BPA - Bisphenol-A


Bisphenol-A ist in vielen Gegenständen aus Plastik enthalten. Diesem Stoff wird eine hormonähnliche Wirkung nachgewiesen welche den Hormonhaushalt des Menschen beeinflussen kann und damit der gesundheit abträglich ist. Schätzungen zu Folge geht man davon aus das fast jeder Mensch diesen Stoff bereits in seiner Blutbahn trägt.

Plastik schadet Ihrer Gesundheit

Veröffentlichung am 04.08.2010 um 18:20 Uhr / Aktualisierung am 07.03.2012 um 11:02 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Die für die Herstellung mancher Kunststoffe verwendete Chemikalie Bisphenol A kann nicht nur hormonähnliche Wirkungen haben und dadurch insbesondere bei Kleinkindern die körperliche Entwicklung hemmen, sondern kann außerdem zur Entstehung von Herzkreislauferkrankungen, Leberproblemen und Diabetes beitragen. Während in den USA die Behörden nun dabei sind, die giftige Substanz neu zu bewerten, halten die deutschen Behörden hartnäckig an ihrer Meinung fest, Bisphenol A stelle angeblich kein gesundheitliches Risiko dar.

Bisphenol A Bisphenol-A sondert Giftstoffe ab, die der Gesundheit schaden.

Kunststoffverpackungen geben Chemikalien an Lebensmittel ab

Bisphenol A (BPA) ist eine Chemikalie, die schon seit den 1960er Jahren bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen verwendet wird. Sie macht Plastik härter und sorgt dadurch für eine erhöhte Haltbarkeit. Jährlich werden rund vier Millionen Tonnen der Chemikalie hergestellt.

Der BAYER-Konzern gehört neben den US-Firmen Dow Chemicals und Hexion sowie den taiwanesischen Unternehmen Nan Ya Plastics und Chang Chun Plastics zu den größten Herstellern weltweit.

BPA kann in vielen Gegenständen aus Plastik enthalten sein, z. B. in Plastikgeschirr, Kunststoffbechern, Babyschnullern, Babyfläschchen, Plastikspielzeug, Lebensmittelverpackungen und in der Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen, aber auch in manchen Zahnfüllungen.

Besonders wenn die entsprechende Verpackung erhitzt wird, löst sich das BPA aus dem Kunststoff und geht in den Packungsinhalt (die Nahrung) über. Das ist z. B. dann der Fall, wenn man heiße Speisen und Getränke in Kunststoffbehälter aus Polycarbonat füllt oder auch, wenn Lebensmittel in Polycarbonat-Verpackungen (z. B. Wasser in Plastikflaschen) im Auto liegen und sich dort – im Sommer – aufheizen.

BPA kann sich auch aus Schnullern lösen, wenn diese im körperwarmen Mund des Babys stecken. Mittlerweile zeigen viele Studien, dass wohl jeder Mensch den Gefahren durch BPA ausgesetzt ist, was besonders auf Kinder, ja sogar auf ungeborene Babys im Mutterleib unerwünschte Auswirkungen haben kann.

Die amerikanischen Behörden: Langsam, aber sicher

Nichtsdestotrotz leugneten die Beamten der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA)(1) viele Jahre lang in trauter Eintracht mit den Sprechern der chemischen Industrie die bestehenden Gefahren durch BPA.

Noch im Jahre 2008 verkündete die FDA, dass BPA ein unbedenklicher Hilfsstoff in Plastikverpackungen für Nahrungsmittel und Getränke sei und leitete ihren diesbezüglichen Bericht an ein unabhängiges Expertengremium weiter. Diese Experten warfen der Behörde daraufhin vor, die Gefahren durch BPA offenbar nicht richtig einschätzen zu können. Verbraucherschutzverbände sahen das ähnlich und wiesen auf Studien hin, die zeigten, dass BPA alles andere als unbedenklich sei.

Als die FDA erkannte, dass ihr Versagen zunehmend zum Ziel von Untersuchungen wurde, stimmte sie widerstrebend zu, ihre Position noch einmal zu überdenken. Kürzlich wurden die Ergebnisse dieses Denkprozesses veröffentlicht. Und siehe da: Die FDA verkündete, man schließe sich jetzt doch den Bedenken bezüglich der Sicherheit von BPA an. BPA sei in der Tat gefährlich und es bedürfe nun zunehmender Forschungsanstrengungen, um genau festzustellen, wie gefährlich es sei.

Studien zeigen: BPA ist gefährlich

Die von den Verbraucherschutz-Verbänden erwähnten wissenschaftlichen Studien hatten nachgewiesen, dass BPA ein hochgiftiger Stoff mit hormonähnlicher Wirkung sei (ein sog. endokriner Disruptor), der das empfindliche hormonelle Gleichgewicht des Menschen stören und daher unter anderem zu Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit führen könne. Des Weiteren fand man in der sog. Lang-Studie (von Iain Lang und Kollegen durchgeführt und im Journal of the American Medical Association veröffentlicht) mit 1.500 Testpersonen heraus, dass BPA außerdem die Entstehung von Herzkreislauferkrankungen, Leberproblemen und Diabetes fördern könne. Besonders wenn Kinder in Kontakt mit dem Gift kämen, könne das in den frühen Entwicklungsphasen eine ordnungsgemäße Ausbildung der Organe und Drüsen behindern und die sexuelle Entwicklung hemmen. BPA schadet Ihrer Gesundheit in einem bisher unbekannten Ausmaß.

Eine im Jahr 2009 durchgeführte Studie der Harvard Universität kam sogar zu dem Ergebnis, dass Menschen, die nur für eine Woche lang aus Polycarbonat-Flaschen tranken, plötzlich einen Anstieg des BPA-Gehalts in ihrem Urin von über 65 Prozent aufwiesen. Diese Studie, die in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht wurde, bewies, dass das BPA aus der Verpackung ziemlich schnell in die Nahrung und die Getränke eindringen kann.

Viele Herstellerfirmen haben bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen und steigen auf BPA-freie Kunststoffe um. Dabei handelt es sich insbesondere um solche Unternehmen, die Produkte für Babys und Kleinkinder herstellen. Kanada, Dänemark, Frankreich und einige US-Bundesstaaten haben BPA inzwischen als Zusatzstoff in der Herstellung von Kinderprodukten gesetzlich verboten.

Die europäischen Behörden: Noch langsamer und noch sehr unsicher

Deutschland bzw. die EU-Behörden scheinen in dieser Angelegenheit etwas zurück geblieben zu sein. Immer wieder werden Entscheidungen bezüglich BPA hinausgezögert. Im Jahre 2008 gab die Europäische Kommission gemeinsam mit der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) einen Bericht zur Risikoeinschätzung von BPA heraus.

Darin hieß es, Produkte, die BPA enthielten, seien für Verbraucher und Umwelt sicher. Nach Veröffentlichung der oben erwähnten Lang-Studie wenige Monate später sah die EFSA keinen Grund dafür, den festgelegten Grenzwert (TDI-Wert) für BPA zu überprüfen. Der TDI-Wert (Tolerable Daily Intake) gibt an, welche Menge eines Stoffes pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht ein Mensch ein Leben lang aufnehmen kann, ohne gesundheitliche Probleme durch diesen Stoff zu erleiden. Bei BPA liegt der TDI bei 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Im Dezember 2009 schließlich – wieder waren besorgniserregende Studienergebnisse bekannt geworden – drückten die EU-Umweltminister nun doch ihre Sorge über mögliche Auswirkungen endokriner Disruptoren einschließlich BPA aus. Die EFSA versprach daraufhin, bis Mai 2010 eine Neubewertung vorzunehmen, was aber nicht geschah. Das EFSA-Expertengremium konnte sich leider auf keine einheitliche Meinung einigen und verschob daher den endgültigen Entscheid über die maximal erlaubte Aufnahmemenge von BPA auf September.

Die EFSA kann sich offensichtlich nicht aus der Umarmung der Industrie lösen. Der Grenzwert ist 2000mal zu hoch angesetzt, weil sich die EFSA ausschließlich auf zwei Studien bezieht, die von der Plastikindustrie finanziert wurden,

so Daniela Hoffmann, Chemieexpertin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Und Philipp Mimkes von der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) fügt hinzu:

Die Vielzahl von unabhängigen Studien, die zum größten Teil ein Gefährdungspotential fanden, wurde dabei bewusst ignoriert.

Treffen Sie Ihre eigene Entscheidung

Wieder einmal zahlt es sich aus, nicht erst auf die Entscheidungen der Behörden zu warten, sondern selbst entsprechende Entscheidungen zu treffen:

  • Kaufen Sie Ihre Lebensmittel am besten frisch und unverpackt.
  • Meiden Sie Konserven jeder Art.
  • Trinken Sie weder Bier noch Cola noch sonstige Getränke aus Dosen.
  • Kaufen Sie Wasser in Glasflaschen.
  • Auch Babyfläschchen gibt es aus Glas.
  • Überdenken Sie ferner, ob Sie Ihr Baby nicht auch ohne Schnuller (ob BPA-haltig oder nicht) und Plastikspielzeug glücklich machen können.

Im Zweifel schreiben Sie die Hersteller jener Produkte an, bei denen Sie nicht sicher nicht, ob BPA oder sonstige Schadstoffe enthalten sind und bitten Sie um Aufklärung. Aufgrund des Auskunftsrechts sind Firmen gesetzlich dazu verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen auf Anfragen zu reagieren und die anfragenden Verbraucher über gefährliche Substanzen in ihren Waren zu informieren. Auf diese Weise kann sich jeder gezielt für oder gegen den Kauf bestimmter Produkte entscheiden. Musterbriefe für Produktanfragen finden Sie auf der Webseite des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.

Quelle 1
Quelle 2

Fußnote

(1) FDA: Die Food and Drug Administration ist die behördliche Lebensmittelüberwachung und die Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten und ist dem Gesundheitsministerium unterstellt. Sie wurde 1927 gegründet, ihr Sitz ist in Rockville (Maryland).


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(2)

Andre
geschrieben am: Freitag, 13. August 2010, 14:02
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Man muss nur in unseren EInzelhandel gehen und die Getränkeflaschen betrachten. 95% dieser Behälter ist aus Kunststoff. Es gibt kaum mehr Glasflaschen!!
Kai Möschner
geschrieben am: Dienstag, 10. August 2010, 11:52
eMail-Adresse hinterlegt
Was soll man dazu noch sagen...außer: Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte...

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