Braunhirse

Braunhirse ist die ungeschälte Hirse und enthält daher alle Vital- und Mineralstoffe des vollen Hirsekorns.

 

Braunhirse - Silicium vom Feinsten

Veröffentlichung am 22.02.2012 um 18:23 Uhr / Aktualisierung am 08.03.2012 um 08:22 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) – Hirse gilt schon seit Urzeiten als wertvolles Lebensmittel. Die Braunhirse hingegen wird als natürliches Nahrungsergänzungsmittel bei verschiedenen chronischen Leiden eingesetzt. So gibt es beispielsweise viele Menschen, die wunderbare Erfahrungen mit der Braunhirse bei der Bekämpfung von Arthrose gemacht haben. In letzter Zeit wurde jedoch immer häufiger behauptet, der Verzehr der Braunhirse sei gesundheitsbedenklich. Wir klären auf.

Braunhirse – phytinsäure - Blutzuckerspiegel Phytinsäure aus der Braunhirse reguliert den Blutzuckerspiegel

Braunhirse und Goldhirse

Hirse ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Sie gedeiht auch auf ärmsten Böden und ist enorm dürreresistent. Schon seit Urzeiten wird sie nicht nur als beliebtes Nahrungsmittel sondern auch als Heilmittel geschätzt. Die gewöhnliche Speisehirse besteht aus goldgelben Körnchen und heisst deshalb auch Goldhirse. Die Braunhirse dagegen wird einerseits als spezielle Hirsesorte bezeichnet („Braune Wildform“), von anderen Quellen aber lediglich als ungeschälte Speisehirse beschrieben.
Während die Goldhirse kein Vollkorngetreide ist, da sie immer in geschälter Form vorliegt, ist die Braunhirse ungeschält im Handel und daher vollwertig.

Im Gegensatz zum Vollkornreis, zu Vollkornweizen, Vollkornhafer etc. könnte man die Braunhirse jedoch nicht so ohne weiteres essen. Ihre Randschichten sind einfach zu hart und für uns Menschen unverdaulich, so dass sie entfernt werden müssen.

Die Braunhirse

Seit einiger Zeit wird jedoch auch die Braunhirse im Naturkost- und Reformwarenhandel angeboten – allerdings nicht als Korn, sondern meist in Form von feinem Mehl (das esslöffelweise als Nahrungsergänzung in Speisen und Getränke gerührt wird).

Mit Hilfe eines speziellen Mahlverfahrens (dem so genannten Zentrophanverfahren) kann die Braunhirse samt ihren wertvollen Randschichten so fein zerkleinert werden, dass deren Inhaltsstoffe jetzt auch für uns Menschen verfügbar sind und sehr leicht verwertet werden können.

Braunhirse ist glutenfrei

Hirse enthält im Vergleich zu anderen Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Hafer, Gerste und Roggen kein Gluten und gehört damit zu den glutenfreien Beilagen.

Gluten wird auch Klebereiweiss genannt und ist ein Getreideeiweiss, das als schwer verdaulich gilt, das das Verdauungssystem überlasten kann und das darüber hinaus von einigen Menschen nicht vertragen wird.

Braunhirse ist reich an Mikronährstoffen

Hirse dagegen ist sehr gut verträglich, sehr leicht verdaulich und kann auch von sehr empfindlichen Menschen problemlos verzehrt werden. Die Goldhirse ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie natürlichen Fluoriden, Schwefel, Phosphor, Eisen, Magnesium, Kalium und Zink. Auch Vitamine, wie etwa die meisten der B-Gruppe sind reichlich in der Hirse vorhanden. Da die Mineralstoffe in den Randschichten des Korns bekanntlich besonders konzentriert vorliegen, sind in der Braunhirse noch mehr Mikronährstoffe als in der Goldhirse enthalten.

Braunhirse wird roh verzehrt

Da die Braunhirse in einer sehr fein vermahlenen Form verzehrt wird, muss sie nicht gekocht werden, um verdaut werden zu können. Die Mineralstoffe, Spurenelemente und Wirkstoffe liegen in einer so feinen Form vor, dass diese von unseren Körperzellen ideal aufgenommen werden können.

Braunhirse ist eine hervorragende Silicium-Quelle

Ein besonders wertvoller Mineralstoff, den die Braunhirse liefert, ist das Silicium. Der tägliche Siliciumbedarf eines erwachsenen Menschen wird auf etwa 30 Milligramm geschätzt. In 100 Gramm Hirse stecken nun bereits mehr als 40 Milligramm Silicium. Roggen und Weizen gehören dagegen mit nur etwa 9 Milligramm nicht gerade zu den Siliciumspitzenreitern und werden noch von der Petersilie mit 12 Milligramm übertroffen. Und die Kartoffel liefert sogar nur 6 Milligramm pro 100 Gramm.

Silicium leistet in unserem Körper einen wichtigen Beitrag zum Wachstum der Haare und der Fingernägel. Es hält ausserdem das Bindegewebe elastisch und trägt gemeinsam mit Calcium einen wichtigen Teil zur Knochen- und Gelenkgesundheit bei. Während das Calcium den Knochen festigt, sorgt das Silicium für die nötige Elastizität. Silicium ist darüber hinaus ein unverzichtbarer Baustoff der Knorpelmasse. Gleichzeitig gilt Silicium als ein Spurenelement, das eine hemmende Wirkung auf Entzündungen hat.

Braunhirse bei Arthrose

All diese Eigenschaften sorgen dafür, dass viele Menschen von einer positiven Wirkung der Braunhirse bei Arthrose berichten. Aber auch bei Haarausfall, brüchigen Fingernägeln oder bei einer verbesserungswürdigen Zahngesundheit kann die Hirse (und so auch die Braunhirse) ganz hervorragend zum Einsatz kommen.

Braunhirse bei Arteriosklerose

Die Wände unserer Blutgefässe enthalten verhältnismässig hohe Mengen an Silicium. Fehlt Silicium, so kann dieser Mangelzustand – gemeinsam mit einem Vitamin-C-Mangel – zu brüchigen Blutgefässwänden führen. Die Braunhirse liefert nun jedoch nicht nur Silicium für gesunde Arterienwände, sondern auch jene Ballaststoffe, die dafür bekannt sind, die Blutfettwerte (Triglyceride, Cholesterin) zu senken.

Braunhirse hilft, wenn Silicium fehlt

Junge Menschen sind reichlich mit Silicium ausgestattet. Mit zunehmendem Alter nimmt der Siliciumgehalt der Gewebe jedoch kontinuierlich ab, was sich in einer Bindegewebsschwäche, in Cellulite, Krampfadern, Arteriosklerose, Hämorrhoiden, Faltenbildung, Bandscheibenschäden, Gelenkprobleme, verstärkte Neigung zu Knochenbrüchen, Durchblutungsstörungen, Schwindel und vielem anderen äussern kann.

In diesen Situationen sollte die Nahrung besonders siliciumreich sein. Zwar heisst es immer wieder, die üblichen Lebensmittel seien ausreichend mit Silicium bestückt, doch hängt der Siliciumgehalt stark von der Bodenqualität und nicht zuletzt vom industriellen Verarbeitungsgrad der Lebensmittel ab. Da gerade die ursprünglich siliciumreichen Lebensmittel (Getreide) im Rahmen der modernen Ernährungsweise stark verarbeitet (Weissmehl und Produkte daraus) verzehrt werden und bei dieser Verarbeitung ein Grossteil des enthaltenen Siliciums entfernt wird, kann dies zu einer Silicium-Mangelversorgung führen.

Interessanterweise heisst es, Siliciummangelsymptome seien nicht bekannt. Gleichzeitig wird die Existenz der oben genannten weit verbreiteten Erscheinungen (Bindegewebsschwäche, Cellulite, Krampfadern, Arteriosklerose etc.) sicher nicht bestritten, man bringt sie nur nicht mit einem Siliciummangel in Verbindung. (Natürlich ist ein Siliciummangel nicht die einzige Ursache dieser Gesundheitsbeschwerden, aber eine Mitursache).

Siliciumquelle Bier?

Schon fast tragisch ist in diesem Zusammenhang, dass Bier insbesondere für viele Männer eine der wichtigsten Siliciumquellen darstellt. Allerdings nicht, weil Bier besonders viel Silicium enthalten würde (sein Siliciumgehalt ist mit dem der Kartoffeln vergleichbar), sondern weil viele Biertrinker keine anderen siliciumhaltigen Lebensmittel verzehren. Abgesehen davon lässt sich natürlich ein Liter Bier sehr viel leichter trinken, als man ein Kilogramm Kartoffeln essen kann. Empfehlenswert ist diese flüssige Siliciumquelle nicht unbedingt. Sehr viel einfacher und gesünder ist es da, die Braunhirse, die Hirse und den Hafer in den Speiseplan zu integrieren, da sie alle drei – bereits in geringen Verzehrmengen - nicht nur reichlich Silicium, sondern – im Gegensatz zum Bier - eine Vielzahl weiterer höchstwertiger Nähr- und Mikronährstoffe liefern.

Braunhirse ist reich an sekundären Pflanzenstoffen

Warum also sollte die Braunhirse bei all diesen segensreichen Inhaltsstoffen und Auswirkungen nun plötzlich schädlich sein? Es geht – wie so oft – um die sekundären Pflanzenstoffe. Diese würden sich gerade in den Randschichten der Braunhirse befinden, seien ursprünglich von der Pflanze u. a. zum Zwecke der Fressfeind-Abwehr gebildet und daher nicht für den Verzehr durch den Menschen geeignet. Bei den fraglichen Substanzen handelt es sich hauptsächlich um Polyphenole (Phenolsäuren, Flavonoide, Tannine) und um die Phytinsäure.

Braunhirse schützt vor freien Radikalen

Den Begriff Polyphenole kennen wir eigentlich nur in positiven Zusammenhängen, da es sich grösstenteils um antioxidativ wirksame Substanzen handelt, die den Menschen vor den vielfältigen höchst negativen Folgen freier Radikale schützen können, wozu nahezu alle chronischen Krankheiten zählen. Natürlich entwickeln sich chronische Krankheiten nicht nur aufgrund der von freien Radikalen ausgelösten Oxidationsprozesse, doch sind diese in jedem Fall an der Entstehung von Krankheiten mitbeteiligt.

Und genau diese antioxidativ wirksamen Polyphenole, die negative Oxidationsprozesse ausbremsen können und die in der modernen Ernährungsweise sowieso Mangelware sind, befinden sich in der Braunhirse. Doch werden sie jetzt seltsamerweise nicht mehr im bisherigen positiven Lichte betrachtet. Stattdessen sollen sie nun mit einem Male schädlich sein.

Natürlich können sekundäre Pflanzenstoffe wie die Polyphenole auch schädlich sein, etwa, wenn sie isoliert und in hohen Dosen in Kapselform eingenommen werden. Auch könnten die Polyphenole negative Auswirkungen haben, wenn sich jemand entschliessen sollte, ab sofort ausschliesslich von der Braunhirse zu leben. Sie sind es jedoch mit Sicherheit nicht, wenn sie als Bestandteil einer vielfältigen und naturbelassenen Ernährungsweise verzehrt werden. Dann nämlich sind sie sehr vorteilhaft und stellen – da sie in der üblichen Ernährung fehlen - einen Meilenstein in der Gesundheitsprophylaxe dar.

Die sichere Braunhirse-Dosis: 1 bis 4 Esslöffel täglich

Der Phytinsäure wird angelastet, dass sie mit Mineralstoffen Komplexe bilde, besonders mit Calcium, Magnesium, Eisen und Zink, so dass diese Mineralstoffe vom Organismus nicht mehr aufgenommen werden könnten, sondern ungenutzt ausgeschieden würden. Ob die Phytinsäure durch diese Eigenschaft nun tatsächlich zu einem Mineralstoffmangel führen kann, hängt jedoch einerseits von der aufgenommenen Phytinsäuremenge ab und genauso von der gleichzeitig aufgenommenen Mineralstoffmenge. Daher heisst es auch, dass die Phytinsäure nur dann einen Mineralstoffmangel verursachen könne, wenn sie in grossen Mengen gegessen werde, wie das beispielsweise bei einer reinen Ernährung mit Sojaprodukten der Fall sein könne.

Wenn nun aber jemand täglich 1 bis 4 Esslöffel Braunhirsemehl oder –flocken zu sich nimmt, dann handelt es sich dabei um einen minimalen Teil der täglichen Ernährung und sicher nicht um eine Alleinnahrung, die mit einer reinen Sojaernährung verglichen werden könnte, so dass die Gefahr eines Mineralstoffmangels in diesem Fall ausgeschlossen werden kann.

Phytinsäure reguliert den Blutzuckerspiegel

Gleichzeitig entdeckte man inzwischen, dass die Phytinsäure auch positive Eigenschaften hat. So soll sie einerseits einen krebsschützenden Effekt im Verdauungssystem haben und andererseits den Abbau von Stärke im Körper hemmen, was zu einem gemässigteren Anstieg des Blutzuckerspiegels führen könnte.1,2

Die Phytinsäure könnte also – genau wie die Polyphenole – nur dann zum Problem werden, wenn Sie sich ab sofort ausschliesslich von Braunhirse ernähren wollten. Im Rahmen einer bewussten und vielseitigen gesunden Ernährung aber wird die Phytinsäure in jenen (geringen) Mengen verzehrt, die höchst positive Auswirkungen haben können.

Braunhirse-Keimlinge ohne Phytinsäure und ohne Tannine

Wer dennoch aufgrund der Phytinsäure und mancher sekundärer Pflanzenstoffe (wie z. B. der Tannine) bislang auf die Vorteile der Braunhirse verzichtet hat, kann guten Gewissens auf Braunhirse-Keimlinge zurückgreifen. Während des Keimprozesses werden sowohl die Phytinsäure als auch die Tannine grösstenteils abgebaut. Gleichzeitig lassen sich die Qualität und die Verfügbarkeit der übrigen Inhaltsstoffe durch den enzymatischen Prozess noch verbessern.

Braunhirse-Keimlinge werden bei niedrigen Temperaturen (ca. 25 Grad Celsius) schonend luftgetrocknet und liegen daher in unverändert hoher Rohkostqualität vor. (Erkundigen Sie sich sicherheitshalber beim Hersteller nach diesen Kriterien, falls das Etikett diese Informationen vorenthalten sollte).

Das Silicium-Rezept mit Braunhirse

Ein feines Rezept, das mit reichlich Silicium für gesunde Haut, dichtes Haar, harte Fingernägel, belastbare Gelenke und ein starkes Bindegewebe versorgt, und ein- bis zweimal täglich verzehrt werden kann, ist das folgende:

1 - 2 Esslöffel Braunhirseflocken oder Braunhirse-Keimlinge, 1 Esslöffel Haferflocken (oder frisch gemahlenem Hafer) und einige wenige Rosinen/Sultaninen mit etwas Wasser vermischen, 20 Minuten quellen lassen und einen frisch geriebenen Apfel unterrühren.

Quellen u. a.

  1. Graf E, Eaton JW. „Suppression of colonic cancer by dietary phytic acid.” Nutr Cancer. 1993, 19(1):11-9. (Unterdrückung von Darmkrebs durch Phytinsäure aus der Nahrung) [Quelle als PDF]
  2. Lee SH et al., „Dietary phytic acid lowers the blood glucose level in diabetic KK mice” Nutr Research 2006, 26 (9): 474-479 (Phytinsäure aus der Nahrung reduziert den Blutzuckerwert in diabetischen KK Mäusen) [Quelle als PDF]
  3. E. Rauschecker, 2011, „Rispenhirse (Panicum miliaceum L.) und ihre Mälzung unter Anwendung von Milchsäurebakterien“, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Land- und Ernährungswirtschaft
  4. G. A. Ulmer, „Die besonderen Heilkräfte von Hafer und Hirse“

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