Pestizide


Chemische Pflanzenschutzmittel (Pestizide) gelangen durch unsere Nahrung in den Blutkreislauf und fördern die zunehmende Ausbreitung chronischer Krankheiten.



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letzte Aktualisierung am 30.10.2015  Drucken Sie diese Seite Artikel als PDF herunterladen

Pestizide: Giftcocktails in den Nahrungsmitteln

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(Zentrum der Gesundheit) - Paprika, Trauben, Äpfel, Tomaten, Salate und neuerdings auch Johannisbeeren zählen – sofern sie aus konventionellem Anbau stammen – mittlerweile zu den Spitzenreitern in Sachen Pestizidbelastung. Laut zahlreicher Studien tragen diese von Natur aus wertvollen Lebensmittel nun zu einer epidemieartigen Ausbreitung chronischer Krankheiten bei.

Pestizide in der Nahrung © Stockr - Fotolia.de

Pestizide begünstigen chronische Krankheiten

Chronische Krankheiten sind in vielen industrialisierten Staaten wie Deutschland und den USA weit verbreitet. Mehr Studien als je zuvor bringen die Entstehung chronischer Erkrankungen mit der Pestizidbelastung unserer Lebensmittel und Umwelt in Verbindung.

Laut einer neuen Datenbank, die zur Katalogisierung der betreffenden Studien erstellt wurde, stehen Pestizide im Verdacht, an der Entstehung von Krebs, Fortpflanzungsstörungen, Diabetes, Autismus, Asthma, Geburtsfehlern, Parkinson, Alzheimer und noch weiteren Krankheiten massgeblich beteiligt zu sein.

„Pestizide müssen verboten werden“

Beyond Pesticides“, eine amerikanische Organisation, die sich für den Schutz der Umwelt und die Gesundheit der Verbraucher einsetzt, erstellte eine „Datenbank für Krankheiten, die durch Pestizide verursacht werden“ (Pesticide-Induced Diseases Database).

„Beyond Pesticides“ will damit die Öffentlichkeit für die Gefahren der Pestizide sensibilisieren und fordert gesetzliche Verbote der nachweislich gesundheitsschädigenden Gifte.

„Wer die wissenschaftliche Literatur in Bezug auf Pestizide und deren Wirkung auf den menschlichen Organismus durchforscht, kommt unweigerlich zur Schlussfolgerung, dass vielen der heute weit verbreiteten schweren Erkrankungen schon allein dadurch vorgebeugt werden könnte, wenn man die Nutzung giftiger Pestizide konsequent beenden würde“,

erklärte Jay Feldmen, der geschäftsführende Direktor von „Beyond Pesticides“.

Die Organisation hat ausserdem ein Handbuch mit dem Titel „Organic Food“ verfasst. Darin werden sämtliche gefährliche Agrargifte, ihr Einsatzgebiet und ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt beschrieben. Bis von offizieller Seite eine deutliche Reduzierung von Agrargiften herbeigeführt wird, ist der Konsum von biologisch erzeugten Lebensmitteln die einzige Möglichkeit, sich vor den Giften der konventionellen Landwirtschaft zu schützen.

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Wirkung von Giftcocktails ungleich gefährlicher als einzelne Gifte

Bio-Produkte enthalten – laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace – praktisch nie oder höchstens unbeabsichtigt Pestizide – und dann auch nur im Spurenbereich, was leider durch die Allgegenwärtigkeit dieser Gifte nicht immer vermeidbar ist.

Bei herkömmlichen Produkten jedoch handelt es sich in vielen Fällen um die reinsten Giftcocktails. Dort findet sich nämlich nicht nur ein Gift, sondern gleich eine ganze Kompanie der unterschiedlichsten Gifte bunt gemischt. Ihre Wechselwirkungen untereinander können die Wirkung eines einzelnen Giftes in seiner Gefährlichkeit für den Menschen bei weitem überschreiten.

Behörden behaupten, Giftmischungen seien sicher

Greenpeace berichtet von einem Trend hin zu mehr Kombinationspräparaten. Das heisst, man setzt neuerdings lieber Pflanzenschutzmittel ein, die mehrere Wirkstoffe gleichzeitig enthalten. Dann nämlich können die Grenzwerte der einzelnen Gifte besser eingehalten werden und ein Lebensmittel gilt immer noch als unbedenklich, auch wenn es mit einer Vielzahl verschiedener Gifte belastet ist – Hauptsache die einzelnen gesetzlich festgelegten Grenzwerte stimmen.

Verschiedene Studien liefern jedoch bereits entscheidende Hinweise für die Kombinationswirkung der erwähnten bedenklichen Giftmixturen. Man hat beobachtet, dass sich offenbar auch solche Chemikalien gegenseitig beeinflussen können, die völlig unterschiedliche Wirkungsweisen haben, was dann im menschlichen Körper zu ganz neuen, völlig unerwarteten Wirkungen führen kann.

Vor dieser gefährlichen Tatsache aber verschliessen die Behörden die Augen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vertritt sogar die Ansicht, dass Mischungen von verschiedenartig wirkenden Stoffen sicher seien. Wie viele Menschen kennen Sie, die auf „sichere Giftmischungen“ im Essen Wert legen?

Neun verschiedene Gifte in Johannisbeeren

Bei einem kürzlich durchgeführten Test durch Greenpeace entpuppten sich deutsche Johannisbeeren und Himbeeren als gesundheitsgefährdend. In jeder Johannisbeere steckten bis zu neun unterschiedliche Pestizide, die nach Greenpeace-Meinung wegen ihrer karzinogenen, mutagenen, reproduktionstoxischen oder hormonellen Wirkungen keine Anwendung im Anbau von frischem Obst und Gemüse finden sollten.

Nur wissenschaftliche Untersuchungen sind anerkannt – auch wenn dadurch gefährliche Pestizidbelastungen unter den Tisch gekehrt werden

Leider sind die Behörden da anderer Meinung. Sowohl das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatten im August 2010 herbe Kritik an den genannten Greenpeace-Untersuchungen geäussert.

Die Bewertung der gemessenen Pestizidrückstände durch Greenpeace – so hiess es von Seiten des BfR – entspreche nicht den Kriterien einer wissenschaftlichen Risikobewertung. Damit spricht das BfR die Angewohnheit der Umweltschutzorganisation an, nicht nur die einzelnen Grenzwerte in ihre Analyse mit einzubeziehen (was wissenschaftlich gewesen wäre), sondern auch die Tatsache, dass Giftcocktails – auch wenn die einzelnen Grenzwerte unter den gesetzlich festgelegten Höchstwerten liegen – gesundheitsschädlich sein können.

Lesen Sie dazu auch: Krebserreger Glyphosat

Behörden erwarten offenbar, dass sich Kinder von Junk Food ernähren

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass Greenpeace ihrer Bewertung unrealistische Verzehrsmengen zugrunde lege. Die Umweltschutzorganisation gehe davon aus, dass ein Kind sein Leben lang täglich 500 Gramm Johannisbeeren verzehre. Ein Kind, das sich gesund ernährt, isst vielleicht nicht gerade 500 Gramm Johannisbeeren pro Tag, aber doch sehr wohl verschiedene Früchte, die sehr viel mehr als 500 Gramm wiegen.

Eine Mandarine, eine Birne, ein Pfirsich und ein halber Apfel wiegen bereits mehr als 500 Gramm. Und diese paar Früchtchen sollen Kinder NICHT ihr Leben lang täglich essen dürfen? Schliesslich sind nicht nur Johannisbeeren pestizidbelastet, sondern auch Äpfel, Trauben, Himbeeren, Erdbeeren etc., so dass die Verzehrsmenge von 500 Gramm und die damit verbundene regelmässige und tägliche Giftbelastung unserer Kinder sogar mehr als realistisch ist. Das BfR gibt also definitiv zu, dass Kinder durch die heute gesetzlich erlaubte Pestizidbelastung gefährdet sind.

Greenpeace äusserte sich zu diesen Vorwürfen u. a. wie folgt:

"Auch wenn das (Giftcocktails im Essen – Anm. der Redaktion) gesetzlich erlaubt ist, kann dies im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes nicht erwünscht sein. Greenpeace hält es daher für mehr als legitim, die Kombinationswirkungen solcher Cocktails in die gesundheitliche Bewertung einfliessen zu lassen.“

Nur Bio-Produkte schützen zuverlässig

Knapp 450 Stichproben zeigten: In rund 81 Prozent der konventionell produzierten Frischware waren Pestizide nachweisbar. Bei Bio-Obst und -Gemüse war es genau umgekehrt: 87 Prozent der Proben enthielten keine Pestizide. Die übrigen 13 Prozent lediglich Spuren davon.

Verbraucher, die Bio-Obst und Bio-Gemüse kaufen, handeln jedoch nicht nur im Sinne ihrer Gesundheit und der ihrer Kinder, sondern fördern gleichzeitig Artenvielfalt und Umweltschutz. Jay Feldman von „Beyond Pesticides“ schliesst mit den Worten:

„Für viele der derzeit benutzten giftigen Pestizide gibt es längst wirksame umweltfreundliche Alternativen, die wirken und gleichzeitig für die Verbraucher sicher sind.“

Es gibt also keinen Grund für den jährlich bei etwa 30.000 Tonnen liegenden Gifteinsatz allein in Deutschland.

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Quellen:

Quelle 1
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