Babynahrung
Hersteller von Babynahrung verschweigen den gesundheitlichen Aspekt des Stillens und stellen ihre Produkte als gleichwertig dar.
Mir schmeckt das nicht!Die Hersteller von Babyfertignahrung setzen jährlich Milliarden um. In diesem Geschäft geht es um viel Geld, aber nicht um die Gesundheit der Kinder. Obwohl das Stillen einen außergewöhnlichen Nutzen für die Säuglinge und auch für die Mütter hat, wird es untergraben. Und obwohl wissenschaftliche Studien die Überlegenheit der Muttermilch eindeutig belegen, wird das Füttern der Babys mit der Flasche immer mehr zur Normalität.
Durch die aggressive Werbung für die Babyfertignahrung wird den Müttern suggeriert, dass die Fertignahrung der Muttermilch gleichwertig ist. Der positive Effekt des Stillens für die Gesundheit der Mütter wurde ignoriert. Überall auf der Welt werden knappe Ressourcen für die Herstellung von Fertignahrung verwendet, obwohl das Geld weitaus sinnvoller eingesetzt werden könnte.
Hersteller von Säuglings- und Kleinkindernahrung nehmen immer mehr Einfluss auf die öffentliche Gesundheitspolitik und haben zudem die Ärzteschaft zu ihrem Diener gemacht. Während sie einen Teil der Werbung, die speziell auf die Mütter abzielte, in den Massenmedien eingeschränkt haben, kauften sie gleichzeitig Sendezeit und Programme, um Propaganda gegen das Stillen zu führen.
Sie haben dem Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten der WHO/UNICEF zwar widerwillig zugestimmt, haben diesen jedoch nach und nach gekürzt. Trotzdem beschweren sie sich immer noch, dass dieser zu restriktiv ist. Durch die World Trade Organisation sammeln sie noch mehr Macht an. Trotz des Kodex und trotz der Bemühungen von Tausenden, die für das Stillen eintreten, floriert der Markt mit der Säuglingsanfangsnahrung. Die entsprechenden Unternehmen wachsen, und die Gewinne nehmen immer weiter zu.
Ziel des Kodex ist es, an der Bereitstellung einer sicheren und angemessenen Ernährung für Säuglinge mitzuwirken und zwar durch den Schutz und die Förderung des Stillens und durch die ordnungsgemäße Verwendung von Muttermilchersatz, wenn diese erforderlich ist. Dies soll auf der Grundlage angemessener Informationen erfolgen.
Beim Kodex geht es hauptsächlich um folgende Bestimmungen:

Das Hauptziel der Ernährungsindustrie ist es, ihre Gewinne durch wachsende Märkte zu maximieren, den Nutzen der Produkte zu erhöhen, die Entwicklung neuer Produkte sowie die Verlängerung der Nutzungsdauer. Die Gier dieser Unternehmen scheint unersättlich. Es ist klar, dass Stillen aus Sicht der Säuglingsnahrungs-Hersteller nicht gut zu heißen ist. Die Babynahrungs-Industrie (einschließlich der Herstellung von Flaschen und Saugern) ist ein Milliarden-Geschäft mit einer enormen Gewinnspanne und brutalem Wettbewerb zwischen den einzelnen Unternehmen.
Die Unternehmen investieren nur, um ihre Gewinne zu maximieren. Die Hersteller von Säuglingsnahrung geben Gelder an Ärzte, Krankenschwestern, Studenten und medizinische Abteilungen der Pädiatrie weiter und zwar für Forschung, Ausrüstung, Geschenke, Vergütungen, Konferenzen, Reisen und Veröffentlichungen, mit dem Ziel, dass ihre Produkte entsprechend befürwortet und bei der Zielgruppe beworben werden.
Die Gesundheit der Babys scheint keine hohe Priorität zu haben. Die meisten der Zutaten in Säuglingsanfangsnahrung sind unglaublich billig. Milchpulver macht nur ein Sechstel der Gesamtkosten aus. Isoliertes Soja-Protein ist noch billiger
Säuglingsmilchnahrung basiert auf industriell verarbeiteter Kuhmilch oder stark verarbeitetem Soja-Protein. Dennoch war die Säuglingsnahrungs-Industrie in der Lage, die FDA zu überzeugen, Säuglingsnahrung als Lebensmittel und nicht als Medikament einzustufen. So unterliegt sie einer weniger strengen Überprüfung.
Die FDA erlaubt den Einsatz von isoliertem Soja-Protein in Soja-basierter Säuglingsnahrung, obwohl dieses nicht dem Generally Recognized as Safe-Status (GRAS) vereinbar ist. Dieser Status wird von der FDA für Substanzen vergeben, die allgemein als sicher angesehen werden. Das gilt besonders für Substanzen, die für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind, wie beispielsweise Nahrungszusätze oder Medikamente.
Die Unternehmen nehmen Einfluss auf die Auswahl der Delegierten, die an den internationalen Konferenzen für Säuglingsnahrung teilnehmen - einschließlich derer, die von der WHO gesponsert werden. Sie erstellen spezielle Angebote für Muttermilchersatzprodukte, die auch zur Abhilfe des Hungerproblems beitragen sollen. Dafür verlangen sie jedoch, dass ihr Logo verwendet wird. So wird jede Gelegenheit genutzt, um die Werbung für ihre Produkte auszudehnen.

Es gibt finanzielle Anreize für Regierungen, Säuglingsnahrung zu importieren. Zusätzliche Einnahmen durch Umsatzsteuern und Einfuhrzölle sind jederzeit willkommen. In Simbabwe werden die Einnahmen für die Regierungen durch die Umsatzsteuer auf eingeführte Säuglingsnahrung sowie die 10 Prozent Einfuhrzoll generiert. So profitieren auch die Regierungen von den Gewinnen, wenn die Mütter auf das Stillen verzichten.
Die Hersteller von Säuglings- und Kleinkindernahrung haben spezielle Kontakte in den Abteilungen für Ernährung und Kindergesundheit innerhalb der verschiedenen Regierungen, die als deren Befürworter agieren und die sich um den Namen und die Interessen des jeweiligen Unternehmens kümmern. Die Unternehmen bezahlen den Delegierten die Teilnahme an internationalen Ernährungskonferenzen, damit sie in deren Interesse abstimmen.
Die Hersteller und ihre Vertreter mischen sich sogar in die Produktion von Lehrmaterialien zum Thema Stillen ein. So hat z.B. die Firma Nestlé ein Schreiben an den amerikanischen Gesundheitsminister gerichtet und diesen aufgefordert, eine beliebte Publikation über "Perspektiven für die Mutter-Kind-Ernährung", aus dem Verkehr zu ziehen, da sie deren Einfluss fürchteten. Der Bericht sei "unwissenschaftlich", behaupteten die Hersteller. In diesem Fall blieben ihre Anstrengungen erfolglos, da eine Überprüfung des Sachverhalts durch führende Autoritäten auf diesem Gebiet stattgefunden hatte.
In Simbabwe, wurde die Herausgabe einer das Stillen propagierenden Veröffentlichung "Baby Feeding", die von UNICEF finanziert wurde, verzögert und zwar wegen der Lobbyarbeit von Nestlé. Der Generalstaatsanwalt hat dennoch schließlich angeordnet, diese zur Veröffentlichung freizugeben. Es ist allerdings nicht bekannt, wie viele solcher Veröffentlichungen erfolgreich blockiert wurden.
Als eine Gruppe stillender Mütter in Guatemala gegen die Verwendung von Babybildern auf Gerber-Babynahrung (Nestlé-Konzern) protestierte, versuchte Gerber, die nationale Stillkommission zu bestechen. Als das nicht funktionierte, wurde die Regierung bedroht. Wenn Guatemala es ihnen nicht ermöglicht, ihr Recht auf freien Handel auszuüben, würden sie ihr Unternehmen aus dem Land zurückziehen, so die Drohung von Gerber. Aufgrund dessen wurde dem Willen des Unternehmens nachgegeben.
Das australische Bundesamt für Verbraucherschutz und mehrere Hersteller für Säuglingsnahrung haben eine Marketing-Vereinbarung getroffen, die angeblich auch die Bestimmungen des Kodex mit einschließen. Aber dem Gremium, welches gegründet wurde, um das Marketing von Säuglingsnahrung in Australien zu überprüfen, gehören auch Vertreter der Nahrungsmittel-Unternehmen an, die eigentliche kontrolliert werden sollten. Die Philippinen haben zwar einen starken nationalen Kodex, der das Marketing von Säuglingsnahrung beschränkt, doch unternimmt die Regierung nichts in Bezug auf die schamlosen Verletzungen der Vorschriften durch die Nahrungsmittelhersteller.
Eines der gravierendsten Beispiele für das Funktionieren der Werbemaßnahmen für die Säuglingsanfangsnahrung ist das aktuelle Dogma, dass HIV-positive Mütter nicht stillen sollten. Trotz der unvollständigen und widersprüchlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Übertragung von HIV durch das Stillen, haben die Unternehmen die HIV-Epidemie als eine Gelegenheit benutzt, die Säuglingsanfangsnahrung auch in der Dritten Welt einzuführen. Für die Hersteller der Säuglingsnahrung stellt AIDS eine hervorragende Gelegenheit dar, ihre Gewinne noch weiter in die Höhe zu treiben.
Die Hersteller der Säuglingsnahrung haben die Aids-Forschung, die 1996 auf der Internationalen Aids-Konferenz in Vancouver vorgestellt und auf der Titelseite der New York Times veröffentlicht wurde, dazu benutzt, um Druck auf UNICEF auszuüben. UNICEF sollte die Säuglingsanfangsnahrung für Babys mit HIV-positiven Müttern befürworten.
Die Industrie hat diese Forschung unterstützt, obwohl die Forschungsergebnisse noch nicht veröffentlicht worden waren. Der Autor des New York Times-Artikels hatte zwar sechs Experten zum Thema Stillen interviewt, allerdings nie über deren Ansichten berichtet. Stattdessen hat der Autor die Meinung der Stillgegner veröffentlicht, wie z.B. die von Thad Jackson, einem Immunologen und früherem Vollzeit-Mitarbeiter von Nestlé, der heute immer noch als Berater für diesen Konzern tätig ist. Der Bericht war daher sehr einseitig. Der WHO und der UNICEF wurde anschließend unterstellt, sich nicht um das Wohl der der Dritte-Welt-Kinder zu kümmern.
Eine Studie aus Durban zeigt, dass es bei HIV-infizierten Kindern keinen Unterschied macht, ob die Kinder bis zu einem Alter von 6 Monaten ausschließlich gestillt oder ausschließlich mit Säuglingsanfangsnahrung gefüttert wurden. Leider berichtet kein Lobbyist über diese positiven Nachrichten.
Es gibt unzählige weitere Beispiele für die unglaubliche Einflussnahme der Hersteller von Säuglings- und Kleinkindernahrung in wichtigen Kontrollbereichen. Bei der Internationalen Ernährungskonferenz (INC) in Genf haben die Hersteller die Tagung systematisch infiltriert. Die Empfehlungen der INC mussten im Geheimen formuliert werden und wurden erst in der Plenarsitzung - zur Überraschung der Babynahrungshersteller - öffentlich gemacht.
Der neueste Trick von Nestlé ist es, sich eine Bestätigung von den Regierungen geben zu lassen, dass sie den Anforderungen des Kodex gerecht wurden. Nestlé stellt "Zertifikate der Übereinstimmung mit dem Kodex" zur Verfügung, die von den jeweiligen Regierungs-Repräsentanten nur noch zu unterzeichnen sind. Dies ist bereits in Panama City geschehen und Nestlé drängt weitere lateinamerikanische Regierungen zur Unterzeichnung dieser so genannten Zertifikate.
Die Regierung der Provinz Western Cape in Südafrika steht ebenfalls unter diesem Druck. Allerdings scheint diese Strategie von Nestlé, nach Aussagen des Internationalen Aktionsnetzwerks für Babynahrung (IBFAN), nach hinten loszugehen, da eine wachsende Anzahl von Regierungen die Gelegenheit wahrnimmt und die Unzulänglichkeiten von Nestlé aufdeckt.
Das südafrikanische Gesundheitsministerium bat Nestlé, die Etiketten auf einigen Produkte zu ändern, da diese die Beikost bereits ab dem 4. bis 6. Monat nahe legen, obwohl die WHO diese erst ab einem Alter von 6 Monaten empfiehlt. Das Gesundheitsministerium beklagt außerdem, dass sich in verschiedenen Kliniken - trotz des Verbotes - Werbeplakate sowie frei zugängliche Broschüren der Firma Nestlé befanden, die den Verkauf ihrer Produkte förderten.
Die Hersteller der Säuglingsnahrung kaufen eine ganze Regalfläche und überschwemmen die Geschäfte mit Babynahrungsprodukten, Plakaten und Werbematerialien, die die Produkte in Verbindung mit den Markennamen in ein besonders positives Licht stellen. In den Supermärkten auf den Philippinen findet man beispielsweise praktischerweise direkt neben der Säuglingsnahrung mit entsprechenden Werbebroschüren ein Regal mit Mitteln gegen Durchfall, da dieser auftreten kann, wenn die Babynahrung mit unsauberem Wasser zubereitet wird. Mittlerweile wird auch Flaschenwasser für die Herstellung der Babynahrung angeboten, trotzdem wird damit bei weitem nicht die immunologische Wirkung der Muttermilch erreicht.
Für Kinder, die auf Kuhmilch allergisch reagieren, gibt es Babynahrung auf Sojabasis. Wie immer werden die Gefahren im Zusammenhang mit der Verwendung dieser Produkte vehement bestritten oder heruntergespielt. In einigen amerikanischen Supermärkten findet sich am Regal, in dem die Säuglingsanfangsnahrung steht eine Kennzeichnung: "Empfohlen von WIC", dem amerikanischen Regierungsprogramm für Frauen, Säuglinge und Kinder. Auf diese Weise benutzen die Hersteller von Babynahrung Regierungsprogramme zur Förderung ihrer Waren.
In Australien konnte man bislang Werbematerialien der Säuglingsnahrungs-Hersteller nur in einigen Apotheken finden. Mittlerweile bieten aber Unternehmen wie Mead Johnson den Apotheken spezielle Kaufanreize. Seit einiger Zeit sind auch Supermärkte zu regelrechten Babynahrungs-Zentren geworden, die durch groß angelegte Werbung an ausgesuchten Standorten Botschaften gegen das Stillen vermitteln. Apotheken befinden sich nun im Wettbewerb mit den Supermärkten, um ihren alten Marktanteil bei zu behalten.
Krankenhäuser, Kliniken, Entbindungsstationen und Ärztezimmer sind zu Verkaufszentren geworden. Die Vertriebsmitarbeiter gehen mit ihren Produkten tatsächlich auf die Stationen, um dort ihre Produkte mit irreführenden Aussagen zu vermarkten. In einem Krankenhaus in Ost-London, das hauptsächlich Süd-Afrikaner versorgt, wurde den Krankenschwestern von den Vertretern der Firma Abbott gesagt, dass Similac® keine Fertignahrung, sondern ein Ergänzungspräparat für Frühchen sei. Die Mütter glauben dann, dass diese Produkte besser sind als Muttermilch.
Ärzte verteilen Proben der Babynahrung und versorgen die Mütter mit Informationsmaterialien. Sie verteilen auch Videos zum Thema Stillen, die von den Herstellern der Babynahrung produziert wurden. Es konnte nachgewiesen werden, dass 93 Prozent der Mütter, die diese kostenlosen Muster erhalten hatten, bei der jeweiligen Marke bleiben.
Das von der amerikanischen Regierung geförderte WIC-Programm und ähnliche Ernährungsprogramme dienen der Absatzförderung von Säuglingsanfangsnahrung. Dadurch werden Mütter auf eine bestimmte Marke eingestimmt. Teilnehmer am WIC-Programm erhalten nur genug Babynahrung, um ein 9 Pfund schweres Baby zu füttern. Braucht das Baby mehr, müssen die Mütter den Rest selbst kaufen. Wären die Mütter nicht von der Anfangsnahrung überzeugt worden, hätten sie ihre Kinder durch das Stillen kostenlos versorgen können.
Krankenhäusern erhalten enorme Summen für die Empfehlung eines bestimmten Markenproduktes. Obwohl den Händlern der Zutritt zu den Entbindungs- und Säuglingsstationen nicht gestattet ist, kommen sie regelmäßig dort zu Besuch. In Südafrika benutzt die Firma Abbott ihr Produkt Formance®, das fälschlicherweise bei schwangeren Frauen mit größeren Babys beworben wird, um Zugang zu pränatalen und postnatalen Patientinnen zu bekommen. Diese Praxis wird durch den Kodex nicht untersagt.
Beschäftigte im Gesundheitswesen haben eine besondere Verantwortung für den Erfolg oder Misserfolg des Kodex. Sie sind jedoch häufig das Ziel von Werbemaßnahmen, ohne es bewusst wahrzunehmen. Einrichtungen des Gesundheitswesens werden von den Unternehmen häufig zur Absatzförderung ihrer Produkte genutzt.
Es ist durchaus üblich, dass die Vertreter der Herstellerfirmen Karteikarten über Ärzte führen, die Informationen über ihre Geburtstage sowie weiterer persönlicher Daten enthalten. Kinderärzte mit einer großen Praxis, die bestenfalls auch noch Lehrveranstaltungen durchführen , werden als Typ A klassifiziert und erhalten besondere Aufmerksamkeit.
Die Vertreter der Industrie nehmen an medizinischen Tagungen, Ernährungskonferenzen sowie an Stillseminaren teil und finanzieren viele davon. Besonders erwähnenswert ist, dass bei Tagungen der Babynahrungs-Hersteller keine Ärzte anwesend sind, die nicht auf deren Gehaltsliste stehen. Es sei denn, spezielle Expertenmeinungen sind gefragt.
Bei einem Kodex-Treffen von Beschäftigten im Gesundheitswesen in Capetown waren 10 Vertreter der Babynahrungs-Hersteller anwesend, um das, was über den Kodex gesagt wurde, zu untergraben und für Irritation zu sorgen. Außerdem nahmen Befürworter von Nestlé an dem Treffen teil, die von dem Unternehmen finanziell unterstützt wurden bzw. Geschenke erhalten hatten.
Gesundheitliche Aspekte des Stillens werden verschwiegen!Die Hersteller der Säuglingsanfangsnahrung lassen Informationsmaterialien erstellen, die die Mitarbeiter im Gesundheitswesen aufklären sollen. Eine dieser Publikationen gibt einen Überblick über die verschiedenen Methoden zur Fütterung und beinhaltet die Argumentation, dass die Anfangsnahrung dieser Marke genauso gut ist wie Muttermilch. Wissenschaftliche Studien, die die Unzulänglichkeiten der Muttermilch aufzeigen, werden vermittelt, aber niemand spricht über die Möglichkeit, die Ernährung der Mütter zu verbessern. Das Ziel ist es, Angst unter den (werdenden) Müttern zu verbreiten und so die Säuglingsanfangsnahrung zu verkaufen.
Die Unternehmen setzen ihr Geld sehr gezielt ein. Die amerikanische Vereinigung der Kinderärzte (AAP) erhält $ 1 Million pro Jahr von den Herstellern der Babynahrung. Außerdem erhielt sie $ 8 Millionen für ihren Baufonds. Nach dieser Zuwendung hat die AAP ihre Einwände gegen die Soja-basierte Babynahrung fallen gelassen. Die Unternehmen zahlen für Konferenzen und Messen, für besondere Gäste, sie sponsern die Forschung, Fachzeitschriften, Veröffentlichungen und Stipendien. Es gibt jedoch auch einige Gruppen, die diesem Angebot widerstehen. So hat z.B. die indische Vereinigung der Kinderärzte kein Geld von den Herstellern angenommen.
Die Unternehmen haben Zugang zu den Medien und nutzen ihn zu ihren Gunsten. Sie nutzen wie z.B. im Wall Street Journal, der Time oder der New York Times, um das Stillen zu untergraben.
Das Internet hat sich zu einem sehr wichtigen Marketing-Instrument entwickelt und die Hersteller der Säuglingsnahrung nutzen es daher ebenfalls zum Verkauf ihrer Produkte. Sie organisieren auch Ernährungskurse für Eltern-Kind-Gruppen, wobei der Schwerpunkt dieser Kurse auf "richtiger" Säuglingsernährung liegt.
Ein weiterer Trick der Babynahrungs-Hersteller ist, das Thema Eisenmangel aufzubauschen. Die Muttermilch enthält nur eine sehr geringe Menge an Eisen, daher bewerben sie die mit Eisen angereicherte Säuglingsnahrung.
Kleinkinder, die diese Fertignahrung erhalten hatten, nahmen 22 mal so viel Eisen auf wie gestillte Säuglinge. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Eisenspeicher-Krankheit mit all ihren Folgen deutlich. Den wohl einzigen Vorteil hatten die Hersteller, da die mit Eisen angereicherte Nahrung entsprechend teurer war, als die ohne diesen Zusatz.
Interessanterweise wurden 77% der Studien, die den wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit der Eisen-Supplementierung erbringen sollten, wurden von der Industrie finanziert.
Muttermilch enthält aus mindestens zwei Gründen wenig Eisen:
In den traditionellen Gesellschaften wurde daher das Nabelschnurblut dem Säugling direkt zugeführt, bevor die Nabelschnur abgebunden bzw. abgeschnitten wurde. Dadurch konnte das Kind mit eisenreichem Blut versorgt werden. Anschließend, etwa in einem Alter von 4-6 Monaten, erhielt das Baby seine erste feste Nahrung, in der Regel eisenreiche Leber, die die Mutter sorgfältig vorgekaut hatte.
Mit Eisen angereicherte Fertignahrung kann zu Verstopfung und zu einer Blockade der Zinkaufnahme führen und sollte deshalb auf keinen Fall verwendet werden. Eltern sollten darauf bestehen, dass ihr Baby sein Nabelschnurblut bekommt und die Ernährung dann ab dem 4. Monat mit zerkleinerter Leber und Eigelb anreichern. Auch die Mütter sollten während der Stillzeit für eine eisenreiche Ernährung sorgen, damit die Eisenspeicher wieder aufgefüllt werden, die durch die Geburt geleert worden sind und um dadurch eine Anämie zu verhindern.
So mächtig wie diese Unternehmen auch zu sein scheinen, können sie doch durch die Kräfte des Marktes gezwungen werden, sich in einer Art und Weise zu benehmen, die mit den menschlichen Bedürfnissen übereinstimmt, keinen Schaden anrichtet und bei dem Aufbau einer besseren Zukunft für unsere Kinder hilft.
Wir brauchen ein System, das die Regelungen für die Unternehmen verbindlich werden lässt und die Gesundheit von Müttern und Babys schützt. Evidenz-basierte-Studien sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Babynahrung nicht gesundheitsschädlich ist und dass die Angaben, die zu diesen Produkten gemacht werden, auch fundiert sind.
Wir müssen den Stellenwert des Stillens wieder in den Vordergrund stellen und Mutterschaftsansprüche sichern. Die Gesellschaft muss den Wert der Mütter erkennen und diese entsprechend unterstützen. Aber vor allem müssen die Frauen selbst wieder ihre einzigartige Fähigkeit zu stillen würdigen und für ihre Rechte eintreten.
Dr. Naomi Baumslag ist Klinische Professorin für Pädiatrie an der Georgetown University Medical School, und Präsidentin des Women's International Public Health Network, Bethesda, MD.
Quelle
Siehe auch: Nestle-Kritik
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Ich habe mein Kind anderthalb Jahre gestillt, dann hatte ich das Gefühl, dass die Brust nur noch zum Spielen benutzt wird... und irgendwie wurde es dann nervig, und ich habe abgestillt. Mein Kind mochte anschließend und auch während der Stillzeit so gut wie nie andere Milchprodukte (kein Grießbrei, kein Milchreis, kein Pudding). Seltsamerweise kam im Alter von 6-7 Jahre eine Phase, wo meine Tochter 5-6 pure Joghurt pro Tag gegessen hat. Ebenfalls hat sich mein Kind beharrlich geweigert, aus Flaschen zu trinken, selbst wenn nur Tee drin war, und Schnuller wurden umgehend ausgespuckt. Es hat auch ein paar Fertiggläschen gegessen irgendwann mal, aber nicht viele, das war eher einer Notlösung.
Ich möchte jetzt kein Moralapostel sein, aber was ich eigentlich sagen wollte, war Folgendes: Wer ein Kind in die Welt setzt, sollte sich darüber im klaren sein, dass das Ego im diesen Augenblick etwas zurücktreten sollte. Ich habe 27 Monate keinen schwarzen Tee getrunken, keinen Kaffee, keinen Alkohol und aufgehört zu rauchen (weitestgehend, hin und wieder habe ich in Abständen von Wochen oder Monaten eine Zigarette geraucht, ist blöd ich weiß, aber das ist mir wirklich sehr schwer gefallen - obwohl ich sagen muß, dass ich sie oft nicht zu Ende geraucht habe, weil ich sie einfach nicht mehr vertragen habe). Rückblickend gesehen möchte ich diese Stillzeit nicht missen. Es war ein sehr schönes Gefühl, ein kleines saugendes Wesen mit Muttermilchbart an der Brust zu haben, schmatzend, sabbernd und glucksend. Und ich denke, es war ein sehr schönes Gefühl für mein Kind.
Ich habe nachts durchgeschlafen und mein Kind auch, denn es schlief immer bei mir und konnte trinken wann es wollte. Es fand die Brust eigentlich von alleine auch Nachts im Dunkeln. Kein Streß mit nächtlichem Schreien, mit Aufstehen, mit Milchmachen. Wunderbar. Auch tagsüber gab es nichts Besseres. Kein Mitschleppen von Brei, Milch, Saugern, Fläschchen etc. etc. - denn die Brust hat man ja immer dabei :-) Und Hängebrüste kriegt man davon auch nicht...Immunstoffe werden z.T. weitergegeben, was will man mehr? Die Stillzeit ist eine besondere Zeit, so meine bescheidene Meinung. Ich finde es persönlich sehr schade, dass Mütter, die ausreichend gute Milch hätten und denen das Stillen keine Probleme bereitet wie Brustentzündung etc., nicht stillen WOLLEN, aus was für Gründen auch immer - sowohl Mutter als auch Kind entgeht etwas, denke ich... und zwar mehr als nur die eigene Milch.
Eines der schönsten Erlebnisse war, als mein Bambini herausgefunden hat, dass durch Drücken und Kneten der Brust wunderbare Milchfontänen entstehen, wenn man gerade nicht selber trinkt. Ich hab mich halb tot gelacht, weil die erste Fontäne mitten ist Gesicht ging...okay, dass wird fast zu intim...aber Fazit: Stillen kann schön sein, und gemütlich, und erspart einem viel Streß...dem Kind auch. Und selbstgemachte Kindernahrung ist eigentlich viel billiger als fertig gekaufte, und wenn man\'s gescheit macht eben wahrscheinlich auch gesünder.
Hallo liebes Team des Zentrums der Gesundheit, Ich möchte meinen Sohn (11 Monate) und mich gern milchfrei ernähren. Ihr empfehlt, Babys bis zum 2. Lebensjahr zu stillen. Was mache ich aber wenn ich nicht mehr stillen kann? Liebe Grüße,
Hallo Susanne,
vielen Dank für Ihre Mail.
Ein Baby kann ab dem Zeitpunkt wunderbar milchfrei ernährt werden, ab dem es sich abstillt. WANN ein Baby keine Muttermilch mehr möchte, ist von Baby zu Baby verschieden. Manche Kinder brauchen mit einem Jahr die Brust nicht mehr, andere möchten noch mit drei Jahren gestillt werden.
Es lässt sich also nicht pauschal festlegen, wie lange Babys auf Muttermilch angewiesen sind. Falls Sie Ihrem Sohn bisher eine Pre-Milch füttern, dann sollten Sie das auch weiterhin tun - zumindest so lange, bis er von sich aus verstärkt Interesse an den Mahlzeiten der Erwachsenen zeigt. Dann kann er mit einer einer Ernährung aus qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, die schonend zubereitet werden hervorragend ohne Kuhmilch gross werden :-)
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Vegane Ernährung für Kinder
Liebe Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit
Ich habe bei dem HIPP-Kinderteller in der Zutatenliste (Gemüse* 52% (Kartoffeln* 18%, Karotten* 14%, Sellerie*, Zwiebeln*,Pastinaken*, Tomaten*), Wasser, Reis* gekocht, Lachs 8,7%, Sonnenblumenöl*, Kräuter* und Gewürze* (Petersilie*, Pfeffer*, Liebstöckel*, Dill*),jodiertes Speisesalz, Zitronensaft* aus Zitronensaftkonzentrat, Gemüsebouillon* (Speisesalz,Reismehl*, Gemüse* Karotten*, Zwiebeln*, Sellerie*), Hefeextrakt*, pflanzliches Öl*, Gewürze*],
Antioxidationsmittel1 (Ascorbinsäure, stark tocopherolhaltige Extrakte). Fischanteil 21,8g. *Aus biologischer Erzeugung. Kann Spuren von Ei enthalten. 1Antioxidationsmittel werden zum Schutz der empfindlichen Nähr- und Geschmacksstoffe eingesetzt. Tocopherolhaltige Extrakte sind natürliche Pflanzeninhaltsstoffe.) den Stoff Hefeextrakt gefunden.
Laut Gesetz ist ja nun Geschmacksverstärker in Kinderkost verboten. Ist dieser Stoff für mein Kind nun unbedenklich?
Hallo Marry,
vielen Dank für Ihre Mail.
Wenn von Geschmacksverstärkern die Rede ist, dann sind damit isolierte Einzelsubstanzen wie z. B. Mononatriumglutamat, Monokaliumglutamat etc. gemeint. Sie tragen eine dreistellige E-Nummer, die mit einer 6 beginnt.
Hefeextrakt enthält naturgemäss ebenfalls Glutamat. Dieses Glutamat ist chemisch identisch mit dem oben genannten isolierten Glutamat. Hefeextrakt hat aus diesem Grund ebenfalls eine enorme geschmacksverstärkende Wirkung, gehört aber laut gesetzlicher Definition nicht zu den "Geschmacksverstärkern".
Wenn also "laut Gesetz" für manche Lebensmittelgruppen Geschmacksverstärker verboten sind, dann bedeutet das lediglich, dass die genannten Einzelsubstanzen dort nicht enthalten sein dürfen, Hefeextrakt jedoch sehr wohl. Folglich nutzen viele Lebensmittelhersteller diese bei den meisten Verbrauchern unbekannte Feinheit aus, werben für ihr Produkt mit den Worten "ohne Geschmacksverstärker" und versehen dieses gleichzeitig mit einer grossen Portion Hefeextrakt.
Hefeextrakt ist jedoch ein stark verarbeitetes und stark konzentriertes Produkt. Genau wie die offiziellen Geschmacksverstärker verleiht Hefeextrakt den Speisen einen herzhaften Geschmack. Dieser Geschmack ist es, den wir Menschen als lecker empfinden und der uns oft dazu verführt, von einer Speise viel mehr zu essen, als wir eigentlich bräuchten. Viele Menschen sind den Geschmack der Geschmacksverstärker oder Hefeextrakte bereits so sehr gewöhnt, dass ihnen Mahlzeiten ohne diese Zusätze nicht mehr schmecken.
Für die Lebensmittelindustrie ist der "leckere" Hefeextraktgeschmack darüber hinaus eine einfache Methode, Fertiggerichten Geschmack zu verleihen. Ohne Hefeextrakt oder Geschmacksverstärker würden diese Gerichte aufgrund ihrer oft minderwertigen Zutaten, ihrer starken Verarbeitung und ihrer tage- oder wochenlangen Lagerzeit im Ladenregal kaum noch schmecken.
Babys und kleine Kinder jedoch haben noch einen unverfälschten Geschmackssinn. Zerstören Sie ihn nicht mit Speisen, die Hefeextrakte und Geschmacksverstärker enthalten. Gönnen Sie Ihrem Kind hochwertige selbst zubereitete Mahlzeiten aus frischen Zutaten, die sie höchstens mit frischen Kräutern würzen. Doch auch das ist nicht nötig. Ein unverdorbener Geschmackssinn hat kein Problem damit, sich am natürlichen Geschmack von Möhren, Brokkoli, Kohlrabi, Kürbis etc. zu erfreuen.
Liebe Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit
Danke für den tollen Artikel! Eins finde ich nur seltsam, da Sie doch so oft vegetarische bzw. vegane Ernährung für die beste beschreiben. "Eltern sollten darauf bestehen, dass ihr Baby sein Nabelschnurblut bekommt und die Ernährung dann ab dem 4. Monat mit zerkleinerter Leber und Eigelb anreichern." Leber ist doch furchtbar mit Giftstoffen belastet oder nicht? Aber wieso überhaupt Fleisch und Tierprodukte? Gibt es keine pflanzliche Möglichkeit, einem Baby genug Eisen zuzuführen? Und 4. Monat würde bedeuten nach 3 Lebensmonaten. Das ist doch viel zu früh für den unausgereiften Verdauungsapparat! Wie sieht Ihrer Meinung nach die optimale Beikost eines Säuglings aus? Liebe Grüße
Liebe Anika, vielen Dank für Ihre Mail :-) Der betreffende Artikel spiegelt die Meinung der Autorin wider und trifft nicht in allen Punkten die unsrige. Wir entschieden uns dennoch für eine Veröffentlichung, da er in seiner Gesamtheit überwiegend mit unseren Ansichten konform geht und äußerst wichtige Informationen bereit hält. Der Eisenbedarf eines Babys kann auch nach dem vierten Monat mit Muttermilch gedeckt werden, wenn die Mutter ausreichend mit Eisen versorgt ist. Dies gelingt einwandfrei mit Hilfe von eisenreichen Gemüsen und Früchten (Beeren, Trockenfrüchte, Rote Bete, Kräuter, grüne Blatt- und Wildgemüse), Hülsenfrüchten, Ölsaaten (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne) und Mandeln. Besonders grüne Smoothies können hier sehr leicht und lecker helfen, den Eisenbedarf zu decken. Auch Babys können - im Falle von Eisenmangel bei der Mutter - schon ab dem 4. Monat langsam über kleine Mengen grüner Smoothies mit Eisen versorgt werden. Informationen über grüne Smoothies dazu finden Sie hier
Liebe Grüße Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit