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Weintrauben - Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile

Die Weintraube ist reich an wertvollen sekundären Pflanzenstoffen, wie OPC, Resveratrol und Flavonoiden. Sie wirkt sich positiv auf die Darmflora aus, kann das Diabetesrisiko reduzieren und die Haut von innen schützen. Lesen Sie, was es mit Traubenkuren auf sich hat und warum Traubensaft eher nicht empfehlenswert ist.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 18 Mai 2026
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Weintrauben haben viel mehr zu bieten als Wein

Ob in der Mythologie, in Liedern, in Gedichten, auf Bildern, in der Religion oder in Volksweisheiten: Es gibt kein anderes Getränk, das derart oft thematisiert wurde und wird wie der Wein.

Doch die Weinrebe (Vitis vinifera) bei weitem mehr zu bieten als alkoholische Getränke wie Wein oder Grappa. Denken wir an saftige Weintrauben, leckeren Traubensaft, köstliche Rosinen oder fruchtiges Traubenkernöl.

Trauben - ob reif oder unreif - werden in der Naturheilkunde schon seit Menschengedenken überdies als Heilmittel bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt.

Die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe

Trauben haben pro 100 g frischer Früchte die folgenden Nährwerte:

  1. Energie 71 kcal
  2. Fett 0,3 g
  3. Eiweiß 0,7 g
  4. Kohlenhydrate 15,6 g, davon Zucker 15,4 g (davon Glucose 7,3 g und Fructose 7,6 g)
  5. Ballaststoffe 0,8 g (davon wasserlösliche 0,1 g und wasserunlösliche 0,7 g)
  6. Wasser 81,3 g

Die vollständige Nährwerttabelle mit Vitaminen und Mineralstoffen können Sie gerne kostenlos bei uns per Email anfordern.

Die Kalorien in der Weintraube

Der Kaloriengehalt von 100 g frischen Weintrauben ist mit 71 kcal im Vergleich zu anderem Obst relativ hoch. Äpfel haben nur 52 kcal und Erdbeeren nur 32 kcal.

Und doch eignen sich Weintrauben so wie jedes Obst wunderbar als Snack für zwischendurch oder Dessert. Ganz anders verhält es sich mit Kalorienbomben wie Kartoffelchips mit 535 kcal pro 100 g.

Traubenfruchtsaft hat genauso viele Kalorien wie die Frucht. Da aber 100 ml Saft schnell getrunken sind, sollte er nur in kleinen Mengen genossen und am besten mit Wasser verdünnt werden.

Die Glykämische Last

Die Glykämische Last (GL) zeigt, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel beeinflusst.

100 g frische Weinbeeren haben eine geringe Glykämische Last von 7,2 (Werte bis 10 gelten als niedrig).

Lebensmittel mit einem niedrigen Wert versorgen langfristig mit Energie, ohne Heißhunger zu erzeugen und ohne den Blutzucker stark zu heben.

(Der Glykämische Index (GI) liegt bei 45. Werte bis 55 gelten als niedrig).

Warum besser die GL und nicht der GI genutzt werden sollte, erklären wir in unserem Artikel Glykämischer Index und Glykämische Last.

Bei Fructoseintoleranz

In 100 g Weintrauben sind 15,4 g Zucker enthalten, davon 7,3 g Glucose und 7,6 g Fructose.

Das Verhältnis von Fructose zu Glucose liegt zwar bei 1, was Lebensmittel bei einer Fructoseintoleranz tendenziell verträglicher macht. Doch ist der Fructosegehalt letztendlich so hoch, dass Weintrauben für Betroffene nicht verträglich sind.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Fructoseintoleranz - Wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird.

Bei Histaminintoleranz

Rotwein ist bei Histaminintoleranz absolut nicht empfehlenswert, dies gilt aber nicht für frische Weintrauben. Denn das Histamin im Rotwein stammt nicht aus der Weintraube, sondern entsteht bei den Gärprozessen während der Weinherstellung.

Der biologische Säureabbau ist es, der die Bildung von Histamin anregt.

Rotweine enthalten aufgrund der Maischegärung und dem verstärkten Säureabbau mehr Histamin als Weißweine.

Frische Weintrauben sind hingegen sehr arm an Histamin, was sowohl für rote als auch für weiße Weintrauben gilt.

Lesen Sie mehr über die Unverträglichkeit in unserem Artikel Histaminintoleranz - Symptome und Ursachen.

Die wichtigsten sekundären Pflanzenstoffe

Die Weintraube enthält zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Insgesamt wurden in Weintrauben bislang rund 1.600 Inhaltsstoffe identifiziert.

Zu den wichtigsten sekundären Pflanzenstoffe der Traube gehören die folgenden:

Oligomere Proanthocyanidine (OPC)

OPC stecken insbesondere in roten und blauen Weintrauben, kaum in weißen Sorten. Sie sind vordergründig in den Traubenkernen, aber auch in der Schale und im Weinlaub enthalten.

OPC weisen antioxidative, antimikrobielle und antidiabetische Eigenschaften auf. Sie sollen die Augen und das Gehirn schützen (21) sowie Erkrankungen wie Arthrose, Krebs und Herzleiden vorbeugen.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel OPC - Die Kraft des Traubenkernextrakts.

Flavan-3-ole (z. B. Catechin)

Flavan-3-ole zählen zu den Gerbstoffen und zu den wichtigsten sekundären Pflanzenstoffen in weißen Traubensorten, die mit OPC nicht derart gut bestückt sind wie rote bzw. blaue Sorten.

Flavan-3-ole stecken insbesondere in der Schale der Beeren. Sie haben einen antioxidativen Effekt (19) und wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Außerdem senken sie den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck (20).

Flavonoide

Quercetin ist das wichtigste Flavonoid in roten und blauen Weintrauben. Dazu gesellen sich Syringetin, Myricetin und Kaempferol. Den Anthocyanen verdanken blaue und rote Weinbeeren ihre schöne Farbe.

Die Flavonoide sind vordergründig in der Haut der Beeren enthalten. Insgesamt betrachtet, wirken sie gegen freie Radikale, Entzündungen, pathogene Bakterien und Viren. Sie stärken das Immunsystem (5) und können vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Magen-Darm-Beschwerden und Krebs schützen.

Resveratrol

Resveratrol findet sich hauptsächlich in den Schalen und auch in den Samen der Weinbeeren. Frische Traubenschalen enthalten etwa 50 bis 100 µg Resveratrol pro Gramm.

Studien zufolge hat dieser Stoff antioxidative, antidiabetische und antientzündliche Eigenschaften (24) und soll Leiden wie Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Krebs und Arthritis entgegenwirken.

Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel Resveratrol - Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen.

Die Weinrebe ist eine uralte Heilpflanze

Schon in der Antike lobten Philosophen und Heilkundige die Heilkräfte von frischen Weintrauben. Die Anwendungen waren überaus vielfältig.

So dienten unreife Weintrauben bei der Behandlung von Halsschmerzen. Rosinen wurden bei Tuberkulose, Verstopfung und Durst verabreicht. Reife Weintrauben kamen hingegen gegen Krebs, Cholera, Pocken, Übelkeit, Haut- und Augeninfektionen sowie Nieren- und Lebererkrankungen zum Einsatz.

Mit dem Saft von Weinreben wurde versucht, Haut- und Augenkrankheiten zu heilen. Die Blätter wurden verwendet, um Hämorrhoiden zu behandeln, und aus den Blüten wurde Tee hergestellt, um die Nerven zu stärken.

In der traditionellen Medizin Indiens kamen Weintrauben bei Husten, Katarrhen der Atemwege, Leber- und Milzvergrößerung, Appetitlosigkeit sowie als Stärkungsmittel zur Anwendung.

Frische reife Weinbeeren gelten auch heute noch in der Volksheilkunde als blutbildend, stärkend und blutreinigend. Sie werden u. a. bei Arteriosklerose, Fettleibigkeit, Leberleiden, Verstopfung und in der Rekonvaleszenz eingesetzt.

Unreife Weinbeeren werden hingegen bei Kopf- und Magenschmerzen verwendet.

Weintrauben als Heilmittel

Inzwischen konnte vielfach aufgezeigt werden, dass in Weintrauben auch bei der Behandlung von Krankheiten ein großes Potenzial steckt.

Humanstudien haben u. a. gezeigt, dass die Früchte gegen freie Radikale wirken, Entzündungen lindern, die Darmflora günstig beeinflussen, das Herz und das Immunsystem stärken sowie den Cholesterinspiegel, den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck senken.

Hohe Diversität der Darmflora – starkes Immunsystem

Forscher der University of California stellten fest, dass ein vierwöchiger Traubengenuss (täglich 46 g Traubenpulver, was 250 g frischen Trauben entspricht) bei den Studienteilnehmern die Diversität der Darmflora erhöhte, was bedeutet, dass die Vielfalt der Bakterienstämme im Darm zunahm (44).

Aus früheren Studien weiß man, dass eine erhöhte Diversität der Darmflora ein Hinweis auf ein starkes Immunsystem ist. Insbesondere die sog. Akkermansia Bakterien nahmen zu. Diese wirken sich regulierend auf den Blutzuckerspiegel und auch auf den Fettstoffwechsel aus.

Diabetesrisiko wird reduziert

Frische Trauben können das Diabetesrisiko reduzieren, wie eine Studie an mehr als 180.000 Teilnehmern zeigte:

Wer wöchentlich mindestens zwei Portionen Früchte – insbesondere Heidelbeeren, Weintrauben und Äpfel – aß, reduzierte sein Diabetesrisiko um 23 Prozent (37) im Vergleich zu denjenigen, die weniger als eine Portion Obst pro Monat zu sich nahmen.

Bei den Teilnehmern, die ein oder mehrere Gläser Fruchtsaft pro Tag tranken, stieg das Risiko hingegen um 21 Prozent an. Dies liegt daran, dass der Saft das Verdauungssystem schneller passiert, kaum Ballaststoffe enthält und auch schneller getrunken wird.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Früchte schützen vor Diabetes.

Blutdruck sinkt

Zusätzlich sind es die in den Trauben enthaltenen Polyphenole (antioxidative Pflanzenstoffe), die nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern auch den Blutdruck senken können (wenn beides zuvor zu hoch war).

Der Blutdruck sinkt deshalb, da die Polyphenole (nicht nur aus Trauben, sondern auch aus anderen Früchten, z. B. Äpfeln) die Gesundheit der Blutgefäße verbessern können – vermutlich aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung. Denn auch sinkende Entzündungswerte lassen sich regelmäßig beobachten, wenn verstärkt polyphenolreiche Lebensmittel gegessen werden.

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Sonnenschutz für die Haut

Auch der Haut scheinen Trauben sehr gut zu tun. Im Februar 2021 erschien dazu eine Studie, in der sich zeigte, dass Trauben die Haut vor UV-bedingten Schäden schützen können (45).

Die Haut war um 74,8 Prozent besser geschützt, wenn die Probanden vor einer Bestrahlung mit UV-Licht 14 Tage lang gefriergetrocknetes Traubenpulver eingenommen hatten (dreimal täglich je 25 g in Wasser gerührt, was in etwa dreimal täglich 125 g frischen Trauben entspricht).

Die Polyphenole der Früchte wirken als natürliche Antioxidantien und tragen dazu bei, die Haut vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen, indem sie die Hautzellen stabilisieren und die DNA vor Schäden bewahren.

Gleichzeitig sank die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe im Körper. Weniger Entzündungsprozesse wirken sich natürlich auch auf das Hautbild aus.

Natürlich sollte man nun nicht Trauben essen, statt Sonnencreme zu nutzen. Doch können Trauben einen zusätzlichen Schutz von innen bieten.

Die Traubenkur

Schon in der Antike wurden Traubenkuren durchgeführt. Im Laufe der Zeit wurden immer neue Varianten entwickelt. Richtig populär wurden die Kuren durch Johanna Brandt, einer südafrikanischen Autorin von Gesundheitsbüchern, die angab, dadurch von Magenkrebs geheilt worden zu sein.

Sie wurde als Quacksalberin abgetan, da es keinerlei Beweise dafür gab, dass durch eine Traubenkur Krebs oder andere Krankheiten geheilt werden können.

Sehr wohl aber kann eine solche Kur dazu beitragen, Erkrankungen vorzubeugen oder die Gesundwerdung zu unterstützen.

Die sogenannte Meraner Traubenkur wurde schon von Sissi, der Kaiserin von Österreich, sehr geschätzt. Regelmäßig suchte sie die Kurstadt Meran auf, um neue Kraft zu tanken. Die tägliche Traubenzufuhr liegt bei dieser Kurvariante bei 300 g bis 1 kg Weintrauben.

Diese werden auf zwei Mahlzeiten verteilt: eine morgens auf nüchternem Magen und eine weitere vor einem leichten Abendessen. Nach dem Verzehr wird ein Spaziergang empfohlen. Man isst bei einer Traubenkur also nicht nur Weintrauben, sondern auch noch andere Lebensmittel.

Der Wein und das Französische Paradox

Ende des 20. Jahrhunderts gewann das sogenannte Französische Paradox an Popularität. Es beruht auf der Feststellung, dass Franzosen trotz hohem Alkohol- und Fettkonsum im Schnitt länger lebten als Menschen anderer Nationen. Da Franzosen viel mehr Wein tranken als z. B. Amerikaner, wurde angenommen, dass dieser die Langlebigkeit fördert. Vordergründig wurden Resveratrol sowie OPC im Wein dafür verantwortlich gemacht.

Es folgten unzählige Weinstudien, die allesamt nachweisen sollten, dass Wein trotz des enthaltenen Alkohols gesundheitsförderlich sei. Inzwischen wurde diese These relativiert. Denn es wurde nachgewiesen, dass die Häufigkeit von Herzerkrankungen in Frankreich statistisch falsch erfasst wurde.

Ein höherer Konsum von gesättigten Fetten und Cholesterin ist demnach auch in Frankreich mit einem höheren Risiko (34) von Herzerkrankungen verbunden.

Darüber hinaus ist der regelmäßige Konsum von alkoholischen Getränken eher nicht zu empfehlen, worüber wir am Ende dieser Seite bereits für Sie berichtet haben. Laut einer US-Studie hat die Auswertung der Daten von fast 15 Millionen Patienten gezeigt, dass der Alkohol gerade Herz-Kreislauf-Erkrankungen (35) wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Vorhofflimmern begünstigt.

Wie gesund ist Traubensaft?

Analysen zufolge ist Traubensaft (6) eine gleich gute Quelle für sekundäre Pflanzenstoffe wie Wein - mit dem Vorteil, dass der Saft zu den alkoholfreien Getränken zählt.

Traubensaft verbessert Gedächtnis

An einer Studie nahmen 12 ältere Probanden mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen teil. 16 Wochen lang bekamen 7 von ihnen – abhängig von ihrem Körpergewicht – täglich zwischen 444 und 621 ml roten Traubensaft. 5 bekamen ein Placebo.

Die Forscher stellten fest, dass die Probanden in der Traubensaft-Gruppe Gedächtnisaufgaben nach Beendigung der Kur besser lösen konnten. Mittels Magnetresonanztomographie konnte sogar eine Gehirnaktivierung festgestellt werden. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Traubensaft einen leichten Gedächtnisverlust verbessern kann (39).

Traubensaft steigert Konzentration und Stimmung

Laut einer placebokontrollierten Studie an der Northumbria University kann Traubensaft auch jungen Menschen helfen. Die Gabe von 230 ml rotem Traubensaft führte dazu, dass die Konzentration und die Stimmung verbessert wurde (11).

Dennoch: Besser frische Trauben essen als Traubensaft trinken!

Allerdings ist es gesünder, Weintrauben zu essen, als den daraus gewonnenen Saft zu trinken. Denn bei der Herstellung bzw. Pasteurisierung wird der Traubensaft auf bis zu 85 Grad Celsius erhitzt, worunter empfindliche sekundäre Pflanzenstoffe wie z. B. OPC leiden (36).

Resveratrol wird durch die Pasteurisierung sogar gänzlich zerstört (38). Auch soll der Saft das Diabetesrisiko erhöhen (wie schon weiter oben erklärt).

Wenn Sie daher etwas für Ihr Gehirn und Ihre Konzentration tun möchten, greifen Sie besser zu anderen Maßnahmen als Traubensaft. Informationen finden Sie dazu in unserem Artikel Nahrungsergänzungen fürs Gehirn.

Der Anbau von Weintrauben

Es gibt rund 16.000 Rebsorten. Die Weinbeeren können dabei eine kugelige bis ovale Form haben und grün, gelb, rot, blau oder violett gefärbt sein. Der Durchmesser reicht von 6 bis 20 Millimetern.

Nach den Orangen stellen Weintrauben die zweitwichtigste Obstsorte auf dem Weltmarkt dar. Allerdings werden 85 % zu Wein, Essig, Sekt und Saft verarbeitet. Nur 10 % sind Tafeltrauben, der Rest wird zu Rosinen verarbeitet.

Im Jahr 2019 wurden weltweit rund 77 Millionen Tonnen Weintrauben geerntet. Deutschland rangierte mit über 1 Million Tonnen auf Rang 16.

Wann haben Trauben Saison?

Aus den südeuropäischen Ländern beginnen die Lieferungen Mitte Juni und reichen bis in den Januar hinein.

Heimische Trauben gibt es meist nur im September und Oktober.

Tafeltrauben aus Südafrika, Chile und anderen Drittstaaten decken den Bedarf von November bis Juli.

Tafeltrauben und Keltertrauben - Der Unterschied

Tafeltrauben werden als Obst gegessen, Keltertrauben hingegen für die Wein-, Saft- und Essigherstellung verwendet.

Tafeltrauben eignen sich gar nicht erst für Wein. Sie sollen groß, saftreich, zartschalig sowie arm an Kernen oder gar ganz frei von Kernen sein.

Keltertrauben sind in der Regel kernreich, kleinbeerig, dickhäutig und weisen einen höheren Säuregehalt und einen geringeren Gerbstoffgehalt auf als Tafeltrauben.

Im August 2000 fand eine Reform der EU-Weinmarktordnung statt. Seitdem gilt für Tafeltrauben nicht mehr das Weinrecht. Das bedeutet, dass Tafeltrauben wie jedes andere Obst von jedermann angebaut werden dürfen.

Keltersorten aber dürfen nur auf Weinbergen und mit Pflanzrecht angebaut werden, es sei denn die Fläche ist kleiner als 100 m².

Kernlose Weintrauben sind keine moderne Erfindung

Kernlose Weintrauben entstehen nicht etwa durch moderne Zuchtverfahren, sondern durch die sogenannte Jungfernfrüchtigkeit. Diese entsteht immer wieder auch durch natürliche Mutationen, so dass man die entsprechenden Reben gezielt über Stecklinge vermehren konnte..

Laut Forschern von der Geisenheim University sind Weintrauben ohne Samen aber eigentlich gar nicht kernlos (25). Denn in den Früchten befinden sich Kernanlagen, die allerdings derart winzig sind, dass man sie beim Essen gar nicht wahrnimmt.

Tafeltrauben sind stark mit Pestiziden belastet

Trauben gehören in konventionellen Betrieben zu denjenigen Früchten, die mit am häufigsten gespritzt werden.

Gleichzeitig nehmen sie im Vergleich zu manch anderem Obst deutlich größere Mengen der Spritzgifte durch ihre Haut auf.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 82 Trauben-Proben untersucht, wovon 81 Rückstände enthielten, 80 davon Mehrfachrückstände. Bei 3 Proben lagen die Pestizidrückstände sogar über dem gesetzlich zugelassenen Höchstgehalt.

Gefunden wurden u. a. Abamectin, Cetrimoniumchlorid und Nikotin.

Das Insektizid Abamectin ist schon bei geringer Konzentration hochtoxisch (15), wenn es in Gewässer gelangt.

Auch Cetrimoniumchlorid wirkt auf Wasserorganismen extrem toxisch (16) und kann überdies bei Säugetier-Embryos Fehlbildungen hervorrufen (17).

Nikotin schadet nicht nur Blattläusen, sondern auch Honigbienen und Hummeln sowie anderen Wildtieren (18).

Cetrimoniumchlorid und Nikotin sind in der EU für Pflanzenschutzmittel verboten. In anderen Ländern jedoch nicht, so dass die Chemikalien nach wie vor in EU-Supermärkten im Obst gefunden werden.

Worauf beim Kauf achten?

Wählen Sie am besten Bio-Trauben und nur solche aus Europa.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Beeren unbeschädigt sind. Sie sollten knackig und nicht verschrumpelt aussehen. Die Stilansätze und der Strunk sollten noch grün und frisch sein.

Bei einer längeren Lagerung werden die Stängel braun und holzig, am Stielansatz der Beeren bildet sich u. U. Schimmel.

Befindet sich auf Weinbeeren ein weißer Schleier, ist dies ein Frische-Merkmal. Dieser sogenannte Duftfilm schützt die Früchte vor Austrocknung.

Waschen Sie die Weintrauben daher erst kurz vor dem Genuss. Tun Sie dies vorher, wird der Duftfilm zerstört und es setzt sich schneller Schimmel an.

Weintrauben reifen nicht nach

Weintrauben zählen wie z. B. Erdbeeren und Himbeeren zu den nichtklimakterischen Früchten. Das bedeutet, dass sie nach der Ernte nicht nachreifen. Kaufen Sie also nur vollreife Weintrauben.

So lagern Sie Weintrauben richtig

Wenn Sie nach dem Einkauf feststellen, dass sich an den Stielansätzen einzelner Weintrauben Schimmel befindet, sollten Sie die befallenen Trauben gleich entfernen.

Bei Zimmertemperatur im Obstkorb sind Weintrauben für 4 bis 5 Tage haltbar.

Wenn Sie die Früchte noch länger aufbewahren möchten, sollten Sie die Früchte ungewaschen in eine Frischhaltetüte oder eine Tupperdose füllen und ins Gemüsefach des Kühlschranks geben.

Bei 4 bis 5 Grad Celsius halten sie bis zu 2 Wochen lang.

Bedenken Sie dabei aber, dass die Weintrauben durch die kühle Lagerung ihr Aroma einbüßen. Am besten ist es, wenn Sie sie 20 Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen, waschen und auf Zimmertemperatur bringen.

Weintrauben einfrieren

Wenn Sie Weintrauben einfrieren, können Sie die Haltbarkeit auf bis zu 6 Monate verlängern.

Sie werden nach dem Auftauen nicht matschig werden. Dies gilt aber nur für kernlose grüne Trauben. Denn die Konsistenz von kernhaltigen oder blauen Sorten lässt nach dem Auftauen zu wünschen übrig.

Dies können dann aber für Kompotte, Marmeladen, Sirupe oder Kuchen verwendet werden.

Nach dem Waschen die Trauben von den Stielen lösen, bestmöglich trockentupfen und dann in einen Gefrierbeutel oder in ein Gefriergefäß geben. Vergessen Sie das Beschriften (Datum) nicht.

Tipp: Wenn Sie nicht möchten, dass die Beeren aneinander festfrieren, können Sie sie auf einen Teller oder ein Tablett geben und für 5 bis 6 Stunden im Gefrierfach vorfrosten. Anschließend werden sie verpackt und eingefroren.

Weintrauben in Müsli, Obstsalat und für Kuchen

Weintrauben schmecken am allerbesten roh. Man sollte sie nicht kochen, da sie sonst ihr tolles Aroma verlieren. Die dekorativen Früchte schmecken wunderbar im Müsli oder im Obstsalat. Man kann sie auch als Kuchenbelag verwenden. Nur sollten die süßen Früchte - genau wie z. B. Erdbeeren - nicht mitgebacken werden.

Rezepte mit Weintrauben

Sie sind auf der Suche nach köstlichen rein pflanzlichen Rezepten mit Weintrauben? Dann schauen Sie sich gerne auf unserem YouTube-Kanal um. Dort kochen unsere Köche gut gelaunt die leckersten Menüs.

Oder Sie nutzen die Suchfunktion in unserer Rezepterubrik.

Fazit: Weintrauben sind gesund und ein kulinarisches Highlight

Als Frischobst verzehrt sind Weintrauben also in Maßen sehr gesund - besonders in ungespritzter Bio-Qualität und am besten in der europäischen Saison. Traubensaft hingegen gilt als Zuckerbombe, kann zwar kurzfristig die Konzentration steigern, aber langfristig das Diabetesrisko erhöhen und ist nicht empfehlenswert.

Update 30.8.2025

Wir haben den Artikel aktualisiert.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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