein Zeichen dafür, dass selbst Bakterien mit schlechtem Ruf nicht durchweg schlecht sind, sondern durchaus auch gesundheitliche Vorteile bieten können ( 6 ).

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen durch Antibiose

Wenn eine Antibiose in erster Linie den Darm in Mitleidenschaft zieht, ist es naheliegend, dass durch diese Arzneimittel möglicherweise auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entstehen bzw. begünstigt werden können.

In einer Studie aus dem Jahr 2011 stellte man anhand der Daten von 2.234 Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen fest, dass diese im Vergleich zu über 22.300 gesunden Kontrollpersonen (2 bis 5 Jahre vor Krankheitsausbruch) häufiger Antibiotika verschrieben bekommen hatten ( 5 ).

Wer mindestens ein- bis zweimal ein Antibiotikum genommen hatte, erkrankte eher an Morbus Crohn, wer dreimal und öfter eine Antibiose verordnet bekommen hatte, erkrankte häufiger an Colitis ulcerosa. Antibiotika gelten daher als mögliche Ursache von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Reizdarm durch Antibiose

Auch ein Reizdarm kann sich als langfristige Folge einer Antibiose entwickeln, was einem ganz besonderen Teufelskreis entspricht, da beim Reizdarmsyndrom – wenn andere Massnahmen erfolglos bleiben – Antbiotika verordnet werden. Dies deshalb, da ein Reizdarmsyndrom mit einer massiven Darmflorastörung einhergeht und man diese ungünstige Darmflora mit Antibiotika zu reduzieren versucht ( 7 ).

Meist tritt eine sofortige Besserung der Symptome (Blähungen, Bauchweh etc.) ein. Nach Absetzen des Antibiotikums – 10 bis 14 Tage später – setzen jedoch oft die Symptome wieder ein, so dass die Medikamente ein zweites Mal oder sogar langfristig eingenommen werden. Hier sollte besser nach den Ursachen des Reizdarmsyndroms geschaut werden, die sich mit ganzheitlichen Massnahmen häufig lindern lassen.

Scheidenpilz durch Antibiose

Bei Frauen führt eine Antibiose nicht selten zu einem Scheidenpilz ( 14 ). Wie oben erklärt, verändern Antibiotika nicht nur die Darmflora, sondern auch die Scheidenflora. Die schützenden Milchsäurebakterien werden zahlenmässig reduziert, was dazu führt, dass sich Pilze ausbreiten können und nun Juckreiz, Ausfluss, trockene Scheide etc. verursachen. Mögliche naturheilkundliche Massnahmen bei Scheidenpilz finden Sie im vorstehenden Link.

Übergewicht durch Antibiose

In einer Studie, die 2015 im International Journal of Obesity veröffentlicht wurde, ergab sich, dass eine Antibiose in der Kindheit die Entwicklung von Übergewicht begünstigen kann – und zwar nicht nur in der Kindheit, sondern auch noch Jahre später ( 9 ).

Diabetes durch Antibiose

Eine weitere Untersuchung – erschienen im Oktober 2015 im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism – zeigte, dass Antibiotika möglicherweise mit Diabetes Typ 2 in Verbindung stehen. Dänische Forscher hatten die Daten von mehr als 1,5 Millionen Menschen untersucht und festgestellt, dass jene, die in den Jahren vor ihrer Diagnose zwei- bis viermal ein Antibiotikum eingenommen hatten, ein um 23 Prozent höheres Risiko hatten, Diabetes zu bekommen – im Vergleich zu Personen, die nie ein Antibiotikum genommen hatten. Wer fünfmal und öfter Antibiotika nehmen musste, hatte sogar ein um 53 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko ( 8 ).

Selbstverständlich besteht bei diesen Zusammenhängen immer auch die Möglichkeit einer einfachen Korrelation ohne Kausalität, beispielsweise dass Menschen mit Neigung zu Diabetes auch grundsätzlich infektanfälliger sind und daher öfter ein Antibiotikum einnehmen.

Depressionen und Angstzustände durch Antibiotika

Möglicherweise haben Sie schon von der Darm-Hirn-Achse gehört, die den wechselseitigen Einfluss von Darm und Gehirn beschreibt. Wir gehen darauf detailliert in unserem Artikel über die positive Wirkung von Probiotika bei Stress (Stresshormonspiegel und Stresssymptome) ein.

Wenn also der Darm infolge einer Antibiose leidet, dann kann sich dies auch negativ auf die Psyche auswirken. In einer Studie, die im November 2015 im Journal of Clinical Psychology veröffentlicht wurde, zeigte sich beispielsweise, dass nur eine einzige Antibiose genügt, um das Risiko für Depressionen und Angstzustände zu erhöhen ( 10 ).

Je öfter man Antibiotika einnehmen muss, umso weiter steigt auch das Risiko, bis es schliesslich nach fünf Antibiotika-Therapien um 50 Prozent erhöht ist.

Kranke Sehnen und Psychosen durch Antibiotika

Antiobiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, auch Gyrasehemmer genannt, (z. B. Norfloxacin, Ciprofloxacin, Moxifloxacin und Levofloxacin) können besonders schwere Nebenwirkungen haben. Sie können Sehnen und Nerven schädigen, so dass es zu Sehnenrissen und Nervenschmerzen kommen kann ( 11 ).

Die entsprechenden Symptome bei Nervenschäden sind Kribbeln, Taubheitserscheinungen und Muskelschmerzen. Fluorchinolone können ausserdem Panikattacken, Halluzinationen, Selbstmordgedanken und Leberschäden auslösen.

Leider bilden sich diese Nebenwirkungen nicht unbedingt nach dem Absetzen des Antibiotikums zurück, sondern können auch anschliessend noch viele Monate oder sogar dauerhaft bestehen bleiben.

Manche der genannten Kribbeln im Gesicht und in den Händen erscheinen auf dem Beipackzettel unter „seltene Nebenwirkungen“. In Wirklichkeit aber – wie die Einträge in den Nebenwirkungsdatenbanken der EU zeigen – sind bereits Zehntausende Patienten betroffen.

Inzwischen gelten Fluorchinolone nur noch als Reserveantibiotika, die also nur dann gegeben werden sollen, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt – und schon gar nicht bei banalen Infekten, wie einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung, chronischer Bronchitis oder unkomplizierten Harnwegsinfekten, denn das Risiko schwerer Nebenwirkungen übersteigt den Nutzen deutlich.

Organschäden durch Antibiose

Im Heft 4/2016 der Zeitschrift Arzneimitteltherapie werden die toxischen Wirkungen verschiedener Antibiotika auf die Organe aufgeführt ( 13). Manche schädigen beispielsweise das Zentralnervensystem, was sich in Krampfanfällen äussern kann. Andere die Nieren, was zu einer Niereninsuffizienz führen kann und wieder andere die quergestreifte Muskulatur, was Myopathien nach sich ziehen kann.

Antibiotika der Gruppe Makrolide wiederum können das Herz schädigen, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann und Antibiotika der Gruppe Oxazolidinone können sogar das Knochenmark in Mitleidenschaft ziehen, was sich in Blutbildungsstörungen äussert und z. B. zu einer Thrombozytopenie (zu wenige Blutplättchen) führen kann, die wiederum innere Blutungen mit sich bringt.

Antibiotika schwächen die Abwehrkraft der Lungen gegen Grippeviren

In einer Studie an Mäusen stellten Londoner Wissenschaftler im Sommer 2019 fest ( 19 ), dass Antibiotika - wenn man diese kurz vor einem Grippeinfekt nehmen musste (z. B. gegen einen Harnwegsinfekt) - den Verlauf einer Grippe ungünstig beeinflussen können. Der zugrundeliegende Mechanismus ist der folgende:

Antibiotika schädigen die Darmflora. Die Darmflora jedoch kann über Botenstoffe die Lungenepithelzellen so aktivieren, dass sich diese besser gegen Viren schützen können. Gerade in den ersten zwei Tagen einer Infektion sind die körpereigenen Abwehrzellen noch nicht bereit für den Anti-Virus-Kampf. In dieser Zeit aber kann sich das Virus sehr stark vermehren, wenn sich die Lungenzellen nicht selbst schützen. Wurde die Darmflora nun durch eine Antibiose geschädigt, dann funktioniert dieser Selbstschutz nicht mehr.

Sind die Abwehrzellen schliesslich nach zwei Tagen bereit, ist der Infekt schon sehr weit fortgeschritten, so dass es zu Komplikationen und einem deutlich schwereren Verlauf kommen kann.

Nebenwirkungen durch Antibiose in der Schwangerschaft

Im ersten Trimester der Schwangerschaft – so heisst es – sollen Schwangere in jedem Fall auf Antibiotika verzichten. Dass die Antibiose jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt problematisch sein kann, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2015, in der sich ergab, dass ein Antibiotikum – wenn im dritten Trimester eingenommen – das Risiko für Atemwegserkrankungen beim Kind erhöhen kann ( 15 ).

Antibiose kann Fehlgeburten auslösen

Nehmen Schwangere ein Antibiotikum im ersten Trimester (innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate ), dann erhöht sich dadurch das Fehlgeburtenrisiko – so eine kanadische Studie, in der Antibiotika der Gruppen Makrolide, Quinolone, Tetrazykline, Sulfonamide u. a. untersucht wurden ( 16 ).

Antibiose kann zu Geburtsfehlern führen

In einer weiteren Studie (August 2017) ergab sich anhand von 139.938 Geburten, dass eine Antibiose – wenn im ersten Trimester verordnet – zu Fehlbildungen beim Kind führen können. Betroffen waren die folgenden Antibiotika: Clindamycin, Doxycyclin, Quinolone, Makrolide und Phenoxymethylpenicillin ( 17 ).

Nebenwirkungen, an die keiner denkt

Bei Ärzten jedoch gelten Antibiotika als nebenwirkungsarme Medikamente. Sie werden deshalb auch so gerne, so oft und so sorglos verschrieben. Denn ein bisschen Durchfall ist ja nicht schlimm. Der vergeht. Dass der Durchfall nur die Spitze des Eisbergs ist und nur ein Symptom einer oft langwierigen und folgenschweren Darmflorastörung, wird von den meisten Ärzten nicht anerkannt.

Wie oft aber erzählen Patienten: Ich hatte eine Blasenentzündung, erhielt ein Antibiotikum und litt etwa ab diesem Zeitpunkt an Allergien, Nahrungsmittelintoleranzen, Reizdarm, chronischen Rückenschmerzen oder einer Autoimmunerkrankung. Von Ärzten wird hier kein Zusammenhang gesehen. Alles nur Zufall, heisst es gerne. Bleiben Sie daher skeptisch, wenn Sie ein Antibiotikum verschrieben bekommen!

Worauf sollte man bei der Einnahme von Antibiotika achten?

Wenn Ihr Arzt eine Antibiose anordnet, stellen Sie die folgenden Fragen:

  1. Ist bei meinen Beschwerden ein Antibiotikum überhaupt sinnvoll? Oder könnte es sein, dass meine Krankheit eine Virusinfektion ist? Könnte es sein, dass die Antibiotikagabe meine Beschwerden nur um einen oder zwei Tage verkürzt, die Krankheit also ohne Antibiotikum nur unwesentlich länger bräuchte, um allein auszuheilen, ich aber mit dem Risiko der Nebenwirkungen leben muss?
  2. Gäbe es Alternativen? Naturheilkundliche Mittel oder einfache Hausmittel? Lesen Sie hier: CBD als Alternative zu Antibiotika und CBD-Öl gegen Schmerzen.
  3. Wurde das für meine Beschwerden richtige Antibiotikum gewählt? Wurde ein Antibiogramm gemacht?
  4. Wurden meine Vorerkrankungen berücksichtigt? Dazu gehören Organschäden, chronische Beschwerden oder psychische Probleme.
  5. Wurde berücksichtigt, dass ich noch andere Medikamente nehmen muss? Könnte es zu Wechselwirkungen zwischen meinen Medikamenten und dem Antibiotikum kommen? Welchen Zeitabstand muss ich zwischen den Mitteln einhalten?
  6. Wie oft pro Tag muss ich das Antibiotikum einnehmen? Zum Essen oder nüchtern? In welchem Abstand zu den Mahlzeiten?
  7. Muss ich die verschriebene Tablettenmenge einnehmen, auch wenn die Beschwerden schon früher abklingen? (Inzwischen weiss man, dass man Antibiotika in vielen Fällen auch schon eher absetzen kann, es dadurch also nicht zu einer verstärkten Resistenzbildung kommt, wie einst angenommen).

Wie kann man den Nebenwirkungen durch eine Antibiose vorbeugen?

Wenn sich ein Antibiotikum nicht vermeiden lässt, dann kümmern Sie sich darum, alles zu tun, um Nebenwirkungen vorzubeugen:

Ernähren Sie sich bestmöglich ( basenüberschüssig, vitalstoffreich, vollwertig, pflanzenbasiert ) , damit Ihr Körper nicht auch noch durch eine ungünstige Ernährung geschwächt wird, sondern mit allen Vitalstoffen rundum bestens versorgt wird.

Wählen Sie die für Sie passenden Nahrungsergänzungen, z. B. Vitamine, Mineralien, Antioxidantien, die den Körper beim Heilprozess unterstützen.

Und das Wichtigste: Nehmen Sie - nach Absprache mit Ihrem Arzt - ein hochwertiges Probiotikum ein, z. B. Combi Flora SymBIO. Und zwar parallel zur Antibiose und noch vier bis zwölf Wochen darüber hinaus. Probiotika schützen die Darmflora und helfen dabei, dass sich diese wieder schnell regenerieren kann, so dass es zu vielen Nebenwirkungen (wie etwa Durchfall) gar nicht erst kommt. Lesen Sie dazu auch unseren Text: Die richtige Einnahme von Probiotika.

Liste mit den Nebenwirkungen von Antibiotika

Eine Liste mit den verschiedenen Antibiotika und ihren wichtigsten Nebenwirkungen finden Sie hier: Liste: Nebenwirkungen von Antibiotika; diese Liste zeigt, dass es kein Antibiotikum gibt, welches auf den ersten Blick deutlich weniger Nebenwirkungen hat und daher vorzuziehen wäre.

🌟 Bewerten Sie unsere Arbeit 🌟

Wenn Ihnen unser Beitrag gefallen hat und Sie Zeit und Lust haben, freuen wir uns über eine Bewertung bei Trustpilot.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.