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Erkältung – Das können Sie tun

Erkältung: Das können Sie tun

Autor: Carina Rehberg

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner

Aktualisiert: 08 Juni 2021

Erkältungen sind heutzutage ein echtes Problem. Denn wer öffentlich niest oder hustet, gilt fast schon als gewissenloser Superspreader, der andere Menschen mutwillig ansteckt, obwohl er doch in Quarantäne gehört. Hilfreiche Tipps und Mittel, die bei Erkältungen Wirkung zeigen, sind daher gefragter denn je!

Erkältung – früher und heute

Erkältungen sind Viruserkrankungen, die meist mit Halsschmerzen beginnen, dann in Schnupfen und Husten übergehen und nach 7 bis 10 Tagen folgenlos überstanden sind. Früher waren Erkältungen überhaupt kein Problem. Da konnte man niesend und hustend in der Stadtbahn fahren (natürlich ohne Mund-Nasen-Schutz), ohne dass sich irgendjemand darum gekümmert hätte. Man konnte mit hochrotem Kopf und zig Taschentücher verbrauchend am Arbeitsplatz oder in der Schule sitzen, ohne dass sich irgendjemand bedroht gefühlt hätte.

Heute geht all das nicht mehr. Denn man könnte ja von einem neuen Virus befallen sein, endlos viele Menschen anstecken und so einen Hotspot nach dem anderen entstehen lassen. Womöglich müsste man sich testen lassen und würde – je nach Testergebnis – erst einmal wochenlang isoliert allein zu Hause in Quarantäne verbringen müssen, ganz egal, wie jung oder alt man ist.

In einer Studie (1) aus der Schweiz hatte sich im Hinblick auf die Sinnhaftigkeit entsprechender Tests gezeigt, dass z. B. Kinder mit Erkältungssymptomen nicht öfter einen positiven PCR-Test hatten als Kinder ohne Symptome, was einen kausalen Zusammenhang unwahrscheinlich werden lässt.

So kann man sich mit einer Erkältung anstecken

Erkältungssymptome haben also nicht zwingend etwas mit einem vorhandenen positiven Testergebnis zu tun. Da man aber meist nur getestet wird, wenn man Symptome hat (oder Reiserückkehrer ist), ist die Gefahr eines positiven Tests und einer darauf folgenden Zwangsisolierung natürlich auch für diese Personengruppe höher als für Personen ohne Symptome (obwohl auch diese positiv sein könnten).

Also will man derzeit wirklich auf gar keinen Fall eine Erkältung bekommen. Was kann man tun, um gesund zu bleiben oder – wenn die Erkältung schon da ist – diese zu lindern? In Sachen Prävention interessiert viele Menschen an dieser Stelle, wie stark und wie lange erkältete Personen eigentlich ansteckend sind, damit man weiss, wann und wie lange man näheren Kontakt mit ihnen meiden muss.

Ansteckung durch Aerosole

Wenn erkältete Personen niesen oder husten – so weiss heute jedes Kind – werden sog. Aerosole in die Luft entlassen. Aerosole sind mit Viren (oder sonstigen Keimen) gefüllte winzige Tröpfchen, die sich angeblich über 1,80 Meter in der Luft fortbewegen können (2) – immer auf der Suche nach einem neuen Opfer, das die Tröpfchen dann einatmet und daraufhin selbst krank wird (es sei denn natürlich, das Immunsystem behält die Lage unter Kontrolle).

Dazu ist die inzwischen weithin bekannte Heinsberg-Studie des ebenso bekannten Virologen Hendrik Streeck interessant. Für diese Studie entnahm man Luft- und Oberflächenproben in zunächst 21 Haushalten im Ort Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg. Die Bewohner der Haushalte standen unter Quarantäne, da einzelne Haushaltsmitglieder am neuen Virus erkrankt waren, teilweise auch schwer.

Obwohl also in diesen Haushalten wirklich schwer an einer Virusinfektion erkrankte Menschen lebten, fanden Streeck und Kollegen in keiner einzigen Luftprobe Aerosole mit dem gesuchten Virus (3, 4).

Ansteckung durch Schmierinfektion

Auch durch die sog. Schmierinfektion soll man sich mit einer Erkältung anstecken können, also dann, wenn Erkältete Nase, Augen oder Mund berühren und dann irgendwelche Oberflächen anfassen (Türklinken, Fernbedienungen, Telefone etc.). Fasst ein Gesunder ebenfalls diese Utensilien an und nimmt anschliessend die Finger in den Mund, z. B. beim Pausenbrot essen, dann – so heisst es – könne er sich anstecken, da die Viren bis zu 24 Stunden auf Oberflächen überleben könnten.

Die oben genannte Heinsberg-Studie liefert auch zu diesem Thema interessante Daten. Denn in den Haushalten mit den schwer erkrankten Patienten, die Tag für Tag irgendwelche Oberflächen berührten, konnte man nur in 4 von 119 Objektproben (3,36 %) Spuren von Viren finden (3, 4). Die grosse Frage nach möglichen Ansteckungswegen ist also noch lange nicht geklärt.

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So lange ist man bei einer Erkältung ansteckend

Bei einer Erkältung kann man schon 1 bis 2 Tage, bevor ein Symptom auftaucht, ansteckend sein, was die Sache natürlich verkompliziert, weil man dann ja noch nichts von seiner Erkrankung weiss.

Ansteckend bleibt man zwei Wochen lang – gezählt ab dem Tag, an dem man sich selbst ansteckte, also ab dem Tag mit dem ersten entscheidenden Viruskontakt.

Bei der Grippe soll es geringfügig anders sein. Da sei man zwei Wochen nach dem Auftauchen der ersten Symptome ansteckend, heisst es.

So lange dauert die Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit zwischen dem ersten Kontakt mit dem Virus und dem Auftreten der ersten Symptome. Es gibt Krankheiten, bei denen die Inkubationszeit sehr lang sein kann. Bei Hepatitis (je nach Hepatitisform) bis zu 4 Wochen oder bis zu einem halben Jahr. Bei der Lepra, einer bakteriellen Haut- und Schleimhauterkrankung, sogar Jahrzehnte.

Bei einer Erkältung ist die Inkubationszeit hingegen überschaubare 1 bis 2 Tage lang, bei einer Grippe kann sie 1 bis 4 Tage lang sein – je nach Status des Immunsystems.

So lange dauert eine Erkältung

Da Erkältungen meist 7 bis 10 Tage dauern – und zwar ganz gleich, was man macht – geht es insbesondere darum, die Symptomatik zu lindern. Den Rest, also den Kampf gegen die Viren übernimmt das Immunsystem. Wer daher ein starkes Immunsystem hat, kann auch eine Erkältung leichter überstehen als Menschen, die ein angeschlagenes Immunsystem haben. Wie Sie Ihr Immunsystem stärken, lesen Sie im vorigen Link ausführlich.

So ist der Verlauf einer Erkältung

Der Verlauf einer Erkältung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche Menschen leiden nur ein bisschen unter Fliessschnupfen, andere hingegen haben erst 1 bis 2 Tage starke Halsschmerzen, die jedes Wort zu einer Qual werden lassen, von den Schmerzen beim Schlucken ganz zu schweigen, bekommen dann einen starken Schnupfen, der täglich mehrere Packungen Taschentücher erfordert und quälen sich dann noch tage- und nächtelang mit anstrengenden Hustenanfällen.

Zwischen beiden Extremen gibt es natürlich alle Abstufungen und Schweregrade.

Diese Viren können eine Erkältung verursachen

Wenn eine Erkältung insbesondere aus einem Schnupfen besteht, spricht man von einer Rhinitis acuta – einer akuten Entzündung der Nasenschleimhaut (rhis ist griechisch und heisst Nase). Viren, die zu einem Schnupfen führen können sind:

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  1. Rhinoviren
  2. Adenoviren
  3. Coronaviren
  4. Influenza- und Parainfluenzaviren
  5. RS-Viren (Humane Respiratorische Synzytial-Viren)

Häufig siedeln sich dann auch noch Bakterien an, die daran erkennbar sind, wenn die Nase nicht nur läuft, sondern sich dort plötzlich gelber oder gelb-grüner Schleim (Eiter) ansammelt. Es handelt sich um

  1. Pneumokokken
  2. Staphylokokken
  3. Streptokokken

An diesen Symptomen erkennt man eine Erkältung

Die Symptome einer Erkältung kennt sicher jeder. Dazu zählen:

  1. Halsschmerzen und Heiserkeit
  2. Kopfschmerzen
  3. Nasenlaufen
  4. Nasenjucken
  5. Niesen
  6. Verstopfte Nase (mit Schleim oder aufgrund geschwollener Nasenschleimhaut) mit erschwerter Nasenatmung
  7. Husten, der auch länger (bis zu drei Wochen) dauern kann, während Schnupfen und Heiserkeit schon längst überstanden sind.
  8. Selten Fieber – und wenn, so kaum höher als 38,5 Grad Celsius

Bei der Grippe hingegen leidet man eher unter plötzlichem hohem Fieber (bis 41 Grad) mit Schüttelfrost und Schweissausbrüchen, Kopf- und Gliederschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Richtiger Schnupfen und Husten sind hier nur selten dabei. Halsschmerzen und Hustenreiz können jedoch auch bei der Grippe (oder ähnlichen Viruserkrankungen) auftreten.

Das können Sie tun

Da Erkältungen als Viruserkrankungen gelten und die Schulmedizin keine Mittel gegen Erkältungsviren kennt, überlässt man stets dem Immunsystem das Feld und versucht lediglich die Symptome mit Tees, Tropfen, Hustensäften, Halspastillen etc. einzudämmen.

Antibioka besser meiden

Die oben erwähnten manchmal gleichzeitig vorhandenen Bakterieninfektionen (Superinfektionen) können dazu führen, dass der Arzt ein Antibiotikum verschreibt, was dann tatsächlich auch die Erkältung bessern kann, weil wenigstens die Bakterien eliminiert werden.

Da Antibiotika aber starke Nebenwirkungen haben können – insbesondere auf die Darmflora – sollte man es sich doppelt und dreifach überlegen, ob man die Erkältung nicht viel lieber ohne Antibiotika durchsteht und so seine Darmgesundheit schont, zumal bei bis zu 1/3 der gängigen Antibiotika inzwischen Resistenzen bekannt sind.

Nach Antibiotika Darmflora sanieren

Sollten Sie bereits ein Antibiotikum genommen haben, wenn Sie hier lesen, dann werden Sie am besten so schnell wie möglich aktiv und lesen im folgenden Link, wie Sie Ihre Darmflora nach einer Antibiotikaeinnahme wieder aufbauen und sanieren können.

Natürliche Antibiotika wählen

Allerdings können Sie bei einer Erkältung auch zu einem natürlichen Antibiotikum greifen (siehe voriger Link) oder auch einem sog. „natürlichen Penicillin“, das aus Meerrettich, Ingwer und Kurkuma besteht und recht schnell für freie Atemwege sorgt. Auch Oreganoöl-Kapseln gelten als natürliches Antibiotikum und können eine Erkältung mildern.

Hausmittel bei Erkältung

Während die Schulmedizin bei Viren recht hilflos ist, hält die Naturheilkunde zahlreiche Mittel und auch Hausmittel bereit, die helfen, eine Erkältung schneller und angenehmer zu überstehen. Dazu zählen insbesondere bestimmte Kräuter und Gewürze, wie

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  1. Oregano,
  2. Süssholz,
  3. Salbei,
  4. Basilikum,
  5. Fenchel,
  6. Zitronenmelisse,
  7. Pfefferminze,
  8. Ingwer,
  9. Kurkuma,
  10. Knoblauch
  11. oder auch der Thymian, der als Profi in Sachen Hustenbekämpfung gilt.

Besonders hervorzuheben ist auch der Holunder. Seine Blüten helfen in Form von Tee mit schweisstreibender Wirkung bei Fieber, während man aus den Beeren einen Sirup gegen die Erkältungssymptome zubereiten kann. In unserem Artikel über den Holunder und wie er gegen Grippe und Erkältung hilft, lesen Sie im vorigen Link.

Die Beschreibung und Anwendung aller anderen genannten Hausmittel bei Erkältungen finden Sie in unserem Artikel über Hausmittel mit antiviraler Wirkung.

Vitamine gegen eine Erkältung

Zu den Vitaminen gegen Viren gehören natürlich die beiden Asse namens Vitamin C und Vitamin D. Hier gilt: Wer Vitamin-D-Mangel hat, erkältet sich schneller, und wer Vitamin C nimmt, bleibt länger stark und fit, kann Erkältungen also vermeiden oder ihren Verlauf abschwächen.

Allerdings müssen Sie dazu mindestens zwei Dinge beachten: Vitamin D nehmen Sie bedarfsgerecht, also so viel, wie Sie brauchen, was Sie nur über einen Test in Erfahrung bringen können. Vitamin C nehmen Sie präventiv in höheren Dosen ein (500 – 1000 mg pro Tag), therapeutisch in noch höheren Dosen (2000 - 3000 mg), da nur eine solche höhere Dosierung im Hinblick auf Erkältungen auch tatsächlich helfen kann. Wie Vitamin C konkret gegen Viren wirkt und wie Sie es anwenden, lesen Sie im Artikel Vitamin C gegen Viren.

Selbst der Stoff namens Spermidin wirkt gegen Viren. Spermidin kann die Virenvermehrung in der Zelle hemmen, wie Sie im vorigen Link lesen können.

Selbstgemachte Erkältungstees

Erkältungstees wirken im Vergleich zu Filterbeuteltees besser, wenn Sie diese aus losen Kräutern selbst zusammenstellen. In unserem Artikel über Erkältungstees stellen wir dazu verschiedene Rezepturen vor, etwa einen Tee für eine fiebrige Erkältung, einen Tee für eine Erkältung ohne Fieber, einen Erkältungstee für Kinder, einen Tee für Reizhusten und einen für produktiven Husten.

Nahrungsergänzungsmittel können hilfreich sein

In unserem Artikel über Nahrungsergänzungsmittel gegen Erkältungen finden Sie jene Nahrungsergänzungen, zu denen bereits konkrete wissenschaftliche Studien vorliegen, die den Nutzen dieser Mittel bei Erkältungen auch belegen. Dazu gehören neben Vitamin C und Vitamin D, die genannten Holunderbeeren und der Thymian, aber auch Echinacea oder Umckaloabo, Probiotika sowie das Spurenelement Zink. Im entsprechenden Artikel schlagen wir ausserdem ein Einnahmeprotokoll vor, mit dem Sie die besten Nahrungsergänzungsmittel bei Erkältungen kombinieren können, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen.

Die richtige Ernährung bei Erkältungen

Entscheidend für den Verlauf einer Erkältung ist unserer Erfahrung nach nicht zuletzt die Ernährung. Besonders wenn Sie häufig an schweren Erkältungen leiden, könnte eine Milchunverträglichkeit dahinter stecken. Probieren Sie daher einmal, einige Wochen oder Monate lang Milchprodukte vom Speiseplan zu streichen. Oft lässt die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte sodann schnell nach (aber auch das Asthma, COPD, Heuschnupfen etc.). Weitere Tipps zur richtigen Ernährung bei Erkältungen finden Sie am Ende unseres Artikel über die Heilkraft von Erkältungskräutern.

Heilpflanzen zur Stärkung für Lunge und Atemwege nach einer Erkältung

Nach einer Erkältung sind Atemwege und Lungen oft erst einmal geschwächt und angeschlagen. Wir erklären in unserem Artikel über Heilpflanzen für die Lungen, wie Sie ganz bestimmte Heilpflanzen einsetzen und anwenden können, um damit Ihre Atemwege und Lungen zu stärken und langfristig immer weniger anfällig für Erkältungen zu machen.

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Einer Erkältung vorbeugen

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Ramona, Absolventin

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Quellen

  1. (1) Rhyn L, Erste Daten zu Ansteckungen in Schweizer Schulen: Kleinere Kinder stecken sich gleich oft mit Corona an wie Jugendliche, 24.9.2020, Neue Zürcher Zeitung
  2. (2) Bischoff WE, Swett K, Leng I, Peters TR. Exposure to influenza virus aerosols during routine patient care. J Infect Dis. 2013 Apr;207(7):1037-46. doi: 10.1093/infdis/jis773. Epub 2013 Jan 30. PMID: 23372182.
  3. (3) Uni Bonn, Ergebnisse der „Heinsberg-Studie“, Bonner Forschungsteam ermittelt Sterblichkeitsrate der SARS-CoV-2-Infektion, 4.5.2020
  4. (4) RND, Killy D, Neue Studie zu Oberflächeninfektiosität: Virologe Streeck über häusliche Infektionen, 3.6.2020