Frühe Pubertät


Hormonwirkende Chemikalien rufen immer häufiger bei jungen Mädchen eine frühe Pubertät hervor. Das durschnittliche Alter zum erreichen der Geschlechtsreife liegt inzwischen bei 10 Jahren.

Frühe Pubertät durch Chemikalien

Veröffentlichung am 21.09.2010 um 14:57 Uhr / Aktualisierung am 07.06.2011 um 11:49 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Junge Mädchen geraten immer früher in die Pubertät. Bisher glaubte man, den Schuldigen in kalorienreicher Ernährung und chronischem Bewegungsmangel ausfindig gemacht zu haben. Die wirkliche Ursache könnte jedoch eine ganz andere sein: die Allgegenwart hormonwirksamer Chemikalien.

frühe Pubertät Immer früher erlangen junge Mädchen die Geschlechtsreife

Mädchen pubertieren immer früher

Der Beginn der Pubertät bei Mädchen in den westlichen Industrieländern findet heute durchschnittlich ein Jahr früher als noch vor zwanzig Jahren statt. Ihre erste Menstruation erleben Mädchen derzeit im Durchschnitt mit zehn Jahren und drei Monaten. Fettreiche Mahlzeiten und die weit verbreitete Couch-Potato-Mentalität sind daran sicher nicht unbeteiligt, doch vermuten immer mehr Wissenschaftler, dass der Beginn der Geschlechtsreife auch von Umweltgiften beeinflusst werden könnte.

Höheres Risiko für Krebs und Diabetes

Bestimmte hormonwirksame Chemikalien können die Wirkung weiblicher Sexualhormone so nachahmen, dass es bei Mädchen zu einer vorzeitigen Pubertät kommen könne, erklärte das Forscherteam der Mount Sinai School of Medicine in New York.

Der Zusammenhang zwischen Chemikalien, mit denen viele Kinder täglich in Berührung kommen, und einer zu früh oder aber auch zu spät einsetzenden pubertären Entwicklung könne – nach den Untersuchungen der New Yorker Wissenschaftler – nicht mehr geleugnet werden.

Ob ein Jahr früher oder später, macht ja nun wirklich nichts aus, könnte man meinen. Doch bringe die frühe pubertäre Entwicklung leider gesundheitliche Nachteile mit sich, da sie das Risiko für Krebserkrankungen und Diabetes im späteren Leben deutlich erhöhe, erklärte das Forscherteam der Mount Sinai School.

Hormonhaushalt steht Kopf – durch Phthalate, Phenole und Phytoöstrogene

Über zwei Jahre lang beobachteten die Wissenschaftler 1151 amerikanische Mädchen im Alter von sechs bis acht Jahren und maßen regelmäßig sowohl deren Chemikalienbelastung (z. B. von Phthalat und Phenol) im Urin als auch deren Phytoöstrogenspiegel.

Phytoöstrogene sind natürliche Substanzen mit östrogenähnlicher Wirkung. Das heißt, sie ahmen im Körper die echten Östrogene nach und können so zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen. Phytoöstrogene sind beispielsweise in Sojaprodukten oder auch in manchen Ölsaaten und Getreidearten enthalten.

Phthalate sind Chemikalien, die bei der Herstellung von Kosmetika, Klebstoffen, Reinigungsmitteln, Verpackungsmaterialien, Farben und Farbstoffen, pharmazeutischen Produkten, medizinischen Geräten und Spielzeug (inkl. Erotikartikeln aus Weichplastik) verwendet werden. In der EU wurde der Einsatz vom Weichmacher Phthalat zwischenzeitlich aufgrund gesundheitlicher Bedenken wenigstens in kosmetischen Produkten und in Kleinkinderspielzeug verboten, da die Substanz bei Jungen zu einer Verweiblichung, bei erwachsenen Männern zu Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes führen könne.

Zu den Phenolen gehört beispielsweise der berüchtigte Plastikhärter Bisphenol A (BPA). Das Einsatzspektrum von BPA ist äußerst vielfältig. Die Chemikalie findet sich in Baby- und Wasserflaschen, in Mobiltelefonen und Computergehäusen, in Beschichtungen von Konservendosen (Thunfisch, Tomatenmark, Bohnen, Suppen etc.), in Getränkedosen und in den Dosen mit pulverisierter Babynahrung.

Immer mehr Studien zeigen, dass BPA zu Hormonstörungen und außerdem zu Krebs, Geburtsfehlern, Verhaltensstörungen und anderen Erkrankungen führen kann. Lesen Sie mehr über Bisphenol A.

Chemikalienwirkung hängt von Dosis und Position im Körper ab

Die New Yorker Wissenschaftler fanden im Urin der untersuchten Mädchen signifikante Mengen von allen drei Substanzen. Besonders Phthalate und Phytoöstrogene schienen in der Lage zu sein, die Pubertät früher einzuleiten.

Andere hormonwirksame Chemikalien konnten die körpereigene Hormonbildung hemmen und führten zu einem verspäteten Pubertätsbeginn. Die konkrete Wirkung der Chemikalien sei von ihrer Dosis und ihrer Position im Körper abhängig.

Vier Regeln zum Schutz der Kinder

Um seine Kinder vor den erwähnten drei Stoffen weitgehend zu schützen, genügt es, einige wenige Regeln zu beachten:

  • Sojaprodukte meiden
  • Getränke nur in Glasflaschen kaufen
  • Frischkost statt Konservennahrung
  • Kosmetik-, Hygiene- und Reinigungsprodukte ausschließlich im Bioladen oder in entsprechend spezialisierten Online-Shops besorgen.

Quelle

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(1)

sacho
geschrieben am: Montag, 09. Mai 2011, 09:49
eMail-Adresse hinterlegt
Hallo,

meine Kleine hat eine Milcheiweißallergie und ich gebe ihr stattdessen Sojamilch... sind dort auch Phytoöstogene enthalten? Weil in einem anderen Artikel steht, dass Sojamilch unbedenklich ist..., ich bin jetzt unsicher - kann ich meiner Tochter weiter Sojamilch geben oder gibt es eine gesündere Alternative?

VG

Zentrum der Gesundheit:

Hallo Sacho,
auch für diese Mail einen herzlichen Dank :-)

Bestimmt haben Sie unsere Aussage zur Unbedenklichkeit von Sojamilch im Zusammenhang mit einer Darmreinigung in Erinnerung. Dort wurde Sojamilch und alle anderen pflanzlichen Milchen bzw. Drinks als im Vergleich zur verschleimenden Wirkung von Kuhmilch vorteilhafter bezeichnet.

Für Kinder jedoch ist ein Drink aus Mandeln deutlich vorteilhafter als Sojamilch. Sojamilch ist - abgesehen von den Phytoöstrogenen - ein stark verarbeitetes Nahrungsmittel. Mandelmilch hingegen ist einerseits schmackhafter als Sojamilch und zeichnet sich gleichzeitig durch deutlich mehr gesundheitliche Vorteile aus. Informationen zur Mandeln und Rezepte für Mandelmilch finden Sie hier:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/bio-mandelpueree.html
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/mandel-milch-ia.html

Liebe Grüße
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit