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Frei von BPA bedeutet nicht chemikalienfrei

Wenn Produkte als BPA-frei ausgelobt werden, enthalten sie zwar nicht mehr die Chemikalie Bisphenol A (BPA), doch können durchaus andere Chemikalien enthalten sein, die den Stoff nun ersetzen, aber nicht minder schädlich sind.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 18 März 2026
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BPA-Ersatzstoffe ähnlich schädlich wie BPA

Die Chemikalie BPA (Bisphenol A) steckt in zahlreichen Kunststoffgegenständen (Verpackungen, Plastikflaschen, Spielzeug, Innenbeschichtung von Konservendosen etc.) und ist inzwischen weithin als schädlich bekannt. BPA ist ein sog. endokriner Disruptor, also ein Stoff, der mit seiner hormonähnlichen Wirkung den menschlichen Hormonhaushalt stören kann.

Im Falle von BPA kann dies u. U. eine Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau begünstigen und bei Kindern die Entwicklung beeinträchtigen, ja sogar den IQ reduzieren.

Viele Menschen achten daher beim Kauf von Kunststoffprodukten darauf, dass diese BPA-frei sind. Doch können Hersteller statt BPA andere Chemikalien einsetzen (BPA-Ersatzstoffe, z. B. BPAF, BPF, BPS oder BPZ) – und diese haben nicht nur ähnliche Eigenschaften wie BPA, sie sind höchstwahrscheinlich auch noch ähnlich schädlich wie BPA.

BPA-Ersatzstoffe: Noch viel zu wenig untersucht

Die Untersuchungen zu den Ersatzstoffen von BPA stecken noch in den Kinderschuhen, so dass man bislang viel zu wenig darüber weiss. Doch weisen erste Zellversuche darauf hin, dass auch diese Stoffe hormonaktiv sind, zu entzündlichen Reaktionen und zu Übergewicht beitragen können (1). Eine dieser Studien wurde im Herbst 2019 im American Journal of Physiology—Cell Physiology veröffentlicht.

Forscher vom Baylor College of Medicine in Houston/Texas überprüften an bestimmten Fettvorläuferzellen (gespendet von Frauen), wie sich BPAF auf Entzündungsreaktionen und Stoffwechselprozesse auswirken kann, die mit Übergewicht in Zusammenhang stehen.

Fettzellen lagern mehr Fett ein

Es ergaben sich in obiger Studie die folgenden Ergebnisse:

Die Zellen lagerten unter dem Einfluss von BPAF viel mehr Fett ein. BPAF aktivierte ein Protein, das die Bildung neuer Fettzellen anregen kann. BPAF beeinträchtigte die Mitochondrien (Energiezentren) der Zellen, so dass diese nicht mehr so viel Fett verbrennen und daher auch nicht mehr so viel Energie bilden können. Das Fett bleibt in der Zelle, der Mensch bleibt übergewichtig.

BPAF förderte Gene, die für Entzündungsprozesse zuständig sind. Gerade chronische Entzündungsprozesse aber sind es, die mit Übergewicht und dem metabolischen Syndrom in enger Verbindung stehen. Letzteres ist ein Sammelbegriff für Diabetes, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und Übergewicht - Beschwerden, die bei vielen Menschen inzwischen kombiniert vorliegen.

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Werbeaussagen wie „BPA-frei“ immer überprüfen!

„Natürlich ist es schwierig zu beurteilen, ob sich die Ergebnisse unserer Zellstudien auf den Einfluss von BPAF im Menschen übertragen lassen“, schreiben die Wissenschaftler. „Allerdings werden immer mehr BPA-Ersatzstoffe eingesetzt (2), so dass auch deren Einfluss auf Mensch und Umwelt immer stärker werden wird. Es ist daher erforderlich, rechtzeitig mit entsprechenden Forschungsarbeiten zu beginnen.“ (2)

Lassen Sie sich also von Werbeaussagen wie „BPA-frei“ nicht in falscher Sicherheit wiegen, fragen Sie besser die jeweiligen Hersteller nach den eingesetzten BPA-Ersatzstoffen oder meiden Sie Kunststoffe – wo immer möglich – am besten ganz.

Wie kann man BPA und BPA-Ersatzstoffe vermeiden?

Interessant ist, dass eine sojareiche Ernährung laut einer Untersuchung die schädlichen Auswirkungen von BPA kompensieren könnte, zumindest bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe.

Weitere Tipps, wie Sie BPA und BPA-Ersatzstoffe meiden und Ihre Bisphenol-A-Belastung reduzieren können, finden Sie am Endes dieses Artikels: BPA in Verpackungen

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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