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  • Präbiotika auf einem Holzlöffel
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Präbiotika können die Zahl der guten Bakterien erhöhen

Der Begriff Probiotika steht für nützliche und lebende Bakterienstämme. Das Wort Präbiotika hingegen bezeichnet bestimmte Ballaststoffe, die den nützlichen Bakterien als Nahrung dienen. Allein die Einnahme von Probiotika nützt daher nichts. Die Bakterien brauchen auch Nahrung, um sich vermehren und dauerhaft ansiedeln zu können.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 20 April 2026
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Präbiotika-Mangel lässt Darmbakterien hungern

Präbiotika (oder Prebiotika) sind im Gegensatz zu Probiotika keine lebenden Mikroorganismen, sondern umfassen bestimmte Stoffe, die den Bakterien der Darmflora als Nahrung dienen.

Insbesondere die löslichen Ballaststoffe zählen zu den Präbiotika, z. B. Pektin aus Äpfeln, Birnen und Quitten, das Gel aus Flohsamen und Leinsamen, Inulin aus Topinambur, Pastinaken, Chicoree, Artischocken und Schwarzwurzeln sowie FOS (Fructooligosaccharide), die z. B. in der Yaconwurzel zu finden sind.

Wenn präbiotikareiche Lebensmittel nicht oder nur selten gegessen werden, leiden die "guten" Darmbakterien Hunger. In hungrigem bzw. geschwächtem Zustand aber lassen sie sich leicht von pathogenen Bakterien verdrängen. Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht, eine sog. Dysbakterie entsteht und der Mensch kann krank werden.

Dabei sind Probleme mit der Verdauung wie Blähungen oder Stuhlunregelmäßigkeiten die ersten kurzfristigen Symptome. Sie stellen langfristig jedoch noch die geringsten Übel der möglichen Folgen einer Dysbakterie dar.

Präbiotikareich essen

Als Präbiotika dienen Ballaststoffe, die den "guten" Darmbakterien Nahrung liefern. Fehlen diese Ballaststoffe und wird stattdessen eine proteinreiche Ernährung praktiziert, dann findet statt der positiven Fermentierung der Präbiotika die Vergärung der Proteine statt.

Diese Protein-Vergärung führt zu gesundheitlich bedenklichen Stoffwechselprodukten wie beispielsweise zu Schwefelwasserstoffsäure, einem Gas, das negative Auswirkungen auf den Darm haben kann. Außerdem entstehen bei der Protein-Vergärung Ammoniak, Amine, Phenole und Indole.

Sie alle reizen laut den Forschern der niederländischen Wageningen University for Life Sciences die Darmzellen, sind möglicherweise mutagen oder können in hohen Konzentrationen negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben.

Bei der Vergärung bifidogener Präbiotika (also solcher Präbiotika, welche die besonders nützlichen Bifidobakterien nähren und aktivieren) bilden sich hingegen keine gesundheitlich nachteiligen Stoffwechselprodukte. Im Gegenteil.

So sind kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure sowohl für die Darmflora als auch für die Darmzellen sehr wichtig. Beide reduzieren den pH-Wert im Dickdarm, sorgen damit für das dort erwünschte saure Milieu, welches wiederum den pathogenen Darmbakterien nicht zusagt, so dass deren Ansiedlung erschwert wird. Kurzkettige Fettsäuren dienen außerdem den Darmzellen als Energiequelle.

Das Ziel ist also, die Fermentierung von Präbiotika im Darm zu fördern (indem mehr Präbiotika und Ballaststoffe gegessen werden) und die Proteingärung möglichst zu reduzieren (indem der Verzehr tierischer Proteine verringert wird). Dies geschieht aus dreierlei Gründen:

Was leisten Präbiotika?

Erstens soll die Entstehung der erwähnten schädlichen Stoffwechselprodukte der Protein-Vergärung verhindert werden, zweitens soll die Zahl und die Aktivität der positiven Darmbakterien erhöht werden, während drittens die Zahl und die Aktivität der schädlichen Bakterien auf ein erträgliches Maß reduziert wird.

Eine präbiotikareiche Ernährung oder auch ein Präbiotikum in Form eines hochwertigen Nahrungsergänzungsmittels (z. B. Inulin) kann die Zahl der für uns positiven Darmbakterien wie beispielsweise der Bifidobakterien und Milchsäurebakterien erhöhen und diese zugleich stärker und aktiver werden lassen.

Die besondere Bedeutung dieser Bakterienstämme liegt darin, dass sie für eine erhöhte Absorption der Nährstoffe und für eine bessere Verdauung sorgen sowie außerdem zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Weitere Funktionen und Aufgaben der nützlichen Darmbakterien finden Sie in den Texten "Dysbakterie" und "Die Darmflora aufbauen" auf unserer Seite.

Wenn dann das Gleichgewicht der Darmflora wieder hergestellt ist, verschwinden in den meisten Fällen automatisch die aufgrund der Dysbakterie entstandenen Gesundheitsprobleme.

* Hier finden Sie unseren Kochkurs für eine gesunde basische Ernährung

Wo sind Präbiotika enthalten?

Damit ein Lebensmittel als Präbiotikum eingestuft wird, muss nachgewiesen werden, dass es nicht bereits im Magen abgebaut oder vom Verdauungstrakt resorbiert wird. Zudem muss es von den Darmbakterien im Verdauungstrakt fermentiert werden können sowie nachweislich das Wachstum und die Aktivität der positiven Darmbakterien anregen.

Inulin

Der präbiotische Ballaststoff Inulin kommt ganz besonders in folgenden Gemüsearten vor:

Chicorée, Zichorienwurzel (Wurzel der Wegwarte), Topinambur, Artischocken, Pastinaken, Löwenzahnwurzel, Porree, Zwiebeln und Schwarzwurzeln.

Pektin

Der präbiotische Ballaststoff Pektin kommt in Äpfel, Birnen, Quitten, Heidelbeeren und Kakis vor.

FOS

Der präbiotische Ballaststoff FOS kommt z. B. in Yacon vor.

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Präbiotische Lebensmittel frisch verzehren!

Die präbiotischen Früchte und Gemüse sollten so frisch wie möglich sein, da lange Transportwege und Lagerzeiten nicht "nur" den Gehalt an Nährstoffen, sondern auch die Qualität der Präbiotika senken können.

Das Präbiotikum Inulin kann außerdem in Form eines Nahrungsergänzungsmittels eingenommen werden. Mit Hilfe von Inulin fällt es leicht, die tägliche Ernährung präbiotikareich und darmgesund zu gestalten.

Den Darm an Präbiotika gewöhnen

Manchmal kann der Verzehr von Präbiotika zu Blähungen führen. Das ist jedoch nur in der Umstellungsphase der Fall, bis sich genügend erwünschte Darmbakterien gebildet haben, die das Nahrungsangebot dankbar nutzen.

Sicherheitshalber beginnt man mit einer niedrigen Menge an Ballaststoffen und steigert diese allmählich. Mit der kontinuierlichen Vermehrung der guten Bakterien im Darm legen sich schließlich auch die Darmwinde.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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